„Matilda“ – ein Film zum Lachen – Das Wunderkind

In der Verfilmung des Buches „Matilda“ von Roald Dahl geht es um das Mädchen Matilda Wurmwald (Mara Wilson). Sie wächst in einer total desinteressierten Familie auf. Aus diesem Grund bringt sie sich bereits im Alter von drei Jahren selbst das Lesen bei.

Ihre Familie hingegen sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher und isst. Das ist jedoch überhaupt nicht die Welt von Matilda. Sie will lesen und lernen. Ihre Familie will dies aber verhindern. Deswegen „vergessen“ sich auch, Matilda einzuschulen. Somit wird sie ein Jahr später eingeschult.

In der Schule beeindruckt sie ihre Lehrerin Fräulein Honig (Embeth Davidtz) so sehr, dass sich diese mit Frau Knüppelkuh (Pam Ferris), die ihre Schulkinder misshandelt und eine frühere Olympiasiegerin im Hammerwerfen ist, anlegt, damit Matildas Fähigkeiten gefördert werden.

Doch dann erfährt Matilda das dunkle Geheimnis von Fräulein Honig und beschließt, ihr zu helfen. Sie entdeckt, dass sie telekinetische Fähigkeiten hat und vertreibt Frau Knüppelkuh so von der Schule. Und auch in ihrer eigenen Familie verändert sich alles zum Guten.

„Matilda“ ist ein Film, der ebenso spannend wie lustig ist. Außerdem ist das Buch sehr gelungen verfilmt worden, wofür der Regisseur Danny De Vito, der selbst auch mitspielt, etliche Auszeichnungen bekommen hat.

Sabrina Peters, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Erlebnisbericht der Schüler der Klasse O4 – Mit Muskelkraft ans Ziel

An einem Montag im Mai hat die gesamte Oberstufe der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Bedburg-Hau einen tollen Ausflug gemacht. Die Kosten für diesen Ausflug konnten aus den Erlösen der fünf Arbeitsgruppen des „Arbeitstages“ der Bonhoeffer-Schule gedeckt werden.

40 Schülerinnen und Schüler und fünfzehn Begleitpersonen wurden morgens mit Bussen zum Bahnhof nach Kranenburg, dem Startpunkt der Draisinenfahrt, gefahren. Nach einer etwas länger dauernden Besetzung der Draisinen, da auch die acht teilnehmenden Rollstuhlfahrer auf die vier Großdraisinen verteilt und über Rampen auf diese geschoben werden mussten, und einer kurzen Einweisung durch das Draisinenpersonal, konnten wir mit einer halbstündigen Verspätung in Richtung Kleve starten.

Inzwischen war auch unsere Krankenschwester, die zur Versorgung einiger Schüler mitfahren musste, eingetroffen. Wir hatten sie bei der Abfahrt an der Schule einfach vergessen. Unsere Rollstuhlfahrer saßen in ihren Rollstühlen zu zweit auf den Draisinen, die übrigen Teilnehmer saßen auf Bänken um sie herum, und jeweils vier Personen mussten in die Pedale treten. An einigen Straßenübergängen mussten Schüler oder Begleitpersonen von der Draisine springen und die Ampelanlagen für die Draisinen auf „Grün“ schalten und danach die Schranken hochhalten.

Das Wetter war leider nicht so angenehm; es war etwas kühl, sehr windig, und die Sonne war nicht zu sehen. Bis zum Ziel in Kleve waren es rund zehn Kilometer. Nach einer zweistündigen Fahrt kamen wir etwas erschöpft und durchgefroren am Draisinenbahnhof in Kleve an.

Das erste Feedback der Schülerinnen und Schüler war sehr positiv. Sarah (17) und Sabrina (16) meinten: „Am Anfang waren wir noch skeptisch, aber am Ende hatten wir großen Spaß.“ Lara (16), eine der Rollstuhlfahrerinnen, ergänzte: „Ich fand es sehr interessant und schön, da ich so etwas vorher noch nie gemacht habe.“

Wir waren zwar durchgefroren, konnten uns aber darüber freuen, dass auf dem nahe gelegenen Betriebsgelände der Stadtwerke Kleve alles für unser Grillen vorbereitet war. Das Zelt mit Tischen und Bänken war aufgestellt, und der große Grill war bereits angezündet. Wir danken hierfür Herrn Lamers und Herrn Stupp von den Stadtwerken. Das Grillfleisch brutzelte schon bald, so dass wir uns schnell vor dem Grill für ein erstes Würstchen oder Kotelett anstellen konnten.

Wir hatten mächtig Hunger, weil das Treten in die Pedale doch sehr anstrengend war. Nach dem leckeren Essen – es gab noch Brötchen und Kartoffelsalate sowie Getränke dazu – räumten wir noch gemeinsam auf, bedankten uns bei unseren Gastgebern, machten noch einen kurzen Verdauungsspaziergang am Spoykanal und stiegen dann vergnügt in die Busse, die uns zurück zur Schule brachten. Alle waren sich einig: „Wir wollen auf jeden Fall wieder mit der Draisine fahren.“

Klasse O4, Bedburg-Hau, Dietrich-Bonhoeffer-Schule

Betuwe-Linie – Ein Dorf wird getrennt

Mehrhoog am Niederrhein könnte bald ein zweigeteiltes Dorf sein. Da die Bahnstrecke Betuwe-Linie mitten durch den Ort verläuft. Einst zogen die Menschen wegen der Bahn hierher. Sie konnten das Ruhrgebiet und andere Regionen bequem mit der Bahn erreichen und trotzdem auf dem Land wohnen. Es fuhren wenige Güterzüge von und nach Holland. Doch es wurden immer mehr im Laufe der Jahre.

1992 wurde der Vertrag zwischen den Niederlanden und der Bundesrepublik über die Betuwe geschlossen. Während sich die Niederländer konsequent an die Pläne der Stecke machten, wartete man in Deutschland, denn keiner wollte die Frage beantworten, ob ein drittes Gleis benötigt wird und wer es bezahlen soll. Die Planungen ruhten bis 2006. Jetzt drängt die Zeit, denn ab dem Jahr 2012 wollen die Holländer ca. 150 Züge täglich über die Strecke schicken. Die Schranken wären dann ständig geschlossen und die Schlangen der Blechlawinen davor immer länger. So war es auch bei einem Termin vor Ort als sich die Initiative „Betuwe linie – so nicht!“ in Mehrhoog trafen.

Innerhalb einer halben Stunde gingen die Schranken fünfmal runter und der Lärm, der dabei entstand, war unüberhörbar. Eine Troglösung für die Bahn wäre am besten, aber auch am teuersten. Man rechnet mit 150 Millionen Euro. Die Bahn zieht eine fünf Meter hohe Schallschutzmauer vor, da diese am günstigsten wäre.

Diese würde das Dorf aber endgültig trennen. Nach Ansicht von M. Boshuven (Stadtplaner der Stadt Hamminkeln) ist in dieser Hinsicht noch nichts entschieden, aber das dritte Gleis wird seiner Meinung nach auf jeden Fall benötigt, da zwei Gleise für die kommenden Güterzüge nicht reichen werden.

Und da entsteht für die Anwohner das nächste Problem. Denn zu dem steigendem Lärm, gegen den sie sich wahrscheinlich noch zusätzlich mit Lärmschutzfenstern schützen müssten, kommt das Problem, dass ihre Häuser an Wert verlieren werden und somit schwerer zu verkaufen sind. Doch egal wie Bahn und Politik am Ende entscheiden werden, die Dorfbewohner werden bis ans Ende um ihren Bahnübergang kämpfen.

Julia Janzen, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Mein Handy, ein Alleskönner – Sind all die Funktionen wirklich nötig?

Vor 16 Jahren konnte sich noch niemand vorstellen, was unsere Handys heute alles so können. Doch wie würde unser Leben ohne das Handy aussehen?

Deutschland (NRW). Vor 16 Jahren waren die Handys gerade noch im Aufmarsch. Damals waren sie nur für Geschäftsleute, weil man meinte, nur sie könnten die ständige Mobilität nutzen. Doch diese Ansicht war falsch. Heute, im Jahr 2009, hast fast jeder ein Handy, ob jung oder alt. Die Handys sind heutzutage bei Weitem nicht mehr dazu da, weshalb sie erfunden wurden: nämlich zum Telefonieren, sondern sie haben immer mehr Funktionen (Kamera, Spiele, Internet). Doch braucht man das wirklich alles? Ist man wirklich darauf an gewiesen? Und könnte die heutige Jugend auch mal einen Zeitraum ohne das Handy überbrücken?

Das sind Fragen, die sich besonders Erwachsene heute immer häufiger stellen. Und es wäre interessant, darauf eine einschließende, für alle geltende Antwort zu finden.

Der 14-jährige Schüler der Gaesdonck, Julian Esser, sagt um Beispiel, dass es für ihn kein Problem sei, auch mal ein bisschen auf sein Handy zu verzichten. Hingegen sagt die ebenfalls 14-jährige Schülerin Rubina Willems, dass sie ohne ihr Handy nicht auskäme. Sie braucht es, um mit ihren Freunden immer im Kontakt zu bleiben. So sieht man also, anhand der zwei Meinungen, dass man kein endgültiges Urteil ziehen kann. Doch man kann sagen, dass die vielen Eigenschaften auch einige Leute stören. Besonders die Älteren die ein Handy nur zum Telefonieren brauchen, stören diese.

Boris Gulan, Goch, Coll. Augustinianum Gaesdonck

Der Ungewissheit ein Ende bereiten – HIV-Test verschafft Sicherheit

In Deutschland infizieren sich jährlich 2000 Bürger neu mit dem HI-Virus, einem menschlichen Immun-Defekt-Virus. Aufgrund von oftmals geringem oder nur lückenhaftem Wissen über HIV begleitet viele Jugendliche die ständige Angst, sich unbemerkt zu infizieren. In einem solchen Fall kann ein HIV-Test Klarheit schaffen.

Bei den beiden üblichen Testverfahren wird entweder nach HIV-Antikörpern, körpereigenen Abwehrstoffen oder nach dem Virus an sich, mit dem Virusnachweis gesucht. Werden HIV-Antikörper oder HI-Viren nachgewiesen, so lautet das Testergebnis „positiv“. Wird nichts nachgewiesen, so lautet das Ergebnis „negativ“.

Die Ergebnisse dieser Tests sagen aus, ob jemand mit HIV infiziert ist oder nicht. Fälschlicherweise wird das Testverfahren oftmals als „Aids-Test“ bezeichnet. Das allerdings ist nicht ganz korrekt, da man anhand eines solchen Testverfahrens nicht bestimmen kann, ob sich der Patient bereits im Aidsstadium befindet, also bereits an Aids erkrankt ist.

Selbst wenn man die Infektion festgestellt hat, kann man sie nicht mehr heilen. 1edoch ist es möglich, die Lebensdauer des Infizierten durch Medikamente zu verlängern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist allerdings eine frühzeitige Erkennung der Krankheit notwendig.

Nach einer Ansteckung mit dem Virus, zum Beispiel bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, bildet der Körper nach vier bis zwölf Wochen Antikörper gegen das Virus. Definitiv ausgeschlossen werden kann eine Infektion also erst nach zwölf Wochen.

Weitere Infizierungsbereiche neben der sexuellen Übertragung sind die Mutter-Kind-Übertragung, der gemeinsame Gebrauch von Drogen Spritzbesteck sowie der Kontakt mit fremden Blut, zum Beispiel bei Blutkonserven oder auch Blutresten. Dennoch gibt es für jedes der Infizierungsgebiete Schutzmaßnahmen, mit denen man einer Infektion vorbeugen kann.

Sobald der Verdacht besteht, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte man einen HIV-Test durchführen lassen. Mit einem solchen Test sollte immer auch eine Beratung einhergehen. Beratungen vor dem Test bieten zum Beispiel die örtlichen Gesundheitsämter, Aids-Hilfen oder die BzgA-Hotline unter der Rufnummer 01805/55 54 44 an (für 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz). Unter der Nummer lassen sich auch Beratungsstellen in der Nähe erfragen.

Britta Bleijdorn, Desirée Verweyen, Anne Kliem, Kalkar, Städt. Gymnasium Kalkar

Die Kinderstation des St. Antonius Hospital – Wie es ist, neun Wochen im Krankenhaus zu sein

Man könnte meinen, dass Kinder die mehr als fünf Wochen im Krankenhaus auf der Kinderstation liegen, sich die meiste Zeit auf ihrem Zimmer verkriechen und weinen. Doch auf der Kinderstation des St. Antonius Hospital ist das anders. Die Kinderstation des St. Antonius Hospital gibt es seit ca. 1930. Jährlich werden dort 1.400 bis 1.600 Kinder versorgt.

Der Chefarzt der Kinderstation ist Dr. med. Jochen Rübo. Er ist Kinderarzt, und sein Fachgebiet ist die Kinderkardiologie.

Ein Grund dafür, dass die Kinder sich dort so wohl fühlen sind die vielen Beschäftigungsmöglichkeiten. Sehr beliebt bei den Kindern ist das Spielzimmer, welches zum Basteln, Malen, Spielen und Kickern einlädt. Oft stehen auch besondere Aktivitäten an, wie zum Beispiel T-Shirts bemalen. Außerdem befindet sich im Park ein behindertengerechter Spielplatz. Dieser gefällt dem elfjährigen Daniel* besonders gut. Wegen eines angeborenen Herzfehlers liegt er schon seit neun Wochen auf der Kinderstation. Im Gegensatz zur achtjährigen Lisa*, die bereits fünf Wochen wegen Diabetes im Krankenhaus liegt, hat er kein Heimweh. Beide werden regelmäßig von ihren Eltern und Verwandten besucht. Die Zwei sind in vielerlei Hinsicht derselben Meinung: Beide finden das Essen im Krankenhaus lecker und sind der Meinung, dass die Ärzte und Schwestern sehr freundlich sind.

„Pizza wäre klasse!“, antwortet Lisa auf die Frage, was sie denn gerne mal zu Essen hätte.

Angst vor dem Krankenhaus haben beide nicht, doch wie jedes andere Kind mögen auch sie keine Operationen. Auf die Frage, was sie im Krankenhaus am besten finden, antwortete Lisa, dass sie das Spielzimmer toll findet. Daniel freute sich am meisten darüber, dass er nicht zur Schule muss. Doch die meisten Kinder fänden es wahrscheinlich besser, in die Schule zu gehen, als neun Wochen lang mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus zu liegen.

Auch wenn die meisten Kinder hoffen, nicht so bald ins Krankenhaus zu müssen, können sie sicher sein, dass die Ärzte und Schwestern des St. Antonius Hospitals immer für ihre kleinen Patienten da sein werden, wenn es nötig ist.

* Namen geändert

Svenja Claassen, Patricia Koenen, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium

Brückenschlag in Wesel – Das neue Wahrzeichen

Am 22. April dieses Jahres erfolgte die Montage des letzten Abschnittes der neuen Rheinbrücke als Teil der Bundesstraße 58, die bei Stromkilometer 814 den Rhein überquert und den linksrheinischen Raum des Kreises Kleve mit dem rechtsrheinischen Raum des Kreises Wesel verbindet.

Die Montage des 20 Meter langen und 70 Tonnen schweren Teilstücks durch einen 120 Tonnen-Kran wurde von zahlreichen Zaungästen verfolgt. Mit ihrer Konstruktion – eine Schrägseilbrücke aus Spannbeton mit einem Stahlüberbau und einem 130 Meter hohen Pylon – ist die neue Brücke einzigartig in Deutschland. Durch ihre besondere Konstruktion gewährleistet sie eine stützenfreie Stromöffnung für die Rheinschifffahrt.

Den Bauherrn, die Bundesrepublik Deutschland, kostet die neue Brücke 70 Millionen Euro. Ihr Neubau war erforderlich, da es, bedingt durch die zweispurige Straßenführung der jetzigen Rheinbabenbrücke, bei Störungen zu erheblichen Rückstaus im Verkehrsnetz der Stadt Wesel und der umliegenden Regionen kam.

Die Bevölkerung hat großes Interesse an den Baufortschritten, erklärt der Projektleiter der Brücke, Hans Löckmann, von Straßen NRW Niederlassung Wesel. Und sie könnte zu einem neuen Wahrzeichen von Wesel werden. Dass dies bereits die siebte Brücke in Wesel ist, wissen nur die Wenigsten.

Die allerersten Brücken in Wesel waren die Weseler Eisenbahn-Rheinbrücke und die Weseler Schiffbrücke, eine Brücke nur für Fußgänger, verankert auf kleinen Schiffen, die beide um 1874 erbaut wurden. Die Schiffsbrücke wurde 1917 ersetzt durch die erste Rheinbabenbrücke. Beide Brücken wurden 1945 von deutschen Soldaten gesprengt, um die Alliierten aufzuhalten.

Durch die Alliierten wurde ab 1945 als Ersatzbrücke zuerst die Gouldin Bridge, eine Holzkonstruktion, errichtet, später ersetzt durch die Montgomerybrücke, eine Brücke aus Stahlelementen. Da diese für den wachsenden Verkehr nicht ausreichend war, wurde nur sieben Jahren später auf den Fundamenten der alten Rheinbabenbrücke die neue Rheinbabenbrücke errichtet. Aber auch diese Brücke, als Dauer-Behelfsbrücke entworfen, wird bis Ende 2010 komplett entfernt worden sein, denn ihre Pfeiler behindern die Schifffahrt, und der Unterhalt ist zu aufwändig. Aus diesem Grund und wegen des steigenden Verkehrsaufkommens wurde ein Brückenneubau notwendig.

Bis Ende Mai 2009 soll die neue Weseler Brücke fertig gestellt sein und spätestens im November 2009 soll sie für den Verkehr freigegeben werden

Alexander Zurmühlen, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Es gibt auch Schattenseiten – Indien: Ein Blick hinter die Fassade

Bei vielen Menschen ist es so, wenn man an Indien denkt, ist der erste Gedanke ein Traum aus 1000 und einer Nacht. Aber dem ist nicht immer so. Wie der Film Slumdog Milionaire deutlich gemacht hat, hat Indien nämlich auch noch eine ganz andere Seite.

Es gibt mehr als die imposanten Paläste, die wundervollen Basare, die Sonnenstrahlen, die die Häuserfassaden und Erker mit ihren geschwungenen Kuppeln in ein goldenes Licht tauchen oder die zahlreichen Schlangenbeschwörer. Das ist alles nur Fassade. Denn die Schlange, die sich rhythmisch zu den Flötenklängen ihres Beschwörers bewegt, ist in Wirklichkeit taub. Sie richtet sich nur nach den Bewegungen, die der Flötenspieler mit seiner Flöte macht. Und das ist nicht das Einzige was sich hinter dieser Fassade verbirgt.

In den Slums von Indien ist es ganz anders. Dort liegen Leben und Tod direkt nebeneinander. Zwischen notdürftigen Unterkünften, die teilweise schon nicht mehr lebenswürdig sind, Schmutz und Kriminalität, kämpfen die Kinder mit Krankheiten wie AIDS, Mangelernährung und haben fast ausschließlich verseuchtes Wasser zur Verfügung, was auch wieder ein Auslöser für Krankheiten ist.

Die Hälfte aller Kinder unter drei Jahren leidet stark an den Folgen der Mangelernährung. Sie sind zu klein für ihr Alter und Dreiviertel von ihnen haben Anämie. Dadurch, dass nur ein Drittel der Bevölkerung eine Toilette oder Latrine benutzen kann, gehören Infektionskrankheiten zur Tagesordnung. Allein an Durchfall sterben im Jahr 400.000 Kinder und an Infektionskrankheiten wie Masern und Tetanus mehr als zwei Millionen. Und das alles nur, weil diese Kinder keine Chance auf bessere Hygiene oder Impfungen zur Vorbeugung von Infektionen haben.

Auch eine Schulausbildung ist nichts Selbstverständliches in den Slums. Von 100 heute in Indien geborenen Kindern werden nur 25 die Grundschule erfolgreich abschließen. Viele Kinder müssen hart arbeiten, zum Beispiel in Steibrüchen oder der Teppichindustrie. Insgesamt gehen nur 20 % aller Indischen Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren zur Schule.

Millionen Mädchen werden komplett von der Schulbildung ausgeschlossen. In Metropolen wie Mumbai sind rund 17% der Frauen Analphabeten. In ländlichen Provinzen sind es sogar 54%. Frauen werden in Indien grundsätzlich nicht so behandelt, wie es ein sollte. So kommt es, dass viele Mütter ihr Kind abtreiben, wenn sie wissen das es ein Mädchen wird. Dadurch „fehlen” hundert tausende Mädchen.

In dem Film Slumdog Milionaire werden die Verhältnisse in Indien genau deutlich. Es geht um einen Jungen namens Jamal, auch ein Kind aus den Slums, der bei „Wer wird Millionär” viel Geld gewinnt. Er schafft es aus den Slums rauszukommen und wenn auch mit vielen Umwegen ein normales Leben mit seiner wiedergefundenen Liebe Latika zu beginnen. Vielleicht würden viele Kinder sich wünschen auch so ein Glück zu haben wie Jamal. Aber es ist eben ein Film und die Kinder in den Slums sind immer noch jede Minute der harten Realität ausgesetzt.

Laura Moshoevel, Wesel, Andreas-Vesalius-Gymnasium

Porträt über die Waldorfschule – Mehr als Namen tanzen

Wer das Wort Waldorfschule hört, denkt sofort an Schüler, die ihren Namen tanzen können und „Hinterwäldler“ sind. Um mir ein eigenes Bild zu machen, bin ich zur Waldorfschule Dinslaken gegangen.

Etwas anders als eine normale Schule ist es schon. Klar können Waldörfler ihren Namen tanzen, aber sie können auch noch ganz andere Dinge, die in einer normalen Schule nie vorkommen würden. Zum Beispiel haben sie das Fach Eurythmie, auch Bewegung zur Musik genannt. Hier lernen Schüler Worte in Bildern zu tanzen. „Das ist aber nicht bei allen Schülern beliebt“, erzählt Schülerin Lina.

Die Waldorfschule hat Klassen von eins bis 13. Was die Waldorfschule noch von anderen Schule unterscheidet ist, dass Haupt- und Nebenfächer epochenweise unterrichtet werden. Der Epochenunterricht dauert drei bis vier Wochen. Ab der neunten Klasse werden die Epochen von Fachlehren unterrichtet.

Es gibt aber auch Sachen, die sich nicht von einer normalen Schule unterscheiden. Es gibt an der Waldorfschule den Wahlpflichtbereich, der ab der achten bis zur elften Klasse belegt werden muss. „Man kann jedes Jahr neu wählen. Also, wenn einem das Fach nicht gefällt, wählt man ein anderes Fach“, sagt Lina grinsend.

Ab der Mittelstufe werden sehr viele Klassenfahrten veranstaltet, die aber immer unter einem bestimmt Motto stehen. In der sechsten Klasse gibt es zum Beispiel die Zirkusfahrt. Aber die neunte Klasse hat – wie ich finde – die beste Klassenfahrt, die bei den Waldörflern „Vom Leben lernen“ heißt. Die gesamte Klasse fährt für drei bis vier Wochen in ärmere Länder, um dort den Menschen zu helfen. „Es war ein unglaubliches Erlebnis, und man hat wirklich vom Leben gelernt“, sagte Lina stolz.

Die zehnte Klasse, ab der die Schüler auch erstmals Noten bekommen, hat einmal ein Betriebspraktikum, und dann fahren die Schüler für zwei Wochen zum Vermessungspraktikum. In der elften Klasse gibt es nochmal ein Praktikum, und dann fährt die komplette Klasse noch auf eine Kunstfahrt. Ganz besonders sind die Klassen acht und zwölf. Da finden nämlich die so genannten Acht- und Zwölft-Klassarbeiten statt. Diese Arbeiten bestehen aus einem praktischen Teil, für den die Schüler fünf bis sechs Monate Zeit haben: zum Beispiel ein Kleid nähen oder einen Tisch bauen. Dann gibt es den schriftlichen Teil, in dem die Schüler zu Arbeit Stellung nehmen. Nun wird das Ganze noch den Eltern und Lehrern vorgestellt.

Es gibt in den besagten Klassen noch etwas Besonderes: Es wird ein Theaterstück mit der gesamten Klasse aufgeführt. “ Die Theaterstücke sind etwas ganz Besonderes, weil die ganze Klasse mitwirkt“, schwärmt Lina.

So ich hoffe, dass ihr jetzt wisst das Waldörfler nicht nur ihren Namen tanzen können.

Luisa Jordan, Wesel, Andreas-Vesalius-Gymnasium

Giftiges Asbest gefunden – Rathaus-Sanierung kostet Millionen

Der Schaden durch den Schimmel und die verbauten Asbest-Platten ist riesig: 7,3 Millionen Euro müssen in die Sanierung des Weseler-Rathauses gesteckt werden.

Als im Weseler Rathaus am 2. Februar Asbest entdeckt worden war, musste der Rat einer Sanierung zustimmen. Asbest ist giftig. Und natürlich geht das Wohl der Beschäftigten vor. Somit erhöhten sich die Kosten der Sanierung von Schimmel und Asbest zusammen auf 7,3 Millionen Euro.

Festgestellt wurde der Befall bei einer Renovierung. Sie war notwendig, weil die Fassaden zum Beispiel wind- und wasserdurchlässig waren. Als im Raum 518 aufgrund der Reparaturen die Fassade geöffnet wurde, trat der Verdacht auf, dass Asbest-Platten verbaut sein könnten.

Das Sachverständigenbüro der Baubiologie reagierte sofort und nahm am 5. Februar Proben der Platten. Die Untersuchung ergab, dass Platten aus leicht gebundenem Asbest vorlagen. „Diese Platten wurden vor 35 Jahren als Feuerschutz und Isolierungen verwendet“, erklärte Herr Haan, Leiter des technischen Gebäudedienstes. Damals war die Bedrohung, die Asbest darstellt, noch nicht bekannt. Asbest kann unter anderem Lungenkrankheiten verursachen.

Aufgrund der Asbest-Richtlinie muss diese Konzentration nun vermindert werden. Nach einem Befund der Dringlichkeitsstufe 1, müssen Sofortmaßnahmen für Raum 518 getroffen werden, und die Asbest-Konzentration muss gesenkt werden. Für die Komplett-Sanierung sind insgesamt drei Jahre Zeit. Im August soll dann die Westfassade saniert werden, gefolgt von der Nordfassade ab November. Die Südfassade käme dann im Februar 2010 dran, die Ostfassade ab Mai 2010.

Simon Lorenz, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium