Tastatur statt Füller, Sprachprogramm statt Eltern – Bytes statt Beziehung

Für unsere Großeltern und Urgroßeltern muss die große Welt des Internets wie aus einem Sciencefiction-Film erscheinen: „Oma, ich habe das QWE gelernt!“ „QWE? Du meinst doch wohl ABC?“, erwidert die Großmutter entrüstet. „Nein Oma, guck dir doch mal die Tastatur an.“ „Und der Einkaufszettel?“ „Schon getippt!“

Ich bin 85 Jahre alt und habe 15 Enkelkinder und alle sind vernetzt, nur ich bin außen vor. Damals, in den guten alten Zeiten habe ich noch Griffel und Tafel benutzt, heute finden schon die ersten Schreibversuche meiner Enkel am PC statt.

Das erste Wort meines jüngsten Enkels, der vor kurzem zwei Jahre alt geworden ist, war „Compi“, der Name seines Sprachlernprogramms. Einen Sensor für volle Windeln ist im Strampler integriert. Sollen meine Enkel in absehbarer Zeit schon in der Wiege damit beginnen, den Umgang mit dem PC zu erlernen – vielleicht kann sich dann schon ein Neugeborener „angemessen“ verständigen?

Ein anderer Enkel von mir zeigte mir stolz sein neues Grafikdesign aus dem Kunstunterricht, ich beschäftigte mit zu dieser Zeit noch mit der Farbenlehre. Meinen ältesten Enkel – gerade mitten in der Pubertät – sah man in letzter Zeit nur noch im Chat. Nach ein paar Tagen steckte ein Bild einer attraktiven Blondine in seinem Portemonnaie, beim Sonntagskaffee gab er großspurig mit dem Bild an. Beim nächsten Kaffeetrinken aber machte er einen sehr deprimierten Eindruck. Am Abend zuvor hatte er sich mit seiner Chat-Schönheit getroffen. Seine Angebetete war wohl doch eher eine pubertäre Variante von Nina Hagen mit Bildbearbeitungskentnissen.

Schweißgebadet wache ich auf und mir geht nur ein Gedanke durch den Kopf: „Danke, Medialisierung! Du rottest die zwischenmenschlichen Beziehungen aus!“

Franziska Hägele, Goch, Coll. Augustinianum Gaesdonck

Interview mit 13-jährigem Tischtennistalent – Leistungssport führt Schülerin ins Reich der Mitte

Du bist im Schülerinnen-Nationalkader. Als Vorbereitung für die Europameisterschaften warst du drei Wochen in China auf einem Tischtennis-Lehrgang. Wie war der Flug?

Das Meiste habe ich aufgrund des Schlafmittels in meinen Reisetabletten nicht mitbekommen.

Und wie war der Flughafen in China?

Er hat sich nicht besonders von den japanischen abgehoben.

Stimmt, als Halbjapanerin warst du natürlich schon oft in Asien. Hattest du manchmal das Gefühl, aufgrund der Fehde zwischen Japan und China anders als die Deutschen behandelt zu werden?

Nein, absolut nicht. Allerdings haben die Meisten mich auch für eine Chinesin gehalten und mich auf Mandarin angesprochen, wobei ich natürlich kein Wort verstanden habe.

Und wie hast du das Problem gelöst?

Es waren noch drei Chinesen aus Süddeutschland dabei, sie haben gedolmetscht. Das Nachteil war nur, dass ich nachher nur noch badisch gesprochen habe.

Wie fandest du denn das Essen in China?

Für mich war es in Ordnung, aber die Anderen haben nur noch Reis mit Ketchup gegessen, bis ihnen dann der Ketchup weggenommen wurde.

Deinem Markenzeichen, den Hamsterbacken, hat das aber keinen Abbruch getan.

Nein, wir haben auch Süßes mitgeschmuggelt. Als die Trainer dachten, wir wären Kleidung einkaufen, waren wir Pizza essen, und es gab dort richtig gute Sahnetorten…

Wie waren denn eure Zimmer?

Nicht schlecht, ich war auf einem Dreierzimmer, das Problem war nur, dass die Dusche direkt an einem Bett angeschlossen war. Größtenteils bestand sie aus Milchglas, ganz oben aber aus normalem Glas.

Meine Zimmerpartnerinnen hatten ziemlich viel Spaß dabei, mich beim Duschen zu fotografieren.

Bist du bei jedem Interview so offen?

Normalerweise werden mir nicht solche Fragen gestellt.

Na gut, dann zu den normalen Fragen. Der Lehrgang war größtenteils in den Osterferien. Trotzdem hast du eine Woche Schule verpasst. War das schlimm?

Nein, ich kam in der Nacht aus China zurück und dufte sofort Mathematik nachschreiben. 3+, damit konnte ich dann auch meine 5 ausgleichen.

Du musstest direkt, nachdem du aus China zurückgekommen bist, eine Arbeit schreiben?

Ja, aber das ging. Nach der Zeitverschiebung konnte ich sowieso nur bis 4:30 Uhr schlafen.

Wie war es denn allgemein in Deutschland, nachdem du zurückgekommen bist?

Ich war natürlich todmüde und auf den Verkehr habe ich überhaupt nicht mehr geachtet. In China schien es keine Verkehrsregeln zu geben. Zwischen zwei Autofahrern, die nach rechts fuhren, fuhr ein Fahrrad in die entgegengesetzte Richtung. Zu Hause bin ich erst einmal über eine rote Ampel gelaufen, meine Freundin, mir blind vertrauend, hinterher.

Würdest du sagen, dass dir das Training etwas gebracht hat?

Ich denke nicht, dass drei Wochen besonders viel ändern.

Ariane Liedmeier, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Der 1. FC Kleve in der Oberliga – Mit Schulden im unterem Tabellendrittel

Mit 250.000 Euro hat sich der 1. FC Kleve bei verschiedenen Unternehmen verschuldet und nahm zudem einen Kredit von 900.000 Euro auf.

Die Anforderungen in der Regionalliga verpflichten den 1.FC Kleve, sein Stadion von einer Kapazität von 5000 auf 8000 Zuschauerplätze zu vergrößern. Um das Stadion auszubauen wurde, aufgrund fehlender städtischen Mittel, ein Kredit von 900.000 Euro aufgenommen, und man verschuldete sich um 250.000 Euro bei Klever Unternehmen. Des Weiteren kommen die Verpflichtungen von Spielern hinzu, die sich der Verein nicht leisten konnte. Von Seiten des Vereins wurde bereits zugegeben, dass es auch auf der Führungsebene zu Fehlern kam.

Der 1. FC Kleve entstand im Jahr 2000 nach der Fusion der beiden Vereine VfB Lohengrin 03 Kleve und dem SC Kleve 63. Danach spielten er in der Oberliga, und die Platzierung lag zwischen dem dritten und neunten Platz.

Nachdem der 1. FC Kleve sieben Jahre in der Oberliga gespielt hatte, stiegen er in der Saison 07/08 unter der Führung von Arie van Lent in die Regionalliga-West auf.

Von van Lent trennte sich der Verein am 28. Februar 2009 und trotz laufender Spielzeit in einem langen spannendem Spiel gegen die Sportfreunde Lotte. So eine spektakuläre Trainerentlassung hatte es in der Geschichte der Regionalliga-West noch nicht gegeben.

Van Lent spielte in seiner aktiven Zeit bei Borussia Mönchengladbach als Stürmer und schoss in 146 Spielen beeindruckende 53 Tore. Man ersetzte ihn durch Georg Kreß, der zuvor Trainer bei Preußen Münster war. Es gelangte ihm jedoch bis jetzt nicht, obwohl er größtmögliche Anstrengungen unternahm und einige Siege errang, den Verein aus seiner misslichen Lage im unterem Tabellendrittel zu befreien.

Janpeter Croonenbroek, Christian Perau, Christopher Peiter, Simon Bruckwilder, Florian Schneider, Kalkar, Städt. Gymnasium Kalkar

Filmkritik „Pretty in Pink“ – Zurück in die 80er

„Pretty in Pink“ ist eine herzzerreißende Love-Story, geschrieben von John Hughes („Ferris macht Blau“), die in den 80er Jahren spielt und auch dort geschrieben wurde.

Die Teenie-Stars Molly Ringwald („Sixteen Candles“, „The Breakfast Club“) und Andy McCarthy („St. Elmo’s Fire“) als Hauptdarsteller sind ein voller Erfolg.

Sie spielt das Highschoolgirl, das in dem weniger angesehenen Teil der Stadt lebt. Er spielt den wohlhabenden Herzensbrecher, der mit ihr zum Abschlussball gehen will. Doch so schnell wie die Romanze der beiden unterschiedlichen Teenies begonnen hat, so schnell wird sie auch vom gesellschaftlichen Druck der verschiedenen Schichten eingeholt.

Schon in den ersten Kinotagen stürmten Scharen von Jugendlichen in die Kinos und gerieten ins Schwärmen. Und auch heute noch ist die bittersüße Geschichte mit rockiger Musik es wert, gesehen zu werden.

Der Film ist ab zwölf Jahren freigegeben und bietet 93 Minuten 80er-Jahre-Teenievergnügen. Der Regisseur (Howard Deutch) stellt die Probleme und Unterschiede der verschiedenen Schichten in einer Liebesgeschichte dar.

In Zusammenarbeit mit Paramount Pictures wird der Film zu einem der gelungensten aus dieser Zeit. Erfahrene Jungschauspieler komplettieren das Ganze, so wird der Film für mich persöhnlich fast perfekt.

Isabell Heynen, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Fotokunst – Im Blickpunkt: Christoph Heek

Christoph Heek, ein niederrheinischer Künstler im Alter von 48 Jahren, macht durch experimentelle Projekte auf sich aufmerksam. Neben Einzelveröffentlichungen beteiligt er sich an Gruppenausstellungen und ist sehr aktiv diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze.

Sein Kunststudium schloss er 2005 an der „Academie voor beeldende kunsten Arnhem“ in den Niederlanden ab. Er lebt und arbeitet in Kleve, wo er sich mit Fotografie und verschiedenen Druckverfahren wie zum Beispiel Radierungen beschäftigt. Kleve sei super für Künstler, da die Stadt ein breites Spektrum an Möglichkeiten bietet, sagt er. Ob im Artoll oder Kartharinenhof, überall ist er präsent und gefragt.

Christoph Heek fotografiert auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Neben normalen digitalen und analogen Kameras benutzt er auch Lochkameras oder baut sie zu ganz neuen Apparaten um. So bieten sich immer wieder neue Möglichkeiten, um seine Absichten und Hintergründe auszudrücken. Auch Experimentierfreude, Glück und Zufall sind teilweise entscheidend. In fast allen Bildern stellt er Bewegung und Dynamik dar. Zum Teil bleibt offen, um welche Bewegungslinien es sich handelt.

Beim Betrachter lösen sie unterschiedliche Vorstellungen aus. Dies ist auch in seinem Projekt „multiples“ der Fall. Scharfe und unscharfe Bildanteile provozieren den Betrachter, Wirklichkeit neu zu definieren. Die Bilder lösen einen Dialog aus, die eigenen Wahrnehmungen mit der Wirklichkeit zu vergleichen. Auch existenzielle Fragen nach Vergangenheit und Gegenwart werden dabei angesprochen, da seine Bilder das Wandelbare, Unfeste, und Fließende charakterisieren.

Christoph Heek liegt mit seiner Fotografie ganz im Trend der medialen Kunst, und es lohnt sich auf jeden Fall, die nächsten Ausstellungen im Blick zu haben.

Pauline Rohländer und Rebekka Schute, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium

Veränderung am AVG – Wie wäre es, wenn’s später zur ersten Stunde gongt?

Die Schule später beginnen lassen, damit Schüler und Lehrer ausgeschlafener sind. Weniger, aber längere Schulstunden am Tag. Sollte man solche Veränderungen am Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG) Wesel einführen? Dazu wurden vier Lehrer des AVGs befragt – ein Mathe- und ein Erdkundelehrer sowie eine Deutsch- und eine Englischlehrerin.

Wie finden Sie die Schulstunden-Veränderungen?

Mathe-Lehrer: „Ich fände es sinnvoll, dass die Verlängerung eingeführt wird und dass an einem Tag weniger Fächer unterrichtet werden. Jedoch wäre es nicht so gut, dass Nebenfächer dann nur einmal pro Woche sind.“

Erdkunde-Lehrer: „Eigentlich wäre die Stundenverlängerung nicht so gut, aber ein Doppelstundensystem wäre sinnvoll.“

Deutsch-Lehrerin: „Ich fände es einerseits gut, dass die 45 Minuten auf 60 Minuten geändert werden, aber es gäbe auch einen Nachteil für die Nebenfächer, die dann nur einmal pro Woche stattfinden würden.“

Englisch-Lehrerin: „Ich fände die Stundenverlängerung auf 60 Minuten gut, da man dann länger an etwas arbeiten kann. Zum Beispiel bei Gruppenarbeiten.“

Würden Sie empfehlen, die Verlängerung am AVG einzuführen?

Mathe-Lehrer: „Also ich habe es schon empfohlen. Ich fände es gut, die Sache für das nächste Schuljahr mal zu testen.“

Erdkunde-Lehrer: „Ich würde die Verlängerung nicht empfehlen. Ich hätte lieber Doppelstunden!“

Deutsch-Lehrerin: „Ich würde die Verlängerung empfehlen, weil die Schüler dann auch weniger Fächer am Tag hätten und nicht so viele Bücher mitschleppen müssten. Außerdem würde auch mehr Ruhe einkehren.“

Englisch-Lehrerin: „Ich weiß es nicht tun, es kommt darauf an, was möglich gemacht werden kann. Aber ich würde auch Doppelstunden empfehlen, weil dann mehr Ruhe einkehren würde.“

Hätten Sie es lieber, dass die Schule erst um 9 Uhr beginnt?

Mathe-Lehrer: „Ich würde es so lassen, da die Schule jetzt schon recht spät endet.“

Erdkunde-Lehrer: „Ich würde es bei 8 Uhr belassen, weil sonst der Zeit-Rythmus durcheinander käme.“

Deutsch-Lehrerin: „Ich würde die Schule gerne um 9 Uhr beginnen lassen, weil man morgens um 8 Uhr oft noch zu müde ist.“

Englisch-Lehrerin: „Ich persönlich fände den Schulbeginn um 9 Uhr nicht so gut, denn dann käme man später nach Hause und hätte weniger Freizeit. Ich würde die Schule viel lieber um 7.45 Uhr beginnen lassen.“

Welche Änderungen würden Sie noch empfehlen?

Mathe-Lehrer: „Ich finde, es hat keinen Sinn etwas zu ändern, auch weil das AVG mit anderen Schulen zusammenarbeitet und Vereinbarungen mit den Sporthallen hat. Diese müssten dann auch alles ändern, und das wäre zu umständlich.“

Erdkunde-Lehrer: „Außer dem Doppelstundenmodell würde ich nichts anderes einführen.“

Deutsch-Lehrerin: „Das 60-Minuten-Modell wäre besser als die 45-Minuten-Stunden, und ich würde die Schule ab 9 Uhr beginnen lassen.“

Englisch-Lehrerin: „Ich würde die Schule um 7.45 Uhr beginnen lassen, Zehn-Minuten-Pausen einführen, und außerdem fände ich das Doppelstundensystem sinnvoll, weil dann mehr Ruhe einkehrt und man weniger Bücher und Hefte schleppen müsste.

Lena Persing, Wesel, Andreas-Vesalius-Gymnasium

Leben mit der Technik – Mit dem Handy ins Bett

Seit den 80er-Jahren gibt es die ersten Handys. Sie sind aus der heutigen Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Doch das war nicht immer so. In den Anfängen waren sie kaum zu bezahlen. Auch der Jugend ist das Handy sehr wichtig geworden. Bei ihnen steht jedoch nicht das Telefonieren im Vordergrund sondern das SMS-Schreiben. Für die Jugend ist das Handy nicht Handy, sondern eine Multimediastation.

Im Jahr 1983 kam das erste Handy von Motorola auf den Markt. Heutzutage unvorstellbar: Es wog fast ein Kilogramm. Kaum jemand konnte sich damals ein Handy leisten. Die damalig wenigen Handybesitzer wurden nur müde belächelt, wenn ihr Handy mal wieder klingelte. Inzwischen hat sich in der Hinsicht einiges geändert, 87 Prozent der Deutschen besitzen mindestens ein Handy.

Obwohl das Handy wegen seiner elektromagnetischen Strahlung immer wieder in der Kritik stand, hat es sich trotzdem bei den Bürgern durchgesetzt. Besonders beliebt sind die Handys bei unserer Jugend. Die kleinen Alleskönner werden nicht nur zum SMS schreiben oder Telefonieren genutzt, sondern auch als MP3-Player oder Kameras. Es werden sich die neusten Lieder via Bluetooth geschickt. Leider sind es nicht immer nur die Lieder, die sich die jungen Leute schicken, sondern auch Pornovideos oder Gewaltvideos. Natürlich finden die Jugendlichen das alles super-„cool“. Aber nicht nur die Verbreitung solcher Videos macht Problem. Mediziner sorgen sich um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schüler, denn viele schreiben noch bis spät in die Nacht SMS. 16 Prozent der 13- bis 15-Jährigen schreiben nachts noch heimlich im Bett SMS.

„Ich finde es wichtig, dass man für seine Freunde erreichbar ist, doch das alles sollte auch seine Grenzen haben. Deshalb schalte ich nachts mein Handy aus“, sagt eine Schülerin der neunten Klasse. Doch mit dieser Aussage gehört sie zu den Wenigen, die nachts keine SMS schreiben. Der Handykonsum der Jugend sollte sich dringend normalisieren, sonst wird es Folgen für die Bildung haben.

Rena Tekath, Goch, Coll. Augustinianum Gaesdonck

Buchrezension – Tote Mädchen lügen nicht

„Tote Mädchen lügen nicht“ (Orginaltitel:“Thirteen Reasons Why“) heißt der Debütroman des amerikanischen Autors Jay Asher. In dem Roman geht es um die zweithäufigste Todesursache bei 15- bis 35-jährigen: um Selbstmord, den Selbstmord von Hannah Baker.

Eines Tages findet Clay, die Hauptperson, ein Päckchen vor seiner Haustür. Darin sind 13 Kassetten. 13 Kassetten von Hannah Baker. Hannah,s eine Mitschülerin, in die er heimlich verliebt war, die sich vor zwei Wochen mit einer Hand voll Tabletten das Leben genommen hat.

Auf den Kassetten erzählt Hannah, wie es zu ihrem Selbstmord gekomen ist. 13 Gründe haben dazu geführt. 13 Personen waren daran beteiligt, und Clay ist einer davon. Clay hört sich die Kassetten an, läuft so mit ihrer Stimme im Ohr durch die Nacht und besucht die Orte, die Hannah auf einer Karte markiert hat. Orte, die etwas mit ihrem Selbstmord zu tun haben. Er versucht zu verstehen, warum sie sich umgebracht hat und erfährt dabei Dinge, die er lieber nicht hätte erfahren wollen.

Jay Asher erzählt in seinem Roman, wie sich Lügen und Gerüchte immer weiter aufschaukeln, bis es für Hannah keinen anderen Ausweg mehr gibt als Selbstmord zu begehen. Obwohl „Tote Mädchen lügen nicht“ eigentlich ein Jugendbuch ist,i st es nicht nur für Jugendliche geeignet, denn Hannahs Geschichte könnte in allen Altersschichten stattfinden. Immer dann, wenn Menschen aufeinander treffen, die zu wenig voneinander wissen, aber trotzdem meinen, sich ein Urteil über andere Menschen erlauben zu dürfen.

Laura van Endern, Kalkar, Städt. Gymnasium Kalkar

Musik mal anders – JBO-Drevenack feiert 30. Geburtstag

Das Jugendblasorchester Drevenack, auch bekannt unter dem Namen JBO, feiert sein 30-jähriges Bestehen. Das JBO, welches es schon seit 1979 gibt, bestand vorerst aus sechs Gründungsmitgliedern, die vom Posaunenchor und vom Tambourcorps Drevenack unterstützt. Dieses änderte sich allerdings in den 30 Jahren.

Mittlerweile haben sie 450 Mitglieder wovon etwa 180 aktiv sind. 1979 wurde das Jugendorchester gegründet, 1993 das Vororchester und 1998 das Blasorchester. Diese drei bauen sich nacheinander auf, erst das Vor- dann das Jugend- und zum Schluss das Blasorchester.

Viele Jugendliche und Erwachsenen gehen dort hin, um ihr Instrumentalspiel zu verbessern, mit anderen Musikern Musik zu machen oder bei Anlässen wie Schützenfesten, auf Konzertreisen oder privat ihr können zu zeigen. In den drei Orchestern kann man Musik ganz neu erleben, das geht über Märsche, Rock, Musicalmusik bis hin zu altbekannte Lieder. Das JBO hat sich das Ziel gesetzt, Jugendliche bei ihrem Musikspiel zu fördern. Für diesen guten Zweck wird es von der Sparkassen Dinslaken-Voerde-Hünxe gesponsert. Zum diesjährigen Geburtstag gab es im April schon ein Geburtstagskonzert mit allen drei Orchestern (RP berichtete). Des Weiteren steht im August noch ein Familientag für alle Mitglieder an, für den jede menge Spiel und Spaß geplant ist.

Johanna Lichtenberg, Wesel, Städt.realschule Mitte

Ohne Handy geht gar nichts – Handy: „Wie soll mein Mensch ohne mich leben?“

Ich bin ein Handy. Das Neuste auf dem Weltmarkt. Langsam aber sicher werden Medien wie ich für Menschen unverzichtbar. Wir übernehmen alle Fähigkeiten von ihnen, nur viel perfektionierter. Wir sind die besten und wichtigsten Freunde des Menschen.

Meine Aufgaben sind es, die Tiefschlafphasen meines Herrn zu bestimmen und ihn zu wecken, wenn eine solche geendet hat. Ich spiegele sein morgendliches Aussehen mit seinen in alle Richtungen abstehenden Haaren mit wählbarer Größe. Er braucht mich einfach nur wie früher eine Landkarte auffalten und die Displaygröße mit den Fingern bestimmen. Ich entschlüssele die Gefühle meines Herrn, die sich in seinem Gesicht widerspiegeln und handle nach seinen Stimmungen.

Ich kontaktiere nach seinen Wünschen verschiedene Haushaltsgeräte, wie die Kaffeemaschine oder den Herd. Dank mir braucht er nicht einmal mehr den Knopf der Kaffeemaschine zu betätigen, da der Kaffee bereits dampfend in seiner Tasse duftet, wenn er kommt. Wahrscheinlich würde er den Knopf gar nicht mehr finden. Ich zeige ihm den besten und schnellsten Weg zu seinem Arbeitsplatz, lenke ihn um alle Staus herum, in die er ohne mich mit Sicherheit geradewegs hinein gefahren wäre.

Ich zeige ihm, was seine Frau und seine Kinder gerade anstellen und trage seine regelmäßigen Wutausbrüche, bei denen er mich gegen die Wand wirft, gelassen. Ich werte seine Launen aus und spiele ihm je nach diesen seine Lieblingslieder. Ich liste ihm alle Ereignisse und zu verrichtende Arbeiten auf, die für den jeweiligen Tag anstehen.

Ich zappe für ihn durch sein Lieblings-Fernsehprogramm und spiele nach Belieben Filme ab. Er sagt mir den Inhalt einer Nachricht und ich schreibe sie auf und schicke sie ab. Ich kontaktiere auf Wunsch seine zahnlose Großtante mütterlicherseits und schicke Videobotschaften über das Wetter hin und her.

Wenn der Tag sich dem Ende neigt, führe ich ihn wieder auf dem besten Weg nach Hause. Ich sage ihm, wie spät er ins Bett gehen muss, um am nächsten Morgen ausgeschlafen zu sein.

Ganz schön riskant. Wenn ich nicht mehr funktioniere, ist er wirklich verloren. Ich bin sein ständiger Begleiter. Ich denke und handle für meinen Herrn.

Wie soll er ohne mich leben?

Paulina Weiss, Goch, Coll. Augustinianum Gaesdonck