„Texthelden“ stärkt Medienkompetenz

„Texthelden“ ist das Medienprojekt der Rheinischen Post für Schülerinnen und Schüler der 3. bis 10. Klasse.

„Texthelden“ bringt die Zeitung in den Unterricht und macht Schülern Lust aufs Lesen. Es bereichert den Unterricht durch aktuelle Themen und Lehrmaterialien. So steigert das Projekt die Medienkompetenz, verbreitert das das Allgemeinwissen und verbessert die Lese- und Schreibfähigkeiten.

Die Klassen können unter www.texthelden.info zum Projekt angemeldet werden. Dort sind auch weitere Informationen zu Anmeldung, Ablauf und Inhalten des Projektes zu finden.

Bei Fragen steht Ihnen ebenfalls unser Projektbüro von montags bis freitags in der Zeit von 10 – 18 Uhr unter der Telefonnummer 0211 8382 2988 oder projektbuero@texthelden.info zur Verfügung.

Alles durcheinander geworfen – Jugendliche über ihre Erfahrungen mit coronabedingten Einschränkungen der Freizeitaktivitäten

Von Loukman El Karrouch, Finn Brockmann und Marijan Gogic, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden
März 2020: Nachdem die Schüler nach Hause gekommen sind, wird plötzlich alles mit einem Ruck durcheinandergeworfen. Vom einem auf den anderen Tag schließen alle Schulen, Fitnessstudios, Friseure und der gesamte Einzelhandel, ausgenommen Supermärkte und Apotheken. Auch die meisten Freizeitaktivitäten dürfen nicht mehr ausgeführt werden. Daraufhin folgt eine lange und schwere Zeit für die Jugendlichen. Von dieser werden Ihnen heute drei Schüler berichten.

Durch die Einschränkungen darf kein Vereinssport mehr betrieben werden. Die drei Schüler und Hobbysportler sind komplett überrumpelt und wissen erstmal nicht, was sie machen sollen. Egal ob Fußball, Handball oder Karate, alle drei können ihren Sport nicht normal ausführen. Da alle Sportplätze und Sporthallen geschlossen sind, müssen die Hobby- und Leistungssportler, wie alle anderen auch, zu Hause trainieren.
Damit die Sportler in dieser schwierigen Zeit am Ball bleiben, gehen sie regelmäßig mehrere Kilometer laufen und halten sich mit verschiedenen Trainingseinheiten zu Hause fit. Die Sportvereine stellen den Jugendlichen online Trainingseinheiten zur Verfügung, bei denen die Trainer bestimmte Übungen vorgeben. Dieses Angebot nehmen die Jugendlichen gerne an.

Mai 2020: Nach zwei Monaten “Ausnahmezustand” werden die Corona-Einschränkungen gelockert. Nun sind Schulen, Friseure, der Einzelhandel und Kulturstätten unter strengen Corona-Auflagen wieder geöffnet. Über die Zulassung von Kontaktsport wird im Mai 2020 schon nachgedacht, doch die Politik hält dies noch für zu früh. Dies finden die drei Hobbysportler sehr schade, können die Bedenken aber nachvollziehen.

Juni 2020: Mitte Juni wird nun auch wieder der Kontaktsport zugelassen und die Jugendlichen sind sehr froh darüber. Sportler dürfen in Hallen trainieren und Turniere werden wieder veranstaltet. Beim Kampfsport beispielsweise dürfen nur der Trainer und der Sportler eintreten. Dadurch, dass die Familie und andere Zuschauer meistens draußen bleiben müssen, fehlt den Sportlern die Motivation durch die Zuschauer in der Halle. Auch beim Mannschaftssport gelten strenge Regeln insbesondere im Bereich der Hygiene.

November 2020: Der Lockdown light startet und Einzelhandel, Fitnessstudios, Friseure, Kulturstätten etc. schließen erneut. Nach fünf Monaten zugelassenem Kontaktsport und dem Start von Meisterschaften und Ligen, wird im November das Ausführen von Kontaktsportarten, aufgrund zu hoher Infektionszahlen, wieder verboten. Doch obwohl dies zu erwarten war, trifft dieser Beschluss viele Sportler erneut hart. Die drei Jugendlichen sind sehr enttäuscht, da sie sich sehr auf weitere Wettkämpfe gefreut haben.

Dezember 2020: Der Monat startet optimistisch und die Politik stellt Lockerungen der Kontaktbeschränkungen an Weihnachten in Aussicht. Eine Woche vor dem Start der Weihnachtsferien jedoch schließen die Schulen wieder. Die drei Jugendlichen müssen nun Homeschooling betreiben, da sie in der 8. Klasse sind. Sportlich können sie sich erneut nur, wie bereits beim ersten Lockdown, selbständig fit halten.

Januar 2021: Auch im Januar sind noch keine Lockerungen in Sicht. Durch niedrige Temperaturen und Schneefälle wird z. B. das regelmäßige Joggen erschwert. Die drei Jugendlichen fiebern mit großer Freude der Zulassung des Kontaktsports entgegen, auch wenn dies noch mehrere Wochen oder gar Monate dauern kann.

Wie arbeitet es sich unter Corona-Bedingungen in systemrelevanten Berufen?

Von Louisa Steinmann, Juste Drungile und Alexandra Berg, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

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Bea Schaaf ist Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wir haben Bea Schaaf (45 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin in einem Krankenhaus in Düsseldorf) und Lilia Berg (41 Jahre, arbeitet in einem Lebensmittelladen in Hilden) über ihre Berufe zu dieser schwierigen Zeit interviewt und das sind ihre Antworten.

Was hat sich aufgrund von Corona verändert?
Bea Schaaf: Es ist schwieriger für die Patienten geworden, ich denke vor allem für die älteren Patienten, weil sie ja keinen Besuch mehr bekommen dürfen. Es gibt zwar einzelne Sonderregelungen, aber das gilt nicht in jedem Fall. Zum Beispiel bei Geburten dürfen die Väter häufig nicht dabei sein oder ihre Babys nach der Geburt nur etwa eine Stunde sehen. Nach einer OP dürfen Angehörige auch nicht mehr auf den Patienten warten. Die Arbeit hat sich auch sehr verändert. Die Kommunikation ist schwieriger aufgrund der FFP2-Masken, aber die sind nun einmal notwendig. Trotzdem denke ich, ist es für die Patienten sehr unangenehm. Aber immerhin haben wir Pfleger in unserem Krankenhaus das Glück uns regelmäßig testen zu lassen.

Lilia Berg: Die Leute haben ihr Verhalten geändert. Sie haben angefangen zu hamstern. Sie konzentrieren sich nur noch auf sich selbst und darauf ihre Produkte einzukaufen.

Kommen jetzt mehr Patienten (die zum Beispiel vermuten, sie hätten Corona)?
Bea Schaaf: Eigentlich sind eher wir es, die bei den Patienten Corona feststellen, denn jeder, der ins Krankenhaus kommt, muss erstmal einen Abstrich machen. Die meisten Patienten kommen aber mit Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion zu uns.

Müssen Sie jetzt Überstunden machen?
Bea Schaaf: Wir müssen öfter einspringen, weil es coronabedingt viel mehr langzeitkranke Kollegen gibt. Häufig können diese Kollegen nach der Krankheit auch nicht sofort wieder oder so viel arbeiten aufgrund der Spätfolgen. Auf manchen Stationen werden sogar Betten gesperrt, weil das Personal sonst komplett überlastet wäre.

Lilia Berg: Ja, müssen wir. Dadurch, dass die Leute viel mehr einkaufen, gibt es natürlich auch mehr Arbeit. Ich persönlich muss auch öfter einspringen, da zurzeit ein paar Mitarbeiter mehr fehlen als sonst.

Haben Sie Bedenken, zur Arbeit zu gehen?
Bea Schaaf: Natürlich mache ich mir Sorgen um meine eigene Gesundheit, aber noch mehr Angst habe ich davor, einen Patienten anzustecken und dass dieser dann im schlimmsten Fall an der Infektion stirbt. Man merkt ja 5-6 Tage erstmal nichts von der Krankheit und wie gesagt, man weiß nie, wie eine Corona-Infektion verläuft.

Lilia Berg: Auf jeden Fall habe ich Bedenken zur Arbeit zu gehen, da das Risiko besteht krank zu werden, wenn man mit vielen Personen in Kontakt steht. Aber am meisten beunruhigt mich, dass ich meine Familie anstecken könnte.

 

Freizeitbeschäftigungen in Zeiten von Corona – Damit es nicht beim Bananenbrot bleibt

Von Marian Fabischack, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

Während des ersten Lockdowns haben viele Menschen – inspiriert von den sozialen Medien– Bananenbrot gebacken. Dabei muss es nicht bleiben, denn es gibt viele weitere tolle Beschäftigungen. Während manche Leute kein Problem damit haben, zuhause zu bleiben, ist es für andere eine Qual. Viele wissen nicht, was sie unternehmen können, dabei gibt es immer noch eine große Auswahl an Freizeitbeschäftigungen.

Die wohl beliebteste Beschäftigung, die man zuhause ausüben kann, ist das Spielen von Videospielen. Es macht Spaß, vertreibt die Zeit, und einige Leute verdienen sogar Geld damit. Im Allgemeinen ist es eine spannende Freizeitbeschäftigung, da es eine riesige Auswahl an Spielen gibt, wodurch jede Altersstufe etwas findet. Eines meiner Lieblingsspiele, Minecraft, findet bei vielen Leuten gefallen. Es ist kinderfreundlich, man kann zusammen mit Freunden spielen, und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Was viele Menschen daran abschreckt, Videospiele zu spielen, sind die Kosten, die auf einen zukommen (z.B. für eine Spielekonsole). Doch sobald man ein wenig recherchiert, kommt man zum Schluss, dass es auch mit einem kleinen Geldbeutel möglich ist, in die virtuelle Welt einzutauchen.

Eine großartige Beschäftigung, die nicht nur leicht zu erlernen ist, sondern auch sehr nützlich ist, ist das Meditieren. Es hilft dabei, den eigenen Geist zu entspannen und sich zu beruhigen. Es gibt viele Apps zum Meditieren und seit kurzem sogar eine Netflix-Serie. Auch wenn viele Leute ihren Zugang zur Meditation noch nicht gefunden haben, ist es gerade in diesen Zeiten einen Versuch wert.

Eine weitere sinnvolle Beschäftigung ist das Spielen eines Musikinstruments. Es gibt wirklich sehr viele Musikinstrumente, und jedes hat seinen eigenen Reiz. Und auch Unterricht bei einem Musiklehrer ist machbar, zum Beispiel per Videokonferenz. Es gibt auch Tutorials auf Plattformen wie Youtube, mit denen man sich unterrichten kann. Falls Kosten keine zu große Rolle spielen, sollte man dies unbedingt in Betracht ziehen, es ist eine sehr gute Erfahrung. Egal wie Sie diese besonderen Zeiten verbringen, denken Sie daran, Spaß zu haben.

E-Sport in Zeiten von Corona

Von Ilias Kezzou, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

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 E-Sportler Mario Reubold vom SV Darmstadt

Während der Sport unter der Pandemie leidet, boomt der E-Sport. Laut Statistiken steigen die Zuschauerzahlen und die Einnahmen enorm in die Höhe. 48 Prozent der Befragten zwischen 18 und 45 Jahren antworteten, dass sie seit Beginn der Pandemie mehr E-Sport schauen. Die großen E-Sport-Veranstaltungen mit Tausenden von Zuschauern in riesigen Hallen finden seit der Pandemie nicht mehr statt. Die meisten Turniere erfolgen digital. Die Streaming-Plattformen wie Twitch und YouTube profitieren von der Situation besonders stark, berichtet auch E-Sportler Mario Reubold vom SV Darmstadt. Er ist seit 2018 aktiver Fifa E-Sportler und ermöglicht uns einen Einblick in die E-Sport Szene.

Durch Corona hat sich in unserem Leben viel verändert. Hat das auch Auswirkungen auf den E-Sport?
Die Corona Krise hat nicht viele Auswirkungen auf den E-Sport. Die Ausnahme ist, dass offline Turniere derzeit auch online stattfinden.

Haben sich deine Spielzeiten dadurch verändert?
Deutlich! Da ich derzeit den ganzen Tag zuhause bin, verbringe ich die meiste Zeit vor der Konsole.

Meinst du, dass die komplette Digitalisierung den E-Sport verändert hat? Welche Auswirkungen hat der Ausfall von Präsenzturnieren?
Natürlich. Das Feeling und die Zuschauer fehlen immens. Durch den Ausfall der Offline-Events kann man auch nicht mehr die Welt bereisen und die Sitten der anderen Länder kennenlernen.

Ist ein größeres Interesse an E-Sport zu merken?
Ich denke, dass das Interesse im Allgemeinen sehr hoch ist und immer weiter steigt. Man merkt dies sehr an den Zuschauerzahlen der Streams.

Hat sich das Gameplay verändert?
Definitiv! Ich kann nur von den FIFA (EA) Servern sprechen. Diese Server kommen extrem oft an ihre Grenzen.

Ist das Duo-Spielen auf E-Sport-Turnieren noch möglich? Wenn ja, wie wird es umgesetzt?
Ja. Durch Plexiglasscheiben und Mund-Nasen-Schutz schützen sich die Spieler gegenseitig.

Denkst du, dass der E-Sport-Hype nach Corona noch bestehen bleibt?
Zu 100%. Der Hype wird von Jahr zu Jahr steigen. Es wird immer mehr Interessierte und Talente im E-Sport geben.

Was hältst Du von der Kritik am E-Sport, zum Beispiel, dass er eine Art Einstiegsdroge in eine Computersucht sei?
Also jeder sollte selber wissen, welche Spiele und wie lange er pro Tag spielt. Die Eltern sollten das alles schon im Auge haben und 2-3 Stunden pro Tag finde ich am Anfang noch in Ordnung. Allerdings sollte man wissen, wenn man im E-Sport aktiv ist, dass man viel Zeit in Training etc. stecken sollte.

 

Gesundheit gegen Freizeitspaß

Von Iljas Tazi, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

Es bleiben nicht viele Freizeitmöglichkeiten übrig in diesen schweren Zeiten.
Manchmal kommt man sich vor wie in einem Film oder in einem Traum, weil man es immer noch nicht fassen kann. Aber es ist die Realität und man muss versuchen, das Beste daraus zu machen. Es ist fast alles geschlossen bis auf Supermärkte und man hat nicht viel Spielraum.

Am Anfang war es schwierig, diese harten Einschränkungen zu akzeptieren, aber als dann Menschen, die man kannte, an Corona starben, kamen die Einsicht und das Unverständnis für Menschen, die immer noch gegen die Maßnahmen sind und sogar dagegen ohne Maske demonstrieren.

Eins ist klar, wir sitzen jetzt alle im selben Boot und müssen die Vorteile auch mal sehen. Wegen der Freizeiteinschränkungen kann man jetzt die Natur für sich entdecken, sich mehr bewegen, mehr mit sich selbst beschäftigen und ungeahnte Interessen feststellen, zum Beispiel Sport zu treiben wie Laufen und Fahrradfahren, und einfach kreativer zu sein als sonst.

Es bleibt einem nichts anderes übrig als optimistisch zu sein, auch wenn es einem schwer fällt, denn irgendwann kommt wieder die Normalität und wir können unseren Freizeitaktivitäten wieder wie gewohnt nachgehen.
Doch momentan heißt es durchhalten!

Hilden und Barcelona in einem Boot – Schulwesen während Corona

Von Lara Sobotzik, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

Die Zeit, in der Schülerinnen und Schüler im Unterricht ganz normal saßen, ohne Masken oder ständiges Lüften der Klassenräume, liegt nun schon Monate zurück. Die Schüler waren und sind immer noch vom Coronavirus sehr stark betroffen. Das sieht man an der Zahl der Schüler, die wegen eines positiven Coronatests im Elternhaus, eines Mitschülers oder eigenem positiven Testergebnis in Quarantäne mussten.

Um die Infektionszahlen möglichst gering zu halten, mussten und müssen Schülerinnen und Schüler strikte Regeln in den Schulen einhalten: Alle 20 Minuten 5 Minuten lüften und über den kompletten Schultag eine Maske tragen. Auch in Spanien gelten derzeit einige Beschränkungen. Irina Regne, eine Deutschlehrerin aus der „Oak House School international“ in Barcelona bestätigt, auch in ihrer Schule müsse jeder eine Maske tragen. Da die Schülerinnen und Schüler der Oak House School eine Uniform mit kurzen Hosen tragen und immer einige der Schüler beim Öffnen einer kompletten Fensterseite frieren würden, dürften die Schülerinnen und Schüler Decken mit in die Schule bringen und sich damit im Unterricht wärmen. Außerdem werde jede Klassenstufe in drei Gruppen aufgeteilt und die sollten sich beim Überqueren der Flure nicht zu nahekommen. Diese Regel sei zwar schwer einzuhalten, aber berechtigt.

Am Helmholtz-Gymnasium in Hilden findet derzeit Distanzunterricht statt, da alle Schulen in NRW geschlossen sind. Aufgaben werden auf der Plattform „Teams“ gestellt und Lösungen dort abgegeben. Es gibt immer mal wieder kleine Aussetzer des Internets, doch abgesehen davon klappt es sehr gut. In der Oak School fing der erste Lockdown Mitte März an und dauerte bis Mitte Juni, in dieser Zeit benutzten Lehrer und Schüler die Plattform Webmeeting 3CX, welches ebenfalls gut funktionierte.

Doch wie kann es nun weitergehen? Für Grundschüler ist es besonders wichtig, in die Schule zu gehen, da sie am meisten Betreuung benötigen, die meisten verstehen auch die Technik nicht, so dass sie immer wieder Hilfe brauchen, um z.B. Videokonferenzen beizutreten oder Dateien zu öffnen. Ältere Schüler brauchen zwar auch hin und wieder Hilfe, doch betreut werden müssen sie nicht, oder zumindest deutlich weniger als sehr junge Schüler. Für Schüler mit nicht so guten Noten ist der Lockdown deutlich schwerer, da sie viele Aufgaben nur mit zusätzlicher Hilfe von den Eltern oder den Lehrern bewältigen können, und sich in Videokonferenzen nicht viel beteiligen können, ähnlich empfindet das auch die Lehrerin aus Barcelona.

Hashtag #Ich will mein Leben zurück!

Von Carina Seabra Novo, Sevde Karakum, Romy Kleine-Birkenheuer, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

„Schule während der Pandemie ist sehr anstrengend, ich wünsche mir mein altes Leben zurück”, sagt die vierzehnjährige Schülerin Elif Dogan. Elif besucht die achte Klasse des Helmholtz-Gymnasiums in Hilden. So sehen es viele Schüler zurzeit. Dass sich das Schulleben einmal so verändern würde, hätte sich Anfang 2020 keiner vorstellen können.
Lockdown, von heute auf morgen. Völlig unvorbereitet traf es die Schüler im Frühjahr des letzten Jahres. Homeschooling, Homeoffice, Quarantäne, AHA-Regeln. Das sind nur einige Worte, die seitdem zum Wortschatz eines jeden gehören. Die anfängliche Freude über ein paar freie Schultage oder verlängerte Ferien wandelt sich mehr und mehr in Frust um und wird zu einer harten Belastungsprobe für die Schüler.

Dabei hat es Elif noch verhältnismäßig gut getroffen. Sie besitzt ein eigenes iPad, sie hat zu Hause einen ruhigen Arbeitsplatz und vor allem eine ausreichende Internetverbindung.
Das ist nicht überall der Fall. In Nordrhein-Westfalen gibt es ungefähr 5207 allgemeinbildende Schulen, die von insgesamt 1,9 Millionen Schülerinnen und Schülern besucht werden (statistisches Landesamt, Stand 2018/19). 1,9 Millionen Schüler, die alle ein Schicksal gemeinsam haben: Lernen auf Distanz. Eine genaue Zahl, wie viele Schulen und Schüler gut vorbereitet und gut ausgestattet sind, gibt es nicht. Fakt ist aber: Es sind längst nicht alle Schüler an das digitale Lernen angeschlossen.

Das ist aber nicht das einzige Problem, das Schüler während der Pandemie beschäftigt. Wir haben Elif gefragt, was sich für sie alles verändert hat: „Eigentlich alles”, sagt Elif. „Ich kann mir in der Bücherei keine Bücher mehr ausleihen und zum Sportverein kann ich auch nicht mehr gehen. Ich kann nicht mehr shoppen gehen oder mich mit meinen Freundinnen treffen. Meinen Musikschulunterricht gibt es nur über Videokonferenzen, ohne persönlichen Kontakt. Vor Corona spielte ich Flöte in einem Orchester. Das hat mir viel Spaß gemacht. Mein Leben spielt sich immer mehr und mehr alleine in meinen eigenen vier Wänden ab, meist mit dem Blick auf das Handy oder den Laptop. Ich bin schon etwas frustruiert”, erzählt Elif.

Dabei geht es Elif im Moment relativ gut, denn es gab in der Vergangenheit auch schlechtere Momente. Letztes Jahr war sie mit ihrer gesamten Familie (ihren Eltern und ihrem 15-jährigen Bruder) 14 Tage in Quarantäne. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Bruder hatten sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das Schulministerium gab am 4. November 2020 bekannt, dass sich zu dem Zeitpunkt 50.152 Schüler (knapp 2,5 Prozent) in Quarantäne befinden. Tendenz steigend. Am 11. November 2020 waren es bereits 73.840 Schüler.

Für Kinder bedeutet die Corona-Pandemie eine besondere Belastung. Psychologen warnen vor einer Zunahme psychischer Erkrankungen. Depressiven Kindern und Jugendlichen fehle ohne Schule die Tagesstruktur, das Krankheitsbild verstärke sich. Da sind sich die Psychologen einig. Die Mitarbeiter des Sorgentelefons, Nummer gegen Kummer e.V., veröffentlichten eine Statistik, aus der hervorgeht, dass die Anzahl der eingehenden Anrufe während der Pandemie stetig steigt.

In zahlreichen Studien warnen Kinderärzte vor den Spätfolgen der Pandemie. In der Corona-Krise beobachten sie eine Zunahme körperlicher und seelischer Beschwerden unter den Kindern. Verhaltensveränderungen, Antriebslosigkeit, Rückzug, aber auch Reizbarkeit und Angststörungen in 50 Prozent der Fälle. Aber auch körperliche Probleme wie Bauchschmerzen und Kopfschmerzen sind weit verbreitete Symptome, dies geht aus einer Studie der pronova BKK hervor. Die Ärzte sehen die Ursachen bei den Kindern und Jugendlichen besonders in den Einschränkungen des täglichen Lebens.
Auf die abschließende Frage, ob Elif die Schule vermisse, antwortet sie mit einem klaren: „Ja!”

Wir wünschen Elif und den anderen 2 Millionen Schulkindern in Nordrhein-Westfalen und den 16 Millionen Kindern in Deutschland, aber auch den 2,35 Milliarden Kindern weltweit alles Gute und #ihr Leben zurück!

 

Individuelles Training statt gemeinsamem Sport im Verein

Von Niklas Brüggemann und Matthias Klingenstein, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

Es ist ruhig, ungewöhnlich für eine Sporthalle. Nur das Rascheln der Bäume ist zu hören. Ab und rauscht ein Auto vorbei. Die Stille ist beängstigend, ein komisches Gefühl an einem eigentlich so lebendigen Ort. Selbst der Spielplatz ist leer, wo sonst freudig Kinder spielen.
Normalerweise wäre grade Sporttraining, aber wegen der aktuellen Corona-Situation muss das Training ausfallen. Die Sporthalle an der Schule ist sonst gut besucht. Rund 2.900 Sportler*innen vom Haaner Turnverein dürfen nun keinen Sport mehr treiben. Normalerweise erfreuen sich täglich Kinder und Erwachsene daran, ihre Lieblingssportart in der Halle auszuüben. Tagsüber wird die Halle für Schulsport genutzt und nachmittags und abends für Vereinssport.

Gerade wäre normalerweise Training und wir würden einige Übungen machen. Zum Beispiel Laufübungen, Ausdauerübungen, Krafttraining und Wurfübungen.
Zurzeit haben wir stattdessen einmal pro Woche ein ZOOM-Meeting und trainieren zu Hause. Unser Trainer führt Übungen vor und wir machen diese nach. Natürlich sind es keine Übungen, die viel Platz benötigen, sondern solche, die man auch auf engem Raum machen kann. Meistens sind es Kraft- und Konditionsübungen. Außerdem bietet unser Verein ein kostenloses Trainingsprogramm mit Trainer an, das auch über Zoom läuft. Jeden Tag sind verschiedene Sportangebote dran und man kann selbst entscheiden, an welchen und ob man überhaupt teilnehmen möchte. Das dient dazu, dass wir unsere Ausdauer und Kraft nicht verlieren, damit wir, wenn wir wieder normal trainieren dürfen, direkt durchstarten können und nicht erst körperliche Defizite ausbessern müssen.
Außerhalb das Meetings machen wir Dehnübungen, Muskelaufbau und gehen Joggen oder fahren Rad. Aber natürlich kann man auch sportlich um einiges weniger machen als normal.

Wie Corona die Leichtathletik verändert

Von Alina Kranz und Lenja Wiechers, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

Ein Blick auf die Uhr, 17:45 Uhr, normalerweise würden viel Kinder und Jugendliche sich zu dieser Zeit auf dem Weg zum Sportplatz machen, doch das geht momentan nicht. Stattdessen wählen sie sich bei einer Videokonferenz ein, damit sie zumindest auf diese Art zusammen mit anderen aus ihrem Verein Sport machen können.

So oder ähnlich läuft es seit einiger Zeit für viele Hobby-Leichtathleten ab. Der Vereinssport wurde für Leichtathletikamateure zur Sicherheit komplett verboten. Dadurch haben viele Sportler Probleme weiterhin Sport zu betreiben, denn oft wird Zubehör benötigt, das einem zuhause nicht zu Verfügung steht. Die meisten Sportarten aus der Leichtathletik fallen dadurch weg, denn wer hat zum Beispiel eine Hochsprunganlage in seinem Garten stehen? Nur beim Laufen braucht man wenig Ausstattung. Sobald man seine Sportkleidung und Laufschuhe angezogen hat, kann es losgehen. Doch besonders im Winter ist es wegen der Kälte schwer Motivation dafür zu finden.

Als Alternative veranstalten manche Vereine Videokonferenzen, um dort zum Beispiel gemeinsam Workouts zu machen. Natürlich ersetzt das nicht die vielen Stunden, die man sonst mit anderen Vereinsmitgliedern auf dem Sportplatz verbringt, dennoch ist es eine schöne Lösung, um mit anderen im Kontakt zu bleiben.

Profisportler dagegen haben weiterhin die Möglichkeit Leichtathletik zu betreiben. Wettkämpfe und Training finden statt, allerdings mit bestimmten Regeln. Sobald die Sportler das Sportgelände betreten, setzen sie einen Mund-Nasen-Schutz auf und desinfizieren ihre Hände. Danach wärmen sie sich mit Abstand zu ihren Vereinskollegen auf. Sie laufen sich ein, dehnen sich und führen vielleicht noch andere Übungen entsprechend ihrer Sportart aus. Eine kurze Pause, bei der wieder eine Maske getragen wird, außer sie trinken etwas, und dann geht es schon weiter mit dem Training. Auch beim Verlassen des Sportplatzes müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen und den Mindestabstand einhalten. Auch Wettkämpfe sind nicht anders. Statt einer vollen Tribüne im Stadion sind die Ränge leer. Niemand außer den Sportlern, Trainern und Wettkampfveranstaltern darf sich auf das Sportgelände begeben. Natürlich ist die Atmosphäre dadurch eher trist, doch man versucht das Beste daraus zu machen.

Ein weiteres Problem, das durch das Coronavirus aufgekommen ist, ist, dass Vereine es schwer haben, weiterhin genügend Einnahmen zu erhalten. Menschen, die vielleicht Geldschwierigkeiten haben, weil sie wegen dem Coronavirus nicht weiterarbeiten können oder weniger Geld verdienen, müssen ihre Mitgliedschaft kündigen, denn es bringt ihnen nichts, weiterhin zu bezahlen um ein Mitglied zu sein, obwohl kein Training stattfindet. Auch können Vereine keine Wettkämpfe für Amateursportler veranstalten, welche normalerweise allein schon durch die Teilnahme Gebühr-Einnahmen bringen.

Wie Corona durch die Schulkorridore schlich

Von Layla Arazzak, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

Etwa 11 Monate sind seit dem schlagartigen Ausbruch der Corona-Pandemie vergangen, in dem sich das Virus wie ein finsterer Schatten in unseren Alltag schlich und somit eine lange Zeit, die von wachsendem Unbehagen und Einsamkeit geprägt ist, ihren Lauf nahm.
Eine Zeit des richtungslosen Daseins begleitet von Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln.

Die zur Eindämmung der Pandemie erforderlichen Maßnahmen erschweren den Schulalltag erheblich und schränken das soziale Zusammenleben durch das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Sicherheitsabstandes ein.
Schließlich verbannte das Coronavirus das Klassenzimmer in die digitale Welt, wobei sich die Vorahnung, dass das Lernen auf Distanz viele Probleme mit sich bringt, bestätigte.
Dem Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts für Bildungsökonomik zufolge konnte der durch Corona bedingte Unterrichtsausfall nicht annähernd aufgefangen und der Unterrichtsstoff nicht wie gewöhnlich behandelt werden. Zudem stellte auch die digitale Infrastruktur im deutschen Schulwesen einige Probleme dar und legte offen, dass das deutsche Bildungssystem gespalten ist. Die weltweite Corona-Pandemie fördert die soziale Ungleichheit an Schulen: Während manchen Schülern das Lernen auf Distanz problemlos gelingt, scheitert es bei manchen Familien bereits an dem Zugang zu digitalen Endgeräten und dies macht die Bewältigung der Pandemie in Bezug auf die Bildung für bildungsfernere Haushalte fast unmöglich.

Der jedoch größte Unterschied zwischen dem Präsenzunterricht und dem Lernen auf Distanz liegt darin, dass es überwiegend Informationen seitens der Lehrer gibt und soziale Interaktion zwischen den Schülerinnen und Schülern bedauerlicherweise zu kurz kommt.
Die steigenden Infektionszahlen machen die Hoffnung auf bald einkehrende Normalität und den Lichtblick zunichte, bald wieder seine Schulfreunde in die Arme schließen zu können.

In solch bedrückenden und eintönigen Zeiten wird man sich bewusst: Besondere Situationen erfordern nun mal besondere Maßnahmen.
Und eines Tages werden alle auf diese sonderbare Zeit zurückblicken und denken:
Das waren ja verrückte 12 Jahre!