„Texthelden“ stärkt Medienkompetenz

„Texthelden“ ist das Medienprojekt der Rheinischen Post für Schülerinnen und Schüler der 3. bis 10. Klasse.

„Texthelden“ bringt die Zeitung in den Unterricht und macht Schülern Lust aufs Lesen. Es bereichert den Unterricht durch aktuelle Themen und Lehrmaterialien. So steigert das Projekt die Medienkompetenz, verbreitert das das Allgemeinwissen und verbessert die Lese- und Schreibfähigkeiten.

Die Klassen können unter www.texthelden.info zum Projekt angemeldet werden. Dort sind auch weitere Informationen zu Anmeldung, Ablauf und Inhalten des Projektes zu finden.

Bei Fragen steht Ihnen ebenfalls unser Projektbüro von montags bis freitags in der Zeit von 10 – 18 Uhr unter der Telefonnummer 0211 8382 2988 oder projektbuero@texthelden.info zur Verfügung.

Lernen? Ein Kinderspiel!

Von Jana Fleischhauer, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

Ein weiteres Schuljahr neigt sich dem Ende zu und erneut fallen die gleichen Sätze: „Nächstes Jahr ziehen wir durch!“ oder „Nächstes Jahr wirds besser!“. Doch wir wissen selbst, dass wir nur selten Lust zum Lernen haben. Können wir das ändern? Ich bin selbst Schülerin und möchte meine Lernmethoden, die mir sehr geholfen haben, mit euch teilen. Vielleicht fällt euch das Lernen damit in Zukunft auch leichter.

Bei den Vorbereitungen auf Klassenarbeiten fällt es mir schwer, konzentriert zu bleiben. Ich versuche oft stundenlang, ein Thema zu verstehen. Nur allzu gern lasse ich mich zwischendurch ablenken. Dabei ist Konzentration beim Lernen besonders wichtig. Deshalb schalte ich mein Handy nun immer stumm und lege es weg, damit ich es nicht alle drei Minuten checke. Auch die Lernumgebung spielt eine wichtige Rolle. Forschungen haben ergeben, dass ein lautes, unbequemes und dreckiges Umfeld den Menschen vom Lernen ablenkt, wohingegen Personen in einer ordentlichen Umgebung motivierter und engagierter sind, weil sie sich wohlfühlen. Blickt man auf einen großen Stapel unerledigter oder nicht entsorgter Blätter, verlässt einen schnell die Motivation.

Bring dich selbst außerdem dazu, früher mit dem Lernen anzufangen. Die Zeit wird oft falsch eingeschätzt und der Stress schließlich immer stärker. Dabei weißt du selbst, dass du am Abend vor der Klassenarbeit bereuen wirst, nicht früher gelernt zu haben. Mein Tipp: Erstelle dir einen Lernplan und beschäftige dich zuerst mit den Themen, die du nicht kannst. Schreibe dir auch auf, wann und wie lange du lernen möchtest. Oft werden solche Strukturen unterschätzt oder nicht ernst genommen, aber wir alle wissen, wie schnell eine Stunde auf Instagram oder TikTok vergeht. Hat man sein Pensum hinter sich gebracht, dann ist es doch umso schöner, ohne schlechtes Gewissen seine Freizeit zu genießen.

Und das eigentliche Lernen? Meine liebste Herangehensweise ist eine vierzigminütige Lernzeit, in der ich mich auf ein bestimmtes Thema zu konzentriere. Wenn ich nach dieser Zeitspanne nicht in den Flow geraten bin, mache ich eine kurze Pause, in der ich mir zum Beispiel etwas zu essen hole, um danach weiterzumachen. Wenn ich aber die Konzentration und Motivation aufgebaut habe, lerne ich weiter. Wir alle können lernen zu lernen! Es gibt viele weitere Tipps und Tricks; finde deine eigenen oder lass dich von meinen inspirieren.

Aufstieg der Inter Monheimer C-Jugend: Eine Erfolgsstory

Von Nick T. Kaplan, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

Die C-Jugend von Inter Monheim hat in der aktuellen Saison den Aufstieg in die Fußball-Leistungsklasse geschafft. Durch harte Arbeit, Teamgeist und die Leitung ihres Trainers Yusuf Hünker, der intensive Trainingseinheiten und Freundschaftsspiele organisierte, legten sie den Grundstein für ihren Erfolg. Von Anfang an zeigte das Team ein starkes Verteidigungsspiel und eine beeindruckende Offensive, angeführt von Stürmer John Daniel. Der unerschütterliche Teamgeist und die Unterstützung der Eltern und Fans trugen ebenfalls entscheidend zum Erfolg bei. Besonders erwähnenswert war der deutliche 21:0-Sieg gegen Leichlingen in einem Vorbereitungsspiel. Trainer Hünker lobte: „Die Jungs haben diesen Sieg verdient, nachdem wir uns so intensiv und mühevoll vorbereitet haben.“ Der Verein selbst bot mit guter Organisation und einem Fokus auf der Jugendarbeit ideale Bedingungen für die Spielerentwicklung. Der Aufstieg war der krönende Abschluss einer herausragenden Saison. Eine Schlüsselfigur in der Verteidigung war der Torwart Anid, der mit seinen Paraden viele Spiele rettete. Die Spieler sind nun bereit für neue Herausforderungen und die Fans freuen sich auf die kommende Saison.

Live-Musik in Monheim

Von Maren Horn, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

„Das ist echt cool!“, erwiderte eine meiner Klassenkameradinnen, als ich ihr von der Möglichkeit erzählte, Künstler wie Querbeat oder Joris live zu sehen ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Die Stadt Monheim ist für ihre zahlreichen Kulturangebote bekannt. Einige sind kostenlos, wie zum Beispiel das anderthalbstündige Konzert von Querbeat auf dem diesjährigen Stadtfest oder das Konzert von Joris im Jahr zuvor. Die in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindende Kulturpromenade am Rhein zeigte im letzten Jahr Max Mutzke. Auch Künstler:innen, die noch keine große Bekanntheit erlangt haben, kriegen eine Chance, vor einem großen Publikum aufzutreten und dadurch Aufmerksamkeit zu erhalten.

Besonders für Teenager wie mich ist es großartig, verschiedene Künstler:innen live zu sehen, da nicht jeder junge Mensch Geld für einen Konzertbesuch hat. Ich verstehe, dass nicht immer allen Personen die Musik gefällt, allerdings gibt es so viele Live-Events mit Musik in Monheim, dass für jeden etwas dabei sein dürfte. Diese Angebote sind zudem nicht selbstverständlich und es ist sicher gut investiertes Geld der Stadt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich in einer Stadt lebe, die diese Dinge möglich macht.

Die Zweiflers – eine unorthodoxe Familienserie

Von Viola Schimanski, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

Die ARD-Serie „Die Zweiflers“ ist ungewöhnlich für das deutsche Fernsehen. Das fand sogar die Jury des Filmfestivals in Cannes, die die Serie ausgezeichnet hat. Sie handelt von der jüdischen Familie Zweifler, die in Frankfurt am Main ein Feinkostgeschäft betreibt. Die Familie besteht aus Großvater Symcha Zweifler (gespielt von Mike Burstyn), Großmutter Lilka (Eleanor Reissa), Tochter Mimi (Sunnyi Melles), Schwiegersohn Jackie (Mark Ivanir) und den Enkelkindern Samuel (Aaron Altaras), Dana (Deleila Piasko) und Leon (Leo Altaras). Die Großeltern sind Holocaust-Überlebende.  Als der Großvater das Feinkostgeschäft verkaufen möchte, entstehen eine Reihe von Konflikten in der Familie. Mimi ist gegen den Verkauf und möchte selbst das Geschäft übernehmen. Symcha wird mit seiner Vergangenheit im Frankfurter Rotlichtmilieu erpresst. Samuel verliebt sich in die Nicht-Jüdin Saba (Saffron Marni Coomber) und bekommt mit ihr einen Sohn. Derweil verlässt Dana ihren Mann in Israel.

Handelt es sich bei „Die Zweiflers“ also doch nur um eine gewöhnliche Familienserie? Meiner Meinung nach nicht! Das resultiert einmal daraus, dass die Schauspieler:innen, zumindest für mich, vorher unbekannt waren, weshalb ich keine anderen Rollen im Kopf hatte und die Serie unvoreingenommen angeschaut habe. Wenn Filme von Jüdinnen und Juden handeln, spielen diese außerdem meist im Dritten Reich. Sie handeln nie von noch lebenden jüdischen Menschen. „Die Zweiflers“ spielt aber im Jahr 2016 und zeigt den heutigen jüdischen Alltag in Deutschland. Ungewöhnlich ist auch die Sprache, da die Großeltern überwiegend Jiddisch sprechen und manchmal auch hebräische Worte einfließen lassen. Besonders gut gefiel mir, dass Saba, die aus Jamaika kommt, mit Samuel nur Englisch spricht. Das ist viel realistischer als bei „Rosamunde Pilcher“, wo in Cornwall alle Personen Deutsch sprechen. Auch die Kulissen gefielen mir, genauso wie die Filmmusik, die ebenfalls einen Preis in Cannes bekommen hat. Hinzu kommt, dass die behandelten Themen Antisemitismus, Rassismus, Vergangenheitsbewältigung und Identitätsfindung sehr aktuell und spannend dargestellt sind. Daher kann ich „Die Zweiflers“ absolut empfehlen. Die Serie kann noch bis Mai 2025 kostenlos in der ARD-Mediathek gestreamt werden. Offiziell wird die Serie ab 14 Jahre empfohlen.

Der Hund: Das perfekte Tier für alle?

Von Ilenia Ziegler, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

Jeder kennt Hunde. Doch es gibt sehr viele verschiedene Hunderassen, die jeweils verschiedene Eigenschaften haben. Welche Hunderassen sind die perfekten Familienhunde? Was sind sogenannte „Listenhunde“ und sind diese immer gefährlich?

Familienhunde

Es gibt viele verschiedene Hunderassen, die zum Bild des perfekten Familienhundes passen. Dazu zählen zum Beispiel der Beagle, der Berner Sennenhund, der Collie, der Dalmatiner, der Golden Retriever, der Labrador oder der Havaneser. Man sollte jedoch immer die Eigenschaften und den Charakter des einzelnen Hundes berücksichtigen.

Listenhunde

Listenhunde sind Hunderassen, die per Gesetz als gefährlich eingestuft wurden und deshalb nur eingeschränkt gezüchtet werden dürfen. Dies betrifft zum Beispiel den Pitbull Terrier, den American Staffordshire Terrier und den Staffordshire Bullterrier. Doch die Listen sind in jedem Bundesland unterschiedlich. Listenhunde müssen bis zu ihrem Wesenstest immer an der Leine geführt werden und einen Maulkorb außerhalb des Hauses tragen. Beim Wesenstest wird die Gehorsamkeit des Hundes sowie dessen Verhalten gegenüber Personen und Artgenossen in alltagstypischen Situationen überprüft wird. Wenn der Hund den Wesenstest besteht, darf er ohne Leine und ohne Maulkorb draußen herumlaufen und ist ein „ganz normaler“ Hund. Falls er den Wesenstest nicht besteht, ändert sich nichts, doch der Hund kann den Wesenstest nur noch einmal wiederholen. Wenn der Hund von den Behörden als zu gefährlich eingestuft wird, kann er auch beschlagnahmt werden. Ich finde es jedoch falsch, eine Rasse pauschal zu verurteilen, da natürlich nicht jeder einzelne Listenhund eine Gefahr darstellt. Außerdem denke ich, dass auch manch andere Hunde einen Wesenstest machen sollten, weil sie ebenfalls gefährlich werden können. Letztlich sollte man immer Respekt vor Hunden haben, die man nicht kennt und die einem seltsam vorkommen.

Mit 13 Jahren Verantwortung übernehmen und Geld verdienen

Von Raphael Richter, Klasse 8d am Otto-Hahn-Gymnasium

Die typischen Minijobs ab 13 Jahren sind Babysitting, Botengänge erledigen oder Nachhilfe geben. Allerdings braucht man laut Jugendschutzgesetz die Zustimmung der Eltern und einen Job, bei dem man maximal zwei Stunden pro Tag arbeitet, damit die schulischen Leistungen nicht unter dem Job leiden. Hinzu kommt, dass Jugendliche maximal 520 Euro pro Monat erwirtschaften dürfen. Minijobs findet man meist bei Privatpersonen oder in Geschäften. Manchmal spielt auch der Zufall eine Rolle und es ergibt sich eine Möglichkeit über den Sportverein oder das eigene Hobby. Auch die Schule kann bei der Jobsuche behilflich sein: Das Otto-Hahn Gymnasium bietet unterschiedliche Minijobs an, indem Schüler:innen sich beispielsweise an außerschulischen Aktivitäten beteiligt. So leite ich eine Schach-AG an einer Monheimer Grundschule. Ältere Schüler:innen können in der Übermittagsbetreuung helfen, Nachhilfe-Tutor:in werden oder AGs an der benachbarten Schule begleiten.

Schach-AGs in Monheim: Von Schüler:innen für Schüler:innen

Younes Schalow und Simeon Richter, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

In Monheim am Rhein wird Schach schon seit ein paar Jahren gefördert. Davon profitieren nicht nur Jugendliche, sondern auch Grundschüler:innen in ganz Monheim am Rhein. Schüler:innen aus dem Gymnasium dürfen einmal pro Woche eine AG leiten, in der sie den Grundschüler:innen Schach beibringen. Für ihre Mühe bekommen die Gymnasiast:innen auch ein wenig Geld. Der Leiter der Schach-AG am Otto-Hahn-Gymnasium, Daniel Schalow, bemüht sich darum, engagierte Schüler:innen zu finden. Eine Teilnahme ist ab dem siebenten Schuljahr möglich, jedoch kann es auch Ausnahmen geben. Das Angebot hat dazu geführt, dass es im örtlichen Schachverein nun viele Kinder gibt, die Freude am Schachspiel gewonnen haben. Auch bei Stadtfesten zeigt sich regelmäßig eine rege Nachfrage. Jedes Jahr wird zudem ein Schachtunier ausgerichtet, wo sich die Schulen für die nächste Runde, die NRW-Meisterschaft, qualifizieren können.

Wie man mit Stress umgeht

Von Lena Memisi, Klasse 8d am Otto-Hahn-Gymnasium

Man kennt es: Kopfschmerzen, der Nacken verspannt und die Gedanken drehen sich im Kreis. Stress ist ein Gefühl, das wir alle schon einmal erlebt haben. Ob bei Prüfungen, Vorstellungsgesprächen oder auf der Arbeit: Stress gehört zum Alltag. Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, das oft mit mentalen und körperlichen Beschwerden verbunden ist. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, welche Maßnahmen gegen Stress ungeeignet sind und welche am besten helfen.

Wenn wir unter Stress leiden, tendieren wir oft dazu, in alte Verhaltensmuster zu fallen. Ich erwische mich zum Beispiel dabei, dass ich mehr esse als sonst – obwohl ich eigentlich keinen Hunger habe oder schon satt bin. Das Gefühl, keine Kontrolle zu haben, ist oft mit einem Schamgefühl verbunden, das wiederum zu weiterem Stress führt. Ich gerate daraufhin in einen Teufelskreis und esse wieder mehr oder immer weiter.  Ich arbeite jedoch daran und die Erkenntnis ist bekanntermaßen schon der erste Schritt zur Besserung. Versucht also auch, eure schädlichen Verhaltensmuster zu erkennen.

Aber was sind gesunde Wege, den Stress zu bewältigen? Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass regelmäßiger Sport mir guttut. Es muss nicht viel sein, es reicht auch, sich täglich ein wenig zu bewegen. Dabei sind Pausen wichtig. Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, das Stresslevel zu reduzieren. Außerdem sind eine gesunde Ernährung und ausreichender Schlaf das Fundament für weniger Stress im Alltag. Auch das Umfeld kann das Stresslevel sehr beeinflussen. Wenn man sich jeden Tag mit Freunden umgibt, die keine Unterstützung bieten, hat dies ebenfalls negative Auswirkungen haben.

Der 75. Jahrestag des Endes der Berliner Luftbrücke

Von Johann Koch und Jannis Vömel, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

Am 26.06.1948 flogen die ersten US-Flugzeuge, „Rosinenbomber“ genannt, von den US-Flugplätzen in Frankfurt und Wiesbaden Richtung Berlin. Es wurden auch Flugzeuge aus anderen westalliierten Ländern hinzugezogen, um 2,2 Millionen Menschen, darunter auch alliierte Soldaten und ihre Angehörigen, zu versorgen. Die Sowjetunion schnitt Berlin systematisch von der Außenwelt ab, um auch die westlichen Teile Berlins unter sowjetische Kontrolle zu bringen. Die Versuche der Sowjetunion, die Luftbrücke mit dem Einsatz von Jagdflugzeugen zu sabotieren, schlugen auf Dauer fehl. Nach 322 Tagen mussten sie ihre Blockade aufgeben. Mehr als eine halbe Million Flüge wurden innerhalb dieses Zeitraumes getätigt, durchschnittlich gab es 1398 Flügen pro Tag. Die Alliierten transportierten Hilfsgüter wie Getreide, Mehl und Medikamente, aber auch Kohle und Benzin nach West-Berlin. Außerdem brachten sie Süßigkeiten für die Kinder. Diese Bemühungen kosteten allein die Amerikaner, die hauptsächlich daran beteiligt waren, insgesamt 200 Millionen Euro, 6000 Euro pro Tag. Leider gab es auch tödliche Unfälle von Piloten und Mechanikern. Insgesamt mussten über 140 Menschen ihr Leben lassen.

Am 15. und 16.6.2024 fand eine Gedenkfeier am Tag der offenen Tür auf dem US-Militärstützpunkt Wiesbaden-Erbenheim statt, um an die schlimmen Bedingungen für die Westberliner Bevölkerung und an die gefährliche, aber erfolgreiche Mission der Berliner Luftbrücke zu erinnern. Es gab viele historische Flugzeuge zu besichtigen, darunter drei alte Maschinen vom Typ C-47 und DC-3. Zudem wurden Panzer, zivile Flugzeuge und Kampfhubschrauber der amerikanischen Armee ausgestellt. Zur Feier und zur Erinnerung wurden Süßigkeiten mit Fallschirmen von Jets heruntergeworfen, man nennt dies „Candy-Drops“. Die anwesenden Kinder sammelten, ähnlich wie damals in West-Berlin, die Süßigkeiten ein. Der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) erklärte: „Die Luftbrücke stand dafür, Grenzen zu überwinden und in einen Modus der Kooperation zu kommen“. Dies berührte viele Anwesende. Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) verdeutlichte bei seinem Grußwort, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich seien. Er sagte außerdem, dass man starke und verlässliche Verbündete brauche. Zudem bekräftigte er, dass Deutschland auf der Seite der Ukraines stehe und dass die USA einen bedeutenden Beitrag für die EU leiste. Er betonte die Freundschaft von Deutschland und den USA mit den folgenden Worten: „Unsere Freundschaft mit den Vereinigten Staaten, die inzwischen viele Jahre währt und die Menschen beider Länder eng verbindet, ist ein Schlüssel für eine gute Zukunft in unsicheren und herausfordernden Zeiten“.

Das Schulleben in Deutschland aus der Sicht eines ukrainischen Flüchtlings

Von Mykhailo Stadnyk, Klasse 8d, Otto-Hahn-Gymnasium

An meiner Schule, dem Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim am Rhein, gibt es seit mehr als zwei Jahren eine Integrationsklasse. Zurzeit lernen hier Kinder aus neun verschiedenen Ländern. Die meisten Schüler:innen, auch ich, kommen aus der Ukraine. Für viele war der plötzliche Umzug nach Deutschland eine große Herausforderung. Die meisten ukrainischen Schüler:innen konnten kein Deutsch und die Integrationsklasse war eine gute Möglichkeit, die Sprache zu lernen.

Das Haupthindernis für die Integration in das deutsche Bildungssystem sind jedoch nicht nur die mangelnden Sprachkenntnisse, sondern auch die Lehrmethoden und die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems. Während die Schüler:innen am Otto Hahn-Gymnasium mit iPads lernen, Präsentationen erstellen und Übungen in digitaler Form machen, verwenden wir in der Ukraine für jedes Fach Papierbücher und Hefte. Auch viele schriftliche Übungen, Hausaufgaben und Tests stehen in der Ukraine auf der Tagesordnung. Stattdessen gibt es am Otto-Hahn-Gymnasium viel kreative Arbeit und eine starke Vereinfachung des Lernstoffs zu Beginn des Themas. Statt nur Formeln in Physik und Mathematik auswendig zu lernen, versuchen die Lehrer:innen hier, Parallelen zum Alltag zu ziehen, damit man sich alles besser einprägen kann.

Im Laufe der Zeit mussten neue Lerngruppen gebildet werden, weil immer mehr Schüler:innen ankamen, die über unterschiedliche Deutschniveaus verfügten. Manchmal ist es schade, dass die Deutschlehrer:innen nicht auch Ukrainisch oder andere Sprachen verstehen und sprechen. Nach einer gewissen Zeit nehmen die Schüler:innen in einigen Fächern am regulären Unterricht teil. Dank des Unterrichts in den regulären Klassen, haben die Schüler:innen der  Integrationsklasse die Möglichkeit, über das Sprachniveau B1 hinauszukommen.

In der ukrainischen Schule, die ich besuchte, werden in der achten Klasse 17 verschiedene Fächer unterrichtet: Neben den Fächern, die es auch hier in Deutschland gibt, wird Weltgeschichte sowie ukrainische Geschichte und Literatur gelehrt. Es gibt darüber hinaus die Fächer Informatik und Grundlagen der Gesundheit. Mathematik wird in der Ukraine in Algebra und Geometrie unterteilt. Der ukrainische Lehrplan schreitet sehr schnell voran, sodass wir in Deutschland auf viele bekannte Themen stoßen, aber natürlich fehlen uns viele deutsche Vokabeln.

In der Schule geht es zum Glück auch um die Beziehungen zwischen den Schüler:innen und das Klassenklima. Ich wurde einer sehr freundlichen Klasse zugeteilt, die mich gerne aufnahm. Es gelang mir schnell, eine gemeinsame Sprache mit meinen Klassenkamerad:innen und Freunde zu finden. Trotz der Sprachbarriere zwischen uns, kann ich gut in der Gruppe mitarbeiten und unsere Ergebnisse vor der Klasse präsentieren. Die meisten meiner Klassenkamerad:innen sind freundlich und helfen mir, wenn ich Schwierigkeiten mit meinen Aufgaben habe. Am Ende der siebten Klasse konnte ich sogar an der Klassenfahrt teilnehmen.

Ich hatte das Glück, die Integration von Kindern in das deutsche Bildungssystem am Otto-Hahn-Gymnasium zu beobachten. Das System ist nicht perfekt, aber wenn ich meine Fortschritte in der Integrationsklasse sehe, dann hoffe ich sehr, dass das Programm in den nächsten Jahren nicht beendet wird, weil es vielen weiteren Kindern helfen kann, ihren Weg im deutschen Schulsystem und in der deutschen Gesellschaft zu finden.