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Wahlrecht ab 16: Was spricht dafür und was dagegen?

Können 16-Jährige einen guten Beitrag zur heutigen Politik leisten oder fehlt es ihnen an Reife und politischem Urteilsvermögen?

Von Gustav Nielsen, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Die Welt wird für Jugendliche immer zugänglicher. Seit 2011 darf man in Deutschland zum Beispiel schon ab dem 17. Lebensjahr Autofahren und man kann in den meisten Bundesländern sogar schon ab 16 Jahren bei Kommunalwahlen seine Stimme abgeben. Kommunalwahlen haben aber keine große Auswirkung auf das Leben eines deutschen Bürgers im Allgemeinen. Änderungen in einzelnen Bundesländern können zum Beispiel nicht die Klimafreundlichkeit Deutschlands signifikant verbessern. Deswegen wäre eine Erwägung des Wahlrechts ab 16 selbst bei Landtagswahlen angemessen. Die jüngere Generation hat jetzt schon begonnen, sich stärker in die Politik einzubringen, insbesondere im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit Deutschlands. Das zeigte sie zum Beispiel bei den zahlreichen “Friday for Future”-Demonstrationen. So schreibt die Rheinische Post, das sich 8000 Teilnehmer an der letzten Demonstration im März, die in Düsseldorf stattfand, beteiligten. Letzten Endes geht es ja um ihre Zukunft, also warum sollten sie nicht daran teilhaben können?

Die einfache Antwort ist, dass die Jugend zu unerfahren ist, schon mit 16 so eine große Verantwortung zu übernehmen, eine/n Kanzler/in zu wählen. Auch in anderen Rechtsbereichen liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren, zum Beispiel beim Autofahren: Wer ohne Aufsicht eines Erwachsenen mit Führerschein fahren will, muss volljährig sein.

Mitverantwortung für politische Entscheidungen setze außerdem eine gewisse Reife und politische Urteilsfähigkeit voraus, sagt Patrizia Kramliczek vom Bayerischen Rundfunk. Besitzt ein 16-Jähriger schon diese Reife? Mit 16 hat man immer noch keinen Schulabschluss, ist also mit seiner Grundbildung immer noch nicht fertig. Dies bedeutet, dass man zwar ein gewisses Grundwissen hat, aber trotzdem noch zwei sehr wichtige Jahre an Bildung vor sich hat.

Darüber hinaus lassen Jugendliche sich sehr leicht beeinflussen, zum Beispiel von sozialen Medien. Die intensive Social Media-Nutzung der Jugendlichen nutzen Politiker, Parteien oder andere Leute aus, um die Jugendlichen zu beeinflussen. Da 16-Jährige noch nicht so viel erlebt haben wie 18-Jährige, lassen sie sich leichter von solchen Kampagnen in den sozialen Medien beeinflussen. Dies zeigt sich beispielsweise an der Teilnahme scheinbar harmloser Online-Trends: In der viralen “Cinnamon Challenge” oder “Zimt-Herausforderung” geht es darum, einen Esslöffel Zimt zu essen. Dabei hustet man extrem, da Zimt in die Lungen gerät. Dies kann fatal enden.

Jugendliche im Alter von 16 bzw. 17 Jahren können sich also leicht beeinflussen lassen und es fehlt ihnen an Erfahrung und Reife, deswegen ist es nicht angebracht, dass sie an Bundestagswahlen oder Europawahlen teilnehmen.

Aber vieles spricht trotzdem für das Wahlrecht für 16-Jährige. Jugendliche wollen die Welt ihrer Zukunft mitgestalten, daher sollten sie mehr demokratische Mitsprachemöglichkeiten erhalten, laut Paul Strobach und Rosa Teves. Paul und Rosa sind zwei 17 bzw. inzwischen 18 Jahre alte Jugendliche, die sich für das Wahlrecht ab 16 einsetzen. Sie reichen in Zusammenarbeit mit den Grünen sogar Klage gegen das Wahlrecht ein.

Politisches Interesse hängt ihrer Meinung nach nicht vom Alter ab. Es gäbe auch Jugendliche, die mehr Interesse an der Politik hätten als so manche 60-Jährige, die kein Interesse zeigen und mangelhaft informiert seien, aber trotzdem wählen dürfen. 2017 gaben nur 76,2 Prozent der 61.688.485 Wahlberechtigten in Deutschland an den Bundestagswahlen ihre Stimme ab. Deswegen muss die Meinung der Jugendlichen gehört werden. Selbst wenn die Wahlbeteiligung in Deutschland stetig steigt, stellen Kinder und Jugendliche in der alternden Gesellschaft eine quantitativ und im Vergleich zur übrigen Bevölkerung schrumpfende Gruppe dar. Ihre Stimme ist also viel kleiner als die vom Rest der Bevölkerung, obwohl es letztendlich um ihre Zukunft geht.

Apropos Zukunft: Die deutsche Jugend hat ihr politisches Interesse öfters bei “Fridays for Future”-Demonstrationen öffentlich gezeigt. Dies zeigt sehr viel Engagement, und das schon in einem jungem Alter. Die Jugend zeigt viel früher Interesse an globalen Problemen wie zum Beispiel dem Klimawandel. Dieses frühzeitige Handeln wird im 21. Jahrhundert wichtiger sein als je zuvor. Der Klimawandel kann aufgrund zu späten oder zögernden Handelns nicht mehr verhindert werden. Deswegen müssen gegen den Klimawandel so früh wie möglich drastische Maßnahmen unternommen werden, um seine Ausmaße zu verringern.

Außerdem erweitern Jugendliche ihre Sicht auf die Welt, indem sie sich politisch engagieren. Sie sammeln wichtige Erfahrungen für die Zukunft und lernen immer mehr dazu – und Wissen ist Macht. Laut den Grünen heißt es: „Wer in frühen Jahren Partizipations- und Selbstwirksamkeitserfahrungen sammelt, beteiligt und engagiert sich zudem häufig auch im weiteren Lebenslauf.“ Demzufolge würde das Wahlrecht ab 16 zu einer höheren Teilnahme von Wahlberechtigten Deutschen in der Zukunft führen. Dies egalisiert die Begründung, dass Jugendliche zu unerfahren sind und nicht genügend politische Urteilsfähigkeit besitzen. Politische Urteilsfähigkeit erlernt man nur, indem man sich informiert und Erfahrungen sammelt. Deswegen ist es nicht so wichtig, ob man jetzt erst mit 18 oder 16 wählt, weil man trotzdem seine ersten Erfahrungen sammelt.

Selbst wenn manches gegen das Wahlrecht ab 16 spricht, gibt es viel mehr Gründe dafür, 16- bis 17-Jährigen dieses Recht zu geben. Die Jugend wird sich immer bewusster, vor welchen Problemen die Welt steht und sie ist bereit, sich dafür einzusetzen. Sie ist in der digitalen Welt aufgewachsen und sammelt täglich Erfahrungen aus erster Hand. Sie ist die zukünftige Generation der Welt und sollten deswegen auch daran teilhaben, sie zu gestalten.

Warum Jungs gerne als Rudel im Einheitslook auftreten

Von Julie Kremmer, Klasse 9, International School Düsseldorf

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass überall Jungs mit halb rasierten Köpfen (oder wie man es auch nennt: “Seiten auf null”), mit dicken Wellensteyn-Jacken in Rudeln durch die Städte von Deutschland marschieren? Wie Tick, Trick und Track aus dem Micky Maus-Heft sehen alle Jungs gleich aus, benehmen sich gleich und versuchen sogar gleich zu sprechen – mit einer neuen Jugendsprache.

Wörter wie “Weylo”, was “nein” bedeutet, oder “Chillaui” was von “chillen” abgeleitet wurde: Jeder Jugendliche hat das schon mal gehört. Denn in diesen Rudeln der Wellensteyn-Jungs wird Kiezdeutsch konstant benutzt. Artikel werden ausgelassen und Aggressivität wird an jedem und allem ausgelassen. Man streitet darüber, wer jetzt nun “breiter” oder “strammer” erscheint.

Was werden sie machen, wenn der Sommer kommt? Sicherlich nicht aufgeplustert mit dickem Fell durch die Straßen marschieren, wie sie es jetzt tun. Langsam wird es ja auch wärmer und der Trend stirbt hoffentlich zusammen mit dem Coronavirus bald aus.

Tick, Trick und Track begegnen uns auch auf Instagram. Dort posen die Jungs selbstverständlich auch alle gleich auf ihren Bildern. Faust in die Kamera gestreckt, Mittelfinger in die Kamera gestreckt oder auch einfach den Daumen. Hauptsache immer schön im Manspreading Style, die Beine breit auseinanderstellen. Das sind die immer wieder benutzten Posen. Wirklich attraktiv oder sympathisch kommt es ja nicht gerade rüber. Der Sinn dahinter? Keiner. Oder vielleicht ist es einfach eine Kombination aus Mitläufern und dem Verlangen, dazu zu gehören.

Interessant zu sehen sind die Bewertungen, die es online auf trustpilot.com gibt, eine Webseite, die vertrauenswürdige Bewertungen von Produkten wie Wellensteyn-Jacken postet. Anscheinend soll die Qualität miserabel sein und vom Preis-Leistungs-Verhältnis soll man schon gar nicht reden. Die wenigsten haben etwas Positives zu sagen; eine schwache 2/5-Wertung erhält Wellensteyn von den Käufern. Also muss das wohl bedeuten, dass es hier wirklich nur um einen Trend geht. Nach dem Motto: „Alle haben es, jetzt will ich es auch haben”.

Mehr als nur Schuhe

Wie die Schuhbranche zum neuen Wirtschaftswunder wird. Ist der Schuhhandel der neue Weltmarkt?

Von Patrick Lange, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Eigentlich galt die Frau stets als Schuhfanatiker – mit Schränken voller High Heels von Louboutin. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, denn nun laufen mehr und mehr Männer mit teuren Sneakern herum. Marken wie Off-white, Gucci, Balenciaga oder Jordan sind angesagt wie nie zuvor, vor allem bei jungen Männern.

Schon bald kommt der Tag, an welchem auch Ihr Sohn das gewöhnliche Schuh-Budget deutlich überschreiten will. Viele Jugendliche entwickeln sich zu “Sneakerheads”, so nennen sich die Schuh-Sammler. Ein gutes Beispiel für den Hype ist die Kollaboration zwischen Jordan und Dior. Diese erzeugte im Januar einen limitierten Schuh, der sich für knappe 18.000 Euro verkaufte. Auch die elektrisch-selbstschließenden Schuhe von Nike, bekannt aus dem Film “Back to the Future”, sind im Internet für 60.000 Euro erhältlich.

Für die leidenschaftlichen Sneaker-Liebhaber werden auch Schuhmessen veranstaltet, die letzte beispielsweise in Düsseldorf im Juni vergangenen Jahres. Zu diesen Messen kommen Schuh-Fans, um limitierte und angesagte Schuhe zu kaufen. Von diesem Geschäft profitieren auch viele Verkäufer. Der Markt funktioniert so:

Eine limitierte Anzahl von einem Schuhmodell wird für einen günstigen Preis vom Hersteller verkauft. Den Preis, welcher von der Marke festgelegt wird, nennt man “retail”. Diese Schuhe verkaufen sich online innerhalb weniger Sekunden. Nur wenige werden ausgewählt, den Schuh für den Retail-Preis kaufen zu können – praktisch wie bei einer Verlosung. Sobald alle Schuhe verkauft sind, gibt es weiterhin eine hohe Nachfrage. Deswegen können die Schuhe direkt weiterverkauft werden, zu Preisen, die deutlich höher als der eigentliche Retail-Preis sind. Dieses Geschäft nennt man “resell”. Ein Beispiel ist der Schuh “Nike Dunk SB low paris”. 2003 verkaufte die Marke “Nike” ihn für 69 Euro, heute zahlen Personen rund 40.000 Euro für den Schuh.

Online-Plattformen wie “StockX” dienen zum Verkauf von solch beliebten Schuhen. Dort kann man sogar auf einer Grafik sehen, wie sich der Preis des Schuhs entwickelt – ähnlich wie bei Aktien. Man kann auch seine eigenen Schuhe auf der Plattform anbieten. Vom Verkaufspreis wird eine bestimmte Summe abgezogen. Das ist der Gewinn, von dem Stockx profitiert, dafür erhält der Verkäufer eine weltweite Vermarktungsmöglichkeit. Die Schuhe werden zur Zentrale von StockX geschickt, dort wird überprüft, ob der Schuh kein Fake ist. Von der Zentrale wird der Schuh dann zum Käufer geschickt.

So kann auch ein Schuh in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise zu einer interessanten Investition werden.

Skifahren – Darf man das noch in Zeiten der Klimakrise?

In Zeiten von Fridays for Future gerät das Skifahren immer wieder in ein schlechtes Licht.

Von Finn Liesfeldt, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Skifahren ist eine der beliebtesten Wintersportarten der Welt, mit mehr als 125 Millionen Menschen, die jährlich die Pisten befahren. Doch Skigebiete sind eine Katastrophe für die Umwelt. Die Natur leidet an den Folgen des Klimawandels, da der Schnee wegbleibt. Schneekanonen, Skilifte und Hotelanlagen sind wahre Energiefresser und führen dazu, dass Skifahren in den letzten Jahren immer wieder in einem schlechten Licht betrachtet wird. Nicht nur die Tierwelt ist besonders betroffen, sondern auch wir Menschen.

Je mehr die Weltbevölkerung wächst, desto stärker spürt die Umwelt die Auswirkungen der Umweltverschmutzung. Der Klimawandel hat den jährlichen Schneefall in vielen Skigebieten reduziert. Die wirtschaftliche Gesundheit eines Skigebietes hängt allerdings von seiner Schneehöhe ab. Wenn die Schneebasis unter ein bestimmtes Niveau fällt, müssen Skigebiete künstliche Beschneiungssysteme verwenden, um noch attraktiv für Wintersportler zu sein. Die künstliche Beschneiung durch Schneekanonen erfordert viel Wasser und Energie. Laut WWF benutzen solche Schneekanonen etwa 105 Liter Wasser pro Kubikmeter Schnee sowie etwa 18 Liter Diesel pro Stunde. Wenn das Wasser aus den örtlichen Flüssen und Bächen entnommen wird, wirkt sich das negativ auf das umgebende Ökosystem aus. Die massive Entwicklung von Wohnungen und Restaurants in und um Skigebiete verschärft das Problem der Wasser- und Energienutzung weiter.

Ein weiterer negativer Aspekt des Skifahrens ist die Entstehung der Pisten, da Bäume gefällt werden müssen, um den Skifahrern und Skiliften Platz zu machen. Der Mangel an Bäumen wirkt sich nicht nur auf die Umwelt aus, sondern auch auf die Tiere, die im Wald leben. Alpine Lebensräume oberhalb der Baumgrenze sind bereits vom globalen Klimawandel bedroht, und die Störung durch Skifahrer ist ein weiterer Stressfaktor. Diese Störungen können durch das Erschrecken von Wildtieren oder durch die Schädigung ihres Lebensraums verursacht werden. Also hier ein kleiner Tipp: Bleibt auf den Pisten!

Da das Skifahren mehrere katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt hat, versuchen viele Ski-Ressorts das Problem zu minimieren. Zur Bereitstellung von erneuerbaren Energien werden oft Wasserturbinen, Sonnenkollektoren und Windturbinen eingesetzt. Skigebiete wie zum Beispiel Lech in Österreich verwenden diese neuen Technologien, um das nachhaltige Skifahren zu unterstützen.

Trotz der zahlreichen negativen Aspekte, die den Sport umgeben, bleibt Skifahren ein spaßiges und abenteuerliches Erlebnis, welches bei vielen lange in Erinnerung bleibt. Für Skifahrer und Snowboarder gibt es nichts Aufregenderes als den ersten Schneefall des Winters und erneut die Pisten zu befahren. Deswegen wird es immer wichtiger, dass wir Menschen dafür sorgen, dass die Auswirkungen auf die Umwelt so minimal wie möglich sind. Durch die Auswahl bewährter nachhaltiger Skigebiete können wir umweltfreundliches Skifahren und Unterkünfte unterstützen, um die Auswirkungen auf die Natur zu reduzieren.

 

Handy statt Buch

Der Alltag ohne Handy ist für die jüngere Generation kaum mehr vorstellbar. Sie gehören heutzutage für die meisten Kinder und Jugendliche zur Grundausstattung.

Von Marie Tscherepnine, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Laut der Website Statista besitzen rund 6 Prozent der 6- bis 7-jährigen Kinder in Deutschland bereits ein eigenes Smartphone. Die heutzutage hoch entwickelten Handys sind für viele Kinder ein wichtiger Teil des alltäglichen Lebens geworden. Es ist, als würden Gesellschaftsspiele, Bücher und Radio durch das Handy ersetzt werden.

Seitdem die Welt der digitalen Smartphones existiert, scheint es, als hätte sich das soziale Leben vieler Jugendlicher verändert. Smartphones weisen viele Kontrapunkte bezüglich Kommunikation auf. Es fällt auf, dass vor allem im öffentlichen Raum die junge Generation nicht mehr Bücher liest, sondern an ihren Handys hängt. Dabei stellt man sich die Frage, was die Jugendlichen an ihren Handys spielen, hören oder schauen. Netflix, TikTok, Minecraft und so weiter sind alles Apps, die ein großer Bestandteil des Gebrauches eines Smartphones sind. Aber gut sind sie für die Jugend von heute nicht! Sind die Kinder oder Jugendlichen zu lange vor dem Display, kann das negative Auswirkungen auf deren Entwicklung, zum Beispiel in Form von Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen und Kurzsichtigkeit haben.

Es ist erstaunlich, wie sich die Jugend von heute stark bezüglich Kommunikation und vor allem sozialen Verhaltens von älteren Generationen unterscheidet. Ändern kann man die ansteigende Anzahl von jungen Handynutzern jedoch nicht. Natürlich müssen die Erziehungsberechtigten entscheiden, ab welchem Alter sie ihrem Kind ein Handy geben. Eltern sollten auf jeden Fall ein Auge auf die Nutzung werfen, sobald das Handy ein fester Bestandteil des Alltags des Kindes wird.

Fest steht: Die Handybesitzer sind im Vergleich zu früher weitaus jünger.

Für 70.000 Haustiere enden die Ferien schon am Anfang

Von Mara Oberbeckmann, Klasse 9, International School of Düsseldorf

„An einen Baum gebunden und allein – so haben Mitarbeiter des Tierheims Eilenburg am Sonntagmorgen einen Labrador-Rüden aufgefunden” schreibt die Leipziger Zeitung am 22.07.2019.  Bald fangen die Sommerferien wieder an, für Familien ist das eine schöne Zeit, doch für viele Haustiere leider nicht. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden rund 70.000 Tiere in Deutschland vor den Sommerferien ausgesetzt. Viele Familien finden es schwer, Haustiere mit in die Ferien zu nehmen, da es zwischen Koffern und Kindern keinen Platz mehr für sie gibt.

Allerdings ist ein Platz in einer Tierpension immer die bessere Idee, wenn Nachbarn und Familie sich nicht um die Haustiere kümmern können. Leider können sich viele Familien es nicht leisten, ihre Haustiere in einer Pension unterzubringen, darum werden die Tiere einfach ausgesetzt, entweder mit einem Brief oder einem Zettel. Zum Beispiel wurde ein Kaninchen in einer Transportbox auf einem Parkplatz bei Hamburg ausgesetzt. „Ich bin ein Mädchen, Ende Oktober 2016 geboren. Lasse mich im Käfig nicht streicheln, auch sonst ungern. Bitte seid lieb zu mir, meine Besitzer haben Angst vor mir“, stand in einem Brief auf einer Box. Allein im Juni 2018 wurden mehr als 150 Haustiere in Hamburg ausgesetzt. Wird man dabei erwischt, muss man eine Geldstrafe von 25.000 € bezahlen.

Allgemein gibt es keinen Grund, sein Haustier auszusetzen, da man die Verantwortung für dieses Tier trägt. Falls man sich ein Tier schon kauft, sollte man sich auch Gedanken machen, wo das Tier in den Ferien bleibt. Schlimmstenfalls, wenn man sich um ein Tier nicht mehr kümmern kann, sollte man es direkt in ein Tierheim bringen und nicht irgendwo aussetzen.

Das Hype House – Erfolg durch TikTok

TikTok hat die Welt im Sturm erobert, als die App musical.ly 2018 von TikTok übernommen wurde.

Von Louise Schneeberger, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Auf TikTok können Nutzer aus der ganzen Welt Videos mit einer Vielzahl von Inhalten hochladen. TikTok-Benutzer können alles hochladen, von Lippensynchronisationsvideos bis hin zu humoristischen oder Tanzvideos, die alle eine Menge Popularität erlangen.  TikTok hat derzeit über 500 Millionen aktive Benutzer und ist in 27 verschiedenen Sprachen verfügbar, was die Popularität erklärt, die es in 154 Ländern bekommen hat. Während der TikTok-Trend weitergeht, erlangen viele Benutzer Popularität, Follower und Berühmtheit. Die Mitglieder des „Hype House“ sind ein sehr gutes Beispiel dafür – aber ist ihr Erfolg wirklich gerechtfertigt?

Das Hype House besteht aus 19 TikTok-Influencern. Die Mitglieder leben entweder im Hype House oder kommen dorthin, um Videos zu filmen, die später auf ihren individuellen Profilen oder auf dem gemeinsamen Hype-House-Konto veröffentlicht werden. Das Hype House selbst ist eine große Villa in LA, die die Mitglieder zusammen mieten. Das Hype House hat für alle Mitglieder eine Menge Medienaufmerksamkeit und Follower generiert, wobei einige der Mitglieder Millionen von Followern haben, was sie zu einem massiven Einfluss für die anderen Nutzer macht. Viele der Mitglieder des Hype-Hauses sind jünger als 18 Jahre, darunter die 15-jährige Charli D’Amilio, die mit über 25 Millionen Followern den sechstgrößten Account bei TikTok hat. Die Frage ist, ob all diese Aufmerksamkeit gerechtfertigt ist und ob die berühmten TikTok-Influencer ihren Erfolg richtig einsetzen. Die Mitglieder des Hype House geben an, dass das Haus ein Weg ist, Vertrauen und Follower zu gewinnen, während sie Spaß haben, doch sie nutzen ihren Ruhm nicht immer auf positive Weise.

Obwohl sie nichts Schädliches tun oder etwas, das als schlecht angesehen werden könnte, nutzen sie das große Publikum, das sie geschaffen haben, nicht wirklich, um Menschen dazu zu bewegen, gute Dinge zu tun. Abgesehen von der Verbreitung positiver Energie und Glücksgefühle haben die Mitglieder des Hype House nur ein Video veröffentlicht, das Charli in Zusammenarbeit mit UNICEF für den ,,Safe Internet Day” gepostet hat. Das Video fördert die Positivität und Freundlichkeit im Internet.

Trotzdem wurde Tiktok viel kritisiert und musste einen Transparenzbericht vorlegen, um zu beweisen, dass die App nicht dazu verwendet wird, Millionen von Nutzern auszuspionieren. Dies liegt an der Tatsache, dass die App dem chinesischen Technologieunternehmen ByteDance gehört, das viele Menschen als Bedrohung und Möglichkeit für chinesische Beamte betrachten, den Rest der Welt auszuspionieren. US-Beamte sind besonders besorgt darüber, weshalb die USA aufgrund des Schreckens vor chinesischer Spionage erwogen haben, die App für Angehörige des Militärs zu verbieten. Die Menschen beginnen sich auch Sorgen um die Rechte der Nutzer zu machen, wenn es um Zensur geht, da nachgewiesen wurde, dass Inhalte, die die chinesische kommunistische Partei kritisieren, sowie Inhalte im Zusammenhang mit der chinesischen Politik entfernt werden, was der Meinungsfreiheit zuwiderläuft. Das TikTok-Team hat eine Erklärung veröffentlicht, in dem die Vorwürfe zurückgewiesen werden. Die Erklärung besagt, dass die Daten außerhalb Chinas gespeichert werden und dass sich das Team auf angemessene Cybersicherheit konzentriert. Sie gaben auch an, dass sie keine Inhalte entfernen, die auf den politischen Empfindlichkeiten Chinas beruhen, und dass sie keinem Einfluss der chinesischen Regierung unterliegen. Obwohl die vielen Seiten von TikTok aufgedeckt wurden, wie viel können wir glauben? Wem können wir glauben? Und ist TikTok wirklich so, wie wir es sehen?

Südafrika – Land der großen Gegensätze

Von Getty Ernst, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Aus dem Cockpit meldet sich der Kapitän unseres Flugzeugs: „Wir haben unsere Reiseflughöhe verlassen und beginnen mit dem Landeanflug auf Cape Town International Airport.”. Kurze Zeit später setzen wir auf der Landebahn auf und rollen auf das Flughafengelände zu.

Mein Blick aus dem Fenster fällt jenseits des Flughafengeländes auf eine schier endlose Zahl von kleinen Hütten, Verschlägen aus Wellblech und Zeltplanen, die schon vor dem Aufsetzen zu sehen sind. Ich bin geschockt: So habe ich mir Südafrika nicht vorgestellt!

Mit einem Mietwagen fahren wir durch den dichten Verkehr ins Zentrum von Kapstadt. Nach und nach verschwinden die Elendsviertel aus unserem Blickfeld und stattdessen bestimmen gepflegte Straßen, moderne Hochhäuser und teure Hotels die Szenerie. Was für ein Gegensatz!

Nach einem kurzen Aufenthalt geht es weiter nach Knysna. Diese Stadt ist für Touristen eines der beliebtesten Reiseziele der Garden Route. Durch ihre Lage an einer riesigen Lagune, nahe gelegen am Indischen Ozean, ist die Stadt bekannt für ihre hervorragenden Wassersportmöglichkeiten sowie für ihre Austern. Sie ist ein Beispiel für das reiche Südafrika und steht mit ihren Ferienhaussiedlungen und Residenzen wohlhabender Südafrikaner und Europäer im krassen Gegensatz zu den Elendsquartieren der schwarzen Bevölkerung am Rand der Großstädte. Da auch hier ein Teil der Bewohner in bitterer Armut lebt, werden wir am Strand durch Schilder gewarnt, dass Überfälle auf Touristen zum Alltag gehören.

Auf unserer Weiterfahrt zu einer Game Lodge (Safari Lodge) zeigt sich immer wieder das gleiche Bild: Entlang der Autobahnen säumen sich die Elendsquartiere aus engstehenden Blech- und Pappbehausungen ohne ausreichende Sanitäranlagen, Strom und Wasser. Über weite Strecken dehnen sich die kleinen Hütten aus, umgeben von Bergen aus Müll und Unrat, um die sich niemand kümmert.

Unser Besuch auf der Garden Route Game Lodge zeigt uns wieder die Schönheit und den Reichtum Südafrikas. Dort trifft man auf alle afrikanischen Tiere, die ich schon immer einmal sehen wollte. Tiere wie Elefanten, weiße und schwarze Nashörner, Löwen, Geparden, Büffel, Leoparden, Zebras, Giraffen, Strauße, Impalas, Springböcke, Kudus, Wasserböcke, Gnus, Elands, Blesboks und Nyalas.

Mich begeistern die vielfältigen Formen von Flora und Fauna, die diesen Kontinent so einzigartig machen. Nach den spannenden Safaris, die wir in der Game Lodge erlebt haben, machen wir uns wieder auf den Weg nach Kapstadt. Je mehr wir uns der Stadt nähern, desto größere Townships sehen wir.

Nach unserer Ankunft in Kapstadt besuchen wir den Botanischen Garten, welcher malerisch am Tafelberg liegt. Die einzigartigen Pflanzen und das hervorragende Klima bieten eine wunderbare, entspannte Atmosphäre. Die viele hundert Jahre alten Bäume haben mir besonders gefallen, da sie nicht nur prächtig aussehen, sondern auch einzigartig sind. Nach den tollen Erlebnissen in Kapstadt geht es weiter per Flugzeug nach Johannesburg.

Ich habe eine moderne Stadt mit Hochhäusern erwartet, stattdessen begegnen mir überall Menschen, die auf der Straße leben. Die Gehwege sind vollgemüllt und die Straßen völlig verschmutzt. Die Hochhäuser sind total veraltet, machen einen verwahrlosten Eindruck und sind größtenteils verlassen.

Wir besuchen in der Stadt das siebthöchste Gebäude Afrikas ,,Marble Towers”, das von innen und außen heruntergekommen aussieht, von dem man aber eine fantastische Aussicht hat.

Da wir in unserem Hotel von der Rezeptionistin nachdrücklich vor Überfällen gewarnt werden, verzichten wir darauf, die Stadt zu Fuß zu besichtigen. Deshalb lassen wir uns von einem Privatfahrer führen, der uns auch nach Soweto begleitet, um uns den berühmtesten Slum Johannesburgs zu zeigen.  Diese Art von „Slum-Tourismus“ hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich glaube, dass nur wenige Bewohner davon profitieren und in erster Linie die Touranbieter daran verdienen.

Trotz der extremen Gegensätze hat mir Südafrika sehr gut gefallen. Ich fand es nur erschreckend, dass das meistentwickelte Land Afrikas immer noch in so einer extremen Armut lebt.

ASMR – Auffallend seltsame Medien-Revolution

Von Gustav Nielsen, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Manche finden es wunderbar, kriegen sogar einen sogenannten “Hirn-Orgasmus”, andere äußerst beunruhigend: Das moderne Geräusche-Phänomen „Autonomous sensory meridian response“ tauchte 2009 zum ersten Mal auf und seitdem toben sich junge Leute im Internet aus. Sie verschlingen laut schmatzend halb lebende Tintenfische, täuschen eine Arztbehandlung vor oder rascheln während des Texthelden-Projekts in der Deutschstunde extrem mit der Rheinischen Post – ein weitaus angenehmeres Geräusch, nicht wahr?

Reiner Spaß ist ASMR aber nicht mehr. Sie haben sich gerade vielleicht ihr erstes ASMR-Video angeguckt oder haben früher schon eins gesehen und sich gedacht, „Was sind das denn für Bekloppte!?” Bekloppt, nicht unbedingt. Sie machen zum Teil sogar richtig viel Geld. Der größte ASMR-Kanal auf der Videoplattform YouTube heißt “SAS-ASMR’s”. Dieser Kanal wird von einer einzelnen Kanadierin betrieben und bringt im Jahr bis zu 2 Millionen Euro! Und dafür braucht man keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, kein Garnichts. Nur ein, ungefähr zwei Hirnzellen, etwas zu futtern und eine Kamera mit Mikrofon. Traurig, oder?

Bis eben haben Sie vielleicht noch gedacht, diese Menschen müssten ja am tiefsten Punkt ihres professionellen Lebens angelangt sein. Tja, falsch gedacht. Vielleicht sollten Sie ja das Verspeisen ihrer nächsten Bratwurst bei einem der vermutlich letzten Erstligaspiele der Fortuna Düsseldorf auf YouTube hochladen.

Generation TikTok

Von Julie Kremmer, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Was ist TikTok? Diese Frage könnte jeder von uns aus der Generation Z im Schlaf beantworten! Denn schließlich hocken wir ja nur stundenlang an unseren Handys und laufen den neuesten Trends hinterher. Wo manch ein Erwachsener die Stirn runzeln würde, singt und tanzt die TikTok Generation energievoll durchs ganze Haus. Damit sind nämlich alle Jugendlichen im Alter von 16-24 Jahren gemeint, die 69% der 800 Millionen aktiven Nutzer der Social Media App ausmachen. TikTok ist eine extrem beliebte App unter Jugendlichen, auf der man sich kurze Videos oder auch so gennante “TikToks” anschaut oder auch selbst hochladen kann.

Die User versuchen, mit ihren Videos viral zu gehen, während sie Tänze, Challenges, Memes, ästhetische Videos oder auch Parodien ins Internet stellen. Viele Themen werden sarkastisch und humorvoll besprochen, wie etwa der Tod von Berühmtheiten, Life Hacks, News, die Musikbranche und so weiter. Die besten Videos gehen dann viral, das heißt, sie erreichen eine enorme Zahl an Benutzern. TikTok-Stars gibt es inzwischen auch schon, zum Beispiel Charlie D’Amelio, die hübsch ihre Hüften zu den aktuellsten Liedern schwingt. Millionen von Zuschauern kopieren sie dann und machen dieselben (hirnlosen) Bewegungen nach. So einfach lässt sich der Hype um TikTok erklären.