Archiv der Kategorie: Krefeld

Respektlos

Nach einer Szene in der Straßenbahn fürchtet sich der Autor vor der Zukunft. Ein Kommentar.

Von Philipp Vogel, 8a, Freiherr-vom-Stein Realschule Krefeld

Vor kurzem bin ich mal wieder mit der Strassenbahn gefahren. Es gab leider nicht genügend Sitzplätze für alle Fahrgäste. Das ist zu Stoßzeiten sicherlich auch normal, was mir aber sehr negativ auffiel: Jungen und Mädchen räkelten sich, mit ihren Kopfhörern und Handys von der Außenwelt isoliert, auf den Sitzplätzen. Ohne Interesse an den stehenden älteren Menschen, die gerne einen Sitzplatz gehabt hätten, sich aber nicht trauten, danach zu fragen. Vor einigen Jahren, da bin ich mir sicher, hätten die Jugendlichen freiwillig ihren Platz angeboten. Früher, als meine Eltern mich lehrten im Bus aufzustehen und älteren Leuten den Platz anzubieten …und wie stolz man war, als es angenommen wurde! Man nannte es Respekt!

Aber was ist heute anders? Was unterscheidet die Jugend von heute von der Jugend von damals? Ist es mangelnde Erziehung? Überzogener Egoismus? Oder fehlender Respekt? Kann es sein, dass eine gute Erziehung bei manchen Kindern und Jugendlichen zu kurz kommt? Oft sind beide Eltern berufstätig. Die Kinder gehen bis (nach-)mittags in die Schule, danach einige von ihnen noch in die Betreuung. Zuhause beschäftigen sich viele mit Computerspielen, aber meist alleine. Viele Eltern sind der Meinung, die Erziehung ihrer Kinder wäre Aufgabe der Lehrer. Sie meinen hiermit aber nicht nur die schulische Erziehung, sondern auch den Teil, für den eigentlich die Eltern zuständig sind. Ich fürchte, dass die Jugend von heute uns bereits die Gesellschaft von morgen aufzeigt: Mit Egoismus, Ellbogenprinzip hin zum Faustrecht und gar Kriminalität.

Spielen wir bald wieder Gummitwist?

Das neue EU-Urheberrecht könnte große Auswirkungen auf die Nutzung des Internets von Jugendlichen haben. Doch um was geht es eigentlich genau?

Von Maximilian Stuhldreier, 8d, Gymnasium Fabritianum Krefeld

Während damals die Kinder Fangen, Verstecken oder Gummitwist spielten, verbringt die heutige Generation ihre Freizeit ganz anders: Tina guckt sich das neueste Schminkvideo ihrer Lieblings-Youtuberin an, Lukas schaut sich ein Mathe-Erklär-Video an und Maik dreht sein eigenes kleines Gaming-Video. Doch das könnte in naher Zukunft nicht mehr funktionieren. Laut Youtube-Chefin Wojcicki „müsste Youtube tatsächlich kleinere Kanäle sperren.“ Mit der neuen Urheberrechtsreform will die EU das Urheberrecht auf die digitale Zeit anpassen. Dadurch soll die Position von Urheberrechtsbesitzern im Internet gestärkt werden. Und da kommt Artikel 13, mittlerweile Artikel 17, ins Spiel.

Doch was ist Artikel 13 eigentlich?

Artikel 17, vormals Artikel 13, ist der umstrittenste Abschnitt der EU-Urheberrechts-Reform. Dieser besagt, dass nicht mehr der einzelne Anbieter für Rechtsverletzungen haftet. Zukünftig sollen Plattformen wie Youtube oder Instagram bereits ab dem Moment des Uploads für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich sein. Damit haben die Plattformen zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder sie schließen mit allen Rechteinhabern der Welt Lizenzen oder sie nutzen sogenannte Uploadfilter, um das hochgeladene Material vorab zu filtern.

Uploadfilter sind aus drei verschiedenen Gründen keine gute Idee: Erstens haben nur sehr wenige Plattformen die finanziellen und technischen Möglichkeiten, solche Filtersysteme zu programmieren. Kleinere Unternehmen müssten eine solche Technik von großen Unternehmen kaufen oder Lizenzen erwerben. Dadurch wären kleinere Start-Ups noch abhängiger von großen Plattformen wie Google. Zweitens wären solche Filter voraussichtlich fehleranfällig. Google besitzt bereits ein 100 Millionen Dollar teures Filtersystem namens „Content ID“. Doch dieses kann nur Musik filtern, nicht aber Texte und Bilder. Drittens würde das Vorabfiltern gegen das Recht auf Meinungsfreiheit verstoßen und somit in die Privatsphäre eingreifen, so der EuGH 2012.

Die Reaktionen auf die geplanten Änderungen im Urheberrecht sind vielfältig. Auf den Internetplattformen werden unter dem #SaveYourInternet alarmierende Videos zu dem Thema gepostet. Der #NiewiederCDU schaffte es, auf Twitter Platz eins einzunehmen als der CDU-Abgeordnete Axel Voss sich für Artikel 13 aussprach, obwohl es im Koalitions-Vertrag heißt: „Eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern (…) lehnen wir als unverhältnismäßig ab.“ Auch Wikipedia schloss sich dem Protest an und schaltete die deutschsprachige Seite für 24 Stunden ab. Europaweit finden Demonstrationen statt. Tausende Jugendliche gehen auf die Straße. „Finger weg vom Internet“ steht auf ihren Plakaten. Man darf gespannt sein, wie nun die Reformen in den einzelnen EU-Staaten umgesetzt werden. Denn das neue EU-Urheberrecht ist nun beschlossene Sache.

Krefelder Theaterplatz: Ist der Wandel möglich?

Der Theaterplatz in Krefeld könnte zentraler Treffpunkt der Bürger sein, doch dort werden vor allem Drogen konsumiert. Ein Konzept der Stadt soll das ändern.

Von David Adamowicz, Nina Reibel und Frederik Reichelt, Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule

Schon seit langer Zeit gilt der Platz um das Seidenweberhaus im Herzen Krefelds nicht etwa mehr als Schauplatz des alljährigen Töpfermarktes, sondern ist nun auch Treffpunkt vieler Drogen- und Alkoholkonsumenten, die das Ansehen des Platzes und somit das der Stadt sichtlich schädigen. Im November 2018 hat Oberbürgermeister Frank Meyer nun ein klares Signal zur Bekämpfung des schwierigen Verhältnisses auf dem Platz gegeben. Mit dem Konzept „Handeln und Helfen“ wurde ein Katalog an Maßnahmen erstellt, mit dem die Stadtverwaltung Sauberkeit und Sicherheit im Krefelder Zentrum verbessern will, gleichzeitig aber auch Betroffenen aus der Alkohol- und Drogenszene Hilfsangebote machen möchte.

Ein bereits erzielter Fortschritt war die Einrichtung einer ständigen „mobilen Wache“, bei der zwei Kräfte des Kommunalen Ordnungsdienstes an 365 Tagen im Jahr Präsenz zeigen sollen. Zudem wird mit Vertretern der Stadt in der Fachgruppe „Sicherheit und Hilfen“ intensiv ein Alkoholkonsumverbot für den Theaterplatz beraten. Der Anblick des Platzes und der dortigen Suchtkranken ist für viele Krefelder, doch auch für Besucher der Stadt mit Sicherheit kein schöner Anblick und eher beschämend.

„Viele Krefelderinnen und Krefelder verspüren ein subjektives Unsicherheitsgefühl“, sagt Timo Bauermeister, Pressesprecher der Stadt Krefeld. „Nach den Aktivitäten der Stadt sind die Rückmeldungen positiver. Die Präsenz der Mitarbeiter des Ordnungsdienstes wird wahrgenommen und befürwortet.“ Neben dem Maßnahmenkatalog vom OB soll der kommende Abriss des Seidenweberhauses eine Neuplanung und Neugestaltung des Theaterplatzes einleiten. Dies bietet aus Sicht der Stadt der Verwaltung die Chance einer dauerhaften und maßgeblichen Attraktivitätssteigerung des Theaterplatzes und soll das Ansehen der Stadt aufwerten. Falls das Konzept die gewünschten Ziele der Stadt erfüllt und die Drogenkonsumenten vertrieben werden sollten, kommt jedoch die Frage auf, welchen Aufenthaltsort sich diese dann suchen sollen.

Damit sie nicht quer durch die Stadt zerstreut werden, wird in der Fachgruppe neben dem besagten Alkoholverbot auch die Einrichtung eines Drogenkonsumraums beraten. Thema ist unter anderem, inwieweit und unter welchen Bedingungen ein solcher Raum den Betroffenen helfen und die Allgemeinheit entlasten könnte. „Ein Drogenkonsumraum ist sicherlich kein Instrument eines Verdrängungskonzepts“, so Timo Bauermeister. „Die Stadt Krefeld sieht in der Einrichtung eines solchen Raumes allerdings eine Möglichkeit, die täglichen Handlungen der Drogenabhängigen in einem deutlich besseren räumlichen und hygienischen Umfeld verrichten zu lassen.“ Zurzeit werden noch Erfahrungswerte aus anderen Städten eingeholt, die eine solche Einrichtung bereits betreiben. Die Verwaltung strebt an, der Politik bis zur Sommerpause dieses Jahres einen Entscheidungsvorschlag zur Gesamtthematik Drogenkonsumraum vorzulegen.

Was ist der Sinn des Lebens?

Gibt es überhaupt eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens? Und wenn ja, gilt die dann für alle? Eine Spurensuche in Philosophie und Literatur – und dem eigenen Weltbild.

Von Franziska Achten, Jahrgangsstufe 11, Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule Krefeld

Wovon lebt der Mensch? Wofür lebt der Mensch? Hinter diesen beiden Fragen verbirgt sich ein weitaus tieferer Sinn als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Diese beiden kleinen Fragen leiten den Menschen unweigerlich zu der wohl existenziellsten und bedeutsamsten Frage seines Lebens weiter. Was ist der Sinn meines Lebens?

Schon seit der Antike setzen sich die Menschen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander. Im Alltag, einfach so zwischen Arbeit und Haushalt, scheint diese Frage vergessen, aber wenn unser Leben durch ein Unglück, zum Beispiel Verlust oder Krankheit, ins Wanken gerät, dann taucht sie wieder wie selbstverständlich auf, die Frage nach dem Sinn.

Die Erklärung, warum wir uns die Frage nach dem Sinn unseres Lebens erst in schweren Zeiten stellen, ist eigentlich relativ simpel. Wir haben am Anfang unseres Lebens ein Wertigkeitsbild des Lebens von unseren Eltern, unserem Umfeld vermittelt bekommen und dies im Laufe der Zeit an uns selbst angepasst. Durch einen Schicksalsschlag oder auch einfach nur durch pures Unglück kommen unsere Wertigkeitsvorstellungen, unser Bild vom idealen Leben, ins Schwanken. Ohne Umschweife hinterfragt man vieles. Seine Arbeit, seinen Lebensstil, den Weg den man eingeschlagen hat. Man hinterfragt sein bisher gelebtes Leben und den Sinn, welchen das Leben denn haben soll.

Die Frage bedeutet, es gibt auch eine Antwort

Die Frage nach dem Sinn des Lebens bringt aber auch ihre Problematiken mit sich, denn allein die Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“, gibt schon zu verstehen, dass es eine Antwort gibt. Günther Anders, ein deutscher Dichter, Philosoph und Autor, bürgerlicher Name Günther Stern, sagte dazu: „Warum setzen Sie eigentlich voraus, dass ein Leben außer da zu sein auch noch etwas haben müsste oder könnte – eben das, was Sie Sinn nennen?“

Auch die in der Frage verwendeten Begriffe sind nicht eindeutig zu klären. Was ist mit dem Sinn gemeint? Meint der Sinn den Zweck, das Ziel oder den Nutzen? Auch der Begriff des Lebens wirft Zweifel auf. Wird vom biologischen Begriff des Lebens oder vom Leben jedes einzelnen gesprochen? Der Umstand, dass jede Religion, die Philosophie, die Soziologie und die Literatur ebenfalls diese Frage aufgreifen und sie zu teilweise gleichen oder auch unterschiedlichen Antworten kommen, macht die Suche nach der eigentlichen Antwort nicht viel einfacher.

Die Frage nach dem Sinn in Religionen

Im Christentum wird es als Sinn des Lebens angesehen, die Gemeinschaft mit Gott in seinem Leben und auch nach dem Tod auszuüben. Der Islam hingegen hat die Vorstellung, dass der Sinn des Lebens allein darin liegt, Allah zu dienen und sein Wohlgefallen zu erreichen. Auch die Juden haben eine Antwort auf den Sinn des Lebens, wobei dieser auf der Einhaltung der göttlichen Gesetze beruht. Diese drei Religionen haben also alle für sich eine ganz eigene Vorstellung vom Sinn des Lebens, aber trotzdem haben sie darin alle etwas gemeinsam. Alle der drei Religionen verknüpfen den Sinn des Lebens mit Bedingungen oder auch Voraussetzungen.

Die Frage nach dem Sinn in der antiken Philosophie

Schon seit der Antike setzen sich Philosophen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander. In der Antike war man der Überzeugung, dass dieser darin bestehe, vollkommenes Glück zu erlangen. In der Definition, was genau Glück bedeute, unterscheiden sich sowohl Platon, Aristoteles, als auch Epikur voneinander. Heutzutage scheint der Sinn des Lebens eher darin zu liegen aktuelle Bedürfnisse zu befriedigen und den Standard eines guten Lebens zu erreichen. Dabei findet auch die Lehre des Aristoteles wieder Anklang, der Glück darin sieht, ein Werk zu schaffen und in guten Umständen zu leben.

Aus Sicht des deutschen Soziologen und Gesellschaftstheoretikers Niklas Luhmann ist die Frage nach dem Sinn und der Sinn im Allgemeinen das Mittel, aus dem soziale und psychische Gebilde Formen bilden können. Im Bereich des Sinns werden alle Fragen und Antworten, die mit diesem in Verbindung stehen, „verwaltet“. Soziale Gebilde können aus diesen Formen wählen und noch zu verwirklichende umsetzen. Laut Niklas Luhmann ist die Lücke zwischen bereits umgesetzt und noch umzusetzen der Grund für das Handeln aller sozialen Gebilde und der Sinn als Mittel eine unverzichtbare Voraussetzung für dieses Handeln.

Die Frage nach dem Sinn in der Literatur

Auch in der Literatur wurde der Sinn des Lebens auf mehrfache Weise und von den unterschiedlichsten Schriftstellern thematisiert. So fragte schon Shakespeares Hamlet in seinem berühmten Monolog: „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschickes erdulden, oder sich waffnend gegen eine See aus Plagen durch Wiederstand sie enden? Sterben – schlafen. Nichts weiter.“ Damit fragt schon Hamlet nach dem Sinn, wenn doch alles vergänglich ist.

Auch Tolstoi findet den Sinn des Lebens in der Liebe und in der Freude. „Aufgabe des Lebens, seine Bestimmung ist Freude. Freu dich über den Himmel, über die Sonne, über die Sterne, über Gras und Bäume, über die Tiere und die Menschen. Und sei auf der Hut, dass diese Freude durch nichts zerstört wird.“

Meine Antwort auf die Frage nach dem Sinn

Aber auch auf Grundlage all dieser Aussagen, Nachweise und Theorien und auch unter Berücksichtigung der eigenen Geschichte und Eindrücke, fällt es mir schwer eine Antwort auf diese Frage zu finden. Und noch einmal bin ich mir nicht sicher, ob es überhaupt eine Antwort auf diese doch so komplexe Frage gibt. Denn kann es eine Antwort geben, die, wenn man sie findet, immer, in jeder Lebenslage gilt, die einen über Wasser hält, einen trägt und Gewissheit und Mut gibt? Und wenn es diese Antwort gibt, gilt sie dann nur für mich oder kann sie auch für jeden anderen Menschen gelten?

Meine spontane Antwort auf den Sinn des Lebens war immer „Liebe“. Aber nach der genaueren Auseinandersetzung mit dieser Frage und ihrer Differenziertheit, muss ich sie für mich selbst noch einmal genau ausformulieren. Wovon und wofür lebe ich eigentlich?

Die erste Art von Liebe, die jeder Mensch in seinem Leben erfährt, ist die bedingungslose Liebe der Eltern zu ihrem Kind. Und auch später bleibt diese Liebe, die hinter einer Familie steht, bestehen und trägt einen. Genau so, wie die Liebe in einer Familie, zu einem Partner oder in jeglichen Formen einer personellen Beziehung, gibt uns auch die Nächstenliebe einen Sinn. Nächstenliebe ist tief verbunden mit Dankbarkeit, Vertrauen und der Gewissheit, gebraucht zu werden und für jemanden wichtig zu sein.

Egal, in welcher dieser beiden Arten von Liebe, gibt es für mich noch einen Sinn darin. Es ist eine ganz einfache Gleichung: Lieben und geliebt werden. Dies aber aufrecht zu erhalten ist nicht einfach und so gibt es für mich noch eine Aufgabe in Beziehungen. Ich mache den Menschen, die mir einen Sinn im Leben geben, so oft es geht eine Freude, als Dankeschön, als Zeichen meiner Anerkennung, meiner Dankbarkeit, meiner Liebe.

Der zweite große Grund für mich und in meinem Leben, ist die Liebe, die ich zu meinen Plänen, zu meiner Zukunft und zu mir und meinen Talenten entwickelt habe. Dass ich hier meinen Platz und meine Aufgabe, einen Plan und einen Weg gefunden habe, gibt mir zumindest momentan einen Sinn. Ja, alles, was ich oben genannt habe, gibt mir momentan einen Sinn, denn ich bin der Meinung, dass es ein Leben lang nicht den einen Sinn hinter allem gibt. Die eine Erklärung für sein Dasein. Wie die Zeit sich wandelt, so wandelt sich damit auch das Leben, die Auffassung und die Bedeutung des Lebens. Der Weg, den man geht, ändert sich und Pläne werden verworfen oder neu gemacht. So wie die Zeit Neues mit sich bringt, so tut es auch das Leben.

Es ist also unsere Aufgabe, unserem Leben in jeder nur erdenklichen Zeit einen Sinn, ob alt oder neu, zu geben. Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat also gar keine dauerhafte, allgemeingültige Antwort, aber jeder kann für sich einen Sinn im Leben finden, immer wieder aufs Neue.

Der Sinn des Lebens ist, dem Leben einen Sinn zu geben. Anders gesagt: Der Sinn des Lebens ist das Leben.

Venezuela – ein Land in der Krise

Zwei Präsidenten, ein Land: Wie ist die Lage in Venezuela?

Von Leander Dangeleit, 7d, Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule Krefeld

Eigentlich könnte es Venezuela richtig gut gehen, doch das tut es nicht. Das südamerikanische Land verfügt zwar über riesige Erdölvorkommen, wird aber gleichzeitig von Militär und Korruption beherrscht. In der Folge leiden die etwa 32 Millionen Einwohner seit vielen Jahren unter Misswirtschaft, Inflation, Armut und Warenknappheit. Nur einer kleinen Elite geht es gut.

Seit dem Jahr 2013 ist Nicólas Maduro Präsident des Landes. Im Jahr 2018 soll er seiner Wiederwahl durch Manipulationen nachgeholfen haben. Seine Macht beruht zum einen darauf, dass er das Militär hinter sich weiß, und zum anderen, dass er das Parlament entmachtet hat. Er verfügt deshalb über große Macht, die er nicht abgeben will.

Wegen der schweren Wirtschaftskrise demonstrierte das Volk in den letzten Monaten häufiger. Maduro ließ diese Demonstrationen durch Polizei und Militär gewaltsam beenden. Hier kommt der beim Volk beliebte Politiker Juan Guaidó ins Spiel. Er fühlt sich als legitimer Volksvertreter und will das Land vom Sozialisten Maduro befreien. Er rief sich deshalb im Januar 2019 ebenfalls zum Präsidenten von Venezuela aus. Somit hat das Land heute zwei konkurrierende Präsidenten, die Lage ist angespannt.

Viele Staaten, allen voran die USA, unterstützen Guaidó. Andere Staaten, wie zum Beispiel China, unterstützen dagegen Maduró und sein sozialistische Regierung. Somit befindet sich das Land in einer großen Krise, die hauptsächlich im Kampf um die Ölvorkommen begründet ist. Derzeit ist die Lage unklar, das Volk muss weiter unter dieser Situation leiden. Es ist sogar zu befürchten, dass das Militär einen Machtwechsel zu Guaidó verhindern wird.

Boom des Glücksspiels

Gerade Sportwetten erfreuen sich hierzulande großer Beliebtheit. Über einen großen Wirtschaftszweig, dem stets ein schlechter Ruf vorauseilt.

Von Jan Wittenberg und Marvin Schöbel, JgSt. 13, Maria Montessori Gesamtschule Krefeld

In den letzten Jahren verzeichnet die Branche der Sportwetten einen Boom. 2017 wurde ein Umsatz von 7,67 Milliarden erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 20 Prozent. Bei den immer beliebter werdenden Sportwetten ist eine ganz weit vorne dabei, und das sind Fußballspiele. So wurden etwa 90 Prozent der Wetten auf Fußballspiele abgeschlossen. Die zwei größten Wettanbieter sind Bet365 und Bwin. Der österreichische Konzern ist die weltweite Nummer eins unter den Sportwettfirmen. 1,6 Millionen aktive Spieler zocken auf der Website. An Spitzentagen platzieren sie bis zu eine Million Wetten, jede mit einem durchschnittlichen Einsatz von sechs bis acht Euro. Um so einen großen Gewinn zu erwirtschaften, muss viel Marketing geführt werden und viel Präsenz in den Städten mit Wettbüros gezeigt werden.

Wären die Buchmacher alle in Deutschland anwesend, wären die Gewinne wahrscheinlich deutlich weniger, aufgrund der zu bezahlenden Steuern. Deshalb sind viele der größeren Firmen im Ausland ansässig wie zum Beispiel in den Steueroasen Malta oder Gibraltar. Dadurch müssen die Sportwetten Anbieter deutlich weniger Steuern bezahlen. Bwin und andere Firmen beschäftigten, laut des Internetportal „Die Welt“, 1700 Angestellte. Die Branche hat sich an den Fuß des Affenfelsens zurückgezogen, da die gibraltarische Regierung großzügig Glücksspiellizenzen an private Anbieter vergibt. In den meisten anderen europäischen Ländern unter anderen auch in Deutschland gilt dagegen ein staatliches Wettmonopol.

Nicht nur dieser Aspekt ist für Firmen positiv, auch steuerlich ist Gibraltar für die Konzerne attraktiv: Pro Jahr müssen sie maximal rund eine halbe Million Euro Abgaben zahlen – in Relation zu den Milliardenumsätzen keine relevante Größe. In Deutschland durfte in den vergangenen Jahren nur das staatliche Unternehmen Oddset Sportwetten anbieten. Aber das ändert sich mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag. Dadurch werden 20 Lizenzen für kommerzielle Anbieter vergeben. Firmen wie Bwin Party, Betfair, Bet-at-home oder Bet365 dürfen dann ganz legal Wetten offerieren, die von der Kundschaft bislang nur über ausländische Internetseiten möglich waren. Die Konzerne erhoffen sich so einen weiteren Schub für ihr Geschäft in Deutschland.

Für Burgerfans und solche, die es werden wollen

In Düsseldorf fragt man sich in einem Burgerladen, was Fleisch ist. Lecker, scheint die Antwort des Autors darauf zu sein.

Von Leonard Schäfer, JgSt, 13, Bischöfliche Maria Montessori Gesamtschule Krefeld

„What’s Beef“ Beim Hören diese zwei Wörter weiß man nicht so recht, was man nun denken soll. Hat eine Person da keine Allgemeinbildung oder versucht ein Lebensmittelingenieur die genauen Bestandteile von Fleisch herauszubekommen? Egal woran man bei diesen zwei Worten denken sollte, ein Burgerladen in Düsseldorf (mit zusätzlichen Filialen in Frankfurt und Münster) kommt einem nicht in den Sinn. Warum sollte man auch zu einem Restaurant gehen, dessen Geschäft auf Fleisch basiert, das aber dem Namen zur Folge keine Ahnung hat, was Fleisch überhaupt ist. Die Mutigen werden jedoch belohnt.

Diese Burgerbude unterscheidet sich sehr von den anderen großen Ketten wie Five Guys oder McDonalds. Man hat die Auswahl zwischen zehn Burgern, die alle noch weiter individualisiert werden können. Dazu kommen noch sieben Beilagen und neben den klassischen Getränken kann der Kunde zwischen acht verschiedenen Milchshakes wählen. Diese Milchshakes sind allerdings nicht zu vergleichen mit den Fertigprodukten der großen Fast-Food-Ketten. Ganz im Gegenteil, die Milchshakes werden frisch zubereitet und sind ihren Preis auf jeden Fall wert.

Apropos Preis: Man kann nicht verleugnen, dass man bei einem Besuch bei „What’s Beef“ das Zwei- bis Dreifache des „normalen“ Preises bezahlen muss. Ein Burger kostet zwischen 7 und 18 Euro, eine Beilage zwischen 4 und 7 Euro. Nicht zu schweigen von den Shakes, die alle um die 8 Euro kosten. Natürlich ist es bei McDonalds oder vergleichbaren Ketten viel billiger, bei denen man für ein ganzes Menü rund 8 Euro bezahlen muss. Wenn aber berücksichtigt wird, dass allein der Shake als eigenständige Mahlzeit durchgehen könnte, sind die Preise nachvollziehbar, ganz zu schweigen von der Qualität und dem Geschmack.

Mode als politisches Statement

Können Pullis die EU retten? Vielleicht, vielleicht auch nicht, ein gutes Statement ist es auf jeden Fall.

Von Majlies Lahmers und Joel Bamiselu, JgSt. 13,  Bischöfliche Maria Montessori Gesamtschule Krefeld

Seit eh und je ermöglicht uns Kleidung das zum Ausdruck zu bringen, was wir fühlen. Mehr noch: Durch unseren Kleidungsstil können wir uns ohne Worte politisch-gesellschaftlich offen positionieren. Gerade jetzt ist es umso wichtiger auf diesem Weg, gewaltfrei Protest zu leisten und seinen Standpunkt so ganz nebenbei allen, die es wissen, und vor allem auch denen, die es nicht wissen wollen, zu vermitteln.

Das Brexit-Referendum 2016 entfachte eine wohl noch nie da gewesene Diskussion über die EU. Für uns, die alle unter 20 Jahre alt sind, ist die EU eine Konstante in unserem Leben. Ein Leben ohne sie: nicht vorstellbar. Wir sind mit offenen Grenzen und einem dadurch vereinfachten interkulturellem Austausch aufgewachsen. Ein Teil unseres Lebens, den wir nicht missen wollen. Mit uns solidarisieren sich tausende andere junge Menschen. Und diesen Standpunkt bringen auch wir durch Mode zum Ausdruck.

Seit einiger Zeit sorgt ein schweizer Label mit einem schlichten, blauen Pullover für Aufsehen. Auf diesem Pullover ist die europäische Flagge abgebildet. Doch oben rechts klafft eine Lücke. Ein Stern fehlt. Er repräsentiert Großbritannien. Zu finden ist er nun auf dem Rücken gleich unter der Hotline der EU. Der Pullover war in der Schweiz ein riesen großer Erfolg und fand viele Nachahmer. Frei war nun der Weg für den Siegeszug quer durch Europa. Zahlreiche internationale Stars bekennen sich, durch das Tragen eines solchen Pullovers, zur EU. So auch der österreichische Rapper Yung Hurn oder der US-amerikanische Rapper Jay Z.

Dieser Trend schafft es den Fokus auch junger Menschen, die traditionell wohl eher ein wenig politisch desinteressiert sind, auf das aktuelle politische Geschehen zu lenken und macht die Diskussion über den Brexit jung und dynamisch. Diese EU-Mode fungiert inzwischen wie eine Uniform und sorgt für eine Welle der Solidarität. Die Jugend Europas rückt zusammen und identifiziert sich immer mehr als Europäer. Inzwischen rückten zahllose Designs von Caps, Hosen, Schals und T-Shirts nach. Eine Goldgrube für die Modeindustrie.

Doch kann solch ein, durch Kommerz geprägter Erfolg, der zum absoluten Mainstream wurde, wirklich noch Statement sein oder sind die hohen Verkaufszahlen auf ein stupides Hinterherrennen eines jeden Trend zurückzuführen? Mit Sicherheit ist nicht jeder, der auf Instagram mit der EU-Flagge auf der Brust seines Shirts posiert, ein wirklicher Verfechter der Europäischen Union. Doch schaffen diese Shirts und Caps zweifelsohne ein Bewusstsein für die aktuelle Debatte, um die EU zu erregen. Den Brexit werden Pullover und Caps wohl kaum stoppen können, doch bringen sie das zum Ausdruck, was tausende junge Menschen fühlen und für ihren Kontinent wollen. Sie sind mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Schritt Richtung gemeinsames, solidarisches Europa.

Dicke Luft

Jeder hat schon mal gehört, dass Luftverschmutzung eine große Belastung für alle und alles ist. Doch was genau verschmutzt die Luft und woher kommt es?

Von Lena Schönfeld, Jgst. 13, Bischöfliche Maria-Montessori Gesamtschule Krefeld

Wir können es mit bloßem Auge nicht wahrnehmen, aber doch richtet es einen gewaltigen Schaden an: Feinstaub. Auch giftige Gase wie zum Beispiel Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid belasten die Luft. Größtenteils entstehen diese Abgase bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe in der Industrie, aber auch die hohe Verkehrsdichte und die Aufwirbelung von Staub bewirkt die Verschmutzung der Luft. Weitere Gründe für diesen Zustand sind Vulkanausbrüche, Abfallbehandlung, Gase von Tieren oder auch private Haushalte.

Zwar gab es, laut der europäischen Umweltagentur, einen erheblichen Rückgang der Emissionen vieler Luftschadstoffe in den letzten Jahrzehnten und auch die Luftqualität hat sich europaweit verbessert, jedoch ist die Schadstoffkonzentration in der Luft immer noch viel zu hoch.

Über 90 Prozent der Weltbevölkerung sind überproportionalen Schadstoffwerten ausgesetzt. Vor allem leiden Kinder darunter, denn weltweit leben etwa 93 Prozent der Kinder in Regionen, in denen die Belastung weit über den vorgegebenen Richtwerten liegt. Kinder können geistig und motorische Entwicklungsstörungen entwickeln, wenn sie dauerhaft schmutziger Luft ausgesetzt sind. Bei längeren und auch akuten Belastungen kann es zu verschiedensten Gesundheitsschäden kommen, wie Atemwegserkrankungen oder Lungenkrebs, was teilweise zu einem frühen Tod führt.

Aber es sind nicht nur die Menschen davon betroffen, sondern auch die Umwelt leidet darunter. Denn durch die Luftverschmutzung werden Ökosysteme geschädigt, Böden, Pflanzen, Seen und Flüsse beeinflusst und auch die Ernteerträge werden kleiner, was sich auch wieder auf den Menschen auswirkt.

Mittlerweile verpflichten sich zum Glück immer mehr Regierungen dazu, auf die Luftverschmutzung zu reagieren. Es gibt bereits mehrere Maßnahmen für Industrie, unter anderem Schadstoffbegrenzungen für Kraftwerke (Emissionsrichtlinien der EU) oder der geringere Einsatz fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdgas, Erdöl, und auch für den Verkehr, wie der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder Fahrverbote für Dieselfahrer ohne Partikelfilter.

Jedoch kann jeder einzelne Bürger der Welt zu einer saubereren Luft verhelfen, wenn man sich umweltbewusst verhält. Zum einen kann man im Haushalt darauf achten, Energie zu sparen oder man benutzt öfter mal das Fahrrad, insbesondere für kürzere Strecken. Auch bei längeren Strecken kann man sich umweltbewusster verhalten, indem man Fahrgemeinschaften bildet oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Heutzutage gibt es auch zahlreiche Alternativen zur Energiegewinnung wie Solarenergie und Windenergie, genauso wie es bereits Alternativen zu Kraftstoffen gibt. Diese werden dann synthetisch hergestellt.

Wie arbeitet die Polizei?

Die Polizei, dein Freund und Helfer. So sieht das Idealbild aus. Doch was steckt dahinter?

Von Marvin Holzhausen, 8d, Gymnasium am Stadtpark Krefeld

Blaulicht an, auf’s Gaspedal treten und auf zum Tatort. Der Ablauf geht sehr schnell. „In nur wenigen Minuten ist die Polizei vor Ort“, sagt Sandra, ein Opfer einer Straftat. Aber sind wir wirklich sicherer mit der Polizei an unserer Seite?

Die Streifenplozei ist immer zu erreichen. Andre, ein Polizist, sagt: „Ein Streifenpolizist trägt immer folgende Utensilien im Dienst: eine Waffe, Handschellen, eine Taschenlampe, Pfefferspray, Notizblock mit Stift und ein Funkgerät.“ Im Interview wird auch deutlich, dass der Beruf nicht so gefährlich ist, wie viele denken. Andre sagt: „Ich habe noch nie die Waffe benutzt, obwohl ich schon 23 Jahre im Dienst bin.“

Die Polizei darf allerdings auch nur in gefährlichen Situationen, oder wenn sie jemanden beschützen will, schießen, muss aber wenn möglich den Gebrauch der Waffe ankündigen. Die Streifenwagen sind Blau, Grün und Gelb, da man festgestellt hat, dass man so im Straßenverkehr besser wahrgenommen wird.

Um Polizist zu werden, muss man eine Aufnahmeprüfung machen. Andre sagt: „Die Aufnahmeprüfung ist schwer, in meiner Gruppe haben es nur 6 von 70 Leuten geschafft.“

Sandra erzählt: „Nach dem Eintreffen der Polizei werden alle Daten aufgenommen; Ausweise müssen vorgelegt werden und Opfer sowie Täter müssen schildern, was geschehen ist.“

Andre erklärt im Interview weiterhin: „Es gibt eine Hundertschaft, in der ich noch nicht war. Ich war jedoch schon mal in einem Alarmzug, der die Hundertschaft unterstützt. Man lernt dort, Straßen oder Tatorte abzusperren und Polizeiketten zu bilden. Außerdem trägt man dort eine extra Körperschutz-Ausstattung.“

Durch die Polizei fühlen sich die Menschen sicherer, da sie ja auch nicht oft die Waffe einsetzen und man sich nicht fürchten muss. Außerdem hilft die Polizei in Notsituationen, wie zum Beispiel bei einem Einbruch oder Überfall.