Archiv der Kategorie: International School of Düsseldorf

Kinderarbeit für günstigen Reis

von Mirabelle Trowe, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

Die Sichel macht Pft, Pft. Ein Schrei zerreißt die Stille. Shiva sieht an ihrem Sari hinunter und sieht Blut im Wasser. Sie steht mit nackten Füßen im Reisfeld und hat sich schon das dritte Mal an ihrer Sichel geschnitten. Ihr Rücken schmerzt. Trotzdem bückt sie sich, um eine weitere Reispflanze einzupflanzen. Eine von bisher 150. Sie braucht 30 Sekunden für jeden Vorgang, das macht 120 Pflanzen pro Stunde. Pro Tag wären das 1200, denn sie arbeitet zehn Stunden am Tag.

Harte Arbeitsbedingungen auf dem Reisfeld
Die Arbeitszeiten in Bangladesch sind anders als in Deutschland. Dort arbeitet man zehn Stunden jeden Tag, sechs Tage die Woche, bei Erntezeit sind es sieben Tage. Und der Arbeitstag ist erst dann beendet, wenn ihr Boss mit dem Ertrag zufrieden ist. Obwohl Shiva im Wasser steht, schwitzt sie laufend. Die Tagesdurchschnittstemperatur in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, beträgt 30 Grad. Sie spürt den brennenden Schweiß in ihrer Wunde an der Hand. Ein Verbandskasten liegt am Rande des Feldes. Der ist jedoch leer, denn Verbände sind zu teuer.

Das Salz im Schweiß reizt die Wunde. Sie reißt sich zusammen und hebt eine weitere Pflanze hoch. Der Schlamm steht hoch, sie kann ihre dünnen, vom Wasser geschwollenen Füße nicht mehr sehen. Ihr ist heiß. Sie hat Hunger. Ihre Knie zittern. Ihr Rücken schmerzt. Eine schmutzige Träne läuft über ihre Wange. Sie denkt an ihre leidende Familie, sie muss Essen auf den Tisch kriegen. Pausen machen geht nicht. Sie atmet tief ein und bückt sich nach einer weiteren Reispflanze.

Alltag für eine 15-Jährige auf dem Reisfeld
Shiva ist 15 Jahre alt, und das älteste Kind von ihren fünf Geschwistern. Jeden Morgen muss sie um vier Uhr aufstehen. Ihre Mutter kann sie nicht wecken, denn sie leidet an Krebs. Denn sie hat auch in den Reisfeldern gearbeitet. Die Wurzeln der Pflanzen saugen auf den unter Wasser stehenden Feldern Arsen auf. Das ist stark krebserregend.

Der Tag beginnt für Shiva früh. Die Stunde von vier bis fünf Uhr nutzt sie, um ihrer Familie Frühstück zu machen. Den Abwasch macht ihr Bruder, der siebenjährige Avan. Das Geschirr zum Trocknen legt er auf die Wiese. Dann ist es Zeit zum Aufbrechen: Shivas Weg zur Arbeit dauert ungefähr 30 Minuten. Den geht sie barfuß. Geld für Schuhe hat sie nicht. Schuhgeschäfte gibt es in ihrem Dorf ohnehin nicht.

Sie und ihre Geschwister verlassen die ärmliche Blechhütte. Der Weg besteht aus Lehm. Der ist steinig und sehr dreckig. In der Regenzeit braucht sie doppelt so lang, weil der Pfad unter Wasser steht. Einmal an den Reisfeldern angekommen, sieht sie, was wieder auf sie zukommt. Ihre Arbeit ist monoton, schnell erlernbar. Jeder ist austauschbar. Das drückt die Preise für den Reis nach unten – und damit auch den Lohn. Trotzdem ist der Reis für Shivas Familie immer noch sehr teuer.

Geldsorgen sind Normalität
Viele Kinder in Bangladesch, unter anderem Shiva und ihre Geschwister, leiden sind stark unterernährt. „Viele von ihnen berichten, dass sie nur eine Mahlzeit pro Tag essen, meistens nur Reis mit etwas Salz. Und es wird nicht lange dauern, bis wir schwere medizinische Folgen durch Mangel- und Unterernährung beobachten werden“, sagt Fred Witteveen, der Landesdirektor von World Vision in Bangladesch. Es gibt wie jeden Tag die Reste vom Abend zuvor. Reis mit Gemüse und dazu ein Glas Wasser.

Für mehr reicht ihr Einkommen nicht aus. Sie verdient 1.482 Euro, aber nicht im Monat, sondern im Jahr. Miete für die Familie muss sie auch noch zahlen. 800 Taka sind das im Monat, umgerechnet circa sieben Euro. Dafür bekommt sie eine kleine Hütte aus Blech. Die teilt sie mit ihren fünf Geschwistern und ihrer Mutter. Ihr Vater ist in der Schwefelmine verstorben. Verwandte können sie auch nicht unterstützen, denn sie haben auch kein Geld.

Warum Fairtrade Shiva helfen kann
In Deutschland kostet ein Kilo Reis im Schnitt drei Euro. Der Preis für ein Kilo Fairtrade-Reis liegt bei ungefähr zehn Euro. Für die meisten Menschen bezahlbar, findet die Fairtrade-Organisation Deutschland. Diese will die Situation für Plantagenarbeiter wie Shiva verbessern. Das Ziel ist es, Menschen in den Anbauländern so zu unterstützen, dass sie ihre Armut aus eigener Kraft überwinden können. So hat Shiva zumindest eine kleine Chance, das gerechte Leben eines Kindes zu führen.

Ein Start in ein neues Leben

von Hannah Curtis, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

„Es wird nicht weh tun, nur ein kleiner Pieks.” Das Kind guckt den Arzt mit verängstigten Augen an, dann die spitze Nadel in seiner Hand. Was er sagt, versteht das Kind nicht. So geht es vielen Kindern, die vom Friedensdorf aufgenommen werden.

Das Friedensdorf ist eine Organisation in Oberhausen, Nordrhein-Westfalen, das es seit über 50 Jahren gibt. Dort wird schwer kranken und verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten aus aller Welt geholfen. Bis zu 500 Kinder werden jährlich vom Dorf aufgenommen, sagt Ginny R. Sie ist Lehrerin an der International School of Düsseldorf und arbeitet seit neun Jahren mit der Organisation zusammen.

Das Dorf wurde 1967 von Bürgern aus Oberhausen gegründet. Auslöser für die Entstehung des Friedensdorfes waren der Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn und der Vietnamkrieg. Die Angestellten der Organisation arbeiteten damals besonders mit Kindern aus Laos, Kambodscha und Vietnam. Heute hat sich daran nichts geändert, doch viele Länder sind hinzugekommen, wie Angola, Irak und Usbekistan. „Sie gehen auch noch nach Afghanistan, Kasachstan, Gaza und Somalia, Orte, die furchtbare Konflikte haben”, berichtet Ginny R. Manche Kinder verletzen sich an Landminen, andere werden beim Kochen allein gelassen und verletzen sich am Feuer. Es gibt viele verschiedene Verletzungen, die die Kinder im Friedensdorf erlitten haben.

Ärzte können anbieten, in diese Länder zu fliegen, um sich mit den Kindern zu treffen und ihnen zu helfen. Das Alter der Kinder liegt zwischen ein paar Monaten und 17 Jahren. Doch genau kann man es manchmal nicht sagen, denn viele von ihnen haben keine Geburtsurkunden. Die Ärzte treffen dabei schwere Entscheidungen: Können diese Kinder in ihrem Heimatland medizinisch behandelt werden oder nicht? Ist es nicht möglich, können die Kinder mit nach Deutschland fliegen, um eine geeignete Behandlung zu erhalten. Dafür muss aber erst ein Klinikplatz zur kostenlosen Behandlung frei sein.

Die Kinder werden in Oberhausen im Friedensdorf willkommen geheißen und verbringen dann ungefähr ein bis zwei Jahre im Dorf. „Sie gehen zwischen dem Dorf und verschiedenen Krankenhäusern hin und her. Krankenhäuser, die über ganz Deutschland verteilt sind.“ sagt Ginny R. Die Kinder werden bekommen eine Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und medizinische Hilfsmittel. Und dennoch fehlt etwas. Denn sie haben keinen Kontakt mit ihren Eltern. Sie leben anders als andere Kinder. Radio, Fernsehen oder jegliche andere Technologie ist zum Beispiel tabu. “Was sollen sie damit machen”, fragt Ginny R. Das Friedensdorf kann es sich nicht leisten, jedem Kind Technologie anzubieten. Obendrein befinden die Mitarbeitenden es für unnötig. Diese Regel gilt auch für Besucher:innen des Friedensdorfes. Sie dürfen ihre Handys nicht benutzen, während sie Zeit mit den Kindern verbringen. Anstatt, dass sie auf Bildschirme gucken, spielen die Kinder miteinander. „Sie spielen wie verrückt”, sagt Ginny R., „diese Kinder kommen alle miteinander zurecht und nehmen Einschränkungen gar nicht wahr. Sie rennen einfach herum“, beschreibt sie. Die Kinder haben einen sehr strukturierten Tagesablauf. Unter anderem wird ihnen die deutsche Sprache beigebracht . Auch festgelegte Spielzeiten gibt es. “Sie haben Zugriff auf Kunstmaterialien und Spielzeuge, doch ihnen werden keine einzelnen Dinge geschenkt, weil sie sonst über diese streiten würden”, erklärt Ginny R.

Das Essen der Kinder spielt eine große Rolle im Friedensdorf. Es wird hauptsächlich über Spenden an die Organisation gesammelt. Ginny R. erklärt, dass die International School of Düsseldorf jedes Jahr Essensspenden abgibt. Auch Kleidungsspenden werden von der Schule organisiert.

Das Friedensdorf ist ein Ort, der Kindern eine neue Chance im Leben bietet. Ginny R. sagt, dass es sogar ihr Lieblingsort sei. Es rettet die Leben von armen und verletzten Kindern und holt sie, wenn auch nur für eine Weile, aus ihrem Elend. Wenn sie irgendetwas an das Friedensdorf spenden können, zögern sie nicht. Sie können die Website der Organisation, “friedensdorf.de”, auch einfach im Internet finden.

Projekt Tansania: So ist Afrika

von Iman Eliazgi, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

Der Wecker klingelt, es ist 6:30 Uhr, Geschrei der Affen, das schrille Zwitschern der Vögel. Wo bin ich? Ach ja, in Afrika. Dann hörte ich das Lachen der Kinder. Mein Rücken tut von der gestrigen Arbeit noch weh und trotzdem freue mich auf den heutigen Tag.

Projekt Tansania ist ein soziales Projekt der International School of Düsseldorf (ISD). Jeden Sommer fliegen dafür sechs Lehrer:innen und 15 Schüler:innen zwei Wochen nach Monduli, Tansania. Das Geld für die Reise wird im Laufe des Jahres durch unterschiedliche Aktionen der Schule gesammelt. Zum Beispiel Veranstaltungen wie Walkathons oder einer Tanzania Night. Die Reisegruppe hilft in den Schulen, baut Häuser und verbessert die generellen Lebenskonditionen für die Bewohner in Tansania. Dazu zählt auch der Aufbau von Solaranlagen und die Integration eines Internetanschlusses. Das Ziel der Internetverbindung: eine bessere Bildung und Informationsbeschaffung, wie sie sich die Einwohner auf lange Sicht selbst helfen können. Auch die Schüler:innen der International School of Düsseldorf nehmen aber einiges mit – und zwar Erfahrung.

Kinder lehren Kinder
Es ist ein zwei-Jahres-Projekt, für das die Schüler:innen schon lange vorgearbeitet haben. Sie bekommen von ihren Lehrern Materialien, um die Kinder in Tansania unterrichten zu können. Vor Ort unterrichtet die Reisegruppe von 9 bis 14 Uhr die Kinder der Moringe Sokoine Secondary School. Ab 16 Uhr heißt es dann Freizeit und das Land kennenlernen. Die Schüler:innen und Lehrer:innen kochen gemeinsam, gehen auf Safaris, besuchen ein Massai Dorf und dürfen sogar an einer Massai-Hochzeit teilnehmen. „Es gibt jeden Tag ein anderes Highlight, und das beste sind die drei Tage Safari“, sagt Rachid El Mahi, ein beteiligter Lehrer der International School of Düsseldorf. Aber auch das Errichten von benötigten Anlagen, wie eine Wasserpumpe ist eine dankbare Erfahrung. Zusätzlich werden viele Bücher mitgebracht, um die Bildung der Kinder vor Ort zu fördern. Aus unserer Sicht sind die Lebensbedingungen extrem elementar. Es gibt zum Beispiel keine Fenster, die nicht kaputt sind, es gibt auch kein laufendes Wasser. Auch keine richtigen Matratzen sind vorhanden, nur ein Metallbett. Es laufen auch unbekannte Tiere im Zimmer rum. „Für ein afrikanisches Land ist es aber ganz in Ordnung, es ist Gewöhnungssache“, sagt Herr El Mahi. „Es ist halt Afrika, es ist anders”, erzählt er. „Die Schüler bekommen die ersten drei Tage einen Schock.” Dennoch ist er der Meinung, es sei nicht gefährlich. Als die Schüler:innen jedoch sahen, wie Kabel von der Decke im Flughafen hingen, gab es einige entsetzte Gesichter. Das entspricht eben nicht dem deutschen Standard. Für die Schüler:innen ist es jedoch nicht gefährlich, besonders nicht im Dorf, denn dort kennen sie Herrn El Mahi. „Etwas alleine da zu machen ist anders, aber mit uns im Projekt und in unserer Umgebung ist alles sicher”, sagt er.

Die Partnerschaft der beiden Schulen besteht bereits seit 20 Jahren. Dabei unterstützt die ISD die Schule in Tansania auch finanziell, um Bildungsmöglichkeiten zu erweitern.

Das Projekt Tansania ist eine wunderbare Gelegenheit für die Schüler:innen und Lehrer:innen, anderen zu helfen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Die Bedingungen in Tansania mögen anders sein als das, was man in Deutschland gewohnt ist, aber das ist eine nebensächliche Kleinigkeit, wenn man anderen Menschen helfen kann.

Die Aktien der Jugendlichen

von Tom Seiferth, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

Meine Füße schmerzen und ich kann nicht mehr stehen. Dazu eine fast schlaflose Nacht im Zelt, vor einem Schuhladen mit einer Gruppe von Schuh-Sammlern und -Verkäufern. Noch eine halbe Stunde und das Geschäft macht endlich auf, das Warten hat ein Ende. Ich würde es immer wieder machen, dieses Gefühl, einen limitierten Sneaker zu bekommen, unvorstellbar! Die Zeit vor dem Laden wird genutzt, um sich mit der „Sneaker Community“ zu verbinden und Kontakte auszutauschen. Die meisten limitierten Schuhe sind tausende Euros wert, wobei sie am Release, also bei der Veröffentlichung, nur einige Hundert kosten – und das, obwohl ihre Qualität zu wünschen übrig lässt. Denn sie werden, wie so viele gewöhnliche Schuhe in China, Japan oder Indonesien kostengünstig produziert. Heute ist bei den meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Sneaker ein modisches Must-have in den Kleiderschränken. Sie sind nicht nur ein Statussymbol, sondern eine Wertanlage. Bei „Stockx”, der größten Sneaker-Online-Plattform, werden Schuhe sogar wie Aktien gehandelt.  Ein 18-jähriger Junge aus Amerika hat mit seinem ersten Schuh-Verkauf einen Gewinn von tausend Euro gemacht. Mittlerweile ist er Multimillionär. Vor dem ersten Verkauf meinte sein Vater: „Oh, you must be crazy, you’re out of your mind.”

Der Wert der Sneaker wird unter anderem durch die Limitierung bestimmt. Wer Glück hat, kann einen Schuh unter dem anfänglichen Einkaufspreis kaufen. Der aktuell teuerste Schuh auf StockX wiederum liegt bei unglaublichen 393.106 Euro. Solche Preise entstehen häufig, wenn die Schuhhersteller eine Kooperation mit bekannten Persönlichkeiten oder anderen Modemarken eingehen. Ein normales Paar Nike Air Force kostet rund 100 Euro, aber durch die Zusammenarbeit mit dem Schmucklabel Tiffany werden sie schnell zwischen 1000 und 2000 Euro gehandelt. Der Trend mit Sneakern existiert nicht nur online, sondern auch in Schulen. Viele Mitschüler legen sehr viel Wert auf neue und „trendy” Sneaker und geben gerne auch ein mehr für ein bestimmtes Modell aus. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass der Sneaker-Markt weiterhin existieren wird und sich nicht zu einem kurzzeitigen Trend entwickelt. Ich hoffe auch, dass sich mehr Leute trauen, den Schritt zu machen und einfach mal das Sneaker-Business ausprobieren, weil es eine gute Erfahrung ist.

Der neue Rauch der Jugend

von Amalia Börgens, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

Nebel schwebt in der Luft und ich höre einen Jungen, der neben mir an der Bahnhaltestelle steht, mit seinem Kumpel sprechen. „Willst du mal probieren? Schmeckt wirklich, wie Kirsche”, sagt er. Der Junge, vielleicht 15 Jahre alt, hat eine E-Zigarette in seiner Hand und zieht alle paar Sekunden an ihr.

Elektronische Zigaretten, auch „Vapes“ genannt, erzeugen sogenannte Aerosole. Diese ähneln Wasserdampf und werden beim Nutzen der Geräte mit Nikotin, Aromen und mehr als 30 zusätzlichen Substanzen versetzt, um das Rauchen zu simulieren. Die erste E-Zigarette wurde 1963 von Herbert A. Gilbert, einem US-Amerikaner erfunden. Markttauglich machte sie jedoch erst der Chinese Hon Lik im Jahr 2003. Seit 2006 gibt es die Geräte zu kaufen und sie sind heute so populär wie noch nie. Allein in Deutschland haben sie 2022 für 300 Millionen Euro Umsatz gesorgt. Diese Popularität verdankt sie unter anderem ihrem Ruf, „gesünder” als eine normale Zigarette zu sein. Außerdem verspricht die E-Zigarette einen „erfolgreichen“ Weg, mit dem konventionellen Rauchen aufzuhören. Jedoch entspricht ein einzelner Milliliter Vape-Saft, der etwa 100 Züge ergibt, dem Nikotingehalt von etwa fünf Schachteln Zigaretten. Forschungen in den USA haben ergeben, dass sie auch Lungenentzündungen und andere Atemwegserkrankungen auslösen können. Besonders bedenklich ist die Vermarktung an Jugendliche. Obwohl viele Teenager über die schädlichen Folgen Bescheid wissen, ziehen sie trotzdem weiter an der E-Zigarette. Dazu tragen besonders die verlockenden Geschmackssorten, wie Erdbeere und Menthol, Apfel und Pfirsich, Rosa Limonade und viele weitere bei. Auch die verherrlichende Werbung auf Websites erreicht viele Jugendliche. Das moderne Rauchen wird außerdem oft von reichweitenstarken Influencern auf TikTok und Instagram beworben.

Der Junge neben mir fängt plötzlich an zu husten und schnappt sich panisch die Wasserflasche seines Kumpels. Er fängt an, das Wasser herunterzuschlucken. Sein Kumpel sieht ihn ungläubig an und sagt, „deshalb vape ich nicht, Digga.“

Der Chip des Teufels

von Tim Harnish, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Ich schwitze wie nie zuvor. Das Atmen fällt mir schwer. Mein Herz klopft wie wild und meine Zunge brennt wie ein Lagerfeuer. Ich habe gerade den Chip des Teufels gegessen und bereue es schon. „Dieser Chip brennt zweimal”, sagt Lambert H., eines der Opfer der One-Chip-Challenge.

Was ist die One-Chip-Challenge?
Die One-Chip-Challenge wurde 2016 von der amerikanischen Firma Paqui erfunden. Es geht dabei um den schärfsten Tortilla-Chip der Welt. Die Würze kommt dabei von den Chilipflanzen namens Carolina Reaper und Scorpion Chili. Den Chip kann man online oder in amerikanischen Supermärkten für umgerechnet zehn Euro kaufen. Seitdem Promis wie Tony Hawk und Brooklyn Beckham bei der Challenge mitgemacht haben, ist sie in den sozialen Medien viral gegangen. Aber ist die Challenge sicher? Ist es überhaupt gesund für den Körper, solch scharfes Essen zu sich zu nehmen? An vielen Schulen in den USA wurde die One-Chip-Challenge verboten, nachdem mehrere Schülerinnen und Schüler wegen Atmungsstörungen in ein Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Außerdem verursacht der Chip starke Verdauungsprobleme und könnte ein Problem für Menschen mit schwachem Herzen sein.

Nach dem ersten Schock von der Schärfe, habe ich nur noch einen Gedanken – ich muss etwas trinken. „Mein Mund wurde so trocken, wie die Wüste”, erklärt Lambert H., der wegen der Challenge sogar frühzeitig von der Schule nach Hause gehen musste. Nach der ersten Hitzewelle kühlt das Brennen etwas ab, aber es schmerzt mehr als 15 Minuten fürchterlich weiter. Als nächstes fängt mein Magen an zu brennen, und mein ganzer Körper schwitzt. Erst nach einer Stunde sind alle Effekte durch den Chip verschwunden. Nach meinem Erlebnis mit dem Chip habe ich ein paar Tipps, die vielleicht mit der Schärfe helfen.  Das beste gegen den Schmerz im Mund ist Milch. „Ohne die Milch hätte ich es nicht überlebt” sagt Tom S., der einen vollen Liter Milch getrunken hat. Es hilft auch, etwas Brot oder Kuchen zu essen, da es die Schärfe förmlich aufsaugt.

Mein Tipp ist es, die Challenge nicht während der Schulzeit zu probieren. Generell ist sie aber eine besondere Herausforderung, die man am besten nicht allein versucht.

Erfolg kann man nicht online bestellen

Von Victoria Riess, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Das schwitzende Pferd und die ermüdete Reiterin galoppieren in der Reithalle und üben Lektionen der schweren Klasse. Das ist mittlerweile das dritte Pferd, das sie heute Nachmittag reitet. Nach dem Versorgen der Pferde warten noch die Schulaufgaben auf dem Schreibtisch. Bis spät in die Nacht wird noch an den Hausaufgaben für den nächsten Tag gearbeitet.

Dies entspricht nicht dem gängigen Bild der Gesellschaft von der jungen Generation. „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.” Heutzutage haben viele das Bild, dass Teenager keine Disziplin haben, lustlos sind und nur zu Hause mit ihrem Smartphone spielen. Doch diese Kritik an der jungen Genration wurde schon vor ca. 2000 Jahren von Sokrates (470-399 v.Chr.) öffentlich geäußert. Die Vorstellung von schwierigen Jugendlichen, die ungehorsam und respektlos sind, gibt es schon immer. Doch entspricht dies der Realität?

„Hallo!“, „Bonjour!“, „Olá!“, „Konnichiwa!“, „Good morning!“ Dies sind nur ein paar von vielen Begrüßungen, die man morgens an der International School in Düsseldorf zum Schulbeginn im Flur hören kann. Genauso divers geht es in der 9. Klasse zu, in der unter anderem drei erfolgreiche Reiterinnen sind. Nach dem Unterricht geht es für diese nicht auf die Couch zum „daddeln“, sondern direkt zum Stall, wo bereits mehrere Pferde auf den Beritt warten.

Ein Interview der drei Schülerinnen zeigt, dass es durchaus motivierte, ehrgeizige und engagierte Jugendliche gibt. Alle drei haben es geschafft, in den deutschen bzw. polnischen Bundeskader aufgenommen zu werden. Möglich ist dies nur durch intensives tägliches Training und regelmäßige Turnierteilnahme. Egal ob diese unter großer Hitze oder in eisiger Kälte stattfinden. Angesteckt von der Begeisterung ihrer Eltern haben sie als Kinder mit dem Reiten begonnen und sich später selbst dazu entschieden, das Reiten als Leistungssport zu betreiben.

Auf die Frage, wie sie sowohl die Schule als auch den Reitsport zeitlich bewältigen können und ob ihre schulischen Leistungen darunter leiden, antworten sie, dass meistens nur spät am Abend noch Zeit bleibe, um Hausaufgaben zu machen und sich auf Klassenarbeiten vorzubereiten. Trotzdem sei es ihnen wichtig, ihre Leistungen in der Schule nicht zu vernachlässigen. Aus welcher Motivation heraus betreiben die Mädchen schon in diesem Alter den Reitsport auf höchstem Niveau? „Mein Ziel ist es, den Spaß bei meinem Hobby nicht zu verlieren, aber trotzdem zielstrebig weiter zu reiten.“, erklärt Lilly (15). Alessa (15) meint: „Früher war es nur ein Hobby, jetzt ist es zu einem Leistungssport geworden.” Solche Antworten zeigen, dass es beim Reitsport nicht nur um Siege geht.

Beide reizt der sportliche Erfolg. Sie genießen es zu sehen, wie ihre Pferde sich weiterentwickeln. Die Turnieratmosphäre ist immer wieder ein Erlebnis, auf welches sie nicht verzichten wollen.  Die Pferde sind ihre Partner, die versorgt, gepflegt und nicht nur muskulär sondern auch mental aufgebaut werden müssen. Nur ein Sportpferd, das sich wohlfühlt, ist bereit, seine:n Reiter:in zu unterstützen. Ohne das Engagement des Pferdes ist kein Erfolg möglich.

Der Nervenkitzel sei bei jedem Turnier vorhanden. Bereits beim Einreiten in das Prüfungsviereck fühlen sie den steigenden Adrenalinspiegel, die Anspannung wächst, äußerste Konzentration auf ihr Pferd sei das Wichtigste. Sogar den Pferden merke man kurz vor der Prüfung die Aufmerksamkeit an. Doch der Turniererfolg sei die harte Arbeit wert – da sind sich alle drei einig.

Dazu, dass Erfolg nur mit Disziplin und hartem Training erreicht werden kann, sagt Veronica (15): „Das Ziel eines Dressurreiters ist es, präzise, flüssig und ausdrucksstark eine Prüfung sicherzustellen. Jedoch geht das nur mit einer ausgelassenen Vorbereitung und gemeinsamer Arbeit untereinander mit Training.”

Tatsache ist, dass die Bundesrepublik Deutschland als vergleichsweise kleine Nation bei internationalen Reitturnieren immer wieder die vordersten Plätze belegt. Diese Erfolge sind letztendlich Kindern und Jugendlichen zu verdanken, die bereit sind, in zwei Welten zu leben, um mit äußerster Disziplin Höchstleistungen im Reitsport zu erbringen. Dabei verlieren sie jedoch ihre schulischen Leistungen nicht aus den Augen und können häufig erstaunlich gute Abschlusszeugnisse vorweisen. Bei vielen anderen Sportarten gibt es ähnliche Geschichten über Teenager zu erzählen.

Selbstverständlich gibt es in der Gesellschaft auch Jugendliche, die als „antriebslose Handy-Daddler“ bezeichnet werden können. Dieser Artikel soll jedoch zeigen, dass sich nur ein geringer Teil der Jungendgeneration so verhält. Ein Vorschlag an alle Erwachsenen wäre es, sich näher mit der heutigen Teenager-Generation zu beschäftigen, bevor man sich ein Urteil bildet.

Nervige, kleine Flitzer oder hilfreiche Fahrzeuge?

Von Veronica Pawluk, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Sie stehen im Weg auf der Straße, sind stilistisch nicht besonders schön, behindern Fußgänger aber bringen uns dennoch umweltfreundlich, mühelos und geräuschlos ans Ziel: E-Scooter. Sie erobern die deutschen Straßen und sind total im Trend, vielerorts sorgen die E-Scooter aber auch für Ärger.

In den Düsseldorfer Stadtteilen stehen immer mehr E-Scooter herum, sie sind seit 2019 zugelassen. Die E-Scooter haben viele Vorteile sowie viele Nachteile. Ab 14 Jahren ist die Fahrt mit einem E-Roller gesetzlich erlaub. Ein Führerschein ist nicht nötig, da die Höchstgeschwindigkeit maximal 20 Kilometer pro Stunde beträgt. Auf einem E-Scooter darf immer nur eine Person fahren. Unter Einfluss von Alkohol ist das Fahren von E-Scootern strengstens verboten.

Dieses Verkehrsmittel ist vor allem für junge Leute attraktiv, weil sie einfach zu bedienen sind. Zu den E-Scooter Vorteilen zählt ihre Nachhaltigkeit. Dank der Strom-Betankung erzeugen sie keine Emissionen. Die Freischaltung und Bezahlung funktionieren schnell und unkompliziert mit dem Handy. Die E-Scooter verursachen aber auch folgende Probleme: mehrere Unfälle, Beschwerden und störendes Zuparken. Es sind zahlreiche Unfälle auf den E-roller bei der Polizei registriert: 2020 wurden demnach 1150 Unfälle verursacht, 2021 registrierte die Polizei 5535 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, 2022 wurden insgesamt 4.647 Unfälle mit Personenschaden gemeldet. Häufig fahren vor allem junge Leute alkoholisiert oder mit mehreren Personen und bringen sich in Gefahr oder verursachen Unfälle.  Weil sie oft unachtsam abgestellt werden, liegen sie kreuz und quer auf den Bürgersteigen herum, weshalb sie besonders für sehbehinderte Fußgänger:innen gefährlich sein können.. Gesetzlich ist der Gehweg für einen E-Roller verboten, gegen dieses Gesetz wird aber sehr oft auch beim Fahren verstoßen. Deshalb gibt es aber Verbotszonen. Bei diesen gibt es solche, in denen nicht gefahren werden darf und solche, in denen nicht geparkt werden kann, zum Beispiel in einer Feuerwehr-Zufahrt, auf Friedhöfen, Grünanlagen oder auf Grünstreifen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass E-Scooter eine großartige Möglichkeit sein können, sich in städtischen Umgebungen fortzubewegen, es ist aber wichtig, die Sicherheitsrichtlinien zu befolgen und auf andere Menschen zu achten, die die Straße ebenfalls benutzen. Regierungen sollten auch an der Umsetzung von Vorschriften arbeiten, um sicherzustellen, dass E-Scooter sicher und verantwortungsbewusst genutzt werden. Darüber hinaus sollten E-Scooter-Unternehmen die Verantwortung dafür übernehmen, die Sicherheit ihrer Fahrer:innen und Fußgänger:innen zu gewährleisten, und daran arbeiten, Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von E-Scootern auf die Umwelt und andere Transportmittel auszuräumen.

Cannabis-Konsum von jungen Menschen in Deutschland

Von Niki Dietrich, Klasse 9, International School of Düsseldorf

40% aller Jugendlichen im Alter von 15-24 Jahren in Deutschland haben schon mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert.

Laut der aktuellen Studie „Drogenaffinität und Sucht“ des Bundesministeriums für Gesundheit, haben im Jahr 2019 rund 6,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert. Insgesamt ist der Konsum von Cannabis bei Jugendlichen in den letzten Jahren zurückgegangen. Doch er ist bei Jugendlichen in Städten viel weiter verbreitet als bei denen auf dem Land, da der Drogenkonsum allgemein in städtischen Regionen viel höher ist.

Der Drogenkonsum bei Jugendlichen kann zu Schäden und Beeinträchtigungen führen, da er Gehirnzellen töten kann, die in der Entwicklung eines Jugendlichen eine hohe Bedeutung haben. In Deutschland sind der Besitz und Konsum von Cannabis illegal. Es gibt jedoch Ausnahmen für den medizinischen Gebrauch. Es gibt verschiedene Präventionsprogramme, die darauf abzielen, den Konsum von Cannabis bei Jugendlichen zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel Aufklärungskampagnen, Schulprogramme und Beratungsangebote. Insgesamt gesehen ist der Konsum von Cannabis bei deutschen Jugendlichen in den letzten Jahren rückläufig, es gibt jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen und der Legalität des Konsums. Präventionsprogramme können helfen, den Konsum bei Jugendlichen zu reduzieren.

Waffenmissbrauch in den USA

Von Maximilian König, Klasse 9, International School of  Düsseldorf

In den USA haben in den letzten Jahren vermehrt Taten mit privatem Schusswaffenmissbrauch, wie z.B. Schulmassaker und Massenschießereien, zugenommen. Genauer betrachtet waren die Vereinigten Staaten auf dem besten Weg, einen neuen Rekord für Massenschießereien in einem Jahr aufzustellen. Insgesamt waren es 647 Massenschießereien. Dies bedeutet, dass zum jetzigen Zeitpunkt das vergangene Jahr 2022 das zweitbetroffenste Jahr für Waffengewalt ist. Das Jahr mit den meisten Delikten war das Jahr 2013, mit einer Anzahl von 690 Massenschießereien.

Darüber hinaus hat die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit privatem Waffenmissbrauch in diesem Jahr rund 44.100 Menschen betroffen, darunter 391 Kinder im Alter von 0 bis 11 Jahren und 2.225 Teenager im Alter von 12 bis 17 Jahren. Um etwas in Zukunft zu ändern und Delikte dieser Art zu minimieren, sind die USA dabei, Gesetze zu reformieren und neu anzupassen. Zudem haben sie ein besonderes Augenmerk auf die Schulen, da die steigende Anzahl an Schulmassakern zu ernsten Problemen geführt haben. Hier laufen intensive Diskussionen über den privaten Gebrauch von Schusswaffen, Anpassung der Gesetze, psychische Gesundheit und Schulsicherheit. Leider ist es sehr schwierig, Gesetze flächendeckend zu ändern bzw. anzupassen, da jeder Staat seine eigene Führungskraft hat und somit seine eigenen Gesetze machen kann.

Ein trauriges Beispiel eines privaten Schusswaffengebrauchs aus dem letzten Jahr war, als ein Walmart-Manager in Virginia, der kurz vor einem Routine-Meeting war, seine Pistole zog. Er erschoss sechs Menschen, Angestellte und Kund:innen, und verletzte viele weitere. Am Ende erschoss er sich selbst. Diese und all die vorangegangenen Schießereien schockierten das Land und erweckten viele Diskussionen von Bürger:innen und Politiker:innen. Viele sind der Meinung, dass dringend etwas geändert werden muss. Leider ist seitdem nicht etwas passiert, was sehr viele Menschen wütend macht. Die Schießereien bzw. die Gewalt mit privatem Schusswaffengebrauch gehen weiter und man stellt sich immer wieder die Frage: „Wann wird Amerika endlich aufwachen und wirklich etwas ändern?“