Interview mit einem IT-Systemkaufmann-Azubi – Christian hat sein Hobby zum Beruf gemacht

Wir haben uns mit einem Auszubildenen getroffen, der einen nicht ganz alltäglichen Berufswunsch anstrebt: IT-Systemkaufmann.

Christian, du machst eine Ausbildung im Informatikbereich. Was für eine Ausbildung machst du denn genau?

Christian: Es gibt im Informatikbereich viele Gebiete. Ich mache eine Ausbildung IT-Systemkaufmann, das ist eher eine käufmännische und netzwerkorientierte Informatik Spezifikation.

Hört sich interessant an. Ist es das denn auch?

Christian: Es ist sehr interessant, aber manchmal auch sehr schwierig. Es gibt manchmal scheinbar unlösbare Probleme.

Wie bist du denn zu dieser Ausbildung gekommen? Es ist ja eher nicht alltäglich.

Christian: Die Firma, bei der ich Azubi bin, hatte sich damals bei uns in der Schule vorgestellt und gesagt, dass sie Leute suchen. Ich fand ihre Präsentation sehr interessant.

Welche Vorraussetzungen musstest du für diese Ausbildung mitbringen?

Christian: Man braucht mindestens einen Realschulabschluss und viel Interesse für diesen Beruf. Außerdem braucht man auch viel Engagement.

Was waren deine Lieblingsfächer in der Schule?

Christian: Informatik, Textverarbeitung und Schwedisch.

Und nun zur letzten Frage: Was wünscht du Dir für die Zukunft?

Christian: Eine tolle und sichere Arbeit, eine tolle Frau und drei tolle Kinder.

Dann wünsche ich Dir alles Gute für deine Zukunft und, dass alle deine Wünsche in Erfüllung gehen!

Sabrina Peters, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Der GSV Geldern feiert sein 100-jähriges Bestehen – Ein unvergessliches Jahr

2009. Dies ist ein Jahr, das so schnell kein Mitgleid des GSV Geldern 09/34 vergessen wird. Denn dieses Jahr feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen im Beisein aller Mitglieder sowie dem gesamten Vorstand und natürlich auch allen Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Ereignis gerne miterleben möchten.

Der Verein umfasst elf Sportarten und hat etwa 700 Mitglieder. Hauptsportart ist Fußball, aber auch eher unbekannte Sportarten wie Trad. Muay-Tai werden angeboten. Zuerst gründete man den TuS Gelria im Jahre 1909, 1934 folgte der RSV Geldern. Beide Vereine standen in keinster Weise zueinander, und keiner der beiden hatte jemals etwas mit dem anderen zu tun. Doch 1992 entschied man sich, aus beiden Vereinen den GSV Geldern 09/34 zu gründen, der nun beide Gründungsdaten im Namen trägt und somit ein doppeltes

Jubiläum Jahr feiert.

Die wohl erfreulichste Nachricht ist, dass der GSV Geldern endlich schuldenfrei ist und somit 2009 auf der finanziell sicheren Seite steht. Auch ein neuer Kunstrasenplatz ist in Planung, er soll im August/September fertiggestellt werden und den Aschenplatz ersetzen.

Aber auch leiden muss der Verein, denn die erste Fußballmannschaft rutschte im letzten Jahr von der Bezirksliga bis in die Kreisklasse B ab. Trotz aller Umstände sehen die Verantwortlichen ein Licht am Ende des Tunnels. Denn zum Jahresende rangierte die Mannschaft auf Platz 5 der Tabelle – so gut wie lange nicht mehr. Das schreckt die Mitglieder des Vereins aber nicht ab, und somit wird das Jubiläum zu einer großen Feier.

Ken Dressler, Geldern, Städt. Realschule A.d. Fleuth

Filmkritik „Walk the Line“ – Ein Mann, der Menschen begeisterte

„Hello, I’m Johnny Cash!“ Mit diesen Worten betrat der berühmte und von seinen Fans geliebte Country-Sänger von tosendem Applaus begleitet einst die Bühne.

Über den Mann, der mit seiner Musik Menschen begeisterte, es persönlich aber oft nicht leicht hatte, erzählt der Film „Walk the Line“.

Er gibt Einblick in das legendäre Leben des „Man in Black“, welches von seiner Leidenschaft zur Musik, aber auch von Drogen- und Alkoholabhängigkeit geprägt war. Einen besonderen Stellenwert hatte seine Liebe zu June Carter.

Gedreht wurde der grandiose, auf den Biografien „Man in Black“ und “ Johnny Cash“ basierende Film, von James Mangold. Die Hauptrollen sind mit hervorragenden Schauspielern besetzt, Joaquin Phoenix ist in der Rolle des Johnny Cash zu sehen und Reese Whiterspoon in der Rolle der June Carter. Beide sangen die Soundtracks des Filmes selbst ein und wurden mit mehren Auszeichnungen geehrt. Auch der Film erhielt in der Kategorie „Bester Film 2006“ den Golden Globe.

Fazit: Dieser Film mit exzellenten Darstellern und guter Musik ist absolut sehenswert.

Sarah Heckner, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Interview mit einem Triathlet – Schwimmen, Laufen, Fahrrad fahren

Max Heckner (13) ist seit zwei Jahren Mitglied im Sportverein TV Goch und ist in der Abteilung Triathlon aktiv. Ich habe ihn zu seinem Hobby interviewt.

Du betreibst den Sport Triathlon, das ist nicht grade ein Sport, den Jugendliche häufig zu ihren Hobbys zählen. Was findest Du denn so toll daran?

Max: Die Kombination aus Schwimmen, Fahrrad fahren und Laufen. Da wird einem nie langweilig.

Und was magst Du davon am liebsten?

Max: Also am liebsten fahre ich Rennrad. Da kann man so richtig schnell sein und andere austricksen, indem man in deren Windschatten fährt und erst kurz vor dem Ziel überholt… Das alles macht sehr viel Spaß.

Da muss man aber bestimmt oft trainieren, wenn man gut sein will…

Max: Das stimmt. Ich trainiere sechs Stunden in der Woche. Mal eine Stunde Schwimmen oder, in Kombination, erst Laufen und dann Schwimmen.

Bleibt denn dann noch viel Zeit für andere Hobbys oder Freunde?

Max: Es geht. Viele meiner Freunde sind ja auch in meinem Verein, ich bin ja auch durch einen guten Freund von mir zum Sport Triathlon gekommen. Aber in den Wochenenden habe ich ja auch noch Zeit, wobei da auch oftmals Wettkämpfe sind.

Und auf diese Wettkämpfe arbeitest Du hin, um richtig gute Ergebnisse zu erzielen?

Max: Ja, das stimmt. Das ist auch meine Motivation, bei jedem noch so harten Training immer weiter zu machen.

Und wie stehen Deine Aussichten in der jetzigen Saison?

Max: Im Moment sehr gut. Bei den letzten Wettkämpfen hatte ich gute Platzierungen und so sammele ich viele Punkte für die NRW-Meisterschaften. Dort wird der beste Triathlet aus NRW ermittelt.

Dann hoffe ich, Du hast weiterhin viel Erfolg und ich wünsch Dir noch weiterhin viel Spaß am Sport Triathlon.

Sarah Heckner, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Aus dem Alltag eines Lehrers – Lernen muss Spaß machen

Wir haben uns mit einem Gymnsiallehrer getroffen, der uns von sich und seinem Beruf erzählt hat.

Sie sind Gymnasiallehrer. Was unterrichten Sie?

Lehrer: Ich unterrichte Mathe und Physik in der Oberstufe und in einer achten Klasse.

Macht Ihnen der Beruf Spaß?

Lehrer: Ja sehr. Ich liebe diesen Beruf einfach. Das war schon als Kind mein Traumberuf.

Was faszinierst Sie denn so an diesem Beruf?

Lehrer: Er ist so vielseitig. Ich arbeite mit „kleineren“ Jugendlichen zusammen und schon mit fast erwachsenen Jugendlichen. Außerdem weiß man am Morgen nie, was einem in der Schule genau erwartet. Das wissen aber auch die Schuler nie so genau. Ich versuche, mir immer etwas Neues einfallen zu lassen, so dass mein Unterricht nie langweilig ist und die Schüler und ich Spaß haben am Unterricht. Außerdem kann man so den Stoff viel besser übermitteln.

Also arbeiten Sie gerne mit Ihren Schülern zusammen?

Lehrer: Ja, sehr gerne sogar. Jeder Schüler ist anders. Ich muss mich auf jeden Schüler neu einlassen. In einer Klasse bzw. einer Jahrgangsstufe gibt es so viele verschiedene Charaktere und auch so viele verschiedene Lernrtypen. Da muss man als Lehrer aus jedem Schüler das Beste rausholen.

Wie sieht Ihr üblicher Tagesablauf aus?

Lehrer: Ich stehe morgens um sechs Uhr auf. Dann frühstücke ich. Um sieben Uhr fahre ich dann zur Schule. Ich habe dann von acht Uhr bis meistens Nachmittags Schule. Wenn ich zu Hause bi,n esse ich noch was, dann setze ich mich an den Schreibtisch und berichtige Arbeiten bzw. Klausuren und bereite mich auf den nächsten Tag vor. Um ca. 22 Uhr gehe ich dann schlafen.

Zum Schlüss möchte ich gerne noch mal Ihre Meinung zu etwas aktuellem hören. Was halten Sie vom Abi nach zwölf Jahren?

Lehrer: Ich finde diesen „Versuch“ nicht gut. Die Schüler, die davon betroffen sind, sind oft sehr überfordert. Durch den Zeitmangel können wir in der Schule nicht alles gründlich genug durchnehmen. Die Schüler müssen viel zu Hause arbeiten und haben wesentlich weniger Freizeit. Außerdem haben sie jetzt schon bis nachmittags Unterricht und haben dann, verständlicherweise, keine Lust mehr auf das Lernen.

Sabrina Peters, Kleve, Johanna-Sebus-Gymnasium

Jugendliche und Sucht – Statt Fahrradtouren Komasaufen

„1,40 EUR bitte!“ Er bezahlt, reicht das Geld über den Tresen und kommt mit einer Flasche Bier wieder heraus aus der kleinen Tankstelle. Wir schauen unseren Freund fassungslos an, begleiten ihn zurück und klären die verblüffte Verkäuferin auf, dass dies nur ein Test war. Wir fragen, warum sie nicht nach dem Ausweis des immerhin erst 15-jährigen Klassenkameraden gefragt hat. „Ich dachte, er sei 18. Bei euch hätte ich gefragt!“, ist ihre lahme Ausrede.

Leider kein seltenes Bild, wie sich nach drei Versuchen in einer Tankstelle, einem großen Supermarkt sowie einem Kiosk zeigte. Lediglich in Letzterem gelang es uns nicht, alkoholische Getränke zu kaufen. Nur ein Verkäufer von dreien, der seine Arbeit richtig macht. Der genauer hinsieht.

Wie sich doch die Jugend verändert hat, mag da sicher die eine oder

andere Mutter denken. Wo vor Jahren noch zum Beispiel gemeinsame Ausflüge oder sportliche Aktivitäten an der Tagesordnung waren, sieht es heute anders aus. Zigaretten, Alkoholkonsum oder andere Drogen bestimmen nicht selten das Leben der Teenager.

Doch wieso genau? Die Schuld sei bei mehreren zu suchen, das meinen jedenfalls einige Befragte. Natürlich stehen an erster Stelle wir Jugendlichen selbst. Wir haben es uns scheinbar selbst zuzuschreiben. Aber sollte man doch nicht Verkäufer, Gruppenzwang oder Neugierde außer Acht lassen. Wie leicht man als Minderjähriger innerhalb weniger Minuten an Alkohol kommen kann, davon konnten wir uns heute selber überzeugen.

Hinzu kommt der Gruppenzwang. Wenn jeder Freund mit einer Flasche Bier oder einer Zigarette dasitzt, möchte man mitmachen und dazugehören. Neugierde ist natürlich auch noch da. „Man möchte etwas wagen, Neues ausprobieren“, bestätigt ein Erwachsener, den wir zu diesem Thema befragten.

Daher freuen sich Supermärkte, Kioskbesitzer und Co. weiterhin über ihre großen Einnahmen in Sachen Alkohol. Und unsere Eltern denken sich sicher: „Wieso können wir nichts tun?“ Vielleicht, weil sie sich wohl oder übel manchmal an die eigene Nase fassen sollten. Auch, wenn sie es nicht böse meinen, ist es so: Sie wollen ihren Kindern mehr Freiraum geben, damit es diesen besser geht, als ihnen selbst in ihrer eigenen Jugendzeit. Leider geht das häufig nach hinten los. Oftmals wissen sie nicht, wo ihre Kinder sind und mit wem sie sich gerade treffen.

Nicht selten verabredet man sich nur zum Trinken oder Rauchen. Das so genannte Komasaufen wird man wohl nie verhindern können. Und auch wenn Schlagzeilen wie „Jugendlicher stirbt an gepanschtem Alkohol“ in unseren Köpfen hängen bleiben, sollte man nicht vergessen, dass es auch viele Ausnahmen gibt. Die, die auch ohne Alkohol Spaß haben und sich amüsieren können. Nicht jeder Teenager ab 13 sollte als Säufer verurteilt werden. Sehr viele Kinder unseren Alters kommen auch gut ohne Alkohol und Drogen aus. Und genau diese Kinder sollten zum Thema werden und nicht die, die damit Aufsehen erregen, zu viel Alkohol, Nikotin oder Drogen konsumiert zu haben

Julia Messing, Kalkar, Städt. Gymnasium Kalkar

Tierversuche für Kosmetika – Quälerei für das Wohlbefinden

Seit 2002 sind Tierversuche in der EU nur noch bei Pharmastudien erlaubt. Das Testen von Kosmetikprodukten an Tieren wurde jedoch verboten. Aber importierte Waren aus Amerika oder anderen Ländern können noch mit Hilfe von Tierversuchen hergestellt worden sein.

Manche Kosmetika, die ohne Tierversuche entwickelt wurden, besitzen ein bestimmtes Siegel. Laut einer Umfrage zum Thema „Tierversuche“ hat sich ergeben, dass die Befragten wussten, was Tierversuche sind. Fast alle waren der Meinung, dass Ratten und Mäuse am ehesten für Tierversuche genutzt werden dürfen. Knapp 90 Prozent wussten, dass Tierversuche in der EU erlaubt sind, aber nicht mehr an Kosmetika. Jedoch achten 70 Prozent der befragten Menschen nicht darauf, ob Produkte mit Tierversuchen hergestellt wurden oder nicht. Keinem von ihnen war klar, dass es ein bestimmtes Siegel für ungetestete Produkte gibt.

Probleme gab es bezüglich der Frage, ob man Tierversuche gänzlich abschaffen solle. Viele denken, dass sie aus moralischen Gründen abgeschafft werden sollten. Allerdings halten sie Tierversuche in der Forschung, wie zum Bespiel in der Medizin, für notwendig. Zwar gibt es Alternativen – da diese aber sehr kostspielig und aufwändig sind, wird wohl weiterhin an Tieren ausprobiert.

Judith Lemm, Nora van Wickeren, Lena Schileffski, Kalkar, Städt. Gymnasium Kalkar

Medien und Partnervermittlung – Wie haben sich eigentlich meine Eltern kennen gelernt?

Chatrooms, Zeitungsannoncen, SMS-Chat, Partnervermittlung im TV. Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Partner fürs Leben über Medien zu finden.

Seit einigen Jahren suchen Millionen Menschen weltweit die große Liebe im Internet. Doch findet man sie dort auch wirklich?

Bei Internet-Plattformen wie „Elitepartner.de“ kann man seine genauen Vorstellungen des Traumpartners eingeben, und er wird dann anhand anderer Profile herausgesucht.

Doch woher soll man wissen, ob die „HeidiKlum25“ nicht die „Cindy aus Marzahn 52“ ist? Im Grunde kann man das nicht. Man weiß nie, mit wem man es wirklich zu tun hat. Und das ist auch das Gefährliche am Chatten.

Wer sich im Internet verstellt, hat am Ende auch keine besseren Chancen, einen Partner abzubekommen. Wenn man anderen Lügen auftischt, kommt es zu großen Enttäuschungen. Aber das Internet ist auch gefährlich. Denn dort tummeln sich nicht nur Singles, sondern auch Vergewaltiger und Straftäter.

Natürlich lügt nicht jeder im Netz. Das sagt auch Prof. Jo Groebel: „Menschen im Internet seien ehrlicher als im wirklichen Leben zumindest, was ihre persönlichen Gedanken und Gefühle angeht.“ Vorsicht und kritisch zu sein, ist trotzdem wichtig.

Das Internet ist auch nicht die einzige Möglichkeit, die große Liebe zu finden.

Auch das Fernsehen bietet da einiges an. TV-Shows wie „Date oder Fake“, „MTV Next“ oder „Bauer sucht Frau“ dienen aber unserer Meinung nach nicht ausschließlich der Partnervermittlung, sondern eher der allgemeinen Belustigung. Denn ganz ehrlich: Wer muss nicht darüber lachen, wenn Bauer Heinrich versucht, seiner Anneliese Traktor fahren beizubringen? Außerdem gibt es in vielen dieser Sendungen ein Drehbuch. So auch bei „MTV Next“. Die Identitäten der Darsteller sind frei erfunden, und alles läuft genau nach Plan.

Nun stellen wir uns die Frage: Wie haben sich unsere Eltern und Großeltern eigentlich kennengelernt? So ganz ohne Handy, Fernsehen und Computer?

Viele lernten sich damals in der Schule oder bei der Arbeit kennen. Natürlich gibt es das heute auch noch, jedoch nicht mehr so häufig.

Aber damals wie heute gibt es die Möglichkeit, eine Zeitungsannonce aufzugeben. Diese erscheinen täglich in allen Zeitungen und werden recht viel genutzt. Dabei fällt auch auf, dass hauptsächlich Personen über 40 Jahre diese gebrauchen. Zeitungsannoncen fangen beispielsweise so an: „Unternehmungslustige 40-Jährige sucht… .“ Die Personen geben meist eine genaue Beschreibung von sich und ihre Vorstellungen des Traumpartners an und hoffen, dass sich der beziehungsweise die Richtige meldet.

Unser Fazit: Egal wer, egal wo und wann: Jeder hat die Möglichkeit, die ganz große Liebe zu finden. Und zwar überall.

Felix Meyer, Robert Küsters und Kathrin Roth, Goch, Coll. Augustinianum Gaesdonck

Vorurteil und Realität- Wir klären auf – Sind Menschen in der Psychiatie wirklich verrückt?

Sie waschen sich stundenlang, putzen ohne Ende oder kontrollieren

immer wieder Herdplatte und Türschloss. Sie essen nicht mehr bis sie nur noch aus Haut und Knochen bestehen. Weit über eine Million Deutsche leiden unter solchen, ähnlichen Störungen.

Als Kathrin G., wie man sagt, „verrückt wurde“, spürte sie erst gar nichts.

Wie hinter einer Glasscheibe fühlte sich die Schülerin, abgeschnitten, unverstanden. Als der Druck dann in Aggressionen gegen sie selbst umschlug, schien wieder keiner hinzusehen.

Was folgte, war fast eine Psychiatriekarriere. Und das ist kein Einzelfall: Psychische Probleme bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden

nach Ansicht von Experten immer häufiger. Die Ursache sind meist Traumata, Einsamkeit, Schuldgefühle und Verdrängung oder auch Mobbing.

Psychische Störungen sind sehr weit verbreitet: Laut einer Studie der WHO(Weltgesundheitsorganisation) von 2005, die 150.000 Personen untersucht hat, leiden jedes Jahr in der EU 27 Prozent (83 Millionen Menschen) unter psychischen Störungen.

Die Wahrscheinlichkeit, einmal in seinem Leben eine psychische Störung zu erleiden liegt bei 50 Prozent. Zwei zwei Dritte aller Fälle bleiben unbehandelt.

Kliniken sind aber sehr wichtig für viele Menschen. Insgesamt haben Frauen ein höheres Risiko an einer psychischen Störung zu erkranken (33 Prozent im Vergleich zu 22 bei Männern).

Es kommen auch mehr Frauen in die Behandlung. Frauen leiden häufig an Angststörungen, Essstörungen und Depressionen. Männer leider eher an Alkohol-, Substanzstörungen oder Psychosen. Je nach Schweregrad der Erkrankung werden auch spezifische Medikamente wie etwa Antidepressiva eingesetzt.

In einer psychiatrischen Klinik gibt es Therapiepläne (ähnlich wie Stundenpläne) mit verschiedenen Therapiebausteinen. Dazu gehört die Bewegungstherapie, Ergotherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie und Tanztherapie. Diese finden als Einzeltherapie oder in der Gruppe statt. Dazu kommen noch psychotherapeutische Einzelgespräche und Visiten durch den Chefarzt oder Oberarzt.

In einer Klinik gibt es keine Kontaktsperre zu den Angehörigen, außer die Patienten wünschen es. Freunde, Familie und Verwandte können Patienten jederzeit besuchen.

Laut einer selbstdurchgeführten Umfrage sind 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Leute in der Psychiatrie „verrückt“seien. 20 Prozent der Befragten finden es gut, dass die Patienten sich mit ihren Problemen in der Psychatrie auseinandersetzen und versuchen, sie zu bewältigen. Mit dem Projekt „Verrückt? Na und!“ wollen Psychologen gegensteuern. Sie sagen: Leute brauchen sich nicht zu verstecken, sollen ihre Ängste und Sorgen mitteilen. Jeder ist auf seine Art und Weise verrückt.

Lea Klyk und Lea Ohren, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Sanitätsdienst in der Schule – Kannst Du Erste Hilfe?

Unfälle passieren täglich, und jeder kann davon betroffen sein. Doch nicht jeder kann oder will helfen. Es passiert zu oft, dass Menschen an Unfallopfern vorbei laufen und sie ignorieren. Doch wenn man sich selbst in einer Notlage befindet, ist es unbegreiflich, wie so etwas geschehen kann, obwohl klar auf der Hand liegt, dass Hilfe benötigt wird.

Eine Frau, die an der Umfrage zur Ersten Hilfe teilgenommen hat erzählt:

„Ich werde meine Kenntnisse auf jeden Fall auffrischen. Ich dachte, ich sei gut informiert, aber da musste ich leider das Gegenteil feststellen. Ich habe selber Kinder und könnte auch niemals ein Kind oder eine andere Person am Straßenrand liegen lassen.“ Nicht nur sie, sondern mehr als die Hälfte der befragten Teilnehmer zwischen 20 und 70 Jahren stellten fest, dass ihre Kenntnisse zur Ersten Hilfe mangelhaft sind.

Normalerweise wird „nicht hilfsbereit“ und „unfreundlich“ der Jugend nach gesagt. Doch was viele nicht wissen, ist, dass sich immer mehr Jugendliche ehrenamtlich engagieren wie zum Beispiel beim Malteser-Hilfsdienst. „Viele Jugendliche haben Spaß, anderen Menschen zu helfen“, sagt Lucas Löwen, Jugendleiter des Malteser-Hilfdienstes in Kalkar.

Auch an Schulen wie am Jan-Joest-Gymnasium der Stadt Kalkar gibt es einen Sanitätsraum, wo Schüler und Schülerinnen der neunten und zehnten Klasse ihre Mitschüler betreuen.

Bei einer Umfrage zum Thema Sanitätsraum sagten alle Teilnehmer, dass es gut sei einen Sanitätsraum an der Schule zu haben, da so direkt Erste Hilfe geleistet werden kann.

„Es ist natürlich besser, Schüler an der Schule zu haben, die ausgebildet sind und sich regelmäßig treffen. Auch Lehrer sind nur Menschen und können mit einer Situation auch mal überfordert sein. Da ist es immer gut, wenn mal eine helfende Hand dabei ist“, sagt eine Schülerin der Schule. Ein weiterer Schüler erzählt: „Ich finde, es sollten mehr Schüler in den Sanitätsdienst gehen. Schließlich kann man dieses Wissen auch im Alltag anwenden.“

Eine Umfrage ergab: Im Allgemeinen sind Jugendliche und Älteren über Erste Hilfe informiert, erschreckend ist und bleibt jedoch, dass das Wissen über Erste Hilfe oft nur lückenhaft ist. Bald können Sie die Auswertungen, der Umfrage zum Thema Erste Hilfe und zum Sanitätsraum auch auf der Schulhomepage des Jan-Joest-Gymnasiums nachlesen: www.gymnasium-kalkar.de

Jennifer Kruss, Joana Wehner, Katharina Gärmer, Piel Dietrich, Kalkar, Städt. Gymnasium Kalkar