Projektwoche – Keine Macht den Drogen

Am K-A-G, Kleve hatte die 7. Jahrgangsstufe im April eine Suchtprojektwoche gegen Drogen und Alkohol bei Minderjährigen.

Schon seit drei Jahren versucht das Konrad-Adenauer-Gymnasium, die Minderjährigen vor dem zunehmenden Drogen- und Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu schützen. Auch in diesem Jahr fand die so genannte Suchtprophylaxe statt. Die Kinder konnten sich zwischen verschiedenen Gruppen entscheiden (wie unten erwähnt wird), in denen sie dann die Woche verbrachten und Videos von ihren Aktionen und ihren Themen, die sie in der Gruppe besprochen haben, drehten.

Mit zwei von ihnen haben wir ein längeres Gespräch geführt. (Celine Boss, 13 Jahre, und Niklas Schmitz, ebenfalls 13).

Wie fandet ihr die Projektwoche?

Celine Boss: Ich fand die Projektwoche sehr gut und unsere Gruppenleiterin war sehr nett und offen. Wir haben einiges bei Ihr gelernt.

Niklas Schmitz: Die Projektwoche hat mir großen Spaß gemacht! Ich hatte eine sehr coole Gruppe. Es war toll!

Welche Gruppen gab es?

Celine & Niklas: Es war vom Tanzen und Theater bis zu Filmdreh und Graffiti-Spray alles dabei.

In welchen Gruppen seid ihr gewesen und was habt ihr dort gemacht?

Celine Boss: Ich war beim Tanzen. Dort haben wir eine Choreographie einstudiert, die wir den anderen Gruppen am Ende der Woche vorgeführt haben. Außerdem haben wir einige Übungen gemacht, in denen wir unser Vertrauen gegenüber Anderen stärken sollten.

Niklas Schmitz: Ich war in der Gruppe „Graffiti-Spray“. Wir haben verschiedene Spraytechniken gelernt und wir durften unserer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei kamen die buntesten und verschiedensten Dinge heraus!

Glaubt ihr, dass die Projektwoche euch etwas für die Zukunft gebracht hat?

Celine Boss: Ich würde sagen, dass ich nach der Projektwoche mehr Selbstbewusstsein habe. Und es war eine coole Erfahrung, mal mit anderen Leuten zusammen zu sein. Das hat einfach Spaß gemacht!

Niklas Schmitz: Durch die Projektwoche habe ich mein neues Hobby entdeckt, aber etwas Wichtiges für die Zukunft hat es mir nicht gebracht.

Sabrina Peeters, Lena Zweers, Tobias Wilmsen, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium

Fußball – Borussia: Saisonziel erreicht

Vor der Saison hieß das erklärte Saisonziel für die Gladbacher: Ein Tabellenplatz im „gesicherten Mittelfeld“. Dieses angestrebte Ziel gab es auch noch vor dem 29. Spieltag der Bundesliga für die Mannschaft vom Niederrhein.

Am 32. Spieltag waren die Bayern die Gegner der Gladbacher Elf im Borussen Park.

Gegen die hoch favorisierte Mannschaft von Trainer Louis van Gaal schaffte die Elf von Michael Frontzeck ein gerechtes 1:1. Mit diesem Ergebnis war das Saisonziel erreicht. Das einzige, was es noch zu erreichen gab, war, in der Tabelle vor dem 1.FC Köln zu landen. Das wäre für die Fans sicherlich schön und für die Mannschaft eine tolle Motivation, so Frontzeck.

Auf die Frage, was das wichtigste Spiel der Saison gewesen war, sagte er: „Wir müssen in jedem Spiel alles geben, das heißt, jedes Spiel ist wichtig.“ Sein Fazit für die zurückliegende Saison fällt durchweg positiv aus. „Mit diesen Erfahrungen werden wir gestärkt in die neue Saison gehen.“

Jonathan Tosberg, Rees, Realschule der Stadt Rees

Umwelt – Stoppt das Artensterben!

„Das Artensterben hat sich beschleunigt“, stellte die Weltnaturschutzunion IUCN im November 2009 fest, als sie die aktuelle Rote Liste vorstellte.

So sind etwa 17.291 Arten von Tieren und Pflanzen weltweit vom Aussterben bedroht, wobei dies vielfach durch menschliches Handeln zu begründen ist.

In der Weltgeschichte gab es immer wieder Phasen von massivem Aussterben, beispielsweise durch Naturkatastrophen, doch seit dem 17. Jahrhundert wird das Artensterben allerdings mehr und mehr durch menschliches Handeln beschleunigt. So ergaben neueste Untersuchungen, dass weltweit zwischen drei und 130 Arten täglich aussterben. Der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN nach zu urteilen, sind beispielsweise eine von drei Amphibienarten, ein Viertel aller Säugetier- und Nadelbaumarten und jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht.

Lebensraumzerstörung, Übernutzung und illegaler Handel von wild lebenden Arten und das Einbringen gebietsfremder Tiere und Pflanzen, sowie Klimaveränderung und Umweltverschmutzung sind die bekannten, durch Menschenhand verursachten Hauptursachen für das Artensterben. So wie der Mensch das extreme Artensterben hervorgerufen hat, kann auch nur er es wieder beenden. Dazu ist allerdings mehr nötig, als das Kennzeichnen von Schutzgebieten.

Die Bestände von Tieren und Pflanzen müssen regelmäßig überprüft werden, Lebensräume dürfen nicht rücksichtslos zerstört werden, und der Natur darf nicht mehr entnommen werden, als natürlich nachwachsen kann.

Um das Artensterben also wieder „in den Griff zu bekommen“, müsste jeder einzelne Mensch seinen Teil dazu beitragen – und das so schnell wie möglich.

Denn mit dem Andauern des Artensterbens ist auch mit dem Verlust wichtiger und unbezahlbarer Ökosystemfunktionen zu rechnen. Dazu zählen zum Beispiel Photosyntheseleistungen von Pflanzen, Bestäubung und Verbreitung von Wild- und Nutzpflanzen durch Insekten und andere Tiere sowie die Selbstreinigung von Fließgewässern. Auch droht der Verlust von Pflanzen- und Tierarten mit bekannter oder potenzieller Heilwirkung, was über kurz oder lang zur Katastrophe führen wird.

Constanze Ambaum, Geldern, Lise-Meitner-Gymnasium

Role Play Convention – Aliens erobern Köln

Über 10.000 Orks, Elben und Rollenspiel-Fans aller Art besuchten am 17. und 18. April die alljährliche Role Play Convention in der Messehalle in Köln/Deutz.

Die führende Rollenspiel-Messe Europas bot Spiele, Lesungen, Modenschauen und noch vieles mehr.

Es gab zahlreiche Attraktionen während der vierten Ausgabe der Role Play Convention, zum Beispiel einen Kostümwettbewerb unter dem Motto „Fantasy Fashion“, an dem Orks, Elfen, Aliens und sonstige Fantasy-Wesen teilnahmen und drei mysteriöse Orks gewannen.

Außerdem gab es ein Mittelaltermarkt, auf dem man alte Handwerkskunst betrachten und in das mittleralterliche Leben hineinschnuppern konnte, denn es gab dort mittelalterliches Essen, Waffen, Kleidung und Gefäße aller Art. Dabei wurde auf einer Bühne mittelalterliche Musik gespielt.

Es wurden außerdem Neuheiten aus dem Bereich PC-Spiele, Brettspiele, Rollenspiele mit Stift und Papier und ähnliches von rund 200 Austellern vorgestellt; die Spiele konnten sowohl in den zwei Messehallen als auch auf dem Außengelände ausprobiert werden. Auch das Lesecafe sorgte für gute Unterhaltung. Dort lasen Autoren aktuelle und spannende Bücher vor. Die Bücher und zusätzliche Signierungen konnten erworben werden. Auch für Spannung sorgten die Tuniere und Spielrunden, an denen die Besucher mit ungefährlichen Waffen kämpfen konnten.

Die Role Play Convention bot viel Programm für die Besucher, die sehr zufrieden waren und nächstes Jahr sicherlich wieder kommen werden.

Aylin Bülbül, Geldern, Lise-Meitner-Gymnasium

Förderschule – Ein Tag in Haus Freudenberg

Wir, zwei Schülerinnen von der Gesamtschule-Mittelkreis-Goch, besuchten für einen Tag die Schule Haus Freudenberg. Der Förderschwerpunkt dieser Schule ist die geistliche Entwicklung von Schülern mit Behinderungen.

In jeder Klasse gibt es elf Schüler und zwei Klassenlehrer, die die Klasse den gesamten Tag unterrichten. Wir wurden einer Klasse zugeteilt, die wir den ganzen Tag begleitet haben. Jeden Morgen entscheiden die Schüler, in welcher Reihenfolge sie die Stunden haben möchten, die Pausenzeit ist allerdings immer zur selben Zeit.

Als wir in die Klasse kamen, hielten sich die Schüler etwas zurück, aber schon nach kurzer Zeit wurden wir offen empfangen und die Schüler erlaubten uns, am Unterricht teilzunehmen. Nach der Frühstückspause konnten sich die Schüler noch etwas aus einer kleinen Mensa, die von den höheren Klassen geführt wird, haben. Das Essen dort kostet nur wenige Cent, die immer aus der Klassenkasse bezahlt werden.

Vor dem Frühstück gab es eine Arbeitsphase, in der jeder Schüler entscheiden konnte, ob er rechnen, lesen oder schreiben möchte. Die Schüler bekamen das entsprechendes Lernmaterial. Eine Schülerin las uns etwas vor, einige der Schüler hatten Probleme mit dem Sprechen, weshalb jeder Schüler der Klasse und die Lehrer die Gebärdensprache lernen.

Schüler mit einer schwereren Behinderung werden von Betreuern aus der Klasse geholt und bekommen etwas Förderunterricht.

Als wir Pause hatten, führten uns die Schüler aus der Klasse über den Schulhof, zeigten uns Spiele oder stellten uns ihren Freunden aus den anderen Klassen vor. Nach der Pause hatte die Klasse Sport. Die Schüler spielten Hockey, die meisten der Kinder konnten ganz gut mit dem Hockeyschläger umgehen. Die, die es nicht so gut konnten, bekamen Hilfe von den Lehrern. Nach dem Sportunterricht gab es noch eine Arbeitsphase, in der eine junge Schülerin in den Snoozel Raum geholt wurde, wir durften auch mitgehen.

Der Snoozel Raum ist ein Raum, in dem Schüler, für die ein so langer Schultag zu lang ist, sich ausruhen können. Die Wände und Fenster sind mit Stoff behängt, der Raum wird nur von einer Discokugel und einigen anderen bunten Lichtern erhellt. Im hinteren Teil des Raumes steht ein speziell angefertigtes Wasserbett, das so stabil ist, dass die Schüler darauf herumhüpfen können, ohne dass es kaputt geht.

Dann gingen wir zurück zu der Klasse, die in der Zwischenzeit die Fotos ihrer Klassenfahrt ansah. Anschließend war noch eine kurze Pause im Innenhof, in der wir uns eine Decke holten und mit fast der ganzen Klasse zusammen UNO spielten. Als wir leider gehen mussten, wurden wir von den Schülern verabschiedet.

Theresa Hopert und Diana, Goch, Gesamtschule Mittelkreis

Basketball – Der Drache schlägt zu

Am 31. Spieltag der Basketball Bundesliga gewannen die Quackenbrücker Artland Dragons im nur mäßig ausverkauften Burg-Wächter Castello mit 93:60 klar gegen die Giants Düsseldorf.

Die Dragons gewannen das erste Viertel klar mit 7 Punkten Vorsprung (28:21). Ausschlaggebend war ein 12:2-Lauf.

Das zweite Viertel war von einer starken Defense der Giants geprägt, die bis zur achten Minute nur drei Treffer zuließen. In diesem Viertel kamen die Giants bis auf zwei Punkte an die Dragons heran, doch dann zogen diese mit einem 10:0-Lauf davon, der spektakulär mit einem Dreier aus der eigenen Hälfte, zeitgleich mit der Sirene, die Halbzeit beendete (43:32).

Im dritten Viertel bauten die Quakenbrücker ihre Führung weiter aus. Auch im letzten Viertel spielte die Mannschaft von Thorsten Leibenath konsequent weiter und gewann das Spiel klar.

Topscorer wurde Toby Bailey mit 24 Punkten für die Dragons. Während Quakenbrück durch diesen Sieg weiter von den Play-offs träumen kann, befindet sich Düsseldorf weiter auf Abstiegskurs.

Jonas Urbic, Duisburg, Franz-Haniel-Gymnasium

Interview – Generationswechsel in der Ballettschule Hütten

Wie sind Sie zum Ballett gekommen?

M. Hütten: Mein Vater war Tänzer, er hat in Berlin gelernt. Schon mit 13 Jahren wollte ich Tänzerin werden und bin dann mit 15 Jahren auch zum Theater gegangen. Dort habe ich bei mehreren Rollentänzen mitgewirkt und nach zweieinhalb Jahren habe ich eine Prüfung abgelegt.

D. Hütten: Mit 13 oder 14 Jahren habe ich bei meiner Mutter angefangen Ballett zu tanzen. Bei der Aufnahmeprüfung an einer Hochschule für Musik und Bühnentanz in Köln wurde ich angenommen. Nachdem ich in Düsseldorf an der Oper vorgetanzt hatte, hatte ich meine Abschlussprüfung bestanden.

War es Ihr Traumberuf, Ballettlehrerin zu werden?

M. Hütten: Erst war ich natürlich Tänzerin, aber dann habe ich mich entschieden, Ballettlehrerin zu werden.

D. Hütten: Es war eine besondere Erfahrung, diesen harten Beruf zu wählen. Aber man wächst schnell als Tänzer in die Rolle des Lehrers hinein. Vor zehn Jahren habe ich dann erst einmal mit dem klassischen Tanzen aufgehört. Aber obwohl es kein Bestreben zum Ballettmeister gab, fehlte mir etwas.

Warum wollen Sie die Ballettschule weiterführen?

D. Hütten: Weil mir ja etwas fehlte, ging ich dann zum Theater zurück. Ich sammelte viel Erfahrung im Bereich Pädagogik und machte in Mainz meine Ballettmeisterprüfung. Danach war ich in Berlin und habe im Musical-Bereich mitgewirkt. Doch wieder fehlte mir der klassische Tanz. Als ich gehört hatte, dass meine Mutter die Ballettschule abgeben wollte, wurde mir bewusst, dass ich nach Kleve gehöre und genug Pädagogikerfahrungen gesammelt hatte.

Was hat Sie dazu geführt, die Ballettschule immer weiterzuführen und nie aufzugeben?

M. Hütten: Es hat mir immer Spaß gemacht, mit den kleinen Kindern zu arbeiten; da kann man einfach nicht aufhören.

Seit wann gibt es die Ballettschule Hütten?

M. Hütten: Die Ballettschule Hütten gibt es schon seit 1967 hier in Kleve.

Wird sich die Ballettschule ändern?

D. Hütten: Weiterhin wird es natürlich Ballettaufführungen geben. Ich werde natürlich viel mehr als meine Mutter vorzeigen können, aber ich werde den Schülern und Schülerinnen weiterhin die russische Balletttechnik nahebringen. Außer Klassik werde ich aber auch Modern und Jazz zeigen. Samstags wird es dann eine Open-Class mit eineinhalb Stunden Training geben. In den Ferien werden dann, wie auch schon in diesen Herbstferien, Workshops angeboten. Dort gibt es auch andere Tanzstile, da der Tanz vielseitig ist. Aber auch Klassik verändert sich, denn Spaß muss an einer Ballettschule auch dabei sein. Außerdem wird der Saal in der neuen Ballettschule größer sein. Der Unterricht wird auch weiterhin für Jungen und Mädchen stattfinden.

Wie werden die neuen Gruppen aufgeteilt sein?

D. Hütten: Ich werde die Gruppen den Altersstufen entsprechend aufteilen: Es wird einen kreativen Kindertanz für Interessierte im Alter von drei bis sechs Jahren geben. Dann wird es noch eine Gruppe für Anfänger, fortgeschrittene Anfänger und Fortgeschrittene geben.

Stefanie Liffers und Marie-Thérése Werner, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium

Geocaching – Die Schnitzeljagd der Neuzeit

Geocaching ist eine Schnitzeljagd auf moderne Art und Weise. Überall auf der Welt sind Caches versteckt. Caches sind meist Filmdosen, sie können aber auch größer, z.B. Butterbrotsdosen, oder kleiner, etwa wie ein Magnet, sein.

In einem Cache befindet sich immer ein Logbuch. Dort schreibt man seinen Cachernamen, Datum und Uhrzeit hinein.

Wenn man Geocacher werden will, muss man sich auf einer Internetseite anmelden, auf dieser Seite muss man auch alle Caches, die man gefunden hat, „loggen“. Das heißt, man notiert, wann man ihn gefunden hat und noch ein oder zwei Sätze zu dem Cache.

Man findet einen Cache, in dem man die Koordinaten, die auf der Internetseite nachzugucken sind, in ein Navigationssystem oder GPS eingibt.

Es gibt viele verschiedene Arten von Caches: „Traddies“, das sind die Standartcaches, Rätselcaches, dort muss man vorher ein Rätsel lösen um die Koordinaten zu ermitteln, Nachtcaches, diese kann man nur bei Nacht lösen, Multicaches und noch viele andere.

Also, wenn Sie sonntagnachmittags nichts zu tun haben, gehen sie doch einfach geocachen!

Patricia Sonderfeld, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium

Menschen – Hauptkampflinie Nütterden

Im Rahmen eines Schulprojektes habe ich meinen Großvater interviewt und ihn zu seinen Kriegserlebnissen aus dem Zweiten Weltkriegen befragt.

Er erzählte mir, dass 1944, als knapp 14-Jähriger, seine Wehrertüchtigungszeit hinter sich hatte. Am 16. September kehrte er aus Orsoy nach Nütterden und bereits am Sonntag, dem 17. September, während die meisten Kinder entweder auf der Nütterdener Kirmes befanden oder der Sontagsmesse lauschten, landeten die Engländer zwischen Kranenburg und Wyler mit Lastenseglern und Fallschirmjägern.

Die Kirche, in der sich mein Großvater zu diesem Zeitpunkt aufhielt, stand daraufhin unmittelbar unter schwerem Beschuss und er müsste sie durch die Sakristei verlassen. In Frasselt starben an diesem Morgen elf Zivilisten, darunter auch Kinder. „Die Luft war voll von Jabos, Jagdbomber“, so mein Opa, die auf alles schossen, was sich bewegte. „Es war eine schlimme Zeit.“

Die feindliche Artillerie schoss jeden Tag die Granaten auch auf Nütterden ab. Die Soldaten, die bei der Familie meines Großvaters auf dem Heuboden mit Blick auf Wyler und Zyflich einen Beobachtungposten hatten, konnten die Kämpfe um den Teufelsberg in Wyler mit ihren Fernrohren gut beobachten. Während der Nachtstunden, die sich im Schulbunker verbringen mussten, sahen er und seine Schulkammeraden den Himmel über Arnheim, hell erleuchtet – die Leuchtmunition am Himmel sahen furchterregend aus, und die Explosionen waren gut zu hören. Wenn die Artilleriegeschosse durch die Luft flogen, konnte man schon am Geräusch hören, ob sie weit weg oder in der Nähe einschlugen.

Am 7. Oktober wurde dann Kleve durch einen mit mehreren Hundert Bombern durchgeführten Luftangriff dem Erdboden gleichgemacht. „Bomben schwebten in langen Ketten auf Kleve zu.“ Mein Großvater beschrieb, wie die Erde zitterte. Die spärliche Luftabwehr konnte nicht viel erreichen. Ein Bomber jedoch erlitt unter dem Jubel meines Großvaters und dessen Freunden einen Volltreffer. Der Jubel währte allerdings nicht lange – schon im nächstem Augenblick lag mein Großvater auf der Nase, denn die “ Tommys“ (britische Soldaten), die in Wyler stationiert waren, hatten es gesehen und deckten das Lager mit Artilleriefeuer ein.

Am Abend marschierten junge Soldaten in Richtung Wyler – nur wenige kamen am nächsten Morgen zurück. Ihre toten Kammeraden trugen sie in Zeltplanen gehüllt mit sich. Da mein Großvater und seine Freunde Messdiener waren, mussten sie die Opfer am nächsten Morgen mit dem Pastor, der ein paar Gebete sprach, begraben. Im Hintergrund konnte man noch den ohrenbetäubenden Jagdbomberbeschuss vernehmen. Kurz darauf wurde Nütterden zur Hauptkampflinie erklärt und alle Zivilisten mussten evakuiert werden.

Niklas Fockenberg, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium

Schüleraustausch – Küsschen rechts, Küsschen links

Katrin L. (17) verbrachte ein halbes Jahr bei einer fremden Familie in Frankreich.

„Ein halbes Jahr in Frankreich ist ganz schön lang, aber am Ende wäre ich gerne noch länger geblieben.“ sagte uns Katrin in einem Interview. „Außerdem braucht man mindestens fünf Monate, um die Sprache richtig zu lernen.“

Am Anfang hatte sie einige Sprachprobleme, vor allem mit den französischen Fachausdrücken im Unterricht. Katrin fand die französische Schule sehr gewöhnungsbedürftig: „Wir hatten jeden Tag, außer mittwochs, bis fünf Uhr Schule. Eine Schulstunde dauert 55 Minuten, die Pausen sind sehr kurz und alle Schüler essen in der Mensa.“

Auch an das Essen musste Katrin sich gewöhnen. Es gab zu jeder Mahlzeit Brot und man trank Kranwasser – sogar Schnecken hat sie probiert. Katrin kam mit der siebenköpfigen Familie so gut zurecht, dass sie mit ihrer Schwester Stefanie (14), erneut nach Frankreich fuhr. Seitdem wird der Kontakt über Telefon und Internet weiterhin gepflegt.

„Franzosen sind lockere und offene Menschen, die aber keine Pünktlichkeit kennen und auf die französische Sprache bestehen“, erklärte uns Katrin lachend. „Frankreich hat mir sehr gut gefallen. Ich habe dort Sachen gelernt, die ich unter schulischen Umständen nicht gelernt hätte. Man kann die Sprache am besten dort lernen, wo sie gesprochen wird. Es war eine tolle Erfahrung, die ich jedem weiterempfehlen kann.“

Birte Rättges & Pia Lange, Kleve, Konrad-Adenauer-Gymnasium