Kleidung – Jeder Zweite ist für die Schuluniform

Immer wieder wird über Schuluniformen diskutiert. Doch brauchen wir sie wirklich? Ist es wirklich so schlimm, wie viele meinen? „Es gibt viel Mobbing und so, vor allem wegen der Marken“, sagen manche. Doch diese konservative Ansicht soll an dieser Stelle zurückgestellt werden. Wir wollen wissen: Was sagen eigentlich die Schüler selbst zum Thema?

Eine Umfrage an der Maria-Montessori Gesamtschule in Krefeld hat ergeben, dass sich fast jeder zweite Schüler eine mehr oder weniger einheitliche Schulkleidung wünscht. Dabei geht es ihnen allerdings in der Regel nicht darum, Mobbing zu unterbinden, sondern einfach ums Gemeinschaftsgefühl.

Eine absolut unabhängige Schülereigeninitiative hat sich an unserer Schule schon mal für die Schuluniform eingesetzt. Doch das scheint nie bis zur Schulleitung durchgedrungen zu sein. Denn einheitliche Schulkleidung gibt es an der BMMG auch heute noch nicht. Obwohl jeder Zweite dafür ist.

Julian Davids, Krefeld, Maria Montessori-Gesamtschule

Radball – Eine „Exoten-Sportart“

Harte Bälle und Kunsträder – was das wohl sein mag? Ich bin der Sache auf den Grund gegangen und mittwochsabends um 18 Uhr zur kleinen Turnhalle nach St.Hubert gefahren.

Dort stehen schon ein paar Jungen herum, doch um die nächste Ecke kommen auch Mädchen geradelt. „Ob wir heute wieder üben, ste­hen zu bleiben oder gegen den Ball zu spielen?“, fragen sich Konstantin Kerl und Maximilian Kleining. Ste­hen zu bleiben? Ich denke die spielen Radball und nicht, wer bleibt am längsten stehen?

Da erfahre ich, dass das zum Radball spielen dazu gehört, und dass es tat­sächlich wichtig ist, gut auf dem Fahrrad stehen zu können. „Ebenso wichtig ist das Vorwärts- und Rückwärtsfahren“, erklärt Robin Weinramk.

Pünktlich um sechs Uhr kommt auch einer der Trainer um die Ecke, und dann werden flink die Tore aufgebaut, und jeder Spieler nimmt sich ein Fahrrad. „Ich nehme bei je­dem Training das selbe Fahrrad, genauso wie die anderen, denn es ist sehr wichtig, da durch unterschiedliche Spannung auf der Kette das Fahrrad ganz anders zu fahren ist“, erklärt Radballspieler.

Anderthalb Stunden später ist das Training zu Ende, jetzt spielen die Erwachsenen noch ein Paar Runden Radball. Wer jetzt Lust hat, auch einmal Radball zu spielen, kann mittwochs oder freitags um 19 Uhr zur kleinen Turnhalle nach St. Hubert kommen. Dort sind noch Plätze frei.

Sarah Stosiek, Krefeld, Maria Montessori-Gesamtschule

Die einzigartigste Schule Krefelds – Spaß am lernen: trotz Behinderung

Die Schülerinnen und Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule (BMMG) haben Spaß am Lernen, weil die BMMG körperbehinderte Kinder besser integriert und mehr Rücksicht auf diese im Schulalltag nimmt. Die BMMG unterscheidet sich besonders darin von anderen Schulen, dass von der fünften bis zur achten Klasse Freiarbeit angeboten wird. In der neunten und zehnten Klasse findet einmal wöchentlich der Projekttag statt.

Am Projekttag erstellen die Schülerinnen und Schüler Projekte und lernen für ihr Leben. In der Freiarbeit erledigen die Kinder Pflichtaufgaben aus den Hauptfächern und können selbstständig Projekte erstellen.

Die BMMG integriert aber nicht nur körperbehinderte Kinder, sondern auch welche mit einer anderen Behinderung und Kinder, die keine Behinderung besitzen. Die Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung sind keinen falls benachteiligt an dieser Gesamtschule. Sie lernen mit Spaß und gemeinsam mit allen anderen Kindern. An der BMMG wird nicht nur Schülerinnen und Schüler ohne Behinderung, sondern auch für alle mit Behinderung ein Praktikums- und Ausbildungsplatz gesucht. Außerdem werden sie auf diesem Weg unterstützt und begleitet.

Lena Grey und Fabienne Bänisch, Krefeld, Maria Montessori-Gesamtschule

Das Buddy-Projekt – Schüler machen Schule

Jedes Jahr wird der Sieger des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde das so genannte Buddy-Projekt Sieger und im Bildungskongress vorgestellt. Zu dieser Ehrung luden die Förderer Vodafone als Sponsor, Politiker, Nachwuchspolitiker und die Presse ein, auch Schüler der Betty-Reis Gesamtschule als Nachwuchsreporter waren dabei.

Die „Buddys“ (Kumpel) stehen für eine andere Lernkultur, denn Schule ist nicht nur Wissenschaft. Die Präsidentin des Buddy e.V., Prof. Dr. Rita Süßmuth, erklärte, dass dieses Projekt durch Straßenkinder entstanden ist. Man erkannte, welches Potential in den vernachlässigten Kindern steckte. Diese wollte man individuell fördern. „Kinder sehen Dinge, die wir nicht mehr sehen“, so Süßmuth.

Am Anfang des Kongresses spielte das Grundschulorchester der GS Richardstraße Düsseldorf. Diese Grundschule arbeitet schon seit 2006 mit dem Buddyprojekt zusammen. Der Schul- und Sozialdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf, Burkhard Hintzsche, eröffnete mit einer Rede offiziell den Kongress. Er überreichte gemeinsam mit Stefan Märkl, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Deutschen Bank Düsseldorf, die Urkunde und den Pokal an die Präsidentin des Vereins. Diese hielt eine ausführliche Rede über das Konzept „Schüler machen Schule“. „Das Förderkonzept umfasst das Miteinanderlernen, nicht nur der Kopf muss stark gemacht werden. Eine Lernkultur ohne Schulkultur funktioniert nicht“, so Süßmuth.

Dr. Mark Speich, der Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland, bedankte sich für den Preis. Vodafone unterstützt das Projekt nun schon seit zehn Jahren mit jährlich mehreren Millionen Euro.

Nach einer kleinen Pause wurden die „Nachwuchspolitiker“ vorgestellt. In einem Workshop am Vortag wurden Schülerwünsche „So könnte, müsste Schule sein“ erarbeitet, die nun vorgestellt wurden. Rita Süßmuth erkannte vieles als notwendig an, meinte aber, dass die Forderungen noch keine gute Schule ausmachten. Sie appellierte an die Schüler: „Was übernehmen denn die Schüler beim Mitgestalten des Schulelebens selbst?“ Prof. Dr. Peter Fauser, Universität Jena, erläuterte in seinem Vortrag den Zentralbegriff „Kompetenz“: „Verstehen lernt man nicht ohne verstanden zu werden.“

Anschließend stellten die Hauptschule Harsewinkel und ein Lehrer der Helene Lange Schule Wiesbaden ihr Konzept des Schulalltags dar. Zum Schluss durften die Schüler der Betty-Reis- Gesamtschule Teilnehmer während der Mittagspause auf dem „Markt der Möglichkeiten“ befragen.

Für die Schüler war es ein schöner und interessanter Tag im Reporterleben. Natürlich hatten wir bei der ganzen Arbeit auch einen guten Appetit und bedienten uns am tollen Imbiss, bevor wir die Heimfahrt antraten.

Bettina Haas, Yanik Peiffer, Markus Strazar, Wassenberg, Betty-Reis-Gesamtschule

Hilfe, die ankommt – „Ich freue mich, wenn die Leute lächelnd gehen!“

Man kann bereits ab ein Uhr die lange Schlange vor der Viersener Tafel sehen, wenn man die Hohlstraße entlang fährt.

Was die Viersener Bürger sagen:

Die meisten Passanten hatten bei unserer Umfrage die selbe Meinung: „Ich finde, dass die Tafel eine sinnvolle Institution ist!“ „Es ist gut, dass Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, nicht weggeworfen, sondern an Bedürftige weiter gegeben werden.“

Trotzdem gab es auch kleine Kritikpunkte, wie etwa die langen Wartezeiten für Bedürftige, die Tatsache, dass die Tafel finanziell nicht vom Staat unterstützt wird, und die Ausnutzung der Tafel.

Das Team

Das Team setzt sich aus 119 freiwilligen Helfern zusammen, von denen 59 aktiv sind. Täglich kümmert sich eine Gruppe von zehn Personen darum, dass sozial Schwächere mit Lebensmitteln versorgt werden. Luzia Witthake, die Vorsitzende, berichtete, dass sie bereits seit sechs Jahren bei der Tafel tätig sei.

„Ich freue mich noch heute, wenn die Leute mit einem kleinen Lächeln gehen!“

Finanzierung und Lebensmittelbeschaffung

Alle Mitglieder zahlen einen Mitgliedsbeitrag, welcher natürlich nicht alle Kosten deckt. Deshalb ist die Tafel auf Sponsoren angewiesen, die diese mit Sach- und Geldspenden unterstützen. Die Lebensmittelbeschaffung erfolgt durch Bäcker, Supermärkte, Bauern, Großhändler und Bürger.

Tagesablauf

Einige Freiwillige fahren jeden Morgen in einer vierstündigen Tour durch Viersen und Umgebung Spender ab und sammeln Lebensmittel ein. Dann werden dienstags, mittwochs und freitags um 15.30 in der Hohlstraße die Spenden an Bedürftige ausgeteilt. Manche stehen bereits ab ein Uhr vor der Ausgabe, um sich mit anderen auszutauschen und eine Abwechslung im trüben Alltag zu haben. Montags findet die Ausgabe in Dülken und donnerstags in Süchteln statt. Außerdem kommen Helfer zweimal wöchentlich zu Personen nach Hause, die keine Möglichkeit haben, zur Ausgabe zu kommen.

Bedürftige

Zurzeit versorgt die Viersener Tafel ca. 700 Familien mit rund 1500 Personen, darunter viele Kinder. Um Ordnung zu halten, führen die ehrenamtlichen Arbeitskräfte eine Kartei, in der jeder vermerkt ist. „Ich persönlich bin froh, dass es solch eine Organisation gibt, die ich täglich in Anspruch nehmen kann. Allerdings ist es schade, dass manche Menschen die erhaltenen Lebensmittel auf dem Heimweg aussortieren!“, sagt eine Bedürftige.

An diesem Beispiel kann man sehen, wie dankbar sozial Schwache über diese Einrichtung sind.

„Besonders berührte mich die Tannenbaum-Aktion des vergangenen Jahres. Bei dieser Aktion wurden 150 Tannenbäume für Tafelbesucher zur Verfügung gestellt. Die Mutter einer Familie weinte bitterlich, da sie seit fünf Jahren keinen Tannenbaum mehr hatten. Vor allem war es der erste Tannenbaum für ihre Kinder“, sagte Luzia Witthake.

Planungen

Zukünftig planen Verantwortliche auch eine warme Mahlzeit.

Maren Siegert und Philine Schlickum, Viersen, Erasmus-V.-Rotterdam-Gymnasium

Berufsorientierung im BiZ – Finde Deinen Beruf!

Die meisten Schulen bieten den Schülern und Schülerinnen der 9. und 10. Klassen einen Besuch im Berufsinformationszentrum ( BiZ ) an, um den Schülern die Suche nach dem passenden Beruf zu vereinfachen.

Gerade für die Schüler, die den Real- oder Hauptschulabschluss ansteuern, ist dieser Schritt meistens eine große Hilfe im Punkt Berufsorientierung. Nach der 10. Klasse fängt für sie das Berufsleben richtig an. Sie müssen sich selbstständig um eine Lehre kümmern, aber dafür müssen sich die Schüler darüber im Klarem sein, welche Sparte der unendlich vielen Berufe sie wählen.

Doch um diese Entscheidung zu vereinfachen, gibt es das BiZ. Dort kann man anhand von verschiedenen Tests herausfinden, für welche Berufe man geeignet ist und für welche eher nicht. Diese Tests helfen einem nicht nur bei der Berufsorientierung, sondern machen auch noch jede Menge Spaß. Außerdem gibt es Filme zu den verschiedensten Berufen und illustrierte Infomappen. Man kann dort auch Material für Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im Ausland anfordern.

Falls man nach diesen Möglichkeiten immer noch nicht genau weiß, was man nach dem Schulabschluss machen soll, vereinbart man einfach einen Termin mit dem entsprechendem Ansprechpartner. Auch im Internet kann man Tests zur Berufsorientierung machen. Einen findet man auf der Internetseite : www.planet-beruf.de. Auf dieser Seite findest Du alles rund um Beruf und Ausbildung. Doch trotzdem wäre ein Besuch im BiZ sehr hilfreich, da man dort die entsprechende Hilfe hat. Zusätzlich kann man im BiZ auch an Veranstaltungen teilnehmen, zum Beispiel zu den Themen Bewerbung, Arbeit im Ausland oder Beruf. Diese Veranstaltungen finden in den Gruppenräumen des Berufsinformationszentrum statt. Das so genannte BiZ findet man in allen Agenturen für Arbeit, es steht einem jederzeit zur Verfügung.

Also, wer keine Ahnung vom Berufsleben hat, ab ins BiZ in deiner Nähe!

Lisa Gielen und Annika Pieper, Krefeld, Maria Montessori-Gesamtschule

Shopping – Bald eröffnet in Hückelhoven das C&A-Center

Anfang März nächsten Jahres ist die Eröffnung des C&A-Centers in Hückelhoven auf der Parkhofstraße. In dieses Center kommen mehrere kleine Modegeschäfte und dort wird es auch Essmöglichkeiten geben. Viele fragen sich, warum nicht H&M oder ähnliche Großkonzerne nach Hückelhoven kommen.

So wie Bernd Jansen, Bürgermeister der Stadt Hückelhoven, sagt, hätten sie gerne mehrere genommen. Da aber Hückelhoven nur ca. 40.000 Einwohner hat und die meisten Großkonzerne erst bei 60.000 Einwohnern sich in den Städten niederlassen, war es schon schwer C&A nach Hückelhoven zu bekommen. Der Stadtrat und die Verwaltung versuchen trotzdem, noch mehr Großkonzerne nach Hückelhoven zu holen.

Um das C&A-Center zu bauen, wurden kleinere Gebäude abgerissen, so entstanden allein sechs, sieben Millionen Euro nur Abbruchkosten. Daraus lässt sich schließen, dass schon viel Kraft und Geld in das Gebäude investiert wurde.

Der Stadtrat und die Bürger von Hückelhoven sind gespannt, wie das C&A-Center aussehen wird, dass vom Architekturbüro Greven in Hückelhoven entworfen wurde.

Jacqueline Küppers, Hückelhoven, Realschule D.stadt Hückelhoven

Mode – Vom Catwalk ins Geschäft

Viele Jugendliche stellen sich jeden Morgen die selbe Frage: Was zieh ich heute an? Was ist gerade angesagt? Wird es den anderen gefallen? Steht mir das auch?

Was gerade modern ist, ist immer ein großes Thema – nicht nur bei den Mädchen. Auch Jungs finden es wichtig, gut auszusehen und sich auch dabei wohl zu fühlen. Das ist nicht immer der Fall, denn an manchen Schulen werden die Schüler wegen ihrer Kleidung und ihres Aussehens gemobbt. Meist, weil die Eltern kein Geld für teure Markenkleidung von Designern wie Tom Tailor, Esprit und ähnlichen haben. Die Jüngeren in der Familie müssen die Kleidung der älteren Geschwister oder Kleidung aus Secondhand-Shops tragen. Das ist meist demütigend für diese Kinder, sie fühlen sich ausgeschlossen und sind sich nicht sicher, ob die anderen sie dadurch nicht mögen. Sie würden gern so sein wie die Prominenten, denn die meisten Jugendlichen und Kinder haben einen Prominenten als Idol, wie zum Beispiel Miley Cyrus oder Robert Pattinson.

Sie wollen ihrem Idol ähnlich sein und genau so aussehen. Jugendliche sollten zwar ein Idol haben, jedoch nicht alles an ihm kopieren, sie sollten ihren eigenen Style entwickeln. Doch es werden auch Schüler gemobbt, die viel oder so viel Geld haben, dass sie sich die Markenkleidung leisten können. Jeder dritte Schüler ist ein Mobbingopfer. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag der LBS-Initiative „Junge Familie“ durchgeführten Studie.

Auch im Berufsleben ist gutes Aussehen wichtig. Jeden Tag steht man Stunden lang vor dem Spiegel, um sich zu schminken und so anzuziehen, dass man schöner aussieht. Die meisten haben ihren eigenen Style. Es gibt viele verschiedene Stilrichtungen, zum Beispiel Punk, Gossip, Glamour oder klassisch. Es gibt viele verschiedene Designer, die alle Stilrichtungen vertreten.

Alles, was gerade angesagt ist, steht in Magazinen wie Bravo Girl oder Mädchen. Die neusten Kollektionen der Designer werden von Models auf dem so genannten Catwalk vorgeführt. Zum Beispiel in Paris, Mailand oder New York. Die meisten Prominenten kaufen Mode vom Catwalk. Viele Prominente entwerfen sogar ihre eigene Modekollektion.

Auf der Fashion Week stellen große Designer wie Wolfgang Joop ihre Kollektionen vor. Dann gelangen die Outfits in verbilligter Form auch bei uns in die Läden, wo viele sie dann kaufen. Es gibt große Modenshows in verschiedenen Ländern mit vielen berühmten Designern und Promis, etwa die Fashion Week in New York oder London.

Doch was bedeutet uns Mode? Mode verändert sich, es gibt die Herbstmode mit warmen Farben oder die Sommermode mit bunten Knallfarben, und all dies ist von verschiedenen Designern entworfen worden. Es hängt mit viel Arbeit zusammen. Zuerst muss der Designer eine Idee haben was er designen will, dann müssen an dem Outfit noch ein paar Sachen verbessert oder geändert werden. Die Farbe wird ausgewählt und was sonst noch gemacht werden muss.

Julie Heyartz, Hückelhoven, Realschule D.stadt Hückelhoven

Pfarrer Rainer Thoma im Interview – Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Und was ist mit der Wirtschaft?

Guten Tag, Herr Pfarrer Rainer Thoma.

Meine Klasse nimmt am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ der Rheinischen Post teil. Ich habe Sie als Interviewpartner gewählt, weil es mich interessiert, was die Kirche zu Themen wie der Wirtschaftskrise sagt und was in der Gemeinde St. Benedikt so passiert.

Seit wann sind Sie in der Kirche St. Cornelius, und warum haben Sie sich für die Ämter als Pfarrer und Priester entschieden?

Thoma: Ich bin seit 17 Jahren der Pfarrer der Kirche St. Cornelius und bin seit 24 Jahren zum Priester geweiht. Meine Ausbildung habe ich in Bonn und ein Jahr in Freiburg gemacht. Ich war schon immer sehr interessiert am Glauben, weil auch das Thema stark in meiner Familie geprägt war. Meine Eltern waren beide gläubig. Damals habe ich als Jugendlicher schon Verantwortung in der Gemeinde gehabt. Ich war zum Beispiel Lektor. Nach dem Abitur am St. Ursula Gymnasium in Geilenkirchen ging ich zu einem Studienhaus in Bonn. Als ich da war, waren etwa 50 Studenten in diesem Studienhaus. Später waren es 80.

Also im Studienhaus gab es 100 Zimmer. Die übrigen Zimmer belegten andere Studenten, wodurch ein Austausch und Kommunikation zwischen verschiedenen Studenten stattfand. Gott war mir schon immer wichtig, und ich stellte häufig Fragen wie „Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?“ und die Sinnfrage, auf die ich in der Theologie Antworten gefunden habe.

Wie merken Sie und die Kirche die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise?

Thoma: Also wir merken die Wirtschaftskrise deutlich, zum einem durch die Steuerrückgänge und zum anderen spart das Bistum Aachen ein, sodass Mitarbeiter bei Beratungsdiensten entlassen wurden. Es wird viel reduziert, zum Teil auch ab 1. Januar. Da wird es nur noch einen Gemeinderat für vier Kirchen geben (St. Cornelius, St. Peter, St. Ullrich & Herz Jesu) und eine einheitliche Gemeinde. Jedoch könnte es sein, dass eine Kirche geschlossen wird. Ich kenne zwar nicht die konkreten Zahlen der Spenden, aber ich glaube, dass es einen leichten Rückgang der Spenden gibt. Aber in Deutschland war schon immer eine große Spendenbereitschaft.

Nun, warum kam es zur Wirtschaftskrise?

Thoma: Kapitalien wurden von den Banken von anderen benutzt, um einen Profit an der Börse zu machen, jedoch haben diese sich verkalkuliert. Man hätte besser für die Gemeinschaft gedacht und nicht den großen Gewinn vor Augen gehabt. Aber Wirtschaft betreiben nicht nur die Bänker oder die Börsianer, die in der letzten Zeit sehr oft interviewt wurden im Fernsehen, sondern auch zum Beispiel auch die Kirche redet in der Wirtschaft mit. Zum Beispiel der Erzbischof Reinhard Marx hat wie sein Namensvetter Karl Marx, das Buch geschrieben „Das Kapital“. Auch vieles, wie es sich die Christen vorstellen, haben sich in der Wirtschaft und in die Gesetze durchgesetzt, zum einem in der EU, aber auch Gott sei dank in anderen Teilen der Welt wie Amerika.

Herr Thoma, vielen Dank für das Gespräch.

Daniel Odenthal, Viersen, Albertus-Magnus-Gymnasium

Integrationspolitik – Vorurteile statt Miteinander

Der Bundesbanker Thilo Sarrazin hat am 1. Oktober 2009 eine Debatte über Integration angestoßen. Seine provozierende Sprüche wie z.B. „die Türken erobern Deutschland durch eine höhere Geburtenrate genauso wie die Kosovaren das Kosovo“ oder „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“. Oder „große Teile der türkisch- und arabischstämmigen Bevölkerung Berlins sind weder integrationswillig noch integrationsfähig“.

Nach einer Umfrage von „Bild am Sonntag“ stimmen von 501 Befragten 51 Prozent seinen umstrittenen Äußerungen zu, 31 Prozent hingegen halten diese für falsch. Nach seinen inakzeptablen Äußerungen wurde der Bundesbanker entmachtet. Die türkische Gemeinde ist sauer auf Sarrazin: „Das ist unerhört“, sagte deren Vorsitzender Kenan Kolat. Mittlerweile hat sich Sarrazin entschuldigt – doch der Verdacht der Volksverhetzung wird geprüft.

In Deutschland leben 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Es gibt natürlich viele Vorurteile, wie etwa Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg, Ausländer wollen sich hier bloß reich verdienen, um das Geld in ihrem Herkunftsland auszugeben. Doch die Einwanderer lassen sich davon kaum beeinflussen. Nach einer Umfrage leben 69 Prozent gerne in der Bundesrepublik, 58 Prozent fühlen sich als Teil der deutschen Gesellschaft, fast 80 Prozent sind auch mit ihrer Arbeit und ihrer Wohnsituation zufrieden, nur 5 Prozent empfinden sich nicht als zugehörig.

Die Zugehörigkeit ist einer der wichtigsten Punkte, um sich überhaupt integrieren zu können. Dies fällt vielen Migranten schwer. Sie trennen sich von der Familie und ziehen ins Ausland, um Geld zu verdienen. Doch sie können die Sprache des Landes, in das sie einwandern, kein bisschen. Es gibt aber auch andere Fälle: Sie kennen die Sprache, passen sich der deutschen Kultur an und werden trotzdem in der Gesellschaft abgestuft. Ein Grund dafür sind die Vorurteile. Viel schöner wäre, wenn es keine Vorurteile geben würde, denn es schadet beiden Seiten.

Selcan Gül, Hückelhoven, Realschule D.stadt Hückelhoven