Karneval: Wieso? Weshalb? Warum? – Fleisch, lebe wohl!

„Helau!“ oder „Alaaf!“, so ertönt es zu Karneval auch im Rheinland. Überall wimmelt es von verkleideten Menschen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind „jeck“ in dieser so genannten fünften Jahreszeit.

Tausende Menschen feierten Ende Februar Karneval, standen singend und schunkelnd an Straßenrändern, um die Umzüge zu erleben, sammelten Süßigkeiten und vergnügten sich auf Partys. DJ’s und Sänger hetzten von einem Ort zum anderen, um mit Karnevalsschlagern für Stimmung zu sorgen. Wie üblich blieben die Schulen ein paar Tage geschlossen, sehr zur Freude der Schüler. Aber warum eigentlich? Warum feiert man Karneval und verkleidet sich?

Fragt man einige der jecken Karnevalisten nach dem Grund des Festes, wissen nur wenige Bescheid. Einige allerdings kennen den Zusammenhang zwischen Karneval und Fastenzeit. In der Tat wird „Karneval“ von dem mittellateinischen „carnelevale“ abgeleitet, was so viel wie „Fleischwegphase“ bedeutet, vereinfacht übersetzt „carne vale“: „Fleisch, lebe wohl!“

Karneval, auch Fastnacht genannt, wird in der Woche vor Beginn der Fastenzeit gefeiert. Früher wurden in diesen Tagen die später verbotenen Fleischreste aufgezehrt, bevor am Aschermittwoch die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern begann. An Weiberfastnacht, dem Tulpensonntag, Rosenmontag und Veilchendienstag wollen die Menschen noch einmal ganz ausgelassen sein und viele von ihnen schlüpfen dafür in Kostüme, um dem Alltag und der Wirklichkeit zu entfliehen.

Das Wort „Karneval“ findet man auch im internationalen Sprachgebrauch, doch wird dieses Fest überall anders gefeiert. Am Aschermittwoch ist dann „alles vorbei“, und an die Vergänglichkeit erinnert auch das Aschenkreuz, mit dem an diesem Tag die Gläubigen in der Kirche gezeichnet werden. Der rheinische Frohsinn ist jedoch auch in den „restlichen“ vier Jahreszeiten immer spürbar.

Deborah Palder, Haan, Städt. Gymnasium Haan

Eine Expedition in das Reich indonesischer Musik – Wenn die Trommel den Ton angibt

Gamelan ist die traditionelle Musik Indonesiens. Seefahrernationen, deren Handelsrouten an Asien vorbeiführten, waren die ersten, die Kontakt mit dieser südostasiatischen Musikkultur hatten. Im 15. und 16. Jahrhundert brachten die Portugiesen erste Instrumente nach Westeuropa. Das bekannteste ist das Gambang, welches wir als Xylophon kennen.

Tatsächlich ist Gamelan eine sehr alte Tradition, denn frühe Gongfunde auf Java belegen, dass es bereits vor 2000 Jahren Gamelan in Indonesien gab. Gamelan ist von tiefer, religiöser Bedeutung. Es überdauerte den Wechsel der Religionskulturen, denn noch heute führen die Muslime die alten hinduistischen Epen neben ihren eigenen Stücken auf. Gamelan-Darbietungen finden auch häufig in Verbindung mit Tanz, Puppen- und Schattenspiel statt.

Heutzutage ist Gamelan auf der ganzen Welt verbreitet, etwa 18 Gruppen existieren bereits in Deutschland. Eine davon ist das von Martin Ehrhardt geleitete Ensemble Taman Indah, welches bereits in der Kölner Musiknacht 2007/2008 gespielt hat.

Das wichtigste Instrument in einem Gamelan-Ensemble ist der große Gong, der Gong ageng. Mit seinem warmen, sonoren Klang eröffnet und beschließt er jede Gamelanstruktur. Mit seinen knapp einem Meter Durchmesser ist er eines der größten Gamelaninstrumente. Ebenso wichtig ist die Trommel, welche die Melodie lenkt und leitet. Sie zeigt auch Tempovariationen und Übergänge an, das heißt, sie übernimmt die Dirigentenfunktion. Aber anders als beim normalen Dirigenten ist, dass man die Trommel nicht beobachtet, sondern nur durch das Zuhören entsprechend reagiert.

Die Grundmelodie wird durch das Slenthem angezeigt, ein größeres Xylophon mit Bambusröhren als Resonatoren. Für Umspielungen sind andere Instrumente wie Bonang oder Peking zuständig.

Das Gamelan ist in zwei Tonarten unterteilt, Pelog und Slendro. Pelog ist eine diatonische Tonleiter, dass heißt die Tonschritte sind unregelmäßig über die Oktave verteilt. Slendro dagegen ist eine pentatonische Tonleiter, was heißt, dass fünf Tonschritte in regelmäßigen Abständen über eine Oktave verteilt sind.

Möglich sind auch interkulturelle Begegnungen, indem zum Beispiel eine Geige zu einem Gamelanorchester spielt. Pelog und Slendro im Gegensatz zu unserem Dur- und Moll-System erfordern eine große Flexibilität der westlichen Musiker, um der Stimmung des Bronzeorchesters nachzugeben.

Gamelan ist schnell und einfach zu lernen. Es sind keine höheren musikalischen Vorkenntnisse gefordert, wie zum Beispiel Noten lesen oder spieltechnische Vorraussetzungen. Herzlich eingeladen sind alle, die sich in Gamelan einmal versuchen möchten, in die städtische Musikschule Leverkusen zu kommen. Dort finden regelmäßig Unterricht und Workshops statt. Weitere Informationen zu Gamelan finden sie unter dem Link der Musikschule unter www.kulturstadtlev.de

Lilith Hammermayer, Leverkusen, Marienschule

15 Millionen Euro für die neue Feuerwache – Langenfeld setzt neue Maßstäbe in Sachen Feuerwehr

Nachdem sich die Monheimer gegen eine gemeinsame Feuerwache mit Langenfeld ausgesprochen haben, hat die Stadt Langenfeld mit dem Bau einer eigenen Feuerwache an der Lindberghstraße gegenüber des Tennisvereins TC Grün-Weiß begonnen. Bereits am 27. Juni 2008 legte Bürgermeister Magnus Staehler beim Richtfest den Grundstein.

Die Aufnahme des Betriebs des U-förmigen Gebäudekomplexes der Feuerwache mit der Größe eines Fußballfeldes und einem 24 Meter hohen Wachturm ist für Sommer 2009 geplant. Am 27. und 28. Juni dieses Jahres soll der „Tag der offenen Tür“ stattfinden, an dem alle Langenfelder Bürger endlich Ihre neue Feuerwache bewundern können.

Trotz der imposanten Größe soll der Bau „leicht, transparent und überaus klar wirken“, so Architekt Markus Stark. Das Bauwerk soll nach Fertigstellung beim Tag der Architektur als gutes Beispiel präsentiert werden. Das 15 Millionen Euro Projekt wird ausschließlich aus städtischer Kasse bezahlt. Ohne den Verkauf des Grundstückes der Familie Albaum, die auch schon Flächen des heutigen Markt-Karrees an die Stadt Langenfeld verkaufte, wäre der Bau der Feuerwache nicht möglich gewesen. Für die alte Feuerwache „In den Griesen“ schwebt Bürgermeister Magnus Staehler eine Umgestaltung zum Bürgerkulturforum vor.

Bei allem Positiven wurde das Projekt von einem tödlichen Unfall eines 27-jährigen Lastwagenfahrers aus Horst an der Maas (Niederlande) überschattet. Er verunglückte am 16. Juli 2008 beim Entladen schwerer Betonfassadenplatten.

Im Fundament wurde eine Kupferkapsel mit einem Spielzeugfeuerwehrauto, mehreren Tageszeitungen, Euro-Münzen und dem Wehrwappen sowie einer Urkunde der Wache als Glücksbringer vergraben.

Luca Engelhardt, Leverkusen, Marienschule

Warum immer in den Alpen Skifahren? – Sieben gute Gründe für einen Skiurlaub in Kanada

Immer mehr Skifahrer verbringen ihren Skiurlaub nicht auf die klassische Art in den europäischen Alpen, sondern sie erkunden die Skigebiete in den kanadischen Rocky Mountains. Doch was macht das Skifahren jenseits des Atlantiks so attraktiv? Es gibt sieben gute Gründe für den Ski-Boom in Kanada:

1. Die Freundlichkeit der Menschen

Wer hat sich in den Alpen nicht schon einmal über drängelnde Mitmenschen in Liftschlangen oder muffeliges Personal geärgert? In kanadischen Liftschlagen drängelt keiner, alle beherzigen das Reißverschlusssystem, und das Personal begrüßt die Skifahrer auch bei der zehnten Liftfahrt noch herzlich und wünscht eine gute Fahrt.

2. Der Service

Abgesehen von der Freundlichkeit des Personals beeindruckt auch der Service: Kleine Gratis-Busse bringen die Skifahrer vom Parkplatz zur Talstation, wo gut gelaunte Liftmitarbeiter Pistenpläne verteilen und Ratschläge für die besten Abfahrten geben. Auch in den Gondeln muss man die Ski nicht selbst verstauen, denn hierfür steht Personal zur Verfügung, das den Skifahrern die Ski an der Bergstation wieder anreicht.

3. Die Pisten

Im Gegensatz zu den Skigebieten in den Alpen gibt es in den kanadischen Skigebieten relativ wenige Lifte. Dafür hat der Skifahrer jedoch an der Bergstation eine große Anzahl von Pisten zur Verfügung, wodurch sich die Zahl der Skifahrer pro Piste deutlich verringert. In der Regel hat man in Kanada eine Piste ganz für sich alleine.

4. Der Schnee

Der Schnee in Kanada, der „champagne powder“, ist wirklich federleicht und pulvertrocken, wodurch jeder Skifahrer gleich um eine Klasse besser fährt. Durch die niedrigen Temperaturen bleibt diese Konsistenz auch dauerhaft erhalten.

5. Die schweren Pisten und das Tiefschneefahren

In Kanada gibt es noch eine Steigerung der schweren Pisten in den Alpen: die Pisten mit dem „doppelten Diamanten“. Diese wirklich extrem schwierigen Abfahrten sind natürlich nur für sehr gute Skifahrer geeignet. Doch auch Skifahrer, die nicht den ultimativen Kick suchen, kommen durch die zahlreichen Möglichkeiten für Tiefschneeabfahrten jenseits der planierten Pisten auf ihre Kosten.

6. Die Lodges

In Kanada gibt es meistens nur ein oder zwei Lodges pro Skigebiet, in denen man zwischen Fastfood und gepflegtem Buffet mit Service wählen kann. Die Lodges haben einen urigen Wild-West-Charakter mit viel Holz und großem Kamin. Da kein Alkohol ausgeschenkt wird, gibt es auch keine angeheitert „Anton aus Tirol“ grölende Skifahrer.

7. Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Preise für Hotels, Skipässe und Restaurants befinden sich etwa auf dem selben Niveau wie in den Alpen. Während Alkohol sehr teuer ist, kann man Kleidung günstig einkaufen.

Wenn man von der langen und teuren Anreise nach Kanada absieht, haben die kanadischen Skigebiete Vieles zu bieten, wonach man inzwischen in den Alpen vergeblich sucht. Skifahren in Kanada ist eine Alternative auch für eingeschworene Alpen-Skifahrer, die man durchaus einmal ausprobieren sollte.

Larissa von Behren, Leverkusen, Marienschule

Spielplatz in der Ludwig-Rehbock-Anlage in Opladen – Das „Wrack“ macht seinem Namen alle Ehre

Acht Jahre nach der kostspieligen Neugestaltung befindet sich der von den Politikern hochgejubelte Spielplatz in der Ludwig-Rehbock-Anlage in Opladen in einem erbärmlichen Zustand. Das einst so stolz aussehende Spielschiff wurde dem Verfall preisgegeben und gleicht heute einem ausgeschlachteten Wrack. Die bereits zur Eröffnung laut gewordene Kritik wurde von den Verantwortlichen der Stadt zwar zur Kenntnis genommen, aber mehr auch nicht.

Vor acht Jahren wurde der alte, aber immer noch funktionstüchtige Spielplatz abgerissen, und an der selben Stelle wurde für damals 250000 Mark eine schicke, neue Spiellandschaft gestaltet. Zur Spielplatzeröffnung im Juni 2001 schwärmte Bezirksvorsteher Ottfried Schneider, hier sei „etwas wirklich Prächtiges“ entstanden.

Aufgrund der großen Natursteine, die sich als Stolperfallen auf dem Gelände befinden, und der unzureichenden Absicherung des Spielplatzes gegenüber dem Radweg und der Wupper rührte sich schnell der Protest der Eltern in Form einer Unterschriftenaktion, insbesondere, als sich auch noch ein Kind beim Sturz vom Rutschenaufgang verletzte.

Bei einem Ortstermin im Juni 2001 mit Verantwortlichen der Stadt und unzufriedenen Eltern wurde der Kompromiss geschlossen, dass zwei weitere Schilder aufgestellt werden, die Radler, Hunde und Mofafahrer bremsen sollten, und dass die Rutsche einen Handlauf bekommen sollte. Eine Einfriedung des Spielplatzes wurde vom Leiter des Grünflächenamtes, Max Deutschle, aus Kostengründen abgelehnt.

Schaut man sich den Spielplatz heute an, kann man feststellen, dass weder Schilder aufgestellt wurden, noch die Rutsche einen Handlauf erhalten hat. Hinzu kommt, dass es in den „Höhlen“ des Wracks unangenehm nach Urin riecht, da Hunde auf den Spielplatz laufen können. Außerdem verfügt das Spielschiff nur noch über ein einziges Kletternetz. Alle anderen Spielelemente fehlen mittlerweile. Die Krokodilwippe, die ständig defekt war, ist inzwischen ganz entfernt worden.

Eine Bitte um Stellungnahme beim zuständigen Fachbereichsleiter der Stadt Leverkusen blieb unbeantwortet. Beim Anblick des abgewrackten Spielschiffs würde heute sicher keiner der Verantwortlichen mehr ins Schwärmen geraten.

Angesichts der Baukosten von 250000 Mark ist es schade, dass der damals so hoch gelobte Spielplatz sich inzwischen in einem so erbärmlichen Zustand befindet. Auch wenn man über den für viel Geld neu gestalteten Spielplatz geteilter Meinung sein kann, ist es doch eine Verschwendung von Geldern, wenn ein Spielplatz so angelegt ist, dass er nach nur acht Jahren Nutzung so heruntergekommen aussieht. Vielleicht hätte man bei der Neugestaltung weniger auf Attraktivität als auf Langlebigkeit der Spielgeräte und kindgerechte Gestaltung achten sollen? Es sind ja schließlich die Kinder, die etwas von ihrem Spielplatz haben sollen. Denn sie sind es, die dort spielen – und nicht etwa die Verantwortlichen der Stadt.

Larissa von Behren, Leverkusen, Marienschule

Buchkritik: „Bis(s) zum Ende der Nacht“ – Verliebt in einen Vampir

Die Bis(s)-Reihe kennt wahrscheinlich jeder. Viele Mädchen fieberten dem 14. Februar entgegen, dem Verkaufsbeginn des vierten Bandes der Bis(s)-Reihe: „Bis(s) zum Ende der Nacht“, geschrieben von Stephenie Meyer. Alle Fans wollten wissen, wie es mit dem ungewöhnlichen Liebespaar Edward und Bella -er Vampir, sie Sterbliche – weitergeht.

In dem vierten Band der Bis(s)-Reihe „Bis(s) zum Ende der Nacht“ geht es um die Liebe und Gefahren von Bella und ihrem inzwischen Verlobten Edward. Da er ein Vampir ist, will sie unbedingt für immer mit ihm zusammen sein. Doch ihr reicht es nicht, „nur“ bis zu ihrem Lebensende mit ihm zusammen zu sein, sie will auch ein Vampir werden, um wirklich für immer bei ihm zu bleiben. Damit er sie unsterblich macht – mit einem Biss, der eine qualvolle Verwandlung auslöst – stellt er ihr Bedingungen.

Es gibt viele Hindernisse, und sie werden durch ein „kleines Wunder“ auf die Probe gestellt. Werden sie wirklich für immer zusammen bleiben oder wird ihre Liebe an den vielen Hindernissen zerbrechen? Lest selbst!

Meine Meinung:

Ich finde, dass sich das lange Warten auf Teil vier der Bis(s)-Reihe gelohnt hat. Das Buch ist gut geschrieben, indem es ausgeschmückt ist, allerdings ohne langweilig zu erscheinen. Außerdem ist das Buch spannend und fantasievoll geschrieben, und es zieht jeden in seinen Bann, so dass man es am liebsten in einem durchlesen will.

Da es in der realen Welt und Zeit spielt, kann man sich alles bildhaft vorstellen, was das Lesen verschönert. Man sollte dieses Buch, genau wie die anderen drei davor, unbedingt lesen, ganz egal welchen Buchgeschmack man eigentlich bevorzugt. Ich würde dieses Buch allen Mädchen ab zwölf Jahren empfehlen, da es wirklich gut geschrieben und fantasievoll ist.

Svenja Beck, Haan, Städt. Gymnasium Haan

Wie werde ich Schiedsrichter? – Der Mann für die Karten

In unserem Bericht geht es um einen Jugendschiedsrichter, der vom Schiedsrichterdasein berichtet. Wir haben den Schiedsrichter Mahir Seydo befragt, der schon seit 2005 im Amt ist und somit ein erfahrener Mann ist.

Auf unsere erste Frage, wie man Schiedsrichter wird, antwortete er, dass der Kreis Remscheid 14 Termine für die Schiedsrichterlehrgänge stellt. Während des Lehrgangs wird der zukünftige Schiedsrichter unter anderem auf Ausdauer geprüft bzw. trainiert. Wie alle anderen Lehrgänge beschließt man auch diesen mit einer Prüfung, die darüber entscheidet, ob man bestanden hat. Die Prüfungen bestehen aus Regelfragen über den Fußball.

Mit 14 Jahren kann man die Ausbildung beginnen. Der Lehrgang dauert rund drei Wochen. Jeder, der interessiert ist, kann mitmachen. Die Verantwortlichen für die Auszubildenden sind Himmet Ertük, der für die Jugend zuständig ist, und Dirk Spiegelhauer, der für die Senioren zuständig ist.

Als Jugendschiedsrichter darf man natürlich nicht direkt die größeren Spiele pfeifen, sondern man fängt klein an, nämlich bei E-Jugend bis zu C-Jugend-Spielen.

Auf die Frage, wie viel man pro Spiel verdient, antwortete Mahir Seydo, dass es darauf ankommt, wie weit der Schiedsrichterzum Spielort fahren muss. Im Jugendbereich gibt es sechs Euro Spesen und 30 Cent pro Kilometer.

Mit 15 Jahren hat Mahir Seydo sein erstes Spiel gepfiffen.

Auf die Frage, ob er schon mal angegriffen oder beleidigt wurde, antwortete er, dass er noch nie angegriffen, allerdings schon beleidigt wurde. Dies sei die normale Reaktion der meisten Spieler nach einer Strafe (Rote/Gelbe Karte). Ein Spiel abgebrochen habe er noch nie, so Seydo. Aber so etwas könne

immer mal vorkommen. Sein größter Erfolg war es, als Asisstent bei einem Benefizspiel mit dem Profi-Bundesliga-Schiedsrichter Dirk Margenberg vor mehr als 900 Zuschauern gepfiffen zu haben. Zum Schluss wollten wir von dem Schiedsrichter wissen, wie viele Spiele im Jahre 2008 ausgefallen sind. Laut Seydo waren es mehr als 120 Spiele gewesen – wegen schlechter Witterung aber auch wegen Spielabbrüchen durch die Schiedsrichter.

Weitere Infomationen über Jugendschiedsrichter gibt es auf der Internetseite www.fvn.de

Hani Seydo und Abnor Shabani, Remscheid, Albert-Einstein-Schule

Ein Besuch im Seniorenheim – „Einschlafen wäre schön“

Die Schüler Schalwa und Leon haben sich mit einer alten Dame über Leben und Tod unterhalten.

Wie heißen Sie?

Irmgard

Wie alt sind Sie?

Ich bin 82 Jahre alt.

Wie lange leben Sie schon im Altersheim?

Eineinhalb Jahre.

Welcher Religion gehören Sie an?

Ich bin evangelisch, also Protestantin.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Nein, eigentlich nicht. Natürlich, wir haben alle Wünsche, wir würden uns freuen, einfach einzuschlafen. Das wäre der schönste Tod, aber Angst habe ich nicht.

Haben Sie schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht?

Erfahrungen? Eigentlich nicht mit dem Tod direkt, aber mit Krankheiten.

Haben Sie schon mal mitbekommen, dass im Altersheim jemand gestorben ist?

Ja, schon einige Male.

Wie haben Sie reagiert?

Ganz ruhig. Die Damen kommen ja immer ins Krankenhaus, zum Beispiel wegen eines Oberschenkelhalsbruchs, und dann kommen sie meistens nicht mehr zurück. Das war so bei den Damen und dann sterben sie, aber das ist für sie eine Erlösung in ihrem Alter.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod oder an die Wiedergeburt?

Nein.

War Ihr Leben erfüllt?

Ja, es war erfüllt mit viel Arbeit: Ich hatte zwei Kinder und ein Haus. Das haben wir selbst gebaut, mein Mann und ich – nicht mit den Händen, aber eben bauen lassen – aber wir mussten es bezahlen. Es war schwer die ersten Ehejahre, aber so war mein Leben und so ist es verlaufen. Dann habe ich das Haus meinem Sohn gegeben und bin aus dem Haus gegangen und habe mir eine andere Wohnung gesucht. In Wuppertal – dort habe ich 18 Jahre in einem Dorf gewohnt. Dann kam da noch eine Lungenentzündung dazwischen. Damit habe ich aber meine Kinder nie belästigt. Einmal kam mein Sohn, da sagte ich zu ihm: „Ich hatte eine Lungenentzündung“, und da sagte er: „Was hattest du?“ „Ja, du hast schon richtig gehört, eine Lungenentzündung.“ (…) Daran sind ja schon viele Frauen gestorben, da war ich schon weit über 70 Jahre alt. Ich hatte mir die Lungenentzündung durch einen Durchzug und eine Erkältung zugezogen – die ging mir dann auf die Lunge. Da war mein Sohn ganz enttäuscht, dass ich eine Lungenentzündung hatte und es niemandem gesagt habe. Obwohl ich immer gesund war. Aber es hätte ja auch anders ausgehen können.

Schalwa Papismedov und Leon, Mettmann, Städt. Realschule, Goethestr.

Eine Partei in der Krise – Die SPD im Niedergang

Andrea Ypsilanti ist Kandidatin der SPD in Hessen. Ypsilanti fehlen 3000 Stimmen, um stärkste Partei in Hessen zu sein. Ypsilanti will eine Koalition mit den Grünen und der Linken bilden. Dagmar Metzger stellt sich gegen Ypsilantis Koalitionsplan. Ypsilanti will nun doch keine Koalition mit den Grünen und der Linken schließen. Ypsilanti wird von SPD in ihrem linken Kurs bestätigt, nun ist ihr Ziel doch eine Koalitionsbildung mit den Grünen und der Linken.

Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Carmen Everts und Silke Tesch verweigern Ypsilanti ihre Stimmen zur Wahl zur Ministerpräsidentin. Also: Neuer Termin für die Landtagswahl in Hessen, für die SPD soll es Thorsten Schäfer-Gümbel richten. Das alles sind Nachrichten, die die SPD während ihres Wahlkampfs in Hessen begleiten.

Die meisten sehen in Ypsilantis Wortbruch, sich nun doch von der Linkspartei tolerieren zu lassen, den Punkt, der die SPD zum Absturz brachte, doch es steckt noch viel mehr dahinter. Der Kern des ganzen ist nämlich ein ganz anderer, nämlich die Spaltung der SPD. Abschaffung der Studiengebühren, Änderungen in der Schulpolitik, Zurücknahme des Sozialabbaus, eine andere Politik gegenüber den MigrantInnen und eine Umstellung in der Energiepolitik sind Punkte, die in der Hessen-SPD sehr umstritten waren. Und so herrschte schon ein innerparteilicher Kampf.

Wie weit der rechte Flügel um Jürgen Walter dann wirklich ging, um den linken Flügel zu stoppen, hat man am 3. November gesehen, als man Ypslianti mit vier Stimmverweigerern stoppte. Allerdings riet bereits Wolfgang Clement vor der ersten Wahl in Hessen davon ab, seine Stimme der SPD zu geben. Durch die Spaltung konnte keine Politik geschaffen werden, die von der ganzen Partei unterstützt wurde, und so zog Ypsilanti die ganze SPD hinter sich her in eine Krise.

Nun sollen es in diesem „Superwahljahr“ auf Bundesebene Frank-Walter Steinmeier als Spitzenkandidat und Franz Müntefering als Fraktionsvorsitzender richten. Aber wird das gelingen?

Dafür muss die SPD zuerst einmal klären, wofür sie überhaupt steht. Grundsätzlich steht die SPD für Gerechtigkeit, soziale Gleichheit, für eine starke deutsche Demokratie eben. Aber bei den Details gibt es noch ein paar Probleme. Ob die gelöst sind, wird man erst während des Wahlkampfs sehen, den man ja zurzeit noch nicht eröffnen will.

Aber kann man ohne den Wahlkampf zu erleben überhaupt schon abschätzen, ob die SPD sich regenerieren wird? Vielleicht ein wenig. Es is unwahrscheinlich, dass die SPD im Herbst die stärkste Partei Deutschlands wird, dafür sind die Risse noch zu tief, und die Wunden verheilen nicht schnell genug. Dies bestätigen nicht nur die aktuellen Umfragen und Studien, sondern auch die zurückgehende Mitgliederzahl der SPD. Die beiden neuen Herren an der Spitze versuchen zwar, die SPD wieder zu einer einheiltlichen Partei zu machen, aber dies könnte noch ein weiterhin schwieriges Unterfangen werden.

Sarah Känig, Haan, Städt. Gymnasium Haan

Deutscher betreibt Museum in Namibia – Afrikas Kultur hautnah erleben

Staub wirbelt um das Auto, die Straße, oder eher Sandpiste, wirkt endlos. Doch dann kommt man an die Rezeption – ein Baum und ein Schild mit der Aufschrift: „Please wait for your guide.“ Diese Rezeption wirkt unscheinbar, aber sie ist etwas ganz Besonderes. Hier, mitten in Namibia, in der Nähe von Tsumkwe, befindet sich das „Lebende Museum“.

Der Deutsche Werner Pfeifer hat vor vier Jahren mit einer San-Gruppe, einem der Volksstämme Afrikas, ein Dorf gegründet, in dem sie noch nach ihren Traditionen leben können, was ihnen im heutigen Namibia nicht mehr möglich ist. In diesem Dorf zeigen sie tagsüber den Touristen ihre Lebensweise. Sonst wohnen sie in einem modernen Dorf mit einer Schule. Von dem Geld, das die Gruppe einnimmt, kann sie überleben.

Noch ist das Museum ziemlich unbekannt, doch die Touristen, die es besucht haben, sind begeistert. „Es ist Wahnsinn, was die San mit den verschiedenen dürren Pflanzen und Wurzeln alles machen können. Ich habe mit ihnen eine Buschwanderung gemacht. Sie haben für fast jede Krankheit ein Naturheilmittel“, berichtet der Tourist Peter Müller*, und auch seine siebenjährige Tochter Laura erzählt begeistert: „Sie haben mit mir Ketten und Armbänder aus getrockneten Früchten und Straußeneierschalen gemacht. Sie haben mit Knochen Löcher in diese hineingebohrt, und ich konnte sie dann auffädeln.“

Eine weitere tolle Erfahrung ist natürlich auch ihre Sprache. Sie sprechen eine Klick- und Schnalzsprache, die für uns kaum erlernbar ist. Deshalb wird sie von Guides, die in der Schule Englisch gelernt haben, übersetzt. Ein großes Highlight ist auch das Bogen bauen. „Zuerst mussten wir im Dickicht nach einem geeigneten Zweig suchen. Dann haben wir die Rinde mit einem Beil abgeschlagen und den Zweig über dem Feuer weich gemacht. Danach musste man nur noch die aus Pflanzenfasern selbstgedrehte Bogensehne spannen“, berichtet Peter Müller*. Auch das Fallenstellen ist für uns Europäer kaum vorstellbar. „Es ist erstaunlich, wie die San aus eine paar dürren Zweigen und einem Seil eine super Falle bauen“, erzählt Dagmar Müller*.

Nach einem Tag im „Lebenden Museum“ fühlt man sich schon direkt mit den San verbunden. „Zum Schluss haben uns die San auch noch einige Tänze gezeigt. Manchmal konnten wir sogar mitmachen“, erzählt die neunjährige Katarina fröhlich, und auch ihre Mutter Dagmar Müller* ist mit dem Tag sichtlich zufrieden. „Man hat wirklich viel vom Leben der San erfahren. Wir haben auch den ganzen Tag keine anderen Touristen gesehen, denn die rund 100 San teilen sich in kleine Gruppen auf, so dass jede Touristengruppe unter sich bleibt.“

Das Museum kennt zwar kaum jemand, doch es gehört unbedingt zu einem gelungenen Namibia-Urlaub dazu. Informationen zum „Lebenden Museum“ gibt es auch im Internet.

* Namen von der Redaktion geändert

Saskia Nolte, Haan, Städt. Gymnasium Haan