Der Weseler Kaufhof steht auf dem Prüfstand – Gestern Hansa heute Kaufhof?

Der Weseler Kaufhof steckt tief in der Krise. Aber die Mitarbeiter und die Geschäftsführerin, Astrid Vogell, glauben fest an die Erhaltung des Standorts. Der Großkonzern Metro will Kaufhof verkaufen, um seinen im Ausland angesiedel­ten Tochterunternehmen mehr Geld zukom­men zu lassen. Nach der Schließung des Hansa-Kaufhauses ist der Kaufhof das einzig verblie­bene Kaufhaus in Wesel.

Jedoch steht auch jetzt der Kaufhof in Wesel aufgrund zu gerin­ger Einnahmen auf dem Prüfstand. Bis Anfang Juni muss nun auf eine Entscheidung der Kaufhofleitung gewartet werden, wie die Zukunft weitergeht. Der Kaufhof, den es seit 1972 in Wesel gibt, wurde oftmals umgebaut, um im­mer den Wünschen der Kunden und den Anforderungen des Marktes zu entspre­chen.Viel wurde schon für den Kauf­hof getan. Da das alte gotische Rat­haus den Bomben­angriffen des Zwei­ten Weltkrieges zum Opfer fiel, wurde 1950 das Nach­kriegsrathaus auf dem Gelände der ehemaligen Matenakirche gebaut. 1972 wurde das Nach­kriegsrathaus wieder abgerissen, damit hier der Kaufhof Platz finden konnte.

Falls der Kaufhof doch geschlossen würde, wäre dies ein erheblicher Einschnitt für die Stadt und die Attraktivität Wesels als Einkaufsstadt. Rund 50 Mitarbeiter, darunter langjährige so­wie Auszubildende, bangen um die Ent­scheidung. Gerade die Auszubildenden hoffen darauf, übernommen zu werden. Nach den Aussagen Astrid Vogells, die seit Juli 2007 Geschäftsführerin ist, wird es keine Kündigungen oder Senkungen der Löhne geben. Jedoch werden frei gewordene Stellen nicht ersetzt.

Zusammenfassend gab Astrid Vogell bekannt: „Insgesamt steht es gut um den Kaufhof. Wir glauben fest daran, dass der Kaufhof nicht ge­schlossen wird.“ Aus die­ser Zuversicht schöpfen die Mitarbeiter Motivati­on. Falls es wider Erwar­ten zu einer Schließung kommen sollte, werden die Mitarbeiter auf andere Häuser aufgeteilt werden.

Um den Kaufhof zu erhal­ten, sucht man nach ge­eigneten Maßnahmen, um Kosten zu senken. Seit einiger Zeit werden Verhandlungen mit dem Vermieter geführt. Hier erhofft man sich die meisten Ein­sparungen.

Darüber hin­aus ist Wesel eine lukrati­ve Einkaufsstadt, die mehr potentielle Käufer als Einwohner hat. Viele Käufer kommen aus um­liegenden Städten und Dörfern wie zum Beispiel Hamminkeln oder Dingden. Aber auch Menschen, die auf der an­deren Rheinseite leben, kaufen in Wesel und damit auch oftmals im Kaufhof ein. Deswegen kann man zuversichtlich sein, dass sich die Einnahmen und Umsätze erhöhen, damit der Kaufhof bestehen bleiben kann.

Verena Meiners, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Die Probleme mit G8 – Musik und Schule – passt das noch?

Musikinstrument und G8 – wie soll ich beides unter einen Hut bringen? Diese Frage stellen sich immer mehr Schüler, die in acht Jahren Abitur machen sollen.

Zu diesem Thema befragt, meint die Leiterin der Musikschule Wesel, Dagmar Beinke-Bornemann, dass den Kindern in ihrer Freizeit deutlich weniger Zeit für ihre Hobbys bleibt. Schülerinnen und Schüler, die von dem Abitur in acht Jahren betroffen sind, werden zunehmend bis in den Nachmittag hinein mit Unterricht und Vorbereitungen für die Schule in Anspruch genommen. Das hat Auswirkungen auf ihren Tagesablauf: Unterricht, Orchesterproben und Ensembles werden in den späten Nachmittag bis frühen Abend geschoben.

Darunter leidet, gerade bei jüngeren Schülern, die Konzentration, was vielen Musikschullehrern bereits jetzt auffällt. Das wiederum hat auch Auswirkungen auf die Leistung der Schüler am Instrument. Mit G8 wird also nicht nur die Zeit am Gymnasium um ein Jahr gekürzt, sondern auch die musikalische Ausbildung an der Musikschule“

„Die Leistungsspitze wird gekappt,“ so Frau Beinke Bornemann. Das bedeutet, dass die Schüler, die aufgrund ihres Alters entsprechend musizieren können, früher wegfallen. Die Gesamtschülerzahl wird sich vorrausichtlich nicht verringern, sehr wohl aber werde sich die Altersstruktur verjüngen. Die Musikschule wird auf weniger, sehr gut ausgebildete Schüler für Orchester, Kammermusikensembles und Wettbewerbe, zurückgreifen können.

Müssten die G8-Schüler aus Zeitmangel ihr Engagement im musikalischen, kirchlichen, sportlichen und sozialen Bereich streichen, so bliebe einzig die Schule als Lebensraum. Außerschulisches Angebot macht jedoch die Vielfalt unserer Gesellschaft aus. Auch in Zukunft werden die Schüler, die Spaß haben, ein Instrument zu erlernen, es auch schaffen. Jedoch mit Abstrichen, vermutet Dagmar Beinke-Bornemann.

Isabel Kasner, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Wing Tsun Wesel – Programm für die Jugend – Geschickte Bewegung statt purer Muskelkraft

Judo, Karate, Kung Fu: Das alles sind Verteidigungssportarten. Und dennoch sind sie grundverschieden.

Wing Tsun (WT) ist eine Kategorie der Verteidigung, die sich schon seit über 250 Jahren bewährt hat. Es ist ein Bewegungskonzept, das nicht nur auf Kraft aufbaut. Besonders Kindern gibt es Selbstbewusstsein und Gelassenheit, und das nicht nur in Bedrohungssituationen.

Alles fing mit der Idee der zwei Frauen Ng Mui und Yim Wing Tsun an. Sie wollten sich vor stärkeren Angreifern verteidigen können und entwickelten ein System, mit dem sie den körperlichen Nachteil gegenüber anderen auszugleichen versuchten, und ein Bewegungskonzept, das nicht auf brachialer Muskelkraft basierte. Dieses Konzept funktioniert noch heute und hat einen besonderen positiven Effekt: Gelassenheit, und das nicht nur in Bedrohungssituationen.

„Wer Wing Tsun lernt, lernt sich selber kennen“, erklärt Stefan Tebbe, Schulleiter der Wing Tsun-Schule in Wesel. „Das Training schult Disziplin und stärkt das Selbstbewusstsein. Man lernt neue, interessante Bewegungsmuster und entwickelt nach und nach ein komplett neues Körpergefühl.“

In der WT-Schule wird schon für fünfjährige Kinder ein Kursus angeboten. Zu den Inhalten gehören Koordinations-, Balance- und Konzentrationsübungen. In Rollenspielen werden den Kindern ein aktives Gangbild und eine überzeugende Mimik und Gestik vermittelt. Genauso wie für Kinder gibt es in der WT-Schule Wesel auch ein großes Angebot für Erwachsene ab 13 Jahren in Gruppen in gemischten Gruppen, für Anfänger sowie Fortgeschrittene.

Die Mädchen des Jugendzentrums in Damm (Gemeinde Schermbeck)

werden alle zwei Wochen von Simon Rodriguez Garcia, einem Trainer der

Schule, besucht. Seit Ende des Sommers bringt er ihnen die wichtigsten Griffe und Ratschläge bei. Denn von Regeln kann man beim WT nicht sprechen. Bei dieser Kampfkunst geht es nicht um Wettkämpfe und Pokale, sondern viel mehr um die Wiederholung der Bewegungsschule, um sich in brenzligen Situationen im Bruchteil einer Sekunde für die richtige Anwendung zu entscheiden. „Oft verteidigt man sich und realisiert erst Momente danach, was man gerade angewendet hat“, erklärt der WT-Trainer Simon Rodriguez Garcia.

„Schon nach dem ersten Kursus mit Simon haben wir uns besser gefühlt und Erfolge gespürt. Sei es nur in kleinen Auseinandersetzungen auf dem Schulhof.“ Da sind sich die Mädchen aus der Gruppe einig. „Uns macht es einen Riesenspaß. Mit Simon kann man immer lachen. Wir freuen uns jedes Mal auf ihn. Und nebenbei bringt er uns ein paar äußerst hilfreiche Tricks bei.“

Laura Bahr, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Die Eis-Saison ist eröffnet – Vanilleeis – das beliebteste Eis in Wesel?

Anne K. (24) aus Brünen liebt Vanilleeis. Am liebsten im Hörnchen. „Eis geht eigentlich immer, nicht nur im Sommer…“ Warum ist das so? Na, Vanilleeis ist doch das beliebteste Eis der Weseler! Oder etwa nicht?

Sabina Masin (44) ist Inhaberin vom „Eis Cafe Feldmark“, einer beliebten Eisdiele in Wesel. Das Eis eigentlich immer geht, kann sie bestätigen. Doch am häufigsten wird die kühle Erfrischung im Sommer gekauft. Auf der Rangliste der beliebtesten Eissorten liegen in der Feldmark Vanille, Stracciatella, Erdbeer und Schokolade ganz vorne – wie überall in Deutschland. Ähnliche Platzierungen kann man auch in Österreich erkennen.

Aber warum gerade Vanilleeis? Was macht es so einzigartig? „Unser Vanilleeis enthält nur natürliche Zutaten wie Milch, Zucker, Eier und Vanilleschoten. Das Rezept ist noch von meinem Uropa. Das hat sich bewährt“, erklärt Sabina Masin. Die Familie erhielt für ihr Eis 1987 eine Urkunde für das „Beste original italienische Speiseeis“. Das kommt bei den Kunden an.

„Vanilleeis ist halt so cremig und lecker wie kein anderes Eis“, meint Grete Matschuk (97) aus dem St. Lukas Seniorenheim. Offensichtlich isst jede Generation gerne Eis. Prinzipiell mögen ältere Menschen lieber Vanilleeis als Kinder. Diese essen lieber farbiges Eis, etwa Engelblau oder Waldmeister. Die kleine Anna (5) aus Wesel meint dazu: „Wenn das Eis so schön bunt und lecker aussieht, bekommt man richtig gute Laune. „

So geht es den meisten Vier- bis Sechsjährigen. „Damit es immer wieder neue Überraschungen in der Eisdiele gibt, versuchen wir auf neue Ideen aus anderen Branchen zu reagieren“, meint die Inhaberin. So ist zum Beispiel die Sorte „Cookies“ der neue Renner in der Eistheke. Es gibt jetzt auch eine eigene Cookies-Eiskarte. Zur Zeit ist jedoch das Spaghetti-Eis der beliebteste Eisbecher. „80 Prozent unserer Kunden wählen Spaghetti-Eis, das es in vielen verschiedenen Variationen gibt“, erläutert die Eis-Expertin. Einen Haken gibt es aber in dieser Saison: Obwohl der Milchpreis ständig sinkt, wird das Eis nicht preiswerter.

Anne K. lässt das kalt. Sie stürzt sich auf ihr Vanilleeis.

Marlene Kolkmann, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Musical-AG bald ohne Leiter? – Volker Haubitz und die Stars vom KDG

Wie wird es mit der Musical-AG weitergehen, wenn Volker Haubitz nächstes Jahr die Schule verlässt? Seit 30 Jahren leitet er nun schon die Musical-AG am Konrad-Duden-Gymnasium. Jetzt ist die Zeit gekommen – nächstes Jahr präsentiert er sein letztes Musical, bevor er in Pension geht.

„Erste Szene noch einmal“, ruft Volker Haubitz seinen kleinen und großen Stars der fünften bis neunten Klasse zu. Seit 1979 führt er jedes Jahr ein anderes Kindermusical auf. Mittlerweile ist es Tradition, dass jedes Jahr zur Einschulung der neuen „Kleinen“ am KDG ein wundervoll besetztes Musical aufgeführt wird.

Haubitz‘ Wunsch wäre es, noch einmal im Bühnenhaus in Wesel aufzutreten und dort eines seiner Lieblingsstücke, „Der kleine Tag“, zu präsentieren.

Da Haubitz nächstes Jahr sein letztes Stück am Konrad-Duden-Gymnasium aufführen wird, hofft er, dass sich ein Nachfolger findet, der diese Tradition weiterführt. Dieser sollte die Kinder und Jugendlichen genauso für das Singen begeistern können wie er selbst.

Mit Beginn eines jeden neuen Schuljahres nehmen er und die Schüler der Musical-AG sich fast jeden Samstag eine bis drei Stunden Zeit, um eine gelungene Vorführung auf die Beine zu stellen. Außerdem hilft ein freiwilliges und tatkräftiges Mütterteam, Kostüme zu nähen und einige der kleineren Kulissen zu basteln.

Volker Haubitz wird auch von seinen Kollegen unterstützt. Zum einen ist es der Kunstlehrer Blind, der für die großen Kulissen zuständig ist, zum anderen Lehrer Hömberg mit der „Light and Sound AG“ und dann noch Musiklehrer Opel, der das Ganze mit seinem Schulorchester, bestehend aus rund 30 Schülern aller Jahrgangsklassen, musikalisch ausschmückt.

Dieses Jahr wird das Musikstück „Tabaluga“ vorgeführt. Die Aufführungen zum „Willkommen-Heißen“ der neuen Fünftklässler finden am 27. und 28. Mai, jeweils um 16 Uhr statt. Die weiteren Aufführungen, die für alle öffentlich zugänglich sind, finden an den selben Tagen um 19 Uhr statt. Nach jeder Aufführung wird am Ausgang noch um eine kleine Spende für Ausrüstung, Material und alles weitere gebeten. Die Musical-AG und ihre Helfer hoffen auch auf Ihren Besuch.

Friederike Coenen, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Freizeitspaß an der Grenze – Erholung für Radler, Reiter und Wanderer

Der Pferdehof Montferland liegt in dem knapp 1900 Hektar großen Naturgebiet Montferland. Dieses liegt in Elten, nahe der holländischen Grenze. Wer den Hof besucht, hat ein großes Angebot an Aktivitäten zur Auswahl.

Für Pferdefreunde stehen viele Leihpferde für lange oder kurze Ausritte zur Verfügung. Diejenigen, die ein eigenes Pferd besitzen, können mit ihrem Liebling ebenfalls an einem Ausritt teilnehmen. Die Ausritte führen durch die schöne Landschaft vom Montferland und vom Bergher Bos. Es gibt die Möglichkeit, mit dem eigenen Pferd alleine auszureiten oder mit einem Leihpferd an einem Ausritt unter Führung teilzunehmen. Wer eine besondere Herausforderung sucht, sollte an einem „Mondscheinritt“ in tiefster Nacht teilnehmen. Für die Personen die es lieber ruhig angehen lassen, gibt es das Angebot, am „Schlösserritt“ teilzunehmen und eines der größten und bedeutendsten Schlösser der Niederlande, das Schloss Huis-Bergh, zu sehen.

Wer danach immer noch nicht genug hat, kann auch in einem „Pippowagen“, einem kleinen Wagen mit Bett und Schrank, auf dem Hof übernachten – auch mit Pferd – und am nächsten Morgen ein ausgewogenes Frühstück genießen.

Aber auch die Wander- und Radsportfreunde kommen nicht zu kurz. In der Umgebung gibt es für Hobby-Wanderer, aber auch für Familien und Gruppen ein großes Angebot an Wanderwegen.

Für die Leute, die einen Stellplatz für ihr Pferd suchen, bietet Familie Egging eine artgerechte Haltung im Pensionsstall an. Ein weiteres Angebot ist der Reitunterricht auf den ausgebildeten Westernpferden des Hofes.

Infos unter www.pferdehof-montferland.de

Janina Michaelis, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Schwimmbadvergleich – Kostenlos und gut

Die perfekte Badezeit: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Das Rheinbad öffnet seine Tore, und auch der Auesee wird bei gutem Wetter gerne von Badegästen besucht.

Doch laut einer von uns durchgeführten Umfrage finden ungefähr 70 Prozent der Befragten zwischen 13 und 15 Jahre den Auesee zu verschmutzt. Allerdings sei die Atmosphäre dort besser. Denn der Auesee bietet Jugendlichen viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel zwei Beachvolleyballfelder oder einen großen Sandstrand. Auch Surfer oder Hobbytaucher finden hier das ganze Jahr über viel Platz und Möglichkeiten.

Das Rheinbad hingegen ist nur saisonbedingt geöffnet, und man muss

dort Eintritt bezahlen. Oftmals ist es dort sehr voll, aber man findet trotzdem immer einen Platz auf der weitläufigen Liegewiese, die direkt am Ufer des Rheins liegt. Im Rheinbad hat man ebenfalls viele Möglichkeiten für Aktivitäten, wie ein Beachvolleyballfeld, ein Fußballfeld, ein Erlebnisbecken und vieles mehr.

Der Auesee wird bei gutem Wetter und viel Andrang von Mitgliedern des DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) beaufsichtigt, und auch das Rheinbad hat stets mehrere Bademeister vor Ort. Ungefähr die Hälfte unserer Befragten gehen allerdings lieber zum Auesee. Sie können dort sogar an einer dafür vorgesehenen Stelle mit ihren Hunden baden.

Also los, packen Sie ihre Badesachen und finden Sie selbst heraus, wo Sie mehr Spaß haben!

Info:

RheinBad: Öffnungszeiten Mo. bis Fr. 6 bis 8 Uhr, 10 bis 20 Uhr, Sa., So. 8 bis 20 Uhr; Eintrittspreise Frühschwimmer Mo. bis Fr. Erwachsene 2,60 Euro, Jugendliche 1,25 Euro, Einzeltageskarte Mo. bis Fr., Sa. und So. Erwachsene 3,80 Euro, Jugendliche 2,30 Euro.

Auesee: Öffnungszeiten Mo. bis So. 0 bis 24 Uhr; Eintrittspreise Erwachsene 0,00 Euro, Jugendliche 0,00 Euro.

F Hamm, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Geschäft musste schließen – Getränkeladen statt Supermarkt

Durch die Schließung des Rewe-Marktes in Blumenkamp gibt es für alle Altersgruppen Probleme mit den Einkäufen.

Der seit rund 50 Jahren existierende Rewe-Markt in Blumenkamp wurde geschlossen, weil es zu wenig Kunden gab. Die Menschen suchen lieber größere Supermärkte auf, etwa den Edeka-Markt in Lackhausen oder den Rewe-Markt in der Feldmark, weil es dort ein größeres Angebot gibt. Deshalb ließ die Beliebtheit des Rewe-Marktes nach. Wenn man mal etwas vergessen hatte, konnte man dort ‚rüber gehen und schnell noch etwas besorgen. Diese Möglichkeit gibt es jetzt nicht mehr.

Jugendliche berichten, dass sie früher immer in den Rewe-Markt gegangen sind, um sich dort mal was zum Naschen oder ähnliches zu kaufen. „Wir müssen jetzt immer nach Lackhausen oder in die Feldmark mit dem Fahrrad.“ Auch Familien müssen jetzt das Auto benutzen um große Einkäufe erledigen zu können. Es gibt zwar noch einen Drogeriemarkt in Blumenkamp, doch für die alltäglichen Einkäufe reicht dessen Angebot nicht aus.

Besonders betroffen von der Schließung des Rewe-Marktes sind die älteren Anwohner in Blumenkamp. Um die nächstliegenden Supermärkte zu erreichen, ist der Weg zu Fuß einfach zu lang und beschwerlich, und ein Auto fahren die meisten nicht mehr. Sie sind jetzt auf Hilfe angewiesen, um ihre Einkäufe zu erledigen. Der Getränkemarkt, der inzwischen in das Gebäude gezogen ist, kann da auch nicht viel weiter helfen. Die älteren Menschen bleiben die Opfer der Schließung – und das nicht nur in Blumenkamp.

Franziska Hofmann, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Frauenfußball boomt – 14 Ladys und Kalla, der Chef

Die U-15-Mädchen-Mannschaft des SV Hamminkeln wird tatkräftig durch Ihren Trainer Karl-Heinz Müller, der von allen nur Kalla genannt wird, unterstützt.

Im Jahre 1996 wurde die erste Damenmannschaft des SV Hamminkeln (HSV) gegründet. Mit einem Aufruf in der Zeitung wurden damals fußballinteressierte Frauen und Mädchen gesucht. Die erste Mannschaft bestand hauptsächlich aus Frauen zwischen 25 und 30 Jahren, jüngere Frauen und Mädchen waren damals noch fast gar nicht aktiv. Die große Begeisterungswelle erklärt sich Trainerin Mareike Maatz, die zusammen mit Kalla die Mannschaft trainiert, unter anderem mit dem WM-Sieg der Damen-Fußball-Nationalmannschaft im Jahre 2007 in China.

Karl-Heinz Müller ist vor rund dreieinhalb Jahren zum Trainer der U-15-Mannschaft geworden, nachdem seine Frau den Trainerplatz mit ihm getauscht hatte. „Ich habe die Mannschaft übernommen, da meine Tochter selbst spielt und ich sie dadurch gut unterstützen kann“, so Kalla.

Das gemischte Trainerteam bringt der Mannschaft mehr Ausgeglichenheit. Mareike Maatz: „Wir ergänzen uns gut, für Kalla steht eher das sportliche und technische Training der Mädchen im Vordergrund, ich bin für die Mädchen zusätzlich auch ein Ansprechpartner für Probleme oder Konflikte“.

Im Moment steht die Mannschaft auf dem fünften Platz der Tabelle.

Bedingt durch Abwanderungen einzelner Spielerinnen in die nächsthöhere Altersklasse ist die Mannschaft immer auf der Suche nach neuen Talenten, die Spaß am Frauenfußball haben.

Informationen über den SV Hamminkeln findet man auf der Homepage des Vereines unter www.SV-Hamminkeln.de.

Auch der Kapitän der Mannschaft, die 15-jährige Nele Hoyer, lobt den einzigen Mann im Team: „Kalla schafft es, auch in schwierigen Phasen des Spiels unsere Motivation noch zu steigern.“ Und Kalla? Er schweigt und genießt sichtlich seine Rolle als uneingeschränkter Hahn im Korb !!!

Bianca Keitemeier, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Otzenrath, die alte Heimat – Wir werden nie ganz ankommen!

Otzenrath ist ein Ortsteil von Jüchen im Kreis Neuss und gehört zum Braunkohletagebau Garzweiler II, der ein Tagebau der RWE Power AG im Rheinischen Braunkohlerevier in NRW ist und nach dem Dorf Garzweiler benannt wurde. Garzweiler II besitzt Braunkohlereserven von 1,3 Milliarden Tonnen. Der Braunkohleabbau Garzweiler II erfordert die Umsiedlung von zwölf Dörfern und 7600 Bürgern. 2006 wurde angefangen, die Kohle zu fördern. Geplantes Ende ist 2045.

Das Ehepaar A., das bis zu seinem 77. Lebensjahr in Otzenrath lebte, beschreibt seine Gefühle: „Wir sind nie ganz in unserer neuen Heimat angekommen!“ Die beiden wussten schon viele Jahre vorher, dass ihr Dorf und die Umgebung abgebaggert werden, denn unter den Häusern befindet sich Braunkohle. Die Einwohner Otzenraths haben oft versucht, auf rechtlichem Wege die Abbaggerung zu verhindern. Und selbst jetzt laufen noch einige Verfahren. Doch sie haben kein Recht bekommen.

So wurden die Häuser des Dorfes von der RWE Power AG aufgekauft; so auch das Haus der Familie A.. Auf diesem Wege haben sie für ihr Haus mehr bekommen, als es auf dem freien Immobilienmarkt wert gewesen wäre. Doch dafür, dass sie das Haus nicht aufgeben wollten, und dafür, dass sie ihre Heimat verlassen mussten, war die Kaufsumme ihrer Meinung nach viel zu gering.

Nach dem Verkauf ihres Hauses hatten sie die Möglichkeit, mit ihrer Dorfgemeinschaft nach Neu-Otzenrath zu ziehen und dort ein neues Haus zu bauen. Doch wegen ihres hohen Alters und ihres Gesundheitszustandes ist das Ehepaar zu seinem einzigen Sohn und seiner Familie in die hundert Kilometer entfernte Stadt R. gezogen.

Wir haben die beiden Senioren gefragt, wie es ihnen jetzt, sieben Jahre nach dem Umzug, in R. geht. Sie erzählen, dass man sich erst mal an die neue Um-gebung habe gewöhnen müssen. Die Familie und ihre Nachbarn hätten ihnen dabei sehr geholfen. Manchmal würden auch ihre Freunde und die restliche Familie aus Alt- bzw. jetzt Neu-Otzenrath sie besuchen. Dann würden sie sich gemeinsam mit der alten Heimat befassen und mit den schönen Dingen, die sie dort erlebt habe.

Doch sie würden die neue Stadt nicht als ihr Zuhause bezeichnen. Ihr Zuhause sei immer noch Otzenrath, wo sie ihr ganzes Leben verbracht haben. Sie würden auch noch oft an ihre alte Heimat denken. Dann sind sie manchmal sehr traurig und bekommen Heimweh. Doch dann sagten sie sich, dass sie es ja doch nicht ändern könnten. Der Abriss ihres alten Hauses sei jetzt auch schon drei Jahre her und rund um Otzenrath sei nur noch ein tiefes Loch mit Baggern, welche bald auch ihr Dorf zu einem Loch machen würden.

Wenn sie sehr traurig sind, denken sie an ihren Sohn, ihre Schwiegertochter und vor allem an ihr Enkelkind. Diese Gedanken muntern sie dann wieder auf. Aber sie werden nie ganz in ihrer neuen Heimat ankommen.

Carina Abels, Rees, Gymnasium Aspel