Eine alte Frau läuft die Straße entlang

Überleben: ja – gut leben: nein

Unsere Autorin hat vor der Krefelder Tafel mit den älteren Leuten gesprochen, die sich dort Unterstützung in Form von Lebensmitteln holen. Der Frust über die Altersarmut ist groß, die Lösungsvorschläge sind verschieden.

Von Dana Depenbrock, 8c, Gymnasium am Stadtpark Krefeld

Im Regen stehen die unterschiedlichsten Leute vor der Eingangstür der Tafel in Krefeld und erzählen von ihren Lebensgeschichten. Einer Frau sieht man die Armut nicht an, bis sie sagt, sie hätte nur 150 Euro im Monat. Direkt klinkt sich eine weitere Dame ein. Sie erklärt, dass sie abzüglich der Miete nur noch 200 Euro zur Verfügung habe und sie deshalb die Hilfe der Tafel benötige. Im weiteren Gespräch berichten die zwei Frauen, wie sich ihre Lage verschlechterte, als das Weihnachtsgeld und das Bekleidungsgeld plötzlich wegfielen.

Während des Gesprächs kommen mehr Leute dazu, die diese Meinung teilen und die selbst gucken müssen, wie sie über die Runden kommen. Ein älterer Herr mit weißen Haaren und einem weißen Bart erzählt, dass die Scheidung von seiner Frau bereits 14 Jahre andauere und diese die Scheidung immer mehr hinaus­zögere, um Unterhalt zu erhalten.

Altersarmut macht einsam

In Deutschland sind insgesamt 15,6 Prozent der Rentner von Altersarmut betroffen. Auf die Frage, was man dagegen unternehmen könnte, hört man mehrfach die Antwort, dass in erster Linie die Politik einschreiten müsste. „Der Einzelne kann sowieso nix dran machen, der Staat muss dafür sorgen“, so der Tenor. Auf die Aussage von CDU-Politiker und Gesundheitsminister Jens Spahn, mit Hartz IV habe jeder das, was er zum Leben brauche, sagten die Frauen nur, man müsste die Politiker hier­hinsetzen und Beifall klatschen. Vielleicht wären sie dann ja auch der Meinung, dass man zwar überleben, aber nicht leben kann.

Wenn Menschen sich nicht einmal die für uns normalen Sachen leisten können, schotten sie sich häufig ab. Viele Menschen schämen sich dafür, wenn sie arm sind, vor allem die ­Älteren. Sie nehmen dann nicht einmal die Hilfe von Vereinen wie der Tafel an.

In verschiedenen Gesprächen wird klar, dass die meisten Menschen privat Vorsorge treffen, damit ihnen genau dies nicht passiert. Aber das ist nicht so einfach, wenn man monatlich schon drauf achten muss, wie man über die Runden kommt. „Wenn man sich so durchs Leben kämpfen muss, ist es schwer, noch was zurückzulegen“, erzählt eine der Damen. Vor allem Mütter, die aufgrund der Kinder nicht arbeiten gehen, sind im Alter häufiger von Armut betroffen. Die durchschnittliche Rente eines Mannes in den neuen Bundesländern beträgt 1124 Euro brutto und in den alten Bundesländern 1040 Euro. Die durchschnittliche Rente der Frauen im Osten beträgt 846 Euro brutto und im Westen 580 Euro brutto. Da bleibt recht wenig zum Leben.

Die meisten Rentner bekommen nur die Durchschnittsrente, vor allem die Frauen. Um die sogenannte Bruttostandardrente zu erhalten, muss man 45 Berufsjahre aufweisen können. Allein das ist heutzutage sehr schwer, da viele aufgrund des Studiums erst mit 24 Jahren ins Berufsleben eintreten.

Ist jeder selbst verantwortlich?

Andererseits kann man mit Glück deutlich mehr als der Durchschnitt verdienen und so nicht das Problem bekommen. Im Westen jedoch haben die Frauen nur durchschnittlich 27,5 Beitragsjahre und im Osten nur 39,7 Beitragsjahre. Das liegt vor allem daran, dass die Frauen sich um die Kinder kümmern und in Mutterschutz gehen.

Die Männer hingegen haben im Westen 40,4 Beitragsjahre und im Osten 44,6 Beitragsjahre, trotzdem kommen sie im Durchschnitt auch nicht auf die vorgesehenen 45 Beitragsjahre. Dazu kommt, dass das Gehalt nicht regelmäßig unter dem Durchschnitt liegen darf, der bei 3092 Euro monatlich liegt. Sonst bekommt man nicht die Eckrente.

Aber ist es fair, dass Leute, die ihr Leben lang gearbeitet haben, am Ende nix mehr haben? Die Antwort lautet klar: Nein. Man müsste viel mehr dagegen tun. Aber das ist leichter gesagt als getan. Wo kann man ansetzen und was ist wirklich umsetzbar? Die Passanten bringen verschiedene Vorschläge, wie zum Beispiel mehr Rentenpunkte für die Zeit, in der Frauen aufgrund der Kinder zu Hause sind. Andere sind für eine Erhöhung der Grundrente, um die Gesamtsituation zu verbessern.

Wenn ältere Menschen krank ­werden, fallen hohe Kosten für ­Medikamente an. Eine Idee ist, dass ältere Menschen generell nicht mehr für Medikamente zahlen sollten. ­Viele weitere Ideen wurden auf­geworfen. Ein ehemaliger Beamter empfindet Altersarmut nicht als ­großes Problem. Da er selbst eine hohe Position im Berufsleben hatte und nie davon betroffen war, unterstützt er die Meinung, dass die Leute selbst vorsorgen und Vollzeit arbeiten sollten.

Oder muss der Staat etwas tun?

Man merkt deutlich den Unterschied zu den Leuten der unteren und mittleren Schicht. Leute, die selbst nie davon betroffen waren und immer in einer hohen Position arbeiteten, mit der die gute Rente gesichert war, sind mehr der Meinung, dass jeder es selbst zu verantworten habe.

Deutschland sei ein so reiches Land, da sollte doch etwas zu machen sein. Dieser Ansicht sind die meisten der Leute, die sich zum Thema äußern.

Manches lässt sich aber nicht ändern: Denn wie sollen die Leute Geld zurücklegen und Vollzeit arbeiten, wenn es beispielsweise alleinerziehende Mütter sind? „Dann hört man immer: Die Jüngeren müssen was fürs Alter tun. Da frag ich mich immer: Wie?“, sagt eine der Damen. Dahin gehend haben es die meisten Männer einfacher.

In einem Selbstversuch, in dem ich getestet habe, wie gut ich mit einer bestimmten Summe an Geld am Tag auskomme, habe ich gemerkt, wie schwer es ist, sich da noch gesund und ausgewogen zu ernähren. Preise, die einem normal im Alltag nicht auffallen, wirken plötzlich wie große Geldberge. Schon beim ersten Schritt in den Supermarkt wird deutlich, was man sich nicht leisten kann. Jeden Cent muss man umdrehen, damit man am Ende des Monats noch etwas essen kann.

Das heißt auch, dass man viele Aktivitäten einfach nicht machen kann und somit das soziale Leben verpasst. Abschottung und Vereinsamung sind die Folge, was für die geistige Gesundheit nicht förderlich ist. Es besteht akuter Handlungsbedarf!

Modellbau im Seniorentreff

In den Räumen des Deutschen Roten Kreuzes fand das zweite Krefelder Modellbauforum statt. Unser Autor hat mit dem Initiator, Ausstellern und Besuchern gesprochen.

Von Jonas Uhlenbroich, 8a, Gymnasium am Stadtpark Krefeld

Überall ist Gemurmel zu hören. Es riecht nach Farbe und Klebstoff. In einem kleinen Raum sind dicht nebeneinander viele verschiedene Fahrzeuge zu sehen. Jedes ein perfektes, kleines Abbild seines großen Vorbildes. Die Flugzeuge, Autos, Panzer und Schiffe werden präsentiert beim Krefelder Modellbauforum.

Das ist eine Ausstellung von statischen Plastikmodellen verschiedenster Art. Sie fand dieses Jahr zum zweiten Mal in den Räumen des DRK statt. Der Organisator, Thorsten Kleemann, ist selbst begeisterter Modellbauer. Am Modellbauen findet der Krefelder toll, dass man aus „einem Haufen Plastik etwas schafft, das nach etwas aussieht“ und selbst „mit den Händen arbeitet“. Dieses Jahr haben 27 Aussteller ihre Modelle der Öffentlichkeit gezeigt. Der Schwerpunkt der Modelle lag auf dem Zweiten Weltkrieg.

Thorsten Kleemann organisiert das Modellbauforum, weil er selbst seine Modelle zeigen will und anderen dieselbe Möglichkeit bieten möchte. Da es in der Nähe keine Ausstellungen gab, kam er auf die Idee, es selbst zu organisieren.

Als Mitglied des DRK konnte er auf die Einrichtungen zurückgreifen. Die Ausstellung nutze er auch, um „neue Inspirationen zu sammeln“. Einer der Aussteller war Sebastian aus Krefeld. Er war zum zweiten Mal dabei und zeigte fast ausschließlich Panzer oder Kriegsschiffe. „Zum Modellbauen kam ich durch meinen Vater, er war Modellbahner. Mein erstes Modell war ein DTM-Auto, das ich im Alter von vier Jahren bastelte.“ Heute baut er sehr detailgetreu und mit vielen Extras. Sebastian bastelt sogar seine Landschaften selber. So stellt er Bäume aus Küchenschwämmen und Ästen her und Holzböden aus Kaffeestäben.

Besucher Hermann Wiedenbruch war begeistert: „Ich entdecke in jedem Modell einen eigenen Stil.“ Auch er bastelt selbst Modelle, mit denen er auch an Wettbewerben teilnimmt.

Ich werd Prinzessin!

Kann uns die Zukunftsforschung helfen, realistische Träume zu haben? Und was ist das, Zukunftsforschung?

Von Bianca Kubik, Franka Weiler, Elisa Häuser & Nadja Bongartz, 8c, St.-Bernhard-Gymnasium Willich

Wir sind 14 Jahre alt. Das ist ein Alter, in dem wir uns langsam Gedanken über die Zukunft beziehungsweise den zukünftigen Beruf machen sollten. Deshalb haben wir uns über die Zukunftsforschung informiert und einige Erwachsene zu ihren früheren Zukunftsplänen befragt.

Der Zukunftsforscher Rolf Kreibich definierte Zukunftsforschung  2006 als „die wissenschaftliche Befassung mit möglichen, wünschbaren und wahrscheinlichen Zukunftsentwicklungen und Gestaltungsoptionen sowie deren Voraussetzungen in Vergangenheit und Gegenwart“.

Wenn man sich mit der Zukunft beschäftigt, ist es wichtig, zwischen Glauben, Wissen und Vermutung zu unterscheiden. Trends aller Art und vor allem die unvorhersehbaren Fortschritte sind ein wichtiger Teil der Zukunftsforschung. Die Marktforschung  arbeitet mit der Methode des Zählens und Beobachtens, die Zukunftsforschung hingegen mit Schätzungen.

Die Zukunftsforschung forscht an Dingen und Möglichkeiten, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Zum Beispiel daran, Gedächtnisschwächen durch eine Verbindung mit Computer und Gehirn zu überwinden. In 20 bis 50 Jahren soll es möglich sein, dass Gehirn und Computer verbunden werden und miteinander kommunizieren  können, so wie auch schon einige Prothesen funktionieren.

Als Kind hat man viele Träume für die Zukunft. Wir haben ein paar Personen zwischen 20 und 60 Jahren zu dem Thema befragt. Nur wenige der Befragten haben sich ihren Kindheitstraum erfüllen können. Wie erwartet, wollten viele früher Prinzessin, Polizist oder Astronaut werden. Vermutlich haben sie damals nicht gesehen, dass die Voraussetzungen in Gegenwart und Vergangenheit fehlten, die nötig gewesen wären, um in Zukunft Prinzessin zu werden.

Kommentar: G9 ist eine Erleichterung

G8 bedeutet Zeitdruck. Bei G9 hingegen kann man ein Thema auch mal vertiefen.

Von Abu Ghaffari, 8C, Hugo-Junkers-Gymnasium Mönchengladbach

Meiner Ansicht nach ist das Abitur nach neun Jahren weiterführender Schule (G9) besser und effektiver für die Schüler, da man die Lernstoffe länger und genauer thematisieren kann, als es beim Abitur nach acht Jahren (G8) der Fall ist. Schüler haben weniger Stress und mehr Freizeit, sodass sie auch Zeit haben, zu Hause das Thema zu vertiefen.

Die Lerninhalte sind bei G8 dieselben, man hat aber ein Jahr weniger Zeit. Der Leistungsdruck ist dadurch zu hoch. So lernt man nur oberflächlich und hat kaum Zeit zum Wiederholen des Lernstoffs im Unterricht. Um das irgendwie auszugleichen, müssen Schüler mit G8 viel mehr Zeit in der Schule verbringen, sodass sie kaum Freizeit haben. Wenn sie nicht gut hinterherkommen, dann müssen sie noch zur Nachhilfe, wodurch sie noch weniger Freizeit für sportliche oder andere Aktivitäten haben.

Auch für Lehrer ist der Zeitdruck sehr belastend, da sie viel mehr mit den Schülern in einer Lerneinheit durcharbeiten müssen und kaum Zeit haben, es den Schülern intensiv zu erklären.

Es gibt aber auch Schüler, die mit dem Zeitdruck des G8 zurechtkommen und so auch früher mit der Schule fertig sind. Es könnte aber bei manchen Schülern schlechte Konsequenzen haben, da sie noch sehr jung sind, wenn sie nach acht Jahren das Gymnasium verlassen und vielleicht nicht reif genug sind, um eine genaue Entscheidung für ihre Zukunft zu treffen. Somit ist G9 effektiver und nicht so belastend für die Schüler.

Feuerwehrmänner löschen einen Brand

Harte Ausbildung, wichtiger Job

Wer bei der Werkfeuerwehr im Chempark arbeitet, kann Aufregendes erleben. Unser Autor hat mit dem ehemaligen Leiter für operativen Brandschutz über seine Arbeit gesprochen.

Von Tom Lohr, 8a, Gymnasium am Stadtpark Uerdingen

„Nur noch ein paar Stufen, dann hast du die Übung geschafft“, rief einer der Feuerwehrübungsleiter. Das hörte ich, als ich bei der Feuerwehrwache im Chempark ankam. Gleich zu Beginn meines Besuches konnte ich viele Feuerwehrleute beobachten, die alle verschiedene Aufgaben zu bewältigen hatten. Wie sich herausstellte, waren es Übungen, die auf eine Prüfung vorbereiten oder die Fitness und Belastbarkeit bereits fertiger Feuerwehrleute überprüfen.

Die Endlosleiter, das Training auf dem Laufband und vor allem die Atemschutzübungsanlage, das ist ein Indoor – Parcours, bei dem unter Atemschutz verschiedene Hindernisse bewältigt werden müssen, stellen auch für geübte Sportler eine besondere und schwierige Herausforderung dar. Ich wollte allerdings weiter zu Willi Huppertz.

Er ist ehemaliger Leiter für den operativen Brandschutz bei der Chempark-Feuerwehr. In seinen vielen Jahren bei der Werkfeuerwehr hat er einige Brände miterlebt. So war er auch bei dem großen Brand im Jahr 1988 dabei, der dem Chempark schwer zu schaffen machte. Damals ging der Produktionsbereich für Lack-Rohstoffe in Brand auf, 13 Personen erlitten Verletzungen. Die Feuerwehr im Chempark konnte das Feuer zum Glück löschen. „Die Werkfeuerwehr ist besonders auf chemische Stoffe spezialisiert und wird deshalb – wenn etwas in Krefeld brennt, wobei chemische Stoffe eine Rolle spielen – gege­benenfalls zur Unterstützung zum Einsatzort gerufen“, so Huppertz.

Huppertz wollte mit 16 Jahren unbedingt Feuerwehrmann werden, sodass ihn sein Vater damals bei der Freiwilligen Feuerwehr anmeldete. Seine Ausbildung hat er bei der Berufsfeuerwehr in Köln absolviert. Als er nach Krefeld zog, fing er bei der Werkfeuerwehr im Chempark an. „Die Ausbildung zum Feuerwehrmann ist recht schwer und die meisten Leute“, so erzählt es zumindest Huppertz, „scheitern am sportlichen Teil während des Auswahlverfahrens.“ In der Ausbildung wird jede Sache, die man für die Prüfungen braucht, genauestens geübt. Dazu zählt das Auf- und Absteigen auf Leitern, das Schläucheausrollen und natürlich, wie man ein Feuer löscht und womit es gelöscht wird.
Huppertz erklärte mir, dass es in jeder Feuerwache Stangen gibt, an denen man herunterrutschen kann und die unmittelbar zu den Autos führen, damit man direkt losfahren kann. Die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute hängt in der Fahrzeughalle, damit sie sofort einsatzbereit sind.

Es klingt nach einem sehr spannenden Beruf. Und ich kann nun verstehen, warum so viele Jungen davon träumen, später einmal Feuerwehrmann zu werden.

 

Titelbild: Currenta

„Der Pflegenotstand ist ein Thema“

Im Interview spricht eine stellvertretende Pflegedienstleiterin über ihre Arbeit.

Von Jana S. Cuppenbender und Lara M. Sodenkamp, 8C, Andreas-Vesalius-Gymnasium Wesel

Katharina Schmidt ist stellvertre­tende Pflegedienstleiterin im Evangelischen Krankenhaus Wesel. Wir haben mit ihr über die Ausbildung und den drohenden Pflegenotstand gesprochen.

Wie sind Sie zu Ihrer Stelle als stell­vertretende Pflegedienstleiterin gekommen?
Ich habe meine mittlere Reife und anschließend mein Fachabitur im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen gemacht, danach die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Nach drei Jahren auf der Intensivstation absolvierte ich mein zweites Staatsexamen im Bereich Anästhesie- und Intensivpflege. Berufsbegleitend studierte ich dann Pflegemanagement im Bachelor.

Was ist Ihr Aufgabenbereich?
Mein Vorgesetzter und ich sind für viele Bereiche zuständig, da es Schnittstellen zu fast allen Bereichen des Hauses gibt. Zudem sind wir am Personalmanagement im Pflegebereich und an der Qualitätssicherung in der Pflege sowie an vielen Projekten beteiligt.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?
Man braucht mindestens die mittlere Reife und sollte idealerweise zwischen 17 und 18 Jahre alt sein – schon allein wegen des Jugend- und Infektionsschutzgesetzes.

Ist der Pflegenotstand auch bei Ihnen Thema?
Das ist sicherlich ein Thema bei uns. Oder: Wenn es noch kein Thema ist, wird es das. Der demografische Wandel wird sich auch im Kreis Wesel bemerkbar machen. Um dem entgegenzuwirken, bilden wir zwei Mal im Jahr aus, auch im dualen Studium. Zusätzlich werden Konzepte zur Entlastung der Pflegenden entwickelt.

So werden wie Leo und Kate

Eine Karriere als Schauspieler erscheint vielen verlockend. Doch wie kommt man dorthin?

Von Paula Nietiedt und ­Lia Schlachter, 8a, Städt. Leibniz-­Montessori-Gymnasium Düsseldorf

Wie viel verdienen Schauspieler? Wie lange dauert eine Schauspielausbildung? Diese und weitere Fragen stellen sich viele, wenn sie an eine Schauspielkarriere denken.

Zunächst ist es gut zu wissen, wie eine Schauspielerkarriere beginnt. Um Schauspieler zu werden, besucht man in der Regel eine Schauspielschule. Diese dauert vier Jahre, Voraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss. Allerdings sind die Plätze an den meisten Schauspielschulen begrenzt, sodass nicht alle Bewerber einen Platz bekommen.
Es gibt aber auch viele Quereinsteiger. Das sind Personen, die ungeplant in das Business hineingeraten sind. Das heißt: Nicht alle Schauspieler haben eine Schauspielschule besucht. Generell gibt es genauso viele gelernte wie ungelernte Darsteller.

Nach einer Umfrage, die wir in ­unserer Schule unter Schülern der 8. und 9. Klassen durchgeführt haben, wissen viele nicht, was sie in dem Job verdienen können, auch wenn viele von ihm träumen. Dabei sind die Schauspieler vom Theater und die aus Film und Fernsehen zu unterscheiden. Angehende Schauspieler am Theater verdienen pro Monat laut Tarifvertrag circa 1600 Euro brutto. Bei Filmdrehs werden den Darstellern durchschnittlich 750 Euro pro Drehtag gezahlt. Auch dieser Satz ist in einem Tarifvertrag geregelt. Das hört sich erst einmal viel an. Aber: Nicht jeder Tag ist ein Drehtag, und solche Angebote gibt es nicht immer. Das Gehalt kann jedoch beliebig gesteigert werden, wie man bei Hollywood-Schauspielern sehen kann.

Der Alltag ist am Theater im Gegensatz zum Drehset bei Film und Fernsehen geregelter. Dort haben Schauspieler in der Regel vormittags Probe, nachmittags eine Pause, nochmals Probe, und abends sind die meisten Auftritte. Bei Filmdrehs kann es immer wieder zu ungewollten Drehpausen kommen.

Auch wenn sich der Weg vielleicht einfach anhört: Nur wenige schaffen es als Schauspieler, Karriere zu machen. Trotzdem ist die Schauspielerei für viele ein Traumberuf.

Jugendliche mit Handys

Kommentar: Freies WLAN für alle

Ob WLAN an Schulen eine gute Idee ist, sollte im Jahr 2018 gar keine Frage mehr sein!

Von Joel Hamans, 8C, Hugo-Junkers-Gymnasium Mönchengladbach

In der Diskussion um freies WLAN an den Mönchengladbacher Schulen sind die Schulleitungen noch zu keinem Ergebnis gekommen. Auch am Hugo-Junkers-Gymnasium wird überlegt, ob es freies WLAN geben soll oder nicht. Noch werden die Vor- und Nachteile gegenübergestellt.

Im Jahre 2018 sollte man sich gar nicht mehr fragen, ob es freies WLAN geben soll. Es sollte eigentlich selbstverständlich für jede Schule sein. Wenn es freies WLAN an Schulen ­gäbe, würden viele Vorteile entstehen. Für die Lehrer wäre die Situa­tion dann einfacher, weil man keine mobilen Daten mehr benötigen würden. Das heißt: Die Schüler könnten dann das freie WLAN nutzen, um zu recherchieren.

In den Pausen würde nie wieder Langeweile aufkommen, weil es mit freiem WLAN und Zugang zum ­Internet immer etwas zu tun gibt. So könnte man dann Videos auf ­YouTube schauen. Man könnte mit dem freien WLAN auch sinnvolle Dinge für die Schule tun. Auf den Vertretungsplan schauen zum Beispiel. Dadurch erfährt man, ob man eine Freistunde oder Vertretungsstunden hat oder ob alles wie geplant läuft.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass man mit seiner Mutter in der Pause kommunizieren könnte, um wichtige ­Aspekte, die die Schule betreffen, zu besprechen oder um zu fragen, ob man Freunde mitbringen kann.

 

Titelbild: Fotolia/Syda Productions

verzweifeltes Mädchen am Handy

Cybermobbing – Gefangen im Teufelskreis

Vor allem junge Leute sind von Cybermobbing betroffen. Sara ist eine von ihnen. Unsere Autorin hat mit ihr über das belastende Thema gesprochen.

Von Vivienne Freidl, 8c, Gymnasium am Stadtpark Uerdingen

Sara öffnet die Tür ihrer kleinen Dachkammer, sieht mich mit ihren blauen Augen an, und ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Doch es erreicht ihre Augen nicht. Für einen kurzen Augenblick sieht man den Schmerz und die Trauer in ihnen aufblitzen. Aber dann verschließt sie sich wieder.

Wir setzen uns auf ihr Bett, und sie fängt leise an zu sprechen: „Es fing alles vor eineinhalb Jahren damit an, dass mich mehrere Personen auf ­Instagram angeschrieben haben.“ Sie erzählt, dass diese Personen am Anfang sehr nett und freundlich gewesen seien. Aber je häufiger sie Kontakt gehabt hätten, desto komischer seien sie geworden. Sie fragte ihre neuen Internetfreunde, ob alles okay sei. Aber sie behaupteten, dass Sara Gerüchte über sie verbreite und falsche Sachen erzählen würde. Sie versuchte sich zu verteidigen, aber ­hatte damit keinen Erfolg.

Es gab keinen Weg raus

Eine kleine Träne blitzt in den sonst so strahlenden Augen auf. Mit erstickter Stimme sagt sie: „Die Anschuldigungen der Personen wurden immer schlimmer, und irgendwann gingen die Beleidigungen los.“ Sie wurde als „Schlampe“ und „Hurentochter“ bezeichnet und einer Whatsapp-Gruppe hinzugefügt, in der nur Leute waren, die sie beleidigten. „Das Schlimmste war und ist, dass meine angeblich beste Freundin am ­meisten mitmischte“, erzählt sie. Und ­ihre ­Augen füllen sich mit Tränen.

Es gab kein Entkommen. Jeder Versuch, aus der Gruppe auszutreten, scheiterte. Sara wurde immer wieder hinzugefügt und weiterhin beleidigt. Immer mehr von ihren angeblichen Freunden gesellten sich zu den Mobbern. ,,Am Anfang waren es nur zwei oder drei Leute, aber zum Ende hin waren es um die zehn.“

Die Mobber verbreiteten weiter Gerüchte – zum Beispiel, wie falsch sie sei. Statt sich dagegenzustellen, machten ihre Freunde mit. „Ich war allein, ganz allein“, fasst sie ihre Situation zusammen. Sie zog sich vollkommen von der Außenwelt zurück. Ihre Familie bekam damals gar nichts davon mit.

Statt Hilfe zu suchen, stürzte Sara immer weiter ab. In der Schule wurden ihre Noten immer schlechter. Meistens saß sie in der Pause weinend auf der Toilette. Sie löschte alle Social-Media-Accounts auf ihrem Handy. Doch die Mobber erreichten sie weiterhin per E-Mail. „Ich erhielt Nachrichten wie ‚Geh dich umbringen‘, ‚Vergrabe dich‘, ‚Dich wird eh keiner vermissen‘“, berichtet sie.

Neue Nummer, neue Schule

„Ich habe lange gebraucht, um mich nur ein bisschen zu öffnen“, sagt sie. Nach über einem Jahr vertraute sie sich ihrer Mutter an: „Sie war geschockt und hat angefangen zu weinen.“ Von da an wendete sich alles zum Guten: Ihre Mutter redete mit der Schule, nahm das Handy an sich und sorgte dafür, dass ihre Tochter eine neue Nummer erhielt. Sara wechselte sogar die Schule, um von ihren angeblichen Freunden Abstand zu bekommen. Mittlerweile besucht sie einen Psychologen, der ihr hilft, die vergangenen Erlebnisse zu verarbeiten.

Vor allem ihr Hund hat ihr in der schweren Zeit des Mobbings sehr geholfen: „Wir sind viel draußen gewesen, und er hat mir wieder die positiven Dinge des Lebens gezeigt.“ Sie findet an ihrer neuen Schule neue Freunde, und das Mobbing gehört der Vergangenheit an.
„Warum sie das getan haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie genauso viele Probleme haben wie ich. Vielleicht wollten sie nur davon ablenken. Ich versuche, heute das Leben positiver zu sehen, und mache um Personen, die mir schaden wollen, einen großen Bogen.“

 

Titelbild: Fotolia/Antonioguillem

Ein perfekter Sommertag

Wie sieht dein perfekter Sommertag aus? Das hier sind die Vorstellungen einer Textheldin.

Von Jana Wehling, 8c, Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz

Die Mittagszeit in Bayern beginnt. Ich mache mich mit meiner Familie auf, um mit den Fahrrädern fünf ­Kilometer zum Starnberger See zu fahren. Es ist herrliches Wetter, die Vögel singen, und die Wiesen riechen nach frischem Heu.

Ich sitze am Ufer vom See und ge­nieße die Ruhe. In der Mitte des Sees liegt ein Fischerboot. Täglich kommt der Mann hierhin, um zu fischen. Um ihn herum glitzert das kalte, blaue Wasser. Sanfte Wellen tragen den Geruch von Algen ans Ufer. Langsam füllt sich der Platz mit anderen Besuchern. Mehrere Segel­boote haben auf der gegenüberliegenden Seeseite ihre weißen Segel gesetzt und nehmen nun Fahrt auf.

Hinter dem See ragen Berge in die Höhe. Berge, deren Spitzen bis in den Himmel zu reichen scheinen. Ich blicke umher und sehe die Bäume, die mir Schatten spenden, sodass die Sonne nicht zu sehr im Nacken brennt. Der Duft von Blättern, ­Blumen und klarem Wassers liegt in der Luft.

Nun wage ich mich auch in den See. Mühsam kämpfe ich mich über den steinigen Einstieg weiter in den See hinein. Als ich den sandigen ­Boden erreicht habe und bis zur ­Taille im Wasser stehe, drehe ich mich um und blicke ans Ufer. Es sieht aus wie gemalt: einfach traumhaft schön. Einige Leute haben sich ein Board zum Stand-up Paddling ausgeliehen, womit sie mir freudig entgegenkommen. Die Sonne prickelt auf meiner Haut wie der erste Sommerregen.

Eine halbe Stunde ist vergangen, ich liege wieder auf meinem Handtuch und schaue in den wolkenlosen Himmel. Ein schwacher Wind bringt die Blätter der nahe stehenden ­Bäume zum Rascheln. Alles ist friedlich. Im Hintergrund hört man, wie Kinder im Wasser spielen. Fröhlich lachen und kreischen sie.

Allmählich neigt sich der Tag dem Ende zu. Wir sind nicht die Einzigen, die beschließen, den Tag hier zu beenden. Mit anderen Leuten packen wir unsere Sachen und fahren zum Ferienhaus zurück.

Das ist meine Vorstellung von ­einem perfekten Sommertag.