Umwelt – Schlechtes Klima überall

Klimawandel ist im Moment nicht nur in Deutschland sondern auf der ganzen Welt ein wichtiges Gesprächsthema. So treten Fragen wie „Wer ist für das schlechte Klima verantwortlich?“ nicht selten auf.

Unser Problem ist das Kohlenstoffdioxid (Co2). Der Co2-Ausstoß trägt mit 80 Prozent am meisten zur globalen Erderwärmung bei. Von den 80 Prozent sind 15 Prozent Ernährung, Landwirtschaft und Viehzucht; Waldbrandrodung ebenfalls 15 Prozent; Verkehr 20; chemische Produkte ebenfalls 20 und Industrie und Haushalte liegen bei 30 Prozent.

Leider wurde erst in den späten 1950er Jahren nachgewiesen, dass das Co2 in der Atmosphäre laufend zunimmt. In den vergangenen 100 Jahren gab es eine deutliche Erhöhung der globalen Mitteltemperatur. Seit den 70er Jahren ist der Anstieg am stärksten. Die 90er Jahre waren das heißeste Jahrzehnt seit Beginn der Aufzeichnungen 1860.

Zu der Frage „Wer ist für das schlechte Klima verantwortlich?“ haben wir Passanten in den Städten Goch und Weeze befragt. Von den 100 Befragten antworteten 83 Prozent mit der Antwort Co2-Ausstoß und 17 Prozent mit der Antwort Atommüll.

Aber wenn die meisten der Befragten (83 Prozent) mit der Antwort Co2-Ausstoß antworteten, fragen wir uns ernsthaft, warum keiner was unternimmt und auf den ganzen Luxus verzichtet. Man könnte z.B. alternative Energieträger verwenden, um weniger Co2 zu produzieren oder auf sämtliche Luxusgeräte (wie Autos) verzichten und öfter zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

Heutzutage gibt es auch Passivhäuser, die mit Photovoltaikanlagen arbeiten und somit auch keine Heizung benötigen.

Wenn wir allerdings nichts tun werden, wird unsere Erde in ungefähr 30 Jahren folgendermaßen aussehen… Rechts sehen wir eine Temperaturskala. In der 3. Abbildung sehen wir die Erde im Jahr 2040. An den dunkelroten Stellen herrschen in ungefähr 30 Jahren Durchschnittstemperaturen von ungefähr 43 Grad Celsius. Wenn die globale Erderwärmung weiterhin ansteigt, wird es irgendwann kein Leben mehr auf der Erde geben.

Majurany Shanmugaratnam, Michelle Nass und Milan Fitzner, Goch, Gesamtschule Mittelkreis

Alles nur Vorurteile – Frauen, Männer und ihre Schuhe

Die meisten Leute in Deutschland denken, dass Frauen mehr Schuhe haben als Männer. Dies ist ein typisches

Vorurteil.

Doch nachdem wir eine Umfrage gestartet haben, in der wir Männer und Frauen zu diesem Thema befragt haben, gab es erstaunliche Ergebnisse. Auf die Frage, wie viele Schuhe sie besitzen, antworteten die Frauen, dass sie zirka zehn bis 30 Paare haben.

Besonders erstaunlich war, dass ein Mann geantwortet hat, dass er 35 bis 40 Paar Schuhe besitzt.

Im Durchschnitt haben Männer zehn bis 20 Paar Schuhe.

Eine andere Frage war, ob man eher nach Markenschuhen schaut oder ob es reicht, wenn die Schuhe einfach nur gut aussehen. Darauf antworteten 20 Prozent der Männer, dass sie auf Marken und aufs Aussehen achten. 55 Prozent der Frauen achten auf das Aussehen: „Es muss nicht darum gehen, welche Marken man trägt“, so eine Befragte. 25 Prozent der Befragten halten die Marke für wichtig.

Auf die Frage, ob nun Frauen oder Männer mehr Schuhe besitzen, erhielten wir die erstaunliche Antwort, dass Frauen mehr Schuhe besitzen. Doch es stellte sich heraus, dass Männer, wie z.B. der schon erwähnte Mann mit den 35 bis 40 Paar Schuhen, doch manchmal mehr Schuhe haben als Frauen.

Jessica Trinko und Chantal Stauder, Goch, Gesamtschule Mittelkreis

Umbau für die Säuger – Zoo Zajac wird vergrößert

Innerhalb der nächsten Monate bekommen die kleinen Säugetiere ihr eigenes Reich und müssen es nicht mehr mit den Reptilien teilen.

Zoo Zajac gibt es bereits seit dem 3. Dezember 1975. Von Beginn an gab es dort das volle Sortiment an Tieren. Heute ist es das größte Zoofachgeschäft der Welt, mit zwei eigenen Tierärzten und einigen Tierarzthelferinnen. Außerdem gibt es vier Diplombiologen, acht technische Angestellte, einen Handwerksmeister, wie auch einen Ingenieur. Insgesamt gibt es bei Zoo Zajac 200 Angestellte, die sich um das Wohl der 300.000 Tiere bemühen.

Nicht alle der 300.000 Tiere sind einfach im Haus zu halten: Denn wer hat z.B. für ein Faultier Seile im Wohnzimmer, immer 22°C und nie Durchzug? Schon jetzt hat Zoo Zajac eine Gesamtfläche von 9000 m², doch in circa zwei Monaten sollen die Säugetiere eine 600 m² große Halle haben. In dieser soll es in jedem Gehege eine Fußbodenheizung und fließendes Wasser geben. Außerdem sollen alle Gehege mit speziellen Fliesen ausgestattet sein, auf denen sich die Tiere austoben können ohne auszurutschen. Nach Vollendung der Umbauten wird das Geschäft eine Fläche von 9600m² haben.

Doch das ist noch nicht alles, denn voraussichtlich soll es im nächsten Jahr auch noch eine über 2000 m² große Halle nur für Vögel geben. Die Tiere sollen dann nicht mehr in herkömmlichen Käfigen, sondern in großen Volieren gehalten werden. Letztendlich entsteht dann eine Verkaufsfläche, die sich über 12000 m² erstreckt.

Carolin Melles und Sarah Pollmann, Duisburg, Franz-Haniel-Gymnasium

Lokales – Koalababy im Duisburger Zoo

Der Duisburger Zoo betreibt die einzige Koalahaltung in Deutschland, und das mit Erfolg, denn es gibt wieder Nachwuchs im Koalahaus.

Im Duisburger Zoo gab es zum 21. Mal Koalanachwuchs. Für das dreijährige Muttertier Goonderra, das selbst im Duisburger Zoo geboren ist, war es das erste Jungtier. Nach ungefähr 35 Tagen Tragezeit kam das noch namenlose Jungtier mit einer Größe von circa 2 Zentimeter auf die Welt. Kurz danach kletterte das Baby in den Beutel der Mutter, wo es nun schon 168 Tage ist.

Im Regelfall verbringen die Koalababys ein halbes Jahr im Beutel. Zu dieser Zeit bekommen die Besucher das Jungtier nur sehr selten zu Gesicht, weil es nur ab und zu mal aus dem Beutel herausschaut. Im Moment trinkt es noch Milch und das wird sich in der nächsten Zeit auch nicht ändern, weil Koalababys sich bis zu einem Jahr oder länger von der Muttermilch ernähren, das hängt ganz davon ab, wie lange es das Muttertier zulässt.

Bei der Haltung von Koalas muss man einiges beachten. Zwar brauchen sie nicht viel Aufmerksamkeit, sondern eher Ruhe, aber dafür benötigen sie genügend Klettermöglichkeiten und einige Eukalyptuspflanzen. Am wohlsten fühlen sich die Tiere bei einer Temperatur von 25 Grad. Koalas kommen besonders wegen ihrer Seltenheit sehr gut bei den meisten Besuchern an, berichtet Tierpflegerin J. Scheiblich. Am meisten freut sie sich darüber, die Tiere aufwachsen zu sehe. Und sie ist immer froh, wenn es Nachwuchs gibt.

Info:

Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre

Geschlechtsreife: m. mit 3 bis 4 Jahren/ w. mit 2 Jahren

Paarungszeit: Frühjahr und Sommer

Tragezeit: 35 Tage

Anzahl der Jungtiere: 1, selten Zwillinge

Größe bei der Geburt: ca. 2 Zentimeter

Carolin Melles, Sarah Pollmann, Duisburg, Franz-Haniel-Gymnasium

Im Frühjahr leben Amphibien gefährlich – Aufgepasst: Kröten und Frösche sind aktiv!

Jetzt im Frühling, wenn es wärmer wird und die Frösche und Kröten aus der Winterstarre erwachen, werden sie beim Überqueren von Straßen oft überfahren.

Denn häufig kreuzen Straßen ihren Weg vom Winterquartier zum Laichgewässer. In Hamminkeln ist das die stark befahrene Bundesstraße 473 zwischen Brüner Straße und Blumenkamper Straße. So werden beispielsweise von 200 Kaulquappen im Durchschnitt nur fünf zu alten Kröten.

Um gegen das Massensterben der Amphibien vorzugehen, werden unter anderem sogenannte Amphibientunnel installiert. Das sind Röhren, die beim Straßenbau unter der Straße verlegt werden, sodass Kleintiere problemlos auf die andere Straßenseite gelangen.

Eine andere Möglichkeit, Amphibien zu schützen, sind die 50cm hohen „Krötenzäune“, die die Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU) ehrenamtlich an Straßen aufbauen. Bundesweit werden jährlich 2000 bis 3000 Schutzzäune installiert. Die größte Arbeit ist jedoch die Wartung der Zäune, denn die in den Boden eingelassenen Fangeimer müssen mindestens einmal am Tag auf der gegenüberliegenden Straßenseite geleert werden.

Eine ebenfalls effektive Schutzmöglichkeit ist die nächtliche Straßensperrung in der Hochsaison der Wanderung. Dies ist aber natürlich nur an wenig befahrenen Straßen möglich.

Mehr über den Schutz von Amphibien können Sie unter www.amphibienschutz.de lesen.

Alexandra Becker, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Lokales – „Bolzchaos“ im Wohngebiet

Vor Jahren wurde im Neubaugebiet Scheffelweg ein Bolzplatz wegen der Klage eines Anwohners (die Kinder würden Lärm und Ruhestörungen verursachen) und gegen den Willen von mehr als 30 Eltern komplett abgerissen. Heute steht ein Haus auf dem ehemaligen Bolzplatz. Die Stadt Hamminkeln hat daraufhin eine Fläche an der Straße Am Feldrain als Bolzplatz ausgewiesen.

Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2008. Dieser neue Bolzplatz sollte als Ersatz für den dienen, welcher am Scheffelweg abgerissen wurde. Doch schon während der Planung des Baus sammelten einige der umliegenden Anwohner fleißig Unterschriften gegen den Bau des Spielplatzes.

Sie beschwerten sich wegen des Lärms, den die Kinder verursachen würden, wenn der Platz erst einmal fertig wäre. So wurde ein Lärmschutzwall, ähnlich denen, die eine Autobahn von Wohngebieten trennen, aus Erde aufgeschüttet (2,5 Meter hoch). Das reichte den Anwohnern jedoch noch nicht, und sie unterstellten der Stadt, dass der aufgeschüttete Wall mit schadstoffähnlichen Giften kontaminiert sei.

Das legte das Projekt „Ersatzspielplatz“ nun letztendlich vollkommen auf Eis, und der Bau an dem Gelände wurde gänzlich eingestellt. Nun wurde aus dem neuen Bolzplatz nur ein verlassenes Gelände, welches von einem angeblich kontaminierten Lärmschutzwall aus Erde umgeben ist und in dem sich inzwischen schon einiges an Vegetation bzw. Unkraut bis zu einem Meter hoch angesammelt hat.

So schauen die Kinder am Ende doch noch in die Röhre. Es wird ja immer von älteren Generationen behauptet, dass Kinder bzw. Jugendliche viel zu viel Zeit vor dem Computer verbringen. Aber da stellt sich die Frage: Was sollen sie anderes machen, wenn ihnen ihre Möglichkeiten, draußen etwas zusammen zu unternehmen, mehr und mehr genommen werden?

Es werden also nach und nach alle Möglichkeiten geringer, Sport oder Fußball schnell, kostenlos und vor allem problemlos auszuüben.

Tolga Kellersohn, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Natur – Gespenster hinter Glas

Wer sich für exotische Insekten interessiert und nicht viel Geld oder wenig Platz hat, kann sein Glück mal mit Gespenst- oder Stabschrecken als Haustiere versuchen.

Zwei einfach zu haltende Arten sind zum Beispiel die Grüne Stabschrecke (Ramulus artemis) oder die Australische Gespenstschrecke (Extatosoma tiaratum). Man braucht eigentlich nur ein leeres Aquarium, das man oben mit einem Drahtgitter abdeckt. Den Boden kann man mit Sand oder Erde bedecken, darauf ein bis zwei mit Wasser gefüllte Gläser stellen. Deren Deckel sollten durchlöchert sein, damit man die Futterpflanzen durchstecken kann. Die Gläser sollten nicht zu offen sein, da die frisch geschlüpften Schrecken darin ertrinken könnten. Gute Futterpflanzen sind Brombeere oder Efeu, aber sie fressen auch Eiche, Rose und andere Blätter. Man sollte Verschiedenes anbieten. Im Internet, auf der Seite www.aquaterralev.de, stehen auch viele Tipps zu diesem Thema.

Die Tiere sind sehr schön zu beobachten. Zuerst macht es natürlich Spaß, sie zu suchen, da sie zwischen den Blättern sehr gut getarnt sind. Die Grünen Stabschrecken sehen aus wie junge Äste, während die Australischen Gespenstschrecken welke oder vergammelte Blätter nachahmen.

Bei guter Pflege legen sie viele Eier, woraus nach zwei bis drei Monaten die kleinen Larven schlüpfen. Diese häuten sich oftmals, was man auch sehr gut beobachten kann. Dabei hängen sie sich kopfüber an einen Ast und rutschen langsam aus ihrer alten Haut heraus. Man kann also viel Spaß mit ihnen haben.

Tatjana Brost, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Lokales – Hamminkeln macht Musik

Die Rockschule unter Führung des Musikers Marko Launert (37) möchte in Verbindung mit der Stadt Hamminkeln eine CD mit Liedern von Hamminkelner Musikern zusammenstellen.

So fordert der Rockschulbesitzer alle seine Bands und auch die Hobby-Musiker auf, einen oder mehrere Songs mit dem Thema Hamminkeln zu verfassen. Auf der CD sollen nicht nur Rocklieder von Bands auftauchen. Einzelmusiker wie zum Beispiel DJs können sich ebenfalls angesprochen fühlen.

Für die Fans der Komponisten und auch für die anderen Interessenten wird die CD im Herbst bei der Rockschule und eventuell auch im Bürgerbüro zu kaufen sein. Das Ende der Demoaufnahmen ist am Mittwoch, 30. Juni 2010.

Niklas (14), der zurzeit Schlagzeuger einer noch namenlosen Band ist, sagt: „Ich freue mich schon sehr auf das Projekt und hoffe, dass wir mit unserem selbst komponiertem Lied mit auf die CD kommen. Ich finde dies ist ein sehr sinnvolles Projekt, da so die Stadt durch die selbstkomponierten Lieder charakterisiert wird.“

So wünschen Euch die Stadt Hamminkeln sowie die Rockschule noch viel Glück bei Euren Kompositionen und hoffen, dass alles gut verlaufen wird.

Felix von Mulert, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Berufswahl – Eine Woche im Medikamenten-Dschungel

In den Osterferien hatte ich die Gelegenheit, eine Woche ein Praktikum in einer Apotheke in Hamminkeln zu machen. Das Praktikum absolvierte ich, um herauszufinden, welchen Beruf ich später ergreifen möchte.

In der Apotheke wurde ich freundlich empfangen und man erklärte mir sofort, wo alles steht und wie man die gelieferten Medikamente in den Computer eingibt. Außerdem bekam ich einen persönlichen Mantel mit meinem Namen.

„Man muss immer auf das Verfallsdatum gucken, bevor man die Medikamente in die Schränke hineinstellt, damit unsere Kunden keine abgelaufenen Medikamente bekommen. Das ist sehr wichtig“, sagte mir mein Chef. Nun bekam ich meine erste Aufgabe gestellt. Am Anfang war ich nervös, aber als ich die Aufgabe beendet hatte und die Mitarbeiter kannte, ging es entspannter zu.

Als nächstes galt es, die restlichen Medikamente in die Schränke im Keller alphabetisch einzuordnen. An den anderen Tagen sortierte ich im Verkaufsbereich die Kosmetikprodukte ein. Jeden Mittwoch werden dort die Substanzen mit chemischen Experimenten von einer außenstehenden Chemikerin geprüft. Bei dieser Aufgabe durfte ich sogar mithelfen.

Am Ende der Woche war ich traurig, weil das Praktikum zu Ende war. Ich empfand keinen Tag als langweilig. Die Aufgaben in der Apotheke haben richtig Spaß gemacht. Mir gefällt der Beruf so gut, weil man dort mit Medikamenten arbeitet. Man arbeitet mit vielen Chemikalien und man hat mit Menschen zu tun.

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, in einer Apotheke zu arbeiten. Man kann als Pharmazeutisch-Technische-Assistentin kurz PTA arbeiten. Dort darf man die Kunden bedienen und mit Medikamenten hantieren. Eine andere Möglichkeit ist es, als PKA – also Pharmazeutisch-Kaufmännische-Assistentin – zu arbeiten. Dort gibt man die gelieferten Medikamente in den Computer ein und erledigt den anderen Papierkram. Die letzte Möglichkeit ist es, als Apotheker in der Apotheke zu arbeiten. Dieser darf sowohl die Menschen bedienen als auch die Salben und Bachblüten mixen. Doch als Apotheker muss man lange studieren. Jedoch ist es egal, als was man in der Apotheke arbeitet, es macht immer Spaß.

Mir ist es klar, dass nicht jedem Chemie und alles, was mit der Apotheke zu tun hat, gefällt. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden. Gott sei Dank!

Tanja Berning, Wesel, Konrad-Duden-Gymnasium

Antisemitismustag – Wieso immer die Juden?

Wir hatten Besuch von Wolf und Tatjana, die in dem Verein „Bildungsbausteine gegen Antisemitismus“ arbeiten. Nach einem Namensspiel zum Kennenlernen interviewten wir uns gegenseitig. Neben Name und Hobbies ging es darum, was uns an Deutschland gefällt, ob wir uns hier zuhause fühlen, was wir über unsere Familien während der NS-Zeit wüssten und was uns zum Thema Juden einfiele.

Auffällig war, dass keiner etwas über seine Familie während der NS-Zeit wusste. Zum Thema Juden fielen uns nur einige Begriffe ein, die wir aus dem Geschichtsunterricht kannten.

Im Film „Leben und leben lassen“ wurden verschiedenen Berlinern die gleichen Fragen gestellt. In Gruppen untersuchten wir die gegebenen Antworten zum Judentum: Was haben Juden über Juden gesagt? Was haben Nichtjuden über Juden gesagt? Wurde Böswilliges gesagt? Es fiel uns auf, dass viele Nichtjuden das Judentum als Nationalität und nicht als Religion sahen.

Anhand eines Zeitstrahls lernten wir, dass bereits im Mittelalter begann, was sich im Zweiten Weltkrieg wiederholte. Erschreckend war dabei unsere Beobachtung, dass der Papst ähnliche Züge aufwies wie Hitler. Anhand verschiedener Fotos konnten wir feststellen, dass etwa Juden sich bereits im Mittelalter kennzeichnen mussten. Eine andere Bildkarte zeigte, dass Juden angeblich Schweine vergötterten, dabei verbietet das Judentum den Genuss von Schweinefleisch als unrein, wie übrigens auch der Islam. Eine weitere Bildkarte klärte uns darüber auf, dass Juden sogar für unerklärliche Krankheiten (z.B. Pest) verantwortlich gemacht wurden.

Wieso immer die Juden? Im Mittelalter durften Christen weder Handel betreiben noch Zinsen einnehmen. Die Juden durften das und wurden reich. Bei den anderen entstanden Eifersucht und Neid, Judentum wurde immer weniger als Religion erkannt und immer mehr zur nationalen Zugehörigkeit.

Gibt es Antisemitismus noch heute? Diese Situation ist so tatsächlich geschehen: Ein Jude bekennt sich mit seinem bis dahin gut funktionierendem Laden zum Judentum. Daraufhin wurde dieser systematisch fertig gemacht. Zunächst von Neo-Nazis und von arabischen Gruppen, dann von Nachbarn und Freunden. Der einst gut funktionierende Laden existiert nicht mehr. Und es sind nicht wenige, die sagen: „Ist er doch selbst schuld!“

Bastian Laarmann, Kleve, Konrad-Adenauer-Schule