Buchkritik – Tierisch wilder Fantasieroman

Die neue Bücherreihe „Warrior Cats“ begeistert nicht nur junge Leute, sondern auch Ältere zunehmend, denn die Fantasiegeschichte ist fesselnd bis zum Ende. Geschrieben ist sie von Erin Hunter. Dieser Name steht gleich für drei Autorinnen: Victoria Holmes, die Ideengeberin von „Warrior Cats“; Kat Cary und Cherith Beldry, die die Abenteuer der Katzen-Clans zu Papier bringen. Herausgegeben wurden die sechs Bände der ersten Staffel vom BELTZ & Gelberg Verlag.

Die Hauptfigur ist ein feuerroter Kater namens Sammy. Er lebt bei einer Zweibeinerfamilie, so werden die Menschen aus Sicht der Katzen genannt, und ist ein Hauskätzchen. Doch nachts träumt Sammy von einem Leben im Wald, in dem er frei sein und seine eigene Beute fangen könnte. Eines Tages kann er seinem Wunsch nach dem Leben einer Wildkatze nicht mehr widerstehen und bricht auf in den fremden Wald. Dort trifft Sammy auf Wildkatzen aus dem DonnerClan, einer der vier wilden KatzenClans, die seit uralten Zeiten tief verborgen im Wald leben. Voller Sehnsucht nach Freiheit schließt sich Sammy dem DonnerClan an. Doch nicht alle Katzen trauen ihm, denn wegen Streitigkeiten um den Jadtrechten mit dem SchattenClan, stehen alle Zeichen auf Kampf. Endlich kommt die Zeit, in der Sammy, der jetzt Feuerpfote heißt, sich dem Clan beweisen kann…

Jeder der Bände hat um die 320 Seiten und kostet 14,95 Euro. Das ist zwar sehr teuer, doch das Geld lohnt sich. Diese Bücher muss man einfach gelesen haben.

Lisa Fath, Duisburg, Franz-Haniel-Gymnasium

Interview – Radiotalk mit Promis

Bei Antenne Niederrhein gibt es verschiedene Aufenthalts- und Arbeitsmöglichkeiten. Der Eingangsbereich dient dazu, Gäste zu empfangen. Der Konferenzraum spielt eine wichtige Rolle, dort werden wichtige Themen, Besprechungen und auch Interviews mit prominenten Personen durchgeführt. Außerdem gibt es die Redaktion. Dort werden die Texte geschrieben, die dann nachher in der Liveübertragung zu hören sind. Etwas weiter links befindet sich das Herzstück des Radiosenders: das Studio.

Wir hatten die Gelegenheit im Studio dabei zu sein und bei einer Nachrichtenmeldung zuzuhören. Nach den Nachrichten durften wir noch Petra S. (Redakteurin) und Wolfgang N. (Chefredakteur und Nachrichtensprecher) zu interviewen.

„Wie ist der Tagesablauf eines Redakteurs oder Redakteurin?“

Petra S.: „Die Arbeit für die Leute die Frühschicht haben beginnt um halb fünf. Um sechs Uhr ist man dann auf Sendung. Die Frühsendung endet um neun Uhr, Feierabend haben die Leute aus der Frühschicht allerdings erst um 13 Uhr. In dieser Zeit werden schon für Kollegen der anderen Schichten Texte vorbereitet. Die Spätschicht beginnt um halb zehn. Um zehn Uhr gibt es eine Redaktionssitzung im Konferenzraum. Dort werden die Themen und Pressetermine besprochen. Die Nacharbeit für den nächsten Tag geht von 16 bis 18 Uhr.“

„Wie lange arbeiten Sie hier schon?“

Wolfgang N.: „Ich arbeite hier schon 16 Jahre, und Antenne Niederrhein wird dieses Jahr noch 18.“

„Braucht man eine Ausbildung?“

Wolfgang N.: „Man braucht grundsätzlich Abitur und zwei Jahre Ausbildung. Wenn aber jemand hierherkommt und sich um einen Job bewirbt, obwohl er kein Abitur hat, aber den Vorschriften entspricht, also keinen starken Akzent hat und die Arbeit gut erledigt, kann man auch mal eine Ausnahme machen.“

„Wie lange hat man im Jahr durchschnittlich Urlaub?“

Wolfgang N.: „Man hat im Jahr 30 Tage Urlaub.“

„Gab es besondere Ereignisse, die sie in der vergangenen Zeit bei Antenne Niederrhein miterleben durften?“

Wolfgang N.: „Ja, 1995 gab es hier im Kreis Kleve ein Hochwasser. Wir bei Antenne Niederrhein waren zwar nicht besonders gefährdet, aber mussten rund um die Uhr da sein, um zu berichten.“

„Haben sie schon berühmte Personen interviewt?“

Wolfgang N.: „Ich hätte 1995 fast die Königin der Niederlande interviewt. Dann machte mich ein Sicherheitsmann freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam, dass die Königin zurzeit kein Interview wolle. Ansonsten hatten wir noch Interviews mit hochrangigen Ministern, und die Bundeskanzlerin war zweimal in Weeze, wo zwei unserer Mitarbeiter Frau Merkel interviewen durften.

„Vielen Dank für das Interview!“

Julian Gossink, Kevelaer, Städt. Realschule Kevelaer

Jugend – Jugendliche auf Klautour

Täglich werden Jugendliche in Deutschland beim Stehlen erwischt. Jährlich entstehen Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Es gibt viele Gründe, warum sich ein Jugendlicher dazu verleiten lässt, sich das gewünschte Produkt in die Tasche zu stecken, ohne zu bezahlen.

Wir haben einige Jugendliche interviewt, bei den meisten kam das selbe heraus.

„Hast Du schon einmal etwas gestohlen?“

„Ja, vor zwei Jahren haben meine Freundin und ich ständig Kleidung bei H&M oder Schminke bei E-Center und bei dm gestohlen.“

„Wie kamt ihr auf diese Idee?“

„Durch eine andere Freundin von uns , die hatte auch ständig neue Klamotten. Einfach traumhaft. Diesen Luxus wollten wir eben auch.“

„Wurdet ihr nie erwischt?“

„Wir nicht. Ein Mal war es ganz knapp, aber wir haben uns aus dem Staub gemacht. Doch drei andere Freundinnen von uns die haben dann eine Anzeige wegen Diebstahls bekommen und mussten etliche Sozialstunden ableisten.“

„Wie oft habt ihr denn Sachen gestohlen?“

„Am Anfang nicht so oft , doch dann wurden wir immer leichtsinniger und sind immer öfter in die Stadt gegangen.“

„Haben das Eure Eltern nie gemerkt?“

„Nein, ich habe einfach gesagt, dass ich Klamotten von meiner Freundin bekommen habe, weil die ihr zu klein geworden sind.“

„Wieso habt ihr damit aufgehört?“

„Wir haben damit aufgehört, weil wir einfach Angst hatten, genauso wie unsere Freundinnen erwischt zu werden. Außerdem waren wir schon 14 und somit strafmündig.“

„Was war der Grund dafür, dass ihr so eine Straftat begangen habt?“

„Weil wir einfach viel zu wenig Taschengeld bekommen und somit nie mit dem Trend gehen können.“

Motive

Die Gründe sind natürlich nicht bei jedem gleich. Die ein oder anderen klauen sogar nur aus Langeweile. Hier und da ist eine Mutprobe die Ursache oder es fehlt einfach das Geld.

Letztendlich müssen die erwischten Diebe verschiedenste Strafen über sich ergehen lassen: ob Sozialstunden, Geldstrafen und – nicht zu vergessen – die Strafen, welche die Eltern noch parat haben.

Es lohnt sich also nicht. Lieber bezahlt man an der Kasse, anstatt im Nachhinein für seinen Leichtsinn zu bezahlen und dafür nichts als Ärger zu bekommen.

Juliane Brendel und Jasmin Lauer, Kleve, Städt. Realschule Kleve

Schule – Neue Mensa im Bau

Jetzt ist es bald soweit: Ende Mai, Anfang Juni wird mit dem Bau der Mensa begonnen.

Das 20 mal 40 Meter große Gebäude soll schon am Ende des Jahres fertig auf dem Schulhof stehen. Dazu müssen leider einige Bäume weichen und der Laubengang, der zur Sporthalle führt, muss abgerissen werden. Doch wie der Schuldirecktor versicherte, bietet der verbleibende Schulhof immer noch genug Platz für Spielflächen und anderes.

Die Mensa selbst soll zweistöckig werden. In dem unteren Teil befinden sich die Ausgabe des Essens und der Speiseraum, in dem oberen Teil werden Räume für die Nachmittagsbetreuung eingerichtet. Die Mensa kann sowohl für schulische als auch für nichtschulische Veranstaltungen genutzt werden, solange der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt wird.

Als Grund für den Bau der Mensa nannte Herr van Eickels, dass die Schule durch das Landesgesetz dazu verpflichtet ist, ab dem übernächsten Schuljahr eine einstündige Mittagspause einzurichten, da für viele Klassen bald mehr Nachmittagsunterricht anstehen wird und die 7. Stunde nicht ohne große Mittagspause angehängt werden darf.

Ob der Bau wirklich Ende Dezember diesen Jahres vollendet ist, ist noch fraglich. Sogar Herr van Eickels bezweifelt dieses und meint dazu: „Ich denke mal, in einem Jahr wird sie fertig sein!“

Leonie Kanders und Kathrin Winnands, Goch, Gymnasium der Stadt Goch

Quiz – Weiterlesen macht schlau

Egal wo, egal wann, jedem begegnet einmal im Leben eine besondere Spezies von Alltagsfragen: den Fragen ohne Antwort. Jetzt wird jede Ihrer Fragen beantwortet.

Sprachgebrauch

Woher stammt die Abkürzung ‚o.K.‘ und was bedeutet sie?

Die wahrscheinlich glaubwürdigste Bedeutung steht für das griechische ‚holos kalos‘ (‚alles gut‘), da das ‚h‘ nicht gesprochen wird, heißt es soviel wie ‚olos kalos‘.

Aber Beweise für Herkunft und Bedeutung gibt es nicht.

Was ist eigentlich die Arschkarte?

Die ‚Arschkarte‘ ist eine umgangssprachliche Redewendung, die für ‚Pech haben‘ oder ‚ein Missgeschick erleben‘ in unangenehmen oder ungünstigen Situationen verwendet wird.

Die Herkunft dieser Redewendung kommt aus der Fußballwelt durch die Gelbe und Rote Karten, die um Verwechslungen zu vermeiden, in unterschiedlichen Taschen aufbewahrt wurden. Die Gelbe Karte soll sich demnach in der Brust- und die Rote Karte in der Gesäßtasche des Schiedsrichters befunden haben.

Wer sind die Hempels und warum sieht es bei denen unter dem Sofa so unordentlich aus?

Die Theorien, wer die Hempels sind oder warum es bei ihnen so unorgendlich aussieht, sind ebenso wie die Herkunft der Redewendung nicht hinterlegt und auch nur selten anzutreffen. Forscher fanden heraus, dass es sich bei der, wie so oft angenommen, Familie eigentlich um ein kleines, niedliches Geschöpf handelt, das sich gern bei Menschen einquartiert. Es ist demnach also ein Missverständnis.

Aber Herkunft und Bedeutung sind, wie bereits gesagt, umstritten und nicht begründet.

Zahlen über Zahlen

Wie viele Beine hat ein Tausendfüßler?

Tausendfüßler (Myriapoda) besitzen je nach einer der über 8000 verschiedenen Art zwischen 20 und 680 Beine. Jedoch unterscheidet man auch zwischen Wenig-, Hundert- und Doppelfüßlern.

Kann der menschliche Atem gefrieren und zu Boden fallen?

Ja, der menschliche Atem kann gefrieren und zu Boden fallen, soweit eine Temperatur von – 65°C herrscht. Eine solche Temperatur ist glücklicherweise auf der Erde nirgendwo zu messen.

Wissenswertes

Warum gehen Frauen niemals allein aufs Klo?

Frauen fühlen sich zu zweit sicherer, können quatschen und sind in Gesellschaft. Gehen sie deswegen immer nur zu zweit auf die Toilette? Unter anderem, so die Frau selbst, vergeht zu zweit die Zeit schneller und Spaß- und Unterhaltungsfaktor sind dementsprechend groß.

Aber der Ursprung für diese Angewohnheit ist ein anderer, so Experten.

Es ist die Zeit, in der die Herren am Tisch noch aufgestanden sind, während die Dame sich erhoben hat. Damit die Herren aber nicht so oft aufstehen mussten, erhoben sich die Frauen gemeinsam und so vereinfachten sie das sich Erheben der Männerwelt um einiges. Diese Gemeinsamkeit blieb bis heute bestehen und ist nun eine fragwürdige Selbstverständlichkeit der Damenwelt.

Julia Geurtz und Jennifer Winkels, Goch, Gymnasium der Stadt Goch

Gesundheit – Verschwiegene Tragödien

Den Fall des Ex-Nationalspielers Sebastian Deisler kennen viele Fußballfans, und trotzdem fällt die Fußballwelt aus allen Wolken. Die Nachricht vom Tod des Nationaltorhüters Robert Enke kommt für die Menschen überraschend. Enke litt seit 2003 an schweren Depressionen und war in ständiger ärztlicher Behandlung. Dürfen Depressionen in unserer Gesellschaft nicht vorkommen?

Nach Expertenschätzungen leiden vier Millionen Menschen in Deutschland an Depressionen, zwei Drittel, ohne es zu wissen. Ein Großteil der 9331 Suizide im vergangenen Jahr wurde von Depressionen verursacht. Drei von vier Opfern sind männlich.

Aber warum bleiben Depressionen so lange unerkannt? Vor allem Männer fallen durch die Raster der Diagnose. Es passt nicht in ihr Rollenbild, sich aufgrund von psychischen Erkrankungen behandeln zu lassen. Oft bleiben Depressionen unerkannt, die Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit werden missverstanden und mit Extremsport, Arbeitswut oder Alkohol verdrängt.

Robert Enke führte ein Doppelleben – aus Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit. „Wir haben gedacht, mit Liebe geht das, aber man schafft es doch nicht immer“, sagte Theresa Enke nach dem Tod ihres Mannes. Sie schilderte, dass der Nationaltorhüter für den Fußball lebte. Der Sport habe ihm ein Stück weit geholfen, zumindest für die Zeit des Spieles, seine Depressionen zu vergessen. Deshalb machte Robert Enke seine Krankheit nicht öffentlich. Ein Torwart, der sich fürchtete, war für ihn in dieser Männerwelt undenkbar.

Depressionen scheinen in unserer Leistungsgesellschaft nicht vorzukommen oder nicht vorkommen zu dürfen, aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass jeder fünfte Mensch einmal in seinem Leben an einer Depression leidet. Man geht davon aus, dass viele unterschiedliche Faktoren dazu beitragen, an Depressionen zu erkranken. So könne eine andauernde Belastungssituation, ein einmaliges Ereignis, Versagensängste oder auch negative Erfahrungen aus der Kindheit eine Depression verursachen. Das Risiko eines Arbeitnehmers, an Depressionen zu erkranken, steigt um bis zu 70 Prozent, wenn er dauerhaft überfordert ist, wenn er sich stark verausgaben muss, ohne entsprechende Wertschätzung zu erhalten, wenn er unfair behandelt wird oder bei schwierigen Aufgaben keine Unterstützung erfährt.

Eine Depression muss nicht zwangsläufig mit dem Suizid enden. Auch für den Hannoveraner wäre der konsequente Schritt, den Sebastian Deisler vollzog, die Rettung gewesen: eine stationäre Behandlung und eine Pause oder ein Abschied aus dem Profifußball. „Ich bin noch nicht im Leben angekommen. Aber auf dem Weg dahin“, bekennt Sebastian Deisler, der sein Buch „Zurück ins Leben“ zweieinhalb Jahre nach dem Rückzug aus der Öffentlichkeit vorstellte.

Eine Depression ist eben nicht überstanden wie eine Grippe. Nach einer Therapie ist man nicht gleich wieder „ganz der Alte“. Mehr Bewusstsein für die Probleme und Interessen der Betroffenen sind notwendig.

Carolin Vogt, Goch, Coll. Augustinianum Gaesdonck

Tradition – Neujahrskuchen aus dem Münsterland

Der Teig wird in kleine Kugeln gerollt, in die Mitte eines speziellen Eisens und dann in das offene Feuer gelegt. Nach wenigen Minuten kommt der fertige Neujahrskuchen heraus. Aber was eigentlich sind Neujahrskuchen?

Neujahrskuchen sind runde, dünne, nach Anis und Zimt schmeckende Kuchen. Man kennt sie nur in Steinfurt (Münsterland). Dort ist es ein alter Brauch, jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr Neujahrskuchen zu backen.

Der Brauch stammt noch aus der Zeit, als man noch nichts einfrieren konnte. Da hat man die Neujahrskuchen erfunden: Denn da diese sich lange halten, hatte man den restlichen Winter lang was zu essen.

Das spezielle Neujahrskucheneisen kann man in keinem Geschäft kaufen, sondern man muss es eigens herstellen lassen; nur wenige Menschen beherrschen diese Kunst. Die Herstellung dauert bis zu vier Wochen, allerdings so ein Eisen ewig. Auf das Eisen kann man beispielsweise auf beiden Seiten Bilder oder Namen eingravieren lassen, die dann auf dem Neujahrskuchen zu lesen sind.

Tim Stegemann, Kleve, Städt. Realschule Kleve

Schule – Turbo Richtung Abi

Viel Stress und Arbeit. Das ist das neue Schulsystem der Gymnasiasten. Statt der bisher 13 langen Schuljahre, müssen sich die jetzigen Fünft- bis Neuntklässler in nur noch zwölf Jahren durch die Schule kämpfen.

Allerdings muss das weggefallene Jahr unter den übrigen acht Jahren aufgeteilt werden. Das bedeutet noch mehr Stress für die Schulkinder. Die Meinungen der Leute sind geteilt, ob das so genannte Turboabi nützlich oder doch eher nicht zu gebrauchen ist.

Freizeit bleibt jedenfalls nicht mehr viel, da die Schulstunden oft auch über den Nachmittag verlaufen. Sind die Schüler erst einmal zu Hause, müssen sie sich gleich wieder an den Schreibtisch setzen und Hausaufgaben machen, für Tests oder Arbeiten lernen und sonstiges für die nächsten Schultage vorbereiten.

Die Gymnasiasten sind fast alle der Meinung: „Wir haben zu wenig Freizeit.“ Durch diesen Grund sinkt grundsätzlich das Interesse, zur Schule zu gehen.

Maarten van den Berg, Kleve, Freiherr-von-Stein-Gymnasium

Lokales – Kulturnacht in Wesel

Obwohl es erst streitig war, ob Wesel zum Ruhrgebiet gehört, steht doch fest, dass Wesel dem Regionalverband Ruhr angehört. Dieser Verband bat alle 52 Städte, eine Kulturwoche vorzubereiten und sich für diesen Zweck zu bewerben. Alle sagten zu. Auch Wesel fand einen Kulturhauptstadtbeauftragten, der die Organisation leitet. Dieser plant schon seit fünf Jahren.

Zuerst ging Wesel mit Skepsis an das Thema heran, doch nach und nach bekundeten viele städtische Einrichtungen und auch Chöre und Orchester ihr Interesse, einen Beitrag zu leisten. Außerdem wird es viele Lesungen und Ausstellungen aus Archiven geben. Zu diesem Zweck haben sich die Archive zusammengetan.

Natürlich gibt es auch das gesamte Ruhrgebiet umfassende Projekte, wie zum Beispiel den “ DAY OF SONG „, die Sperrung der A40 und die Singsäule, die von Stadt zu Stadt wandert. Am „DAY OF SONG“ singen in allen beteiligten Städten Menschen zur selben Zeit das selbe Lied.

Auf der A40 werden von Duisburg bis Dortmund für ein Wochenende Tische aufgestellt, die man mieten kann.

Die Singsäule ist ein Computer in den man hineinsingen kann. Den Gesang kann man sich anschließend im Internet anhören.

Die Kulturwoche Wesel findet vom 19. bis zum 25. September statt. Sie endet mit der beliebten Kulturnacht. Erfreulich ist, dass die Finanzierung der Woche in Wesel bereits jetzt gesichert ist, Neben einem Zuschuss des Landes in Höhe von zwei Euro pro Einwohner fanden sich viele örtliche Sponsoren, so dass die Projektleitung nunmehr über ein Gesamtbudget von 170.000 Euro verfügen kann. „Es wird Kultur an Orten geben, an denen sonst nur wenig Kultur zu finden ist“, so der Kulturhauptstadtbeauftragte Paul Borgerts.

Info:

Die Kulturhauptstadt Essen konnte sich zunächst, im Kampf Kulturhauptstadt zu werden, gegen andere Kandidaten in NRW behaupten. Später besiegte sie Deutschlands und Europas Favoriten. Dieser Prozess dauerte mehrere Jahre. Nun stellt Essen ein vielfältiges Programm zur Schau.

Jenny Trapp, Wesel, Andreas-Vesalius-Gymnasium

Interview – Kanzleramtsminister Ronald Pofalla im Gespräch

Ein sonniger Samstag. Es ist der 1. Mai 2010 und Tag der Arbeit, eigentlich einer Feiertag, aber nicht für uns und Ronald Pofalla. Justin Hille und Konrad Dzamski der Klasse 8d des Klever Freiherr-vom-Stein Gymnasium wurden pünklich um 9 Uhr in Weeze erwartet und hatten die Möglichkeit dem Kanzleramtsminister einige Fragen zustellen.

RP: Welche Aufgaben hat ein Kanzleramtsminister zu bewältigen?

Ronald Pofalla: Das Kanzleramt ist kein klassisches Ministerium wie Familie oder Soziales, sondern das Kanzleramt spiegelt alle Ministerien, die es innerhalb der Bundesregierung gibt, wider. Von dort aus wird die Arbeit der gesamten Bundesregierung koordiniert.

RP: Sie sind auch Minister für besondere Aufgaben. Welche Aufgaben sind das?

Ronald Pofalla: Zu den besonderen Aufgaben des Kanzleramtsministers gehört die Koordination der Nachrichtendienste. Das heißt, dass man die unterschiedlichen Nachrichtendienste mit ihren Erkenntnissen zusammenführt.

RP: Wie sind sie persönlich zur Politik gekommen? Gab es ein ausschlaggebendes Ereignis?

Ronald Pofalla: Das ist ein bisschen vergleichbar mit eurer Tätigkeit. Ich war damals Schülersprecher an der Hauptschule in Weeze und die Schülervertretung hatte bestimmte Anträge bei der Gemeinde Weeze gestellt. Dadurch bin ich mit der Kommunalpolitik in Kontakt gekommen. Ich habe mir die Schülerorganisationen der Parteien angeschaut, die damals noch ein bisschen anders waren als heute, und bin in die Junge Union eingetreten.

RP: Mit welchen Argumenten, würden Sie Jugendliche motivieren sich in der Politik zu engagieren?

Ronald Pofalla: Über Politik kann man eine Menge verändern. Meckern kann jeder, aber mitmachen – das machen nur wenige. Über die Politik hat man dann ganz spezielle Möglichkeiten der Einflussnahme, wenn man sich für Ideen und Menschen engagieren möchte.

RP: Worin sehen sie die größte Herausforderung zum Thema Schulpolitik?

Ronald Pofalla: Eine große Herausforderung sehe ich beispielweise darin, dass die Verkürzung zum Abitur auf 12 Jahre auch einhergehen muss mit einer inhaltlichen Anpassung und Reduzierung von Lehrinhalten. Man kann in 12 Schuljahren nicht das inhaltlich leisten, was andere Generationen in 13 Jahren geleistet haben.

RP: Als Kanzleramtsminister sind Sie größtenteils in Berlin tätig. Wie gelingt es Ihnen, trotz Ihres Berufes, Kontakt zum Niederrhein zu halten?

Ronald Pofalla: In der Regel bin ich am Wochenende am Niederrhein und habe dort viele verschiedene Termine überall im Wahlkreis. Sonntags reise ich im Normalfall wieder nach Berlin. Annähernd 100 Besuchergruppen aus dem Kreis Kleve besuchen mich im Jahr in Berlin. Meistens diskutiere ich auch über aktuelle Dinge mit ihnen und bekomme auch dadurch mit, welche Probleme die Menschen vor Ort beschäftigen.

RP: Welche Möglichkeiten politischen Engagements gibt es für Jugendliche?

Ronald Pofalla: An erster Stelle sind natürlich die politischen Jugendorganisationen zu nennen. Daneben bieten aber auch viele lokale Vereine und Verbände die Chance, sich zu engagieren.

RP: Welche Jugendprojekte unterstützen Sie?

Ronald Pofalla: Ich unterstütze ganz verschiedene Projekte. Es werden mir Schirmherrschaften übertragen oder ich werde gebeten diese zu übernehmen. Dann engagiere ich mich im Wahlkreis, aber auch in Deutschland für Jugendheime, Jugendinitiativen und für Jugendpressearbeit, denn ich war selber einmal Redakteur einer Schülerzeitung bei mir an der Schule. Besonders am Herzen liegt mir, auch wenn es kein spezifisches Jugendprojekt ist, meine Mitgliedschaft bei Amnesty International.

RP: Welche Entscheidung, die Sie als Politiker treffen mussten, ist Ihnen am schwersten gefallen?

Ronald Pofalla: Wenn wir Entscheidungen über Auslandseinsätze der Bundeswehr zu treffen haben, muss man sich darüber im Klaren sein, das man Soldatinnen und Soldaten dadurch auch in eine Situation bringen kann, die für sie Lebensgefahr bedeutet. Solche Entscheidungen sind die schwersten.

RP: Welche Vor- und Nachteile hat der Beruf des Politikers?

Ronald Pofalla: Man kommt jeden Tag mit unterschiedlichen Menschen zusammen wie etwa Journalisten, Wissenschaftlern, Kulturschaffenden oder Politikern anderer Länder. Wenn man spezielle Persönlichkeiten treffen möchte, dann erhält man in aller Regel innerhalb kürzester Zeit die Möglichkeit dazu. Das sind Vorteile, dich ich als Nichtpolitiker wahrscheinlich nicht hätte.

RP: Und Nachteile?

Ronald Pofalla: Die Nachteile sucht man sich ja selber aus, deshalb bin ich da gar nicht gewillt die zu beschreiben, weil es dann so aussehen würde, als ob man sich beschweren wolle. Natürlich ist die zeitliche Belastung enorm, aber wenn man Freude an der Arbeit hat, dann arbeitet man gerne auch mal länger.

RP: Welche Lebensweisheit oder Guten Ratschlag geben Sie uns für die Zukunft mit?

Ronald Pofalla: Ich halte nichts von Lebensweisheiten, weil ich der Überzeugung bin, dass jeder seine Erfahrungen selber machen muss und eine Lebensweisheit, die auf einen selber vielleicht zutrifft, könnte bei einem anderen bereits falsch sein. Jeder sollte seine Erfahrungen sammeln und auch aus den negativen Erfahrungen versuchen, positive Rückschlüsse zu ziehen.

Wir bedanken uns bei Ihnen für das Interview.

Justin Hille und Konrad Dzamski, Kleve, Freiherr-von-Stein-Gymnasium