Info-Box – Das Tagesinternat

Das Tagesinternat (TI) des Ev. Schulzentrums in Hilden bietet den Schülern professionelle Unterstützung beim Lernen. Dies geschieht jeden Tag nach Schulschluss. Die hier 70 betreuten Kinder werden in fünf Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hat ihren eigenen Raum. Einen festen Tagesplan gibt es natürlich auch:

Ab 11.30 Uhr öffnet das Haus. Ab 12.15 Uhr ist die Mensa offen. Die Kinder und Jugendlichen werden hier immer von den TI-Betreuern beaufsichtigt. Hier wird gemeinsam zu Mittag gegessen. Von 13 bis 13.30 Uhr ist das T.I geöffnet, um sich dort zu beschäftigen, z. B mit Tischtennis oder Malen.

Von 13.35 bis 16 Uhr findet das Silentium statt. Man hat aber die Möglichkeit, das Silentium bereits um 15 Uhr zu verlassen, wenn man alles bereits vorzeitig erledigt hat.

Ab 15 Uhr hat man immer die Möglichkeit, im T.I zu bleiben, um dort seine Freizeit zu verbringen. Jeden Tag ab 15 Uhr hat ein anderer Betreuer Dienst. Um 17.30 Uhr schließt das TI.

Marvin Peukert, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Das Tagesinternat im evangelischen Schulzentrum – Entlastung für Eltern und Kinder

Die Gruppenleiterin Carola Karola Kaiser (45) im Gespräch mit RP-Schülerreporter Marvin Peukert:

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Arbeit?

„Erst einmal schauen, wo jeder Schüler steht, das heißt, wenn es Schwierigkeiten in der Schule gibt, gemeinsam einen Weg finden, sie zu verringern. Außerdem: eine gute Arbeitsatmossphäre herstellen, mit den Schülern gemeinsam ihre eigene Arbeitshaltung reflektieren und beispielsweise dem Mangel an Fleiß und Lust mit einem Ausblick auf die Konsequenzen begegnen (schlechte Noten gleich schlechter Schulabschluss). Zu versuchen, ein geringes Selbstwertgefühl zu stärken und jedem Kind oder Jugendlichen einen Blick für die eigenen Begabungen und Fähigkeiten zu ermöglichen.“

Wie finden Sie das Tagesinternat persönlich? Wo liegen Vor- und Nachteile?

„Erst einmal finde ich es gut, dass es eine solche Einrichtung gibt, denn sie ist sinnvoll und wichtig. Viele Kinder blieben in der Schule auf der Strecke, wenn sie ohne diese feste Struktur auskommen müssten. Die Nachteile sind vielleicht, dass man nie alles tun kann, was einem so ins Auge fällt und dass manchmal viel gleichzeitig geschehen muss.“

Was sind die Gründe, warum die Kinder ins Tagesinternat kommen?

„Die Eltern vieler Kinder sind voll berufstätig, so dass sie keine Möglichkeiten haben, sie tagsüber zu betreuen. Schulische Schwierigkeiten sind auch häufig der Grund, die dann jeweils noch unterschiedliche Ursachen haben.“

Wie ist das Betreuer-Kind-Verhältnis?

„Die Beziehungen zwischen der Gruppenleitung und den Kindern sind sehr unterschiedlich, das heißt, von eher distanziert und nur auf Schulthemen bezogen, bis hin zu einer persönlichen Beziehung mit einer gewissen Nähe. Letztlich entscheiden die Kinder oder Jugendlichen, wie viel sie von dem bestehenden Angebot aufgreifen. Manche gehen nur zum Essen und in die Silentiumgruppe und nach getaner Arbeit direkt nach Hause, andere gehen vielleicht noch zum Töpfern, machen besondere Aktionen mit ( z.B. die Lesenacht, der Geschichtswettbewerb, Ausflüge) und kommen auf diese Weise einzelnen Betreuern näher.“

Welche anderen Aktivitäten stehen den Kindern zur Verfügung?

„Es gibt Spiele für Drinnen und Draußen. Im Haus stehen ein Kicker und eine Tischtennisplatte. Dann gibt es einen Toberaum mit Matten und einen Ruheraum mit Matrazen und Decken. Außerdem viele Gesellschaftsspiele.

Für Draußen gibt es Fußbälle mit kleinen Toren, Diabolos, Stelzen, Springseile, Frisbees und vieles andere. An wöchentlichen Arbeitsgemeinschaften gibt es im Moment das Töpfern und andere künstlerische Tätigkeiten (Linolschnitt, Malen) und den Geschichtswettbewerb. Manchmal finden Kochaktionen statt, und gelegentlich werden Ausflüge gemacht.“

Gibt es spezielle Dinge, die besonders gefördert werden?

„Der Schwerpunkt liegt in der schulischen Förderung. Letztlich geht es darum, dass die Schüler eigene Lernstrategien entwickeln und diese später selbstständig anwenden können. Es gibt das Angebot „Lernen-Lernen“, bei dem genau diese Strategien zusätzlich zum Silentium vermittelt werden. Manchmal gibt es auch einzelne Nachhilfeangebote.“

Marvin Peukert, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Umfrage „Wünsche für die Zukunft“ – Wenn ich König von Deutschland wär’…

Was würden die Menschen verändern, wenn sie Bundeskanzler/-in, Schulminister/-in oder Wirtschaftsminister/-in wären? Mit dieser Frage hat sich Schülerreporter Daniel Zimmermann beschäftigt.

„Jede Nacht um halb eins, wenn das Fernsehen rauscht

Leg ich mich auf’s Bett und mal mir aus

Wie es wäre, wenn ich nicht der wäre, der ich bin

Sondern Kanzler, Kaiser; König oder Königin“….

(aus „König von Deutschland“ von Rio Reiser, 1994)

Dieser satirisch überzogene Songtext von Rio Reiser beinhaltet Phantasien über das, was er machen würde, wenn er König wäre. Diese Träume von Luxus, Reichtum, Spaß und persönlicher Freiheit sollen mit ihrer Ironie die Menschen zum Nachdenken anregen, über das, was sie tun würden, wenn sie König von Deutschland wären.

Hier die Aussagen aus meiner aktuellen Umfrage:

Was wünschen sich die Menschen 2009?

Die Personen, die ich befragt habe, haben sich zu unterschiedlichen Themen geäußert, die sie verbessern oder verändern würden. Einer davon ist der Sozialwissenschaftslehrer Guedo Wandrey (50), der an der Wilhelmine-Fliedner Realschule in Hilden tätig ist. Sein Anliegen wäre: An allen Schulen die Klassen zu verkleinern und mehr Praxis in den Unterricht einzubauen. Dadurch wäre ein besseres Lernen gewährleistet. Der Lehrer hätte dann mehr Zeit für den einzelnen Schüler, und eine bessere Wissensvermittlung wäre möglich. Durch einen höheren Praxisanteil würden Schüler/-innen intensiver auf Ausbildung und Studium vorbereitet. Durch diese Maßnahmen würde unser Schulsystem leistungsfähiger und international wieder konkurrenzfähig.

Für die Fliedner-Schülerin Sophie Brumberg (14) ist es sehr wichtig, dass Tiere in unserer Gesellschaft artgerecht gehalten werden. Die Realität sieht leider oft anders aus, einige Tiere werden von ihren Besitzern ausgesetzt, gequält oder nicht richtig gehalten und erkranken dadurch. Um diese Missstände zu beheben, ist Sophie Brumberg der Meinung: „Die Tierheime sollten so viel Geld vom Staat erhalten, dass sie beispielsweise ihre Gebäude sanieren können und zusätzlich die Möglichkeit haben, neue Gebäude und Außengehege zu errichten. Damit schaffen sie die Voraussetzung für eine artgerechte Haltung der Tiere.“

Bedingt durch die Finanzkrise und den erneuten Anstieg der Arbeitslosen auf mehr als vier Millionen äußerte sich die Teamassistentin Petra Zimmermann (48): „Wenn ich Kanzlerin von Deutschland wäre, würde ich die Arbeit, die es in unserer Gesellschaft gibt, gerechter verteilen. Jeder sollte eine Arbeit haben, die seinen Fähigkeiten entspricht – dadurch fühlt sich jeder Mensch wertvoll und wichtig für unsere Gesellschaft und hat die Chance, sein eigenes Geld zu verdienen. Ein neues Modell für die Verteilung der Arbeit könnte zum Beispiel so gestaltet sein, dass alle arbeitsfähigen Personen nur noch rund 25-30 Std. pro Woche arbeiten.“

Das ist nur eine Auswahl an gesellschaftlichen Themen, die die Befragten verändern würden, wenn sie politische oder wirtschaftliche Macht hätten.

Daniel Zimmermann, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Das Hobby zum Beruf gemacht – Der Lehrer mit dem schwarzen Gurt

Vielen Menschen ist es nicht möglich, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Dem Lehrer der Wilhelmine-Fliedner-Schule, Rolf Fischer (52), ist dieses Kunststück gelungen. Schülerreporter Cedric Milde stellt seinen Lehrer vor.

Der sympathische Kölner begann schon in den früheren Jahren seine sportlichen Aktivitäten. 1964 fand er zum Judo. „Ergeiz, Willenskraft und eine eiserne Disziplin“, so sagt Fischer, verhalfen zu einer erfolgreichen Karriere. Diese wurde zuerst mit dem schwarzen Gurt gekrönt.

Mit dem sportlichen Erfolg war es noch nicht genug, denn jetzt fand er Gefallen daran, anderen Menschen sein Wissen zu vermitteln.

Er arbeitete mit Deutschen Meistern, Europameistern, ja sogar Weltmeistern zusammen und konnte ihnen sein Wissen weitergeben.

Verletzungen wie Fingerbrüche oder Bänderrisse konnten den Sportlehrer nicht stoppen. Jetzt war das Studium dran, zwar gegen den Willen seiner Eltern,

aber mit Erfolg studierte er Sport und Geschichte. Der Zufall wollte es, dass er nach dem Studium eine Stelle als Sportlehrer an der WFS angeboten bekam.

Als Lehrer ist er sehr beliebt. Bei den Schülern kommt sehr gut an. Auch bei seinen Kollegen und Kolleginnen ist Fischer in der „Beliebtheitsskala“ ganz weit oben. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht, denn – so führt der 52jährige aus -„mein Hobby ist und bleibt mein Beruf“.

Cedric Milde, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Schönheits-OP bei Jugendlichen – Wenn die Nase schief sitzt

Viele junge Menschen sind mit ihrem Aussehen nicht zufrieden, denken sogar über eine Schönheitsoperation nach. Die RP-Schülerreporterin Nina Ludwig hat sich dazu umgehört.

Viele Menschen haben ein großes Problem mit ihrem Aussehen. Das Schlimme ist, dass sich immer mehr junge Menschen einer Schönheitsoperation unterziehen wollen. Doch die meisten denken nicht an das Risiko und die Spätfolgen, die es geben kann. Ich habe mich an der Wilhelmine-Fliedner-Realschule Hilden umgehört: Von zehn befragten Schülerinnen und Schülern im Alter von 14 bis 16 Jahren sind sechs nicht zufrieden mit ihrem Aussehen. Alle äußern den Wunsch, dass sie gerne etwas an sich verändern würden. Zum Beispiel Sarah (14):“Ich bin mit meinen Ohren nicht zufrieden.“

Wie viel Geld sie für eine Schönheits-OP ausgeben würden, wissen sie alle schon: zwischen 2000 und 10000 Euro.

Bei der Barmer-Krankenkasse habe ich vom Leiter der Geschäftsstelle Haan, Herrn Dick, erfahren: „In seltenen Fällen wird Geld zu einer solchen OP von der gesetzlichen Krankenkasse dazu gezahlt. Doch das Verfahren dauert lange und ist nicht gerade unkompliziert.“ Es wird nämlich nur dazu gezahlt, wenn man körperliche oder psychische Probleme hat, wie zum Beispiel eine zu große Oberweite und dadurch bedingt starke Rückenschmerzen.

Die befragten Mädchen der Fliedner-Realschule haben fast alle ein „Schönheitsideal“. Oft genannt werden Gisele Bündchen und Heidi Klum.

Aber – und das betonen alle befragten Mädchen – jede würde die OP nur für sich selbst machen und nicht für Freunde oder für den Freund.

Natürlich wollte ich auch wissen, wie die Eltern so darüber denken, und alle waren sich einig: Nur bei schlimmen körperlichen oder psychischen Problemen oder bei einem Unfall würden sie es erlauben und eine Schönheits-OP unterstützen. Doch wenn es ihren Kinder nur darum ginge, so auszusehen wie ein Star, würden es die befragten Eltern niemals erlauben. Eine Mutter bringt es auf den Punkt: „Der Körper des Kindes ist noch nicht ausgewachsen, und außerdem ist uns das Risiko zu hoch, dass etwas bei der OP passiert oder das Kind nicht mehr aus der Narkose aufwacht.“

Nina Ludwig, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Kinder und Mobiltelefone – Schuldenfalle Handy? Das muss nicht sein

Sendungen über Schuldenberater boomen in diversen Fernsehsendern. Häufig ist auch vom Handy als eine Ursache für den finanziellen Ruin junger Menschen die Rede. Die Schülerreporterin Anna-Lea Müller von der Wilhelmine-Fliedner-Realschule (WFS) Hilden hat unter anderem in einem Vodafone-Shop nachgefragt.

Viele Schüler und Schülerinnen der WFS haben eine so genannte Prepaidkarte oder einen besonderen Vertrag. Zwei von zehn Befragten haben einen Vertrag.

Cedric Milde (14): „Ich habe einen Vertrag, mit dem ich pro Monat entweder 100 Frei-SMS habe oder hundertmal frei telefonieren kann.“

Die meisten Jugendlichen, die eine Prepaidkarte haben, müssen diese wegen ihrer Eltern haben. Ina Horn (15): „Ich habe eine Prepaidkarte, weil meine Eltern Angst haben, dass dann, wenn ich ein Vetragshandy mal verliere, jemand so viel telefoniert, dass wir Schulden bekommen.“ Bei einer Prepaidkarte hingegen kann man nur so viel abtelefonieren, wie auf der Wertkarte ist. Wenn kein Guthaben mehr auf der Karte ist, kann man auch nicht mehr telefonieren oder eine SMS schreiben. Dann muss man erst wieder in einen Handyladen gehen, um ein neues Guthaben zu kaufen. Bei einem Vertragshandy kann man so viele SMS schreiben oder telefonieren, wie man will. Es gibt keine Begrenzung. Am Ende eines Monats gibt es dann eine Rechnung, bei der man das bezahlen muss, was man in einem Monat an Leistungen in Anspruch genommen hat. So kommen auch die meisten Leute an die Schulden.

Man kann sehr viel Geld für SMS, Klingeltöne und Spiele ausgeben. Aber man merkt es erst am Ende eines Monats, welchen Euro-Betrag man mit seinem Handy ausgegeben hat

Chris Conrad (24), festangestellter Mitarbeiter im Vodafone-Shop Haan, stellt fest: „Wenn man sich mit dem Handy verschuldet hat, wird die Nummer gesperrt. Man bekommt keinen neuen Vertrag, sondern nur noch eine Prepaidkarte und zwar so lange, bis das Problem geklärt ist.“ Auch der Handy-Profi von Vodafone rät den Eltern in der Regel zum Prepaid-Handy. Chris Conrad: „So kann es bei den Eltern nicht zu bösen Überraschungen kommen.“

Anna-Lea Müller, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Musik in der Schule – Die Bläserklasse ist eine klasse Sache

Seit etwa zwei Jahren gibt es an der Wilhelmine-Fliedner-Realschule (WFS) in Hilden eine so genannte Bläserklasse. Schülerreporterin Camie Bell stellt das Projekt vor. Die Kinder üben hier ein Blasinstrument: Trompete, Posaune, Euphonium, Horn, Querflöte, Klarinette oder Saxophon stehen auf dem Stundenplan. Die Schülerinnen und Schüler der WFS können ihren Lehrern drei Instrumente vorschlagen, die sie am liebsten spielen möchten.

Die entscheidende Zuordnung der ausgesuchten Instrumente trifft die Lehrerin Sigrun Brings, die zusammen mit zwei Kollegen von der Hildener Jugendmusikschule die Zehn- bis Zwölfjährigen betreut. In der Regel, so sagt sie, „wird der erste Wunsch der Schüler berücksichtigt“. Nach den Erfahrungen der Musikpädagogin lernen die Kinder am Anfang sehr schnell, doch „wenn es dann schwieriger wird, müssen die Schüler umso häufiger proben“. Frau Brings berichtet, wie sie vor zwei Jahren auf die Idee kam, Bläserklassen im 5. und 6. Schuljahr an der WFS einzuführen: „Ich dachte, der Musikunterricht wird mehr Spaß machen, wenn die ganze Klasse ein eigenes Instrument spielt.“ Erst wurde es nicht gestattet, eine Bläserklasse zu initiieren, doch nachdem Frau Brings eine entsprechende Ausbildung gemacht hatte und den Schulleiter nochmals fragte, war Otmar Scholl (50) von ihrer Idee begeistert.

Mit Unterstützung der evangelischen Landeskirche und des Schulvereins der Fliedner-Realschule wurden Instrumente im Gesamtwert von 50000 Euro gekauft, um zwei Klassen als Bläserklasse führen zu können. Durch das Lernen des eigenen Instrumentes haben die Kinder wöchentlich zwei Stunden zusätzlichen Unterricht. Der Sinn bei Bläserklasse ist, „dass die ganze Klasse gemeinsam lernt, Spaß hat, Disziplin gewinnt und einen Musikschulunterricht mit seinen eigenen Schulfreuden hat“, führt Sigrun Brings aus.

David (11) bestätigt, dass es ihm Spaß macht, in der Bläserklasse zu sein, obwohl er sehr oft dafür üben muss und er auch „manchmal keine Lust“ dazu hat.

Der Konrektor der Wilhelmine-Fliedner-Realschule, Guedo Wandrey ( 50), stellt fest: „Die Bläserklasse ist ein Erfolgsmodell, das auch im nächsten Schuljahr fortgesetzt wird. Über 40 Jungen und Mädchen bewerben sich um die 30 Plätze in der Musikklasse.“ Für alle Beteiligten steht fest: Die Bläserklasse ist eine klasse Sache !

Camie Bell, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Jugendliche und Bücher – Mädchen sind die Leseratten

Das Thema „Leselust bei Jugendlichen“ wird immer wieder strittig diskutiert. Schülerreporterin Rabea Schimpf möchte sich deshalb näher und differenzierter mit diesem Problem auseinandersetzen.

Bedauerlicherweise greifen immer weniger Jugendliche in ihrer Freizeit zu Büchern. Diese absteigende Tendenz lässt sich mit Hilfe von Zahlen belegen: gerade noch 50 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, regelmäßig zu lesen. Genauso irritierend ist, dass im Jahr 2007 etwa 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen keine Bücher zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekommen haben, da sie sich diese entweder nicht gewünscht haben oder die Eltern dies nicht für erforderlich hielten.

Wenn allerdings gelesen wird, handelt es sich bei den Lesern meist um Mädchen, die Jugendbücher lesen, die von Liebe, dem Leben, von Freundschaft und ähnlichen Themen handeln. Da Lesen in den meisten Kreisen als „uncool” bezeichnet wird, stirbt es quasi aus.

Der Schüler Daniel (14) sagt zum Beispiel: „Warum soll ich Bücher lesen, wenn ich es später eh als Film schauen kann?“ Eine erschreckende Wahrheit, wenn Kinder schon so über Bücher denken. Da Jugendliche immer weniger Zeit und Lust zum Bücher lesen haben, greifen sie lieber zu Zeitschriften wie Bravo, Mädchen oder Glamour. Da diese Printmedien meistens keine anspruchsvollen Themen enthalten, werden sie gerne als leichte Lektüre gekauft, um Bücher zu ersetzen. Sie bieten umso mehr Bilder und besondere Extras wie Poster und Spielzeugbeilagen.

Die Bücherläden befürchten aber zum Glück trotz alledem keine Umsatzverluste. Sie stellen ihre Sortimente um auf Hörbücher und verkaufen auch DVDs mit Literaturverfilmungen. Und nicht zu vergessen: Es gibt immer noch ein paar Jugendliche, die oft und gerne lesen.

Rabea Schimpf, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Schüler erzählen über ihr „erstes Mal“ – Ängste, Hoffnungen und Peinlichkeiten

Der Zeitpunkt, zu dem man sich das erste Mal verliebt, das erste Mal küsst und seinen Gefühlen freien Lauf lässt, hat sich von Generation zu Generation immer wieder verändert, wie Schülerreporterin Janine vom Dorff festgestellt hat.

Focus online schreibt in seiner Ausgabe vom November 2006, dass „…Jugendliche ihre Unschuld im Alter zwischen 15 und 19 Jahren“ verlieren.

Sex zwischen Jugendlichen ist also heutzutage keine Seltenheit mehr.

Das bestätigte eine aktuelle Umfrage bei 25 Realschülern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, die eigens für diesen Artikel durchgeführt wurde.

Die meisten Mädchen haben demnach früher Geschlechtsverkehr als Jungs.

Das kommt daher, dass sie mit älteren Jungen Beziehungen haben und von diesen mehr oder weniger zu sexuellen Handlungen „gedrängt“ werden .

Jaqueline A. (14, Schülerin ) sagt: „Ich habe nur mit ihm geschlafen, weil er es unbedingt wollte.“ Obwohl die meisten Mädchen einen „ganz Besonderen“ für ihr erstes Mal haben möchten, lassen sie sich von ihren männlichen Partnern oft zum Sex überreden.

Im Gegensatz dazu wollen die meisten Jungs „es“ einfach nur hinter sich bringen, wie der 15-jährige Schüler Manuel D. erzählt: „Ich war zu betrunken, um mich daran erinnern zu können!“

Bei der Umfrage kamen aber auch Pärchen zu Wort, die ihr erstes Mal so schön und romantisch wie möglich planen: Nina T. (14, Schülerin aus Haan ) und Patrick K. (16, Schüler aus Haan) sagen: „Wir warten, bis wir beide uns dazu bereit fühlen.“

Viele Mädchen und Jungen haben Angst vor Peinlich- oder Unannehmlichkeiten beim ersten Mal. Die 14-jährige Emilia B. (Schülerin aus Haan) sagt: ”Ich habe am meisten Angst davor, dass meine Schmerzen unerträglich sind.”

Doch sie ist nicht die einzige, die sich solche Gedanken macht. Auch der 15-jährige Paul S. (Schüler aus Hilden) hatte Angst vor seinem ersten Mal. Er erzählt: „Am meisten hatte ich Angst davor, dass ich zu schnell komme, doch die Sorge war zum Glück völlig unnötig.“

Die Antworten zeigen, wie unterschiedlich die Befürchtungen doch sind, genauso wie das Befinden nach dem ersten Geschlechtsverkehr. Viele sind danach erleichtert und glücklich, andere wiederum fühlen sich seltsam und bereuen es schon nach kurzer Zeit. Das erzählt auch die 15-jährige Valentina M. (Schülerin aus Hilden): ”Ich bereue es, dass ich meinen ersten Sex mit dieser Person hatte und das schon nach so kurzer Zeit. Aber ich dachte, dass er mich liebt. So ist des dazu gekommen.”

Janine Vom Dorff, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule

Lottofieber – Was tun mit den Millionen?

Besonders dann, wenn mit einem millionenschweren Jackpot geworben wird, strömen die Menschen in die Lottoannahmestellen, um ihr Glück zu suchen. Doch was würden sie mit diesem Hauptgewinn machen? WFS-Reporterin Linda Mohrmann fragte nach den geheimen Wünschen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und dem Besitzer einer Lotterieannahmestelle.

Lisa A.* (16 Jahre) beispielsweise erklärte, bei einem Millionengewinn würde sie 250000 Euro ihrer Familie geben, damit diese ein Haus bauen könnte. Den Rest würde sie anlegen – für den Führerschein, ein Auto und andere Dinge. Außerdem würde sie 2000 Euro an Hilfsorganisationen spenden. Der achtjährige Jan O.* erklärte: „Ich würde 500 Euro spenden an Kinderkrankenhäuser. Den Rest würde ich für Spielsachen und ein Fußballtrikot ausgeben.“ Viele gleichaltrige Kinder, die befragt wurden, würden sich von dem Geld ebenfalls lang ersehnte Wünsche erfüllen. So etwa Luca C.* (10 Jahre) , der sich am liebsten viele Computerspiele und eine Wii kaufen würde und lieber spart, als zu spenden.

Das sind also die Wünsche der Kinder und Jugendlichen. Aber was haben Erwachsene für Pläne? Tanja K.* (44 Jahre) erzählte: „Ich würde die Hälfte des Geldes bei einer Bank anlegen, um Zinsen zu bekommen. Von dem Rest würde ich mir ein Haus, ein Auto, Klamotten und Schmuck kaufen. Zum Schluss würde ich natürlich noch eine Weltreise machen. Einen Teil des Geldes würde ich außerdem der medizinischen Forschung spenden.“ Andere Erwachsene antworteten ähnliches: „Trainingsgeräte, einen Flatscreen und auf jeden Fall ein dickes Auto, das wären so meine Wünsche „, sagt der 20-jährige Student Marko T.*. Ob er auch etwas spenden würde? Er lacht: „Höchstens einen kleinen Teil, da ich ja nur ein armer Student bin.“

Aber wie viele Menschen spielen eigentlich Lotto? Der Besitzer einer Lottoannahmestelle, Willhelm O.* (50 Jahre), erklärte: „Gerade, wenn der Jackpot hoch liegt, kommen auch viele junge Menschen zum Lottospielen. Zwar kommen auch viele, wenn der Jackpot mal nicht so hoch ist, aber dann hauptsächlich ältere Leute.“ Und was würde er selbst mit dem vielen Geld anfangen? „Ich habe eigentlich schon alles, was ich brauche, deshalb würde ich einen Teil spenden und den Rest sparen.“

Fazit: Die meisten Menschen würden sich in erster Linie ihre eigenen Wünsche erfüllen und – wenn überhaupt – nur einen geringen Teil an Bedürftige spenden.

* Name geändert

Linda Mohrmann, Hilden, Wilhelmine-Fliedner-Schule