Archiv der Kategorie: Görres-Gymnasium

Porträt – Gitarrist mit russischer Seele

Mit neun Jahren begann der gebürtige Moskauer Maxim Lysov das Gitarrenspiel. Am Schnittke Moscow State Institute of Music studierte er Gitarre und Dirigat und schloss das Studium in Deutschland an der Musikhochschule in Wuppertal mit der Künstlerischen Reifeprüfung ab.

Er habe in Deutschland den „Feinschliff“ bekommen, sagt der Künstler über sein Studium. Ein Konzert des „Flamenco-Gottes“ Paco de Lucía habe ihn zutiefst berührt, sodass sich für ihn eine neue Gitarrenwelt erschloss. Seitdem widmet sich Maxim Lysov mit besonderer Liebe und Begeisterung dem Flamencospiel und komponiert auch selbst Flamenco-stücke.

Nicht nur die spanische Folklore hat es dem russischen Gitarristen angetan, sondern auch – wie sollte es anders sein – die russische Folk-lore. Er ist einer der weltweit wenigen Gitarristen, die die Kunst des Spielens einer sieben-saitigen Gitarre, der sogenannten Semistrunnaya Gitara beherrschen.

Neben seiner Tätigkeit als Konzertgitarrist arbeitet Maxim Lysov als Gitarrenlehrer unter anderem an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf und dirigiert das Landes-Senioren-Zupforchester Nord-Rhein-Westfalen Altra Volta.

„Das Feuer in anderen kann nur derjenige entfachen, der selber brennt“, ein Gedanke des Philosophen Augustinus, ist Maxim Lysovs Motto geworden. Davon konnte man sich kürzlich im Rahmen der Internationalen Gitarren-matineen im Palais Wittgenstein in Düsseldorf überzeugen. Zusammen mit seinem Schwager Michiel Wiesenekker, Dozent an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf, ließ Lysov das Publikum die „russische Seele“ mit seinem emotionalen Spiel auf der Semistrunnaya Gitara spüren. Maxim Lysov streichelte die Saiten und entlockte seiner Gitarre wehmütige Klänge. Beide Künstler agierten mit Leichtigkeit und ungeheurer Spielfreude. Rasante, virtuose Läufe und mitreißende Rhythmen entfachten das Feuer im Publikum, und bald blieb kaum einer still sitzen, über-all wippten die Füße oder nickten die Köpfe.

Leander Scheel, 8a, Gärres-Gymnasium Düsseldorf

Eine Zeitzeugin des Zweiten Weltkrieges erzählt – „Christbäume“ am Himmel

Vor mir sitzt eine 83-Jährige, die zunächst gar nichts von meinem Vorhaben, sie zum Krieg zu befragen, hält. „Das interessiert doch niemanden mehr“ und „Meine persönlichen Erfahrungen wollen doch andere gar nicht wissen“, sagt sie. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie sich nur nicht mehr so genau an die schlimmen Zeiten des Krieges erinnern möchte. Aber dann fängt sie doch an zu erzählen.

„Beim Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 war ich acht Jahre alt. Mein Vater wurde sofort eingezogen. Er kam erst nach sieben Jahren aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause.
Mit zehn Jahren kamen wir zur Hitlerjugend. Das gefiel meinem Vater überhaupt nicht. Als er noch in seinem Friseurgeschäft gearbeitet hat, war es ihm verboten, Juden zu bedienen. Deshalb ließ er sie heimlich in unsere Privatwohnung kommen.
Wir fanden die Hitlerjugend toll, denn es wurde viel Sport getrieben, viel gesungen und das Wort Kameradschaft wurde groß geschrieben. Wie man uns betrogen hat, haben wir erst viel zu spät gemerkt.“
Ihr Blick senkt sich, sie kämpft mit den Tränen, fährt dann aber fort: „Nach jahrelangen Siegmeldungen wurde das Leben immer schwerer. Da wir westlich von Berlin lebten, hatten wir nun fast jede Nacht Fliegeralarm und verlebten die meiste Zeit der Nächte im Luftschutzkeller. Alles wurde abgedunkelt. Wir trugen Leuchtplaketten, damit wir uns nicht gegenseitig umrannten. Aus feindlichen Flugzeugen wurden Leuchtfeuer abgeworfen. Wie Christbäume strahlten sie am Himmel. War der Fliegeralarm nach 24 Uhr, brauchten wir am nächsten Tag nicht zur Schule zu gehen. Ich verlebte dann den Tag am Bahnhof, um zu helfen, die vielen Flüchtlinge aus dem Osten zu versorgen.
Im April/Mai 1945 begann die Schlacht um unsere Heimatstadt. Die Hausbewohner kauerten im Luftschutzkeller. Zeitweise bekämpften sich russische und deutsche Soldaten über uns im Haus. Es wurde immer bedrohlicher, alle Häuser rings herum brannten schon, da verließen wir in Panik unser Haus und rannten durch die brennenden Straßen mitten durch den Kugelhagel. Ich weiß es noch ganz genau, ich stellte meine Tasche auf den Boden, kniete mich hin und fing an zu beten. „Bitte, bitte lieber Gott, helfe uns!“
Nach qualvollen Stunden erreichten wir den Hof meiner Großeltern. Helmut, der jüngste Sohn meiner Großmutter wurde mit 17 Jahren noch kurz vor Kriegsende eingezogen. „Mutter, ich will doch nicht gehen“ hat er gefleht. Die Mutter befahl ihm unter Tränen zu gehen, da er sonst erschossen würde. Kurze Zeit später starb er an der Westfront.
Die Kapitulation erlebten wir auf dem Hof meiner Großeltern. Nun begann die Zeit des Hungerns. Sämtliches Vieh war abgetrieben worden. Meine Mutter hat mir später erzählt, dass ich sie gefragt habe, ob es wohl noch mal eine Zeit geben werde, in der man mehr als eine Scheibe Brot am Tag zu essen hätte. Ein paar Monate nach Kriegsende begann die Schule wieder. Mindestens 50 Prozent meiner Klassenkameradinnen waren während der Kriegszeit vergewaltigt worden.“
Ich werde immer nachdenklicher und frage, wie man diese schrecklichen Erlebnisse verarbeiten kann. „Dass man sie wirklich ganz verarbeiten kann, glaube ich nicht“, antwortet sie und fügt hinzu: „Bei jedem Feuerwerk tauchen die Bilder der am Himmel strahlenden „Christbäume“ wieder in mir auf und auch das Sirenengeheule beim Probealarm lässt die bedrückenden Gefühle immer wieder aufleben.“

Leander Scheel, 8a, Gärres-Gymnasium Düsseldorf

Portrait eines Ausnahmegitarristen – Maxim Lysov – Gitarrist mit russischer Seele

Maxim Lysov, geboren in Moskau, begann das Gitarrespiel mit neun Jahren. Durch Balaleika und Domra Volk lernte er die russische Folklore lieben.

Am „Schnittker Moscow State Institute of Music“ in Moskau studierte er Gitarre und Dirigat und schloss das Studium in Deutschland an der Musikhochschule in Wuppertal bei Professor Dieter Kreidler mit der Künstlerischen Reifeprüfung ab. Er habe in Deutschland den „Feinschliff“ bekommen, sagt der Künstler über sein Studium.
Ein Konzert des „Flamenco-Gottes“ Paco de Lucia habe ihn zutiefst berührt und es habe sich für ihn eine neue Gitarrenwelt erschlossen. Seitdem widmet sich Maxim Lysov mit besonderer Liebe und Begeisterung dem Flamencospiel und komponiert auch selbst Flamencostücke für die Gitarre.
Aber nicht nur die spanische Folklore hat es dem russischen Gitarristen angetan, sondern – wie sollte es anders sein – die russische Folklore. Er ist einer der weltweit wenigen Gitarristen, der die Kunst des Spielens der siebensaitigen Gitarre, der so genannten Semistrunnaya Guitara, beherrscht.
Neben seiner Tätigkeit als Konzertgitarrist arbeitet Maxim Lysov als Gitarrenlehrer unter anderem an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf, komponiert eigene Musikstücke für Gitarre und dirigiert das Landes-Senioren-Zupforchester NRW „Alta Volta“.
„Das Feuer in anderen kann nur derjenige entfachen, der selber brennt“, ein Gedanke von Augustinus, ist zur Philosophie des Gitarrenspiels von Maxim Lysov geworden. Davon konnte man sich kürzlich bei einer Matinee im Rahmen der Internationalen Gitarrenmatineen im Palais Wittgenstein in Düsseldorf überzeugen. Zusammen mit seinem Schwager Michiel Wiesenekker, Dozent an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf, der ihn auf der Konzertgitarre begleitete, ließ er sein Publikum die „russische Seele“ durch sein emotionales Spiel auf der Semistrunnaya Guitara zutiefst spüren. Maxim Lysov schien die Saiten zu streicheln und entlockte seiner Gitarre wehmütige Klänge, fast als fange das Instrument an zu weinen.
Der Funke zwischen den Künstlern und dem Publikum im voll besetzten Haus sprang sofort über, schon nach der ersten Darbietung ertönten Bravo-Rufe. Man spürte direkt zu Beginn, dass beide Künstler für ihre Musik „brannten“. Sie agierten mit scheinbarer Leichtigkeit und ungeheurer Spielfreude auf der Bühne. Rasante, virtuose Läufe und mitreißende Rhythmen entfachten das „Feuer“ im Publikum und bald blieb kaum jemand mehr still sitzen, überall wippten Füße oder nickten Köpfe den Rhythmus mit. Dass in der Pause die CDs von Maxim Lysov reißenden Absatz fanden, war nicht überraschend.
Man darf auf weitere Konzerte des vielseitigen Ausnahmegitarristen Maxim Lysov gespannt sein…

Leander Scheel, 8a, Gärres-Gymnasium Düsseldorf

Ein Roadmovie frei nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf – Tschick

Nachdem Wolfgang Herrndorf mit seinem Roman „Tschick“ viele Preise, unter anderen auch den Jugendlitteraturpreis 2011, erhalten hat und viele Leser, ob jung oder alt, sein Buch mit Begeisterung lesen, erobert die Geschichte auch die Theaterbühnen in Deutschland. So steht das Theaterstück „Tschick“ auch in Düsseldorf im Jungen Schauspielhaus in der Münsterstraße auf dem Spielplan.

Maik, ein Junge aus gutem Hause, eher schüchtern, lernt Tschick, einen russischen Aussiedler, kennen. Beide begeben sich mit einem gestohlenen Auto auf eine abenteuerliche Reise, während der sich eine tiefe Freundschaft zwischen den doch sehr unterschiedlichen Jugendlichen entwickelt. Dass die Reise am Ende vor Gericht endet, verstärkt die Freundschaft nur noch mehr.
Die Zuschauer können eine erstaunliche schauspielerische Leistung erleben, zumal die mehr als zehn Rollen von nur drei Schauspielern übernommen werden. Dominik Paul Weber glänzt in der Rolle von Maik, der auch gleichzeitig der Erzähler der Geschichte ist. Tschick wird mit viel Witz von Philip Schlomm dargestellt und Jasmin Music verkörpert alle weiblichen Rollen mit Hingabe.
Gesprochen wird unzensiert so, wie es unter Jugendlichen oft üblich ist und doch erscheint nichts übertrieben. Das Bühnenbild kommt mit wenigen einfachen Requisiten aus. Obwohl die Geschichte an ständig wechselnden Orten spielt, entsteht doch immer die richtige Illusion bei den Zuschauern.
Dem Regisseur Jörg Schwahlen gelingt es, eine Aufführung voller Witz und Lebendigkeit, aber auch gelegentlich mit tiefsinniger, bewegender und emotionaler Stimmung zu präsentieren. „Tschick“ ist für jedermann sehenswert, ob für den Teenager, dessen Eltern oder auch Großeltern, jeder kommt auf seine Kosten. Gute Laune ist garantiert!

Leander Scheel, 8a, Gärres-Gymnasium Düsseldorf

Freizeit – Mit Schwung

Immer mehr Menschen spielen Poi und bringen damit ein großes Publikum zum Staunen. Poi sind Schwingelemente, die zur Darbietung von Bewegungskunst dienen. Das Poi-Spielen finden viele Leute interessant und daher findet dieses Hobby immer mehr Anhänger.

Die Maori (Ureinwohner Neuseelands) haben sie schon vor über 1000 Jahren verwendet. Damals noch aus anderen Gründen: Die Frauen benutzten sie, um ihre Handgelenke beweglich zu halten, die Männer, um die Koordination im Kampf zu fördern. Damals bestanden die Poi noch aus einem Stock, der an der Spitze mit Flachs umwickelt war. Grundsätzlich bestehen die Poi heute meist aus Schnüren, an denen unten ein Gewicht befestigt ist. Heutzutage verwendet man Poi meistens, um andere Leute damit zu beeindrucken, aber selber auch Spaß dabei zu haben.

Fesseln kann man die Leute mit verschiedenen Tricks, die mit Feuerpoi besonders gut auf das Publikum wirken.

Feuerpoi kann man in Petroleum tränken, um sie danach anzuzünden. Bei Feuerpoi sind die Schnüre Metallketten und das Gewicht meistens aus Kevlar, einem Stoff, der die Flüssigkeit gut aufnimmt und gut brennt. Deshalb sollte man vor dem Spielen auch Schutzmaßnahmen treffen, wie feuerfeste Kleidung tragen und sich die Haare zusammenbinden und bestenfalls auch noch nass machen.

Die verschiedenen Tricks beeindrucken alle auf verschiedene Art und Weise: der so genannte Butterfly, bei dem man, wie das Wort schon sagt, Schmetterlings-Bewegungen macht, fasziniert die Leute besonders mit Feuer sehr.

Bei dem Verfolger hingegen spielt man einen Poi langsamer als den anderen an seiner Seite vorbei, so dass sie sich praktisch „verfolgen“. Eines der verblüffendsten Kunststücke ist die „Buzzsaw“, bei der man vor seinem Körper sägenförmige Bewegungen ausübt. Es gibt noch viele weitere Tricks und selber kann man auch Neues, Kreatives erfinden.

Die „offene Zeltstadt“ ist eine Jugendmaßnahme in Bergheim. Dort hat sich über mehrere Jahre eine Gruppe zusammengefunden, deren Mitglieder alle mit Poi umgehen können. Da die offene Zeltstadt in den letzten drei Wochen der Sommerferien stattfindet und dass schon seit 30 Jahren, hat man dort viel Zeit zum Üben. Aber auch für vieles anderes. (zeltstadt.woanders.org)

Mittlerweile hat die Gruppe über 40 Mitglieder, die über eine Gruppe in Facebook kommunizieren. Der erste „große“ Auftritt dieser Gruppe war am Abschlussabend in der „offenen Zeltstadt“. Aber auch bei ganz kleinen Veranstaltungen gab es schon Auftritte. Bis jetzt noch ohne Geldeinnahmen, sondern einfach nur aus Spaß. Aber vielleicht kommt diese Gruppe irgendwann mal groß raus…

Corinna Hefner, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Der 21. Dezember 2012 – Weltuntergang befürchtet

Am 21.Dezember 2012 ging, dem Mayakalender nach, die Welt unter. Das befürchteten viele Menschen, weil die Mayas bis zu diesem Tag Kalender gemacht haben. Das jedoch hatte nur damit zu tun, dass ab dem Zeitabschnitt ein neuer Zeitabschnitt beginnt. Dieser neue Zeitabschnitt heißt Bak`tun. Die Fachmänner aber glauben, dass rein gar nichts passierte.

Jedoch wurde bei dem Bau einer Straße ein Monument namens „Monument 6“ gefunden, auf dem geschrieben steht, dass am 21. Dezember 2012 ein besonderes Ereignis eintritt, bei dem die Maya und die Schöpfung Gottes eine Rolle spielt. Jedoch ist das meiste mit der Zeit unleserlich geworden. Die letzte Passage bedeutete jedoch ungefähr: „Er wird vom Himmel steigen“, was sehr oft mit dem Letztem Gericht verglichen wurde.

Die Mayas waren ein Ureinwohnerstamm von Amerika. Die Mayas hatten gedacht, dass die Welt keinen Anfang und kein Ende hat. Sie waren bekannt für die vielen Ruinen, die sie hinterließen, darunter auch „Monument 6“.

William Saturno grub 2001 in Guatemala in einer Mayastätte und fand eine Kammer, die an den Wänden mit Zahlen geschmückt war. Es war eine Kammer, die zur Berechnung von Mayakalendern gedacht war. Diese Kammer stammte aus dem 9. Jahrhundert. Der älteste bis dahin bekannte Kalender kam aus dem 15. Jahrhundert. Diesem Kalender nach endete am 21. Dezember 2012 ein 5000 Jahre langer Zeitabschnitt, der Bak`tun. Den Fachmännern zufolge ging es „um Erneuerung und Kontinuität – nicht um das Ende von allen Tagen“ .

Simon Humpfle, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Weihnachten – O du fröhliche Konsumzeit!

Hunderte von kaufwütigen, dick-, zum Teil pelzbemäntelten Menschen strömen in einem irgendwie geordneten Chaos über die Königsallee in Düsseldorf. Ich stehe vor meiner Schule an der Kö und schaue dem gewaltigen Treiben zu. Dabei hupende Autos und viel Geschimpfe aus offenen Autofenstern.

Wohin wollen sie? Was treibt sie an, diese Menschen? Denken sie auf ihrem Weg an die schwangere Frau auf ihrem Esel und den Mann, der verzweifelt eine Stätte zur Niederkunft suchte? Was bewegt diese Menschen und was ist für sie Weihnachten?, frage ich mich. Umfragen haben ergeben, dass viele Menschen gar nichts mehr von der Weihnachtsgeschichte wissen. Sie kennen nicht diese berühmte Geschichte von dem Kind in der Krippe, den Hirten und den drei Königen. Und doch laufen sie und laufen und kaufen, doch irgendwie denke ich, wenn sie es aus Liebe tun, dann ist auch das Weihnachten.

Ich erinnere mich an die Erzählungen meiner Mutter, wie sie mit ihrem Vater und ihrer Schwester mit den Schlitten in den Wald ging, um beim Förster den Tannenbaum zu holen. Überhaupt klingen die Erzählungen der Eltern und Großeltern über die Weihnachtszeit sehr idyllisch und anheimelnd. Es gab Bratapfel, Maronen und selbstgebackene Plätzchen. Die Zahl der Geschenke war überschaubar. Ein paar neue Kleider für die Puppen, einen Schlitten, Brettspiele und andere ersehnte Dinge. Und die Kinderaugen glänzten in echtem Kerzenschein, nicht im blinkenden LED-Licht.

Heute dagegen – Apple meets Sony via „Pad“, „Pod“ und „PS3“. Kein Wunder, dass im Dickicht der Angebote Großeltern aus Verwirrung am liebsten Geld schenken. Das größte Geschenk, und dessen sollten wir alle gewiss sein, ist jedoch Weihnachten in Frieden und Freiheit zu erleben.

Fröhliche Weihnachten!!!

Vivian Eneas Micek, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Die ungewöhnlichste und berühmteste Famile – Die Simpsons

Die von Matt Groening erfundene US-Zeichentrickserie ist die am längsten laufende Serie mit bisher 500 Folgen in 24 Staffeln.

Erstmals in USA wurde sie am 19. April 1987 als Kurzfilm ausgestrahlt und wurde dann vom Fernsehersender FOX zu einer Fernsehserie umgeändert und läuft seither wöchentlich. In Deutschland wurde die Serie das erste Mal in 1991 auf ZDF ausgestrahlt und dann seit 1994 auf Prosieben. 1997 bekam die Serie ihren ersten Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die am längsten laufende US-amerikanische Zeichentrickserie. Im Jahr 2009 wurde die Serie mit den meisten Emmy-Awards und mit weiteren Guinness-Rekorden ausgezeichnet und hält insgesamt vier Rekorde.

Im Laufe der Jahre wurden die Charaktere der Serie definierter, sowohl äußerlich als auch inhaltlich. Die Serie sowohl ist für ihre verschiedenen Eröffnungssequenzen bekannt, als auch dafür, dass alle Figuren bei den Simpsons nur vier Finger haben und gelb sind. Außerdem treten oft berühmte Musiker, Schauspieler, Fernsehmoderatoren und Sportler in zahlreichen Folgen auf, die meist sogar selbst von den Promis synchronisiert werden. Matt Groening entschied sich für den Namen der Stadt, da sie 1989 zu den häufigsten Städtenamen in den USA zählte und es eine oder mehrere Städte in 35 Bundesstaaten den Namen „Springfield” tragen.

Von der Serie wurden auch Comics, Sammelkartenspiele, Flipperautomaten und Videospiele rausgebracht. „Die Simpsons“ aber bekam nicht immer gutes Feedback. Homer Simpsons wurde sogar für den Niedergang der amerikanischen Vaterrolle vom Politker Joseph R. Pitts mitverantwortlich gemacht, Bart Simpson wurde von Lehrern für seine schulische Sicht kritisiert, und die Darstellung der Kernkraftwerke wurde von der Atomkraftindustrie auch kritisiert. US-Präsident George Bush sagte 1992 sogar, man solle „mehr wie die Waltons und weniger wie die Simpsons” sein. Außerdem wurde die Serie kritisiert, weil die Simpsons-Familie ohne Gurt Auto fuhr, und dies wurde inzwischen jedoch schon geändert. 2012 wurde die Serie sogar im Iran verboten.

Das Haus der Simpsons wurde im Jahr 1997 detailgetreu nachgebaut, aber ist mittlerweile wieder neu renoviert. Es wurde auch der „Simpsons Ride“ in den Freitzeitparks Universal Studios Florida und Universal Studios Hollywood im Jahr 2008 eröffnet. Für den 20. Geburtstag der Sendung stellte der United States Postal Service eine Reihe von Briefmarken mit Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie her. Die Sendung besitzt außerdem einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und hat bisher unter anderem 85 Awards gewonnen: 30 Annie Awards, 27 Emmy Award, sieben Environmental Media Awards, sieben Writers Guild of America Awards, sechs Genesis Award, fünf People’s Choice Awards und drei Britsh Comedy Awards.

Quynh Dinh, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Die neue Wehrhahn-Linie – Eine Stadt verändert ihr Gesicht

Die Wehrhahn-Linie ist ein Großprojekt der Stadt Düsseldorf. Quer durch die Düsseldorfer Innenstadt wird sich die U-Bahnstrecke ziehen. Sie startet an der Haltestelle Bilk S-Bahnhof und endet am S-Bahnhof Am Wehrhahn.

Der symbolische Start war am 28. November 2007, die ersten Bauarbeiten begannen im Februar 2008. Im Jahr 2015 soll die Strecke in Betrieb genommen werden, jedoch sollen die Testphasen schon im Jahr 2014 beginnen. Die Strecke wird von modernen Niederflur-Straßenbahnen befahren werden und die bestehende Infrastruktur der Innenstadt verbessern. Dadurch gibt es der Stadt ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Umwandlung der Schadowstraße in eine Fußgängerzone. Sie bekommt kurzum ein ganz neues Gesicht.

Negativ muss man jedoch anmerken, dass es die Idee der Stadt war, viele Bäume für das Mammutprojekt zu fällen, um von den Liebeskind-Bauten, die von dem New Yorker Stararchitekt Daniel Liebeskind entworfen wurden, einen freien Blick auf den See zu gewähren. Außerdem muss der denkmalgeschützte „Tausendfüßler“ an der Berliner Allee weichen. Der Verkehr wird dann in einen Tunnel umgeleitet, dessen Bau dazu führt, dass sich Staus in der ganzen Umgebung bilden, auch Anwohner und Händler leiden unter dem U-Bahnbau, aber angeblich soll man mit der Wehrhahn-Linie später viel Zeit sparen.

Am 8. und 9. Dezember 2012 gab es die Möglichkeit den Tunnel vom Graf-Adolf-Platz bis zum Bilk-S Bahnhof zu besichtigen. Diese Gelegenheit ließen sich viele Düsseldorfer nicht entgehen. Das Schlange-Stehen lohnte sich. Der Rohbau der Röhre mit dem Durchmesser von 8,30 Meter, der mit der 65 Meter langen Tunnelbohrmaschine „Turborine“ ausgefräst wurde, ist fertig. Zu Fuß konnten die Besucher in gut 25 Minuten das imposante Bauwerk begehen. Alle waren begeistert und erwarten nun mit Spannung die Fertigstellung.

Nahku Saidy, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Schule – Humanistische Tradition

Das humanistische Görres-Gymnasium besteht seit 467 Jahren, gegründet 1545. Namenspatron ist der Publizist und Hochschullehrer Joseph v. Görres (1776 – 1848). Der aus Heidelberg stammende Görres gibt aber erst seit 1947 der Schule ihren Namen.

Gegründet als „Herzogliche Landesschule“ im Jahr 1545 durch Wilhelm V., den Herzog von Jülich-Kleve-Berg, nahm das heutige Görres-Gymnasium als Latein – und Gelehrtenschule den schulischen Betrieb am Stiftsplatz auf. Unterrichtet wurden von Anfang an die Fächer Latein, Griechisch und Hebräisch. 1620 wurde die Schule an den Jesuitenorden übergeben.

Fünf Jahre später wurde ein neues Schulgebäude an der Andreaskirche bezogen. Von nun an wurde der Unterricht von den strengen Regeln der Jesuiten bestimmt, was täglich bis zu 12 Stunden Unterricht, einschließlich Beten, bedeutete. Das zuvor als eines der Hauptfächer unterrichtete Fach Griechisch wurde nur noch in Grundzügen unterrichtet und von neuartigeren Fächern wie Rhetorik, Arithmetik und Geographie in den Hintergrund gedrängt. 1695 wurde in den Räumlichkeiten des Klosters auf Geheiß des Kurfürsten Jan Wellem eine Laienschule (Schule für das einfache Volk) eröffnet. Nach der Schließung des Jesuitenordens 1773 erfolgte die Umbenennung des Gymnasiums in „Kurfürstliches Gymnasium“. Doch die Jesuiten stellten weiterhin das Lehrkollegium zur Verfügung, obwohl das Fach Latein durch das Fach Deutsch als Standard ersetzt wurde. Als Fremdsprache kam Französisch hinzu.

1803, im Zuge der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen, wurde das „Kurfürstliche Gymnasium“ aufgelöst und als „Lyzeum“ weitergeführt. Als Schulgebäude diente das ehemalige Franziskanerkloster in der Citadellstraße. Einer der berühmtesten Schüler war der Dichter Heinrich Heine (1797 – 1856), der die Schule nach sieben Jahren (1814) wieder verließ.

1815 – Düsseldorf und das Großherzogtum Berg gehörten jetzt zu Preußen – wurde die Schule in „Königlich Katholisches Gymnasium“ umbenannt. Als Schulgebäude diente die ehemalige Franziskaner-Schule. Bei einer Schülerzahl von gerade einmal 140 Jungen (erst 1973 wurden erstmals auch Mädchen aufgenommen) waren es 14 Lehrer, die 15 Fächer unterrichteten. 1830 erfolgten ein erneuter Umzug und eine Namensänderung. Das „Königliche Gymnasium Düsseldorf“ bezog Räume am Standort des heutigen Kaufhof-Gebäudes am Ende der Königsallee. Unter wiederum neuem Namen „Königliches Hohenzollern- Gymnasium“ zog die Schule in das heutige Gebäude an der Königsallee 57 ein. Während des 2. Weltkrieges wurde die Schule in „Staatliches von-Reichenau-Gymnasium“ (von Reichenau war hoher Offizier und überzeugter Hitler-Anhänger) umbenannt. Erst 1947 erhielt die Schule ihren heutigen Namen „Görres-Gymnasium“.

2004 wurde der Neubau mit separatem Treppenhaus an das restaurierte Gebäude angeschlossen. Das Görres-Gymnasium ist heute eines der ältesten humanistischen Gymnasien Deutschlands.

Philipp Moehren, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium