Archiv der Kategorie: Über Texthelden

„Meine Position ist spitze!“

Den Tag im Chefsessel zu beginnen, klingt abwegig? Bei CURRENTA können Schülerinnen und Schüler einen Tag lang Chef oder Chefin sein.

Warum ein Praktikum machen, wenn man gleich Chef oder Chefin sein kann? – Mit diesem Slogan motivieren zahlreiche Unternehmen der chemischen Industrie im Rheinland Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren, einen Tag in der Chefetage ihres Unternehmens zu verbringen. Ziel ist es, den Nachwuchs für die chemischen Berufe zu begeistern. Ermöglicht wird der Rollentausch durch die Aktion „Meine Position ist spitze!“ des Chemie-Netzwerks ChemColog­ne. „So können junge Menschen, die sich für die Chemie interessieren, Kontakte für das spätere Berufsleben knüpfen und tolle Einblicke aus der Sicht eines Chefs gewinnen“, weiß Daniel Wauben, der Geschäftsführer von ChemCologne. „Und natürlich hoffen wir auch, das ein oder andere Talent für das jeweilige Unternehmen begeistern zu können!“

Auch CURRENTA nimmt mit allen drei Unternehmensstandorten teil und ist in diesem Jahr bereits das siebte Mal dabei: In Dormagen übernimmt der oder die Ersatzchef/in am 14. Juli die Position von Alexander Gora, dem Leiter der Abwasserreinigung, wozu unter anderem das Anleiten eines 55-köpfigen Teams gehört. In Uerdingen kann am 23. Juli Klaus Spieker, dem Leiter der Umweltüberwachung, über die Schulter geschaut werden, der auf dem Unternehmensgelände permanent die Luftqualität im Blick behält. Und in Leverkusen schließlich schlüpfen Interessierte am 7. Juli in die Rolle von Susan-Stefanie Breitkopf, die als Geschäftsführerin die Verantwortung für über 5000 Mitarbeitende trägt und über Projekte und Strategien entscheidet. Sila Cakir, die im letzten Jahr einen Tag lang CHEMPARK-Leiter Lars Friedrich ersetzt hatte, erinnert sich an ihren Tag im Chefsessel: „Ich fand, es war eine superspan­nende Erfahrung, die ich jedem weiterempfehle. Durch meine Teilnahme habe ich Einblicke erhalten, die mir sonst nicht möglich wären. Ich hätte nie gedacht, dass die Aufgaben einer Chefin so vielfältig sind.“

Du kommst aus dem Umfeld der drei Standorte und hast das passende Alter? Dann bewirb dich bis zum 31. Mai! Hier findest du weitere Informationen: www.meinepositionistspitze.de

Von Janna Kühne, „Texthelden“-Redakteurin

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem „Texthelden“-Projektpartner CURRENTA.

Jugendliche während der Pandemie

Von Sena Sezgin

Bundesweit werden alle Jugendlichen im Homeschooling unterrichtet und müssen ihren Alltag zuhause verbringen. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Immer mehr Jugendliche haben weniger soziale Kontakte und sitzen durchgehend vor dem Display. Viele sagen, sie hätten ihre Motivation verloren und hätten keine Lust mehr auf die Pandemie. Jugendliche betrifft der Lockdown nochmal härter, da sich ihr Teenager-Leben schlagartig verändert hat. Tage wiederholen sich, die Motivation verschwindet, der soziale Kontakt fehlt, die Hobbys fallen weg und die Konzentration bei Schulaufgaben wird immer schlechter. Viele vermissen die alten Zeiten vor der Corona-Pandemie.

 

 

Karneval in Coronazeiten

Von Lea-Sophie Jürgens

Kommende Woche wäre es soweit gewesen: Karneval 2021 stünde vor der Tür! Allerdings ist dieses Jahr alles ein bisschen anders als sonst. Jegliche Karnevalszüge, Karnevalsfeiern und der altbekannte Sturm auf das Rathaus sind abgesagt.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Situation in Deutschland zurzeit sehr angespannt. Der Lockdown hat uns seit Dezember fest im Griff und viele Leute sehnen sich nach ein wenig Normalität im Alltag. Viele Karnevalsvereine sind enttäuscht, da ihre Karnevalswägen für dieses Jahr nicht gebraucht werden. Lange wurde an den aufwändigen Wägen gebastelt, die einem jetzt wie eine absolute „Zeitverschwendung“ vorkommen.

Dieses Jahr wird es kaum Möglichkeiten geben, um Karneval nachzufeiern. Zwar sollen in Köln 30 Wägen durch die Innenstadt bis zum Dom ziehen, aber die 300 Tonnen Süßigkeiten werden dieses Jahr nicht verwertet. Auch die anderen Geschenke werden einfach weggeworfen. Es bleibt die Frage: Was passiert mit den Karnevalsvereinen? Was können diese nun machen?

Die meisten Karnevalsvereine akzeptieren die Absage, allerdings sind viele auch etwas enttäuscht. Besonders in Köln wird Karneval jedes Jahr groß gefeiert, aber auch in der bekanntesten Karnevalsstadt fällt alles aus. In manchen Städten werden Süßigkeiten auf die Straße gelegt, die Kinder später aufsammeln können. In den meisten Städten gibt man sich allerdings damit zufrieden, dass Karneval dieses Jahr alleine zuhause nachgefeiert wird und die großen Züge abgesagt sind.

Leistungssport in Pandemie-Zeiten: Was junge Reiter besonders vermissen

Von Caroline Pawluk, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

Der Reitsport leidet jetzt schon seit über einem Jahr unter den Corona-Bedingungen. Ab sofort dürfen nur noch professionelle Reiter und Kadermitglieder an Turnieren teilnehmen. Für die Amateure bleibt es weiterhin ein Rätsel, wann sie auf ihren Pferden wieder bei Turnieren an den Start gehen.

Der Reitsport hatte seit Pandemiebeginn viele offene Fragen. Die neuen Regelungen, publiziert von der FN, bringen nun mehr Klarheit. Die FN hat beschlossen, dass das Einzeltraining weiterhin auf Außenplätzen stattfinden darf. Der Reiter selber müsse keinen Mundschutz tragen. Ob für Trainer eine Maskenpflicht gilt, wurde allerdings nicht klar ausgesagt.

Turniere dürfen nur noch mit Profis und Kadermitgliedern stattfinden. Leider gibt es von solchen Turnieren nur wenige, da ein Turnier immer mit einem großen Aufwand verbunden ist und momentan die Zuschauer gezwungenermaßen ausbleiben. Auf Turnieren wird darum gebeten, in den Ställen den Sicherheitsabstand einzuhalten und immer Mundschutz zu tragen. Ein paar Turniere bitten die Teilnehmer, sich vor der Anreise testen zu lassen und nur eine Begleitperson mitzunehmen. Diese Regelung wird allerdings häufig missachtet wird, weil es an strenger Überprüfung fehlt.

Besonders für die jugendlichen Reiter war es schwer, ohne Turniere und nur mit Einzeltraining auszukommen. Einige berichten sogar schon, dass sie den innerlichen Stress vermissen, den sie vor großen Turnieren verspüren. Turniere waren ein sehr großes Teil in der Welt von jungen Reitern– ein Ort zum sozialisieren. Dort trifft man oftmals auf alte Freunden, hängt gemeinsam beim Kiosk ab oder guckt sich die Prüfungen anderer Reiter an. Es ist schwer für die Leistungssportler zu begreifen, dass sie zunächst bis Ende März bei keinem Turnier mehr reiten dürfen. Mit dem Herpes-Ausbruch in der spanischen Stadt Valencia sind nun sogar weitere Turniere wegen der Gefahr einer Erkrankung von Sportpferden abgesagt.

Auch Trainer befinden sich in einer ungewohnten Situation. Sie können nur Einzeltraining geben und haben dadurch oftmals verlängerte Arbeitsstunden. Besonders bei kalten Temperaturen ist es eine Herausforderung draußen zu trainieren. Die Pferde werden störrisch und wir Reiter frieren uns die Finger- und Zehenspitzen ab. Wenn die Plätze nass oder gefroren sind, muss das Training deshalb leider für viele Reiter ausfallen.

Die Pandemie-Zeit war aber abgesehen von vielen negativen Aspekten eine tolle Möglichkeit, eine noch engere Bindung zu unseren Pferden aufzubauen und sie besser kennenzulernen. Trotzdem vermissen wir Reiter die Turnieratmosphäre und den ganzen Jubel. Deshalb träumen wir schon davon, im Sommer tolle Erfolge miteinander zu teilen und zu erleben.

 

Der neue Sporttrend Hula Hoop: Damals Spielzeug, heute Sportausrüstung

Von Sophie Joseph, Klasse 9, International School of Düsseldorf, Düsseldorf

Im ersten Lockdown waren Workouts von der erfolgreichen Sport; und Körper-Influencerin Pamela Reif beliebt, im zweiten Lockdown ist wortwörtlich nur noch “Reif(en)” übrig geblieben. Pamelas Workouts liegen nicht mehr im Trend, stattdessen sind neuerdings altbekannte Reifen angesagt: Ein Sommer-Traum-Körper mit dem Hula-Hoop. Influencer, Non-influencer, Jung und Alt, alle haben Spaß beim Hüfte kreisen lassen. Die Reifen, die damals auf dem Schulhof noch geworfen und gerollt wurden und um die Hüften kreisend beeindruckt haben, sollen jetzt als Sportausrüstung dienen.

Es gibt verschiedene Arten von den Reifen: Klassische dünne, beschwerte mit Hubbeln und beschwerte ohne Hubbel. Jeder Reifen hat eine eigene Wirkung auf Körper. Das verlockendste Ziel des Hula-Hoops ist der flache Bauch und ein beindruckender Sanduhrkörper. Das Versprechen: 2-3 cm an Bauch- und Hüftspeck sollen sich durch regelmäßiges 30 minütiges hullern verabschieden. Doch das größte Versprechen an alle ist der Spaß. Influencer erstellen bereits ihre eigenen Workouts mit dem vielseitigen Reifen. Beispiele sind Zumba-Hula-Workouts oder Tanz-Workouts. Aber nicht nur Influencer, sondern wir alle können uns ein eigenes, individuelles Hula-Hoop-Workout gestalten. Ob man nun eine halbe Stunde die Hüften schwingt und dabei die Arme bewegt oder ohne die Armbewegung hullert–Anstrengung ist garantiert! Aber aufgepasst, ganz so schmerzfrei ist der Sport nicht, denn je nach Art des Reifen können blaue Flecken schnell entstehen. Egal ob an der Hüfte, am Bauch oder Becken, sobald ein blauer Fleck auftaucht, sollte man den Sport für einige Tage pausieren und erst wieder anfangen, sobald man wieder schmerzfrei ist.

Anfänger können sich den Beginn vereinfachen, indem sie langsam anfangen und sich mit der Zeit steigern. Mit 10 Minuten Training pro Tag für die erste Woche sollte man auf der guten Seite sein. Nach der Anfangszeit und einer Phase, in der man die eigene Koordination erst trainieren muss, geht es auch schon los mit dem verkündeten Spaß. Mein Geheimtipp: Musik an und einfach los hullern! Versucht zu tanzen und es einfach zu genießen.

Finde das Gute- Ein Interview mit Matthia Malki aus Syrien

Von Matthia Malki & Lia Cara Schenkel

11 Fragen – 11 Antworten

Rund 13,8 Millionen Menschen die in Deutschland leben, sind im Verlaufe ihres Lebens eingewandert. Für viele mag das in der heutigen Zeit nur eine Zahl in einer weiteren Statistik sein. Hinter jeder Zahl steckt jedoch ein Leben, eine individuelle Geschichte und ein Schicksal. Wenn wir uns trauen einander zuzuhören, dann können wir alle noch etwas dazulernen. Meine Interviewpartnerin Matthia Malki ist eine bemerkenswerte Person, eine sehr gute Schülerin und für mich persönlich ist sie eine Inspiration. Ich habe die Gelegenheit bekommen, ihr Fragen zu stellen und ich bin mir sicher, dass sich auch andere für ihre Antworten interessieren werden. Matthias Geschichte und Ansichten sind es wert gehört zu werden. Ob jung oder alt, Mann oder Frau, schwarz oder weiß, links oder rechts und alles was dazwischen liegt— Migration und Integration sind Themen, mit denen wir uns alle beschäftigen sollten, auch wenn es nur ein Interview sein mag, das wir zu diesem Thema lesen. Vielleicht können Matthia und ich genau mit diesem Interview für mehr Verständnis, Offenheit und Kommunikation auf beiden Seiten sorgen.

Woher kommst du? Wie lange lebst du schon in Deutschland?
Ich komme aus einer syrischen Stadt namens Al-Qamischli, die an den türkischen Grenzen im Nordosten liegt. Ich lebe in Deutschland seit März 2016, also seit knapp 5 Jahren.

Wieso seid ihr nach Deutschland gekommen?
Europa hat die Türen für syrische Flüchtlinge geöffnet und auch Deutschland war nicht zurückhaltend, wenn es darum ging, Migranten aufzunehmen. Wir haben mit unserer Entscheidung, überhaupt nach Europa zu flüchten, sehr gezögert. Wir hatten die Hoffnung, dass der Krieg ein Ende haben wird, aber die letzten Jahre meines Aufenthalts in Syrien wurden immer gefährlicher. Deutschland liegt nicht allzu weit vom Nahen Osten entfernt, hat günstige Lebensbedingungen, eine Krankenversicherung und eine gute Wirtschaft, weshalb es für Flüchtlinge ein bevorzugtes Land ist. Deshalb haben auch wir uns dazu entschlossen nach Deutschland zu fliehen.

Fühlst du dich wohl in Deutschland?
Ich finde es schwierig zu sagen, dass ich mich in Deutschland wohl fühle. Es gibt ganz viele Sachen hier, für die ich dankbar bin, wie z.B. Frieden, Familie, Gesundheit, Bildung und bessere Chancen. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch immer gute Sachen in seinem Leben findet, egal wo er lebt. Allerdings habe ich mich in Syrien, trotz der enormen Gefahren und Probleme, wohler gefühlt als hier in Deutschland. Das liegt meiner Meinung nach unter anderem daran, dass ich mich in Syrien zugehörig gefühlt habe und dass ich dort 16 Jahre lang lebte. Außerdem begegnen meiner Familie und mir in Deutschland sehr viele Herausforderungen. Eine Schwierigkeit ist die Sprache— es schmerzt echt, wenn du dich nicht äußern kannst. Es ist hart für mich zu sehen, wie meine Eltern unter der Sprachbarriere leiden. Es ist für sie unglaublich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, ihren ehemaligen Beruf in Deutschland auszuüben.

Vermisst du Syrien?
Auf jeden Fall. Wie bereits erwähnt, habe ich in Syrien 16 Jahre lang gelebt. Ich vermisse die kleinsten Dinge: Die Straßen, die Häuser, die Läden, die Wände, die Zimmer meiner Wohnung, meine Bücher, meine Freunde und die Nachbarn, die ebenfalls geflüchtet sind. Meine Wurzeln sind in Syrien und ich habe immer noch schöne Erinnerungen an die Orte, denn auch während des Krieges war ich relativ glücklich. Mich tröstet die Tatsache, dass meine Stadt nicht mehr die Stadt ist, in der ich einmal lebte. Die meisten meiner Bekannten leben eben auch nicht mehr dort. Manche studieren im Ausland, andere sind nach Europa geflüchtet. Außerdem hatten meine Schwestern und ich keine Chancen mehr auf eine gute Bildung und meine Eltern hatten auf Grund des Krieges keine Arbeit mehr. In meiner Heimatstadt herrschen sehr viele Konflikte. Die IS-Kämpfer haben einen leichten Zugang zur Stadt und sollten sie die Region besetzen können, dann werden alle Christen getötet. Wie du siehst, zwingt mich die Lage in Syrien dazu, mein Heimweh zu ignorieren. Das ist sehr schwierig, aber ich arbeite daran.

Fühlst du dich gut integriert?
Jeder definiert „Integration“ anders. Meine Definition lautet: Ich bin gut integriert, wenn ich die Sprache gut beherrsche, meine Mitmenschen akzeptiere und auch ich von ihnen akzeptiert werde. Dass ich mich nicht mit jedem Deutschen verstehen kann, liegt nicht an einer fehlenden Integration. Ich selber habe deutsche Freunde und wir verstehen uns gut. Ich sage dir etwas: Syrien ist eine Mischung aus Völkern und Religionen, die zwar gemeinsame Tradition haben, aber auch ganz viele Unterschiede. Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, dass ich eine syrische Gruppe treffe, mit der ich mich aufgrund der großen Unterschiede (Normen, Traditionen) nicht identifizieren kann. Diese besondere Erfahrung mit Syrern habe ich beispielsweise schonmal hier in Deutschland gemacht. Ich möchte noch hinzufügen, dass Integration immer auch von beiden Seiten erschwert werden kann. Es könnte zum Beispiel sein, dass sich ein Immigrant aufgrund seiner Schüchternheit oder fehlender Sprachkenntnisse nicht traut mit Einheimischen in Kontakt zu treten, was dazu führt, dass Einheimische wiederum denken, dass dieser „hochnäsige“ Ausländer sich nicht integrieren will. Andererseits kann es natürlich auch sein, dass die Einheimischen selbst schüchtern und zurückhaltend gegenüber den Neulingen sind. Beide Möglichkeiten erleben wir oft.

Was magst du an Deutschland?
Ganz viele Sachen: Ich finde es beeindruckend, dass die Menschen sich hier an der Politik beteiligen können. Außerdem sind die Menschen hier versichert (Krankenversicherung, Rentenversicherung) und dafür sollten sie wirklich dankbar sein. Ich bin noch Schülerin und wenn ich aus meiner Erfahrung heraus spreche, dann sind 99 Prozent der Lehrer die ich kenne einfach toll. Sie mögen ihren Beruf, sind ihrer Arbeit treu und behandeln die Schüler mit Respekt und Liebe. Das habe ich in meiner Heimat nicht erlebt. Außerdem mag ich es, dass begabte Menschen in Deutschland gut unterstützt und betreut werden.

Was magst du wiederum nicht an Deutschland?
Ich finde, dass die sozialen Beziehungen in Deutschland im Vergleich zu meiner Heimat Syrien relativ kühl wirken. Es tut mir weh, wenn ich von Kindern höre, deren Eltern geschieden oder getrennt leben. Ich finde es falsch, dass hier in Europa die Menschen so unbedacht eine Beziehung beginnen, Kinder bekommen und dann merken, dass sie nicht weiter machen wollen/können. In jedem Land gibt es Familienprobleme und ich möchte die Probleme, die es in Syrien gibt, auch nicht gutheißen. Wie bereits erwähnt existieren in Syrien, ganz viele verschiedene Traditionen, Völker und Teilgesellschaften und in meinem Umfeld war es nun einmal so, dass gemeinsame Kinder erst ein Thema wurden, wenn die Beziehung auch stabil war. Ich persönlich denke, dass funktionierende und zusammenhaltende Familien eine starke Gesellschaft bedeuten. 
Einen anderen Punkt, den ich an Deutschland nicht mag, ist, dass manche Menschen uns indirekt den Eindruck geben, dass wir nicht dazugehörend und eine Belastung für die Gesellschaft sind.

Musstest du Erfahrungen mit Rassismus machen?
Nein. Gott sei Dank noch nicht. Die Deutschen, die ich bisher getroffen habe, akzeptieren mich. Ich schließe es aber nicht aus, in der Zukunft noch Erfahrungen mit Rassismus zu machen.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Wenn ich im Sommer 2022 mein Abitur in der Tasche habe, möchte ich ein Studium anfangen. Vielleicht in Richtung Chemie, Pharmazie, Gesundheit oder Ernährung. Ich kann es aber auch nicht ausschließen, meine Pläne noch zu ändern, denn ich habe ebenfalls ein großes Interesse an Literatur und Sprache. Ich liebe die deutsche Sprache. Ob ich allerdings in Deutschland bleiben werde, weiß ich noch nicht. Wenn es die Umstände erlauben, kann es gut sein, dass ich wieder nach Syrien zurück gehe.

Hast du eine Botschaft von dir an Deutschland zum Thema Migration?
Ich möchte zwei Botschaften an Deutschland richten. Die erste Botschaft richte ich an alle mutigen und gütigen Deutschen, die Migranten geholfen haben, auf ihren eigenen Beinen zu stehen: Danke, dass ihr uns unterstützt und an uns geglaubt habt, obwohl es von Anfang an nicht immer einfach war. Danke, dass ihr geduldig und tapfer seid, denn ohne euch würde unsere Integration nicht funktionieren. Ich habe zwar auch Verständnis dafür, wenn einige Deutsche wegen schlechter persönlicher Erfahrungen von der Migration die Nase voll haben, aber die Tatsache ist, dass nicht alle Migranten gleich sind. Ich kann es nicht verstehen, wenn ein Deutscher sich gegen Migranten ausspricht, weil er denkt, sie seien alle gleich und solche Vorurteile sich dann in seinem Verhalten wiederspiegeln. Ich bin nicht für die Fehler anderer Migranten verantwortlich. Von daher ist meine Botschaft an diese Menschen: Niemand verlässt sein Land, riskiert sein Leben und seine Existenz, nur um sich in Deutschland zu entspannen. Wir schätzen es sehr, dass Deutschland uns die Tür aufgemacht hat und wir wollen für diesen Gefallen etwas zurückgeben. Wir wollen keine Belastung für Deutschland sein, aber wir brauchen auch eure Unterstützung.

Möchtest du noch etwas loswerden?
Ja. Es ist immer wichtig, zu differenzieren. Ich rede von den Migranten, die das Gastland respektieren, denn es ist die Aufgabe jedes Migranten, sich anzustrengen, um selbstständig und unabhängig zu werden.

Autoren: Matthia Malki, Lia Cara Schenkel

Der Lockdown und die Folgen für die Wirtschaft

Von Fatmanur Selvili , Klasse 8d, Franz-Haniel-Gymnasium, Duisburg

Seit Mitte März 2020 sind starke Veränderungen in der Wirtschaft erkennbar. Besonders Unternehmen sind von den Corona-Maßnahmen betroffen. Die Pandemie belastet die Wirtschaft weltweit, doch manche überstehen diese schwierige Phase besser als andere. Die Statistiken zeigen wie unterschiedlich die Pandemie die Wirtschaft der Länder betrifft. Deutschland steht im weltweiten Vergleich noch gut dar. Dennoch sind auch hierzulande die Verkaufszahlen vieler Geschäfte gesunken, wovon auch die großen Unternehmen betroffen sind. Je stärker der Wirtschaftseinbruch ausfällt und je länger die Erholung davon dauert, desto mehr belastet dies den Staat. Auch das Volk ist unzufrieden mit der Situation, weil es Preiserhöhungen gibt, die viele sich nicht leisten können. Der Staat kann nur hoffen, dass sich die Lage schnellstmöglich verbessert.

 

2021 wird das Jahr der Film-Fortsetzungen

Von Chriishwin Joseph, Klasse 8b, Erasmus von Rotterdam Gymnasium Viersen

Trotz Corona sind viele Film-Fortsetzungen geplant: darunter James Bond, Fast & Furious, Matrix und viele mehr. Werden Kinos wieder öffnen oder heißt es dieses Jahr noch Streaming vom Sofa aus?

2021 wurde Mitten im Lockdown gestartet— das öffentliche Leben bleibt also weiter eingeschränkt. Weil dazu auch ein Verbot des Betretens öffentlicher Gebäudes zählt, bleiben auch Kinos weiterhin geschlossen. Trotzdem wird dieses Jahr sehr bedeutsam für die Filmindustrie: der letzte James Bond Film mit Daniel Craig erscheint. Dieser spielt schon seit 15 Jahren den weltbekannten Agenten 007. Aber auch Fast & Furious geht in die nächste Runde. Wer auf Action-Filme steht, für den sind die Fast & Furious-Teile ein Muss. Die Street-Racings Filmreihe feiert im Oktober ihr 20-jähriges Jubiläum. Das Marvel Cinematic Universe bekommt dieses Jahr insgesamt ganze vier Fortsetzungen: Black Widow, The Eternals, Venom 2 sowie Shang-Chi und die Legende der 10 Ringe.

Bisher sieht es so aus, als ob erst im Herbst oder Winter die Kinos wieder öffnen dürfen. Bis dahin müssen wir die Filme wohl vom Sofa aus streamen. Dazu kann man Plattformen wie Netflix, Amazon Prime oder Disney+ benutzen oder die Filme wie früher auf DVD oder BluRay kaufen. Mit etwas Glück werden die Kinos mit Sicherheitsabständen noch eher wieder aufmachen. Eines ist sicher: wir halten sie auf dem Laufenden.

Ausbildung mit Schwerpunk Umwelt

Tintenkiller, Fahrradreifen oder sogar der Erdbeergeschmack im Joghurt: Chemie findet nicht nur im Reagenzglas statt, sondern begegnet uns fast überall. Auch der Chemieindustrie-Dienstleister CURRENTA unterstützt bei der Produktion wichtiger Alltagsgegenstände.

Um den Abfall, der dabei entsteht, so umweltfreundlich wie möglich zu entsorgen, hat CURRENTA den neuen Ausbildungsgang „Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft“ geschaffen. Der Nachwuchs lernt, Informationen über chemische Stoffe und ihre Auswirkungen auf Natur und Lebewesen zu untersuchen. Wir haben Nils Stepan, einen der ersten Azubis am Standort Leverkusen, befragt.

Nils, du hast gerade erfolgreich deine Ausbildung beendet und bist von CURRENTA übernommen worden. Lass uns einen Blick zurückwerfen Wie war es?
Klasse! Ich habe mich rundum wohlgefühlt und konnte mir einiges von meinen Kolleginnen und Kollegen auf der Schicht abgucken. An der Arbeit habe ich Gefallen gefunden – sie ist abwechslungsreich, spannend und oftmals auch fordernd, was ich aber nicht schlimm finde. Mir wurde von A bis Z alles Anlagen- und Arbeitsrelevante erklärt und gezeigt, sodass ich recht zügig anfangen konnte, eigenständig zu arbeiten. Gleich am Anfang durfte ich den Flurförderfahrzeugschein machen und fahre seitdem auch mit dem Gabelstapler über das Anlagengelände. Außerdem wurde ich zeitweise in der Messwarte eingesetzt, von wo aus ich die Anlage fahren kann. Und ich kann inzwischen auch die Krananlage bedienen.

Zur Ausbildung gehören auch die Berufsschule und überbetriebliche Praktika. Ist das eine gute Mischung?
Ja, auf jeden Fall! In der Schule haben wir viele Dinge lernen können, die relevant für unsere Arbeiten sind. Die Berufsschule ist zwar in Gelsenkirchen, aber ich habe mich daran echt schnell gewöhnt. Im Schacht III, unserer Unterkunft während der Schulblöcke, habe ich mich ziemlich wohlgefühlt. Das gilt auch für das Bildungszentrum für die Ver- und Entsorgungswirtschaft (BEW ), wo wir unsere überbetrieblichen Praktika haben. Neben Berufsschule und dem Arbeiten im eigenen Betrieb waren diese Praktika zusätzlich sehr hilfreich.

Mehr zum Thema Ausbildung bei Currenta: www.currenta.de/karriere.html

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Texthelden-Projektpartner Currenta.

Ein Leben ohne Handy ist kaum vorstellbar für Jugendliche

Von Arvin Sotoudeh

Heutzutage spielen elektronische Medien eine wichtige Rolle in unserem Leben, besonders bei den Jugendlichen. Fast alle besitzen ein Handy und haben es überall dabei, egal ob zuhause, auf der Couch, beim Warten auf den Bus oder in der Schule. Ganz viele Eltern sorgen sich darüber, dass Jugendliche sich weniger als früher bewegen und weniger Bücher lesen. Nach meiner Meinung hat das alles seine Vor- und Nachteile. Man kann zum Beispiel den ganzen Tag lang mit seinem Handy Spiele zocken oder auch damit lernen. Wenn ich selber in der Schule ein Thema nicht verstehe, gucke ich Lernvideos dazu auf YouTube, fast immer ist das hilfreich und bringt mir etwas bei.

Oft kommt die Frage auf, ab welchem Alter man ein Handy haben sollte­? Meiner Meinung nach ungefähr im Alter von 12, aber es kommt sehr darauf an, dass das Kind die Gefahren des Internets kennt. Wenn das Kind sehr oft an seinem Handy ist, werden sich die Eltern und das Kind weniger unterhalten, sie werden kaum miteinander Zeit verbringen und oftmals kommt es auch dazu, dass die Kinder weniger lernen und deswegen schlechtere Note bekommen. Das sind die wichtigsten Argumente, wieso die Eltern nicht wollen, dass die Kinder zu früh oder überhaupt ein Handy bekommen. Ich finde es sinnlos, wenn man heutzutage kein Handy haben würde. Denn mit einem Handy kann man überall Leute erreichen, Videos gucken, etwas recherchieren, manchmal wenn man Langweile hat spielen und noch sehr viele andere Sachen. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, ohne ein Smartphone zu leben. Deswegen soll man ein Handy haben, dennoch versuchen es mit Bedacht zu benutzen.