Archiv der Kategorie: Düsseldorf

Literatur – Beliebte Bücher

Die Geschmäcker der jungen Leser sind ganz verschieden: Von „Pippi Langstrumpf“ bis „Das Böse in uns“ ist alles an Büchern dabei.

Während die 13-jährige Louisa am liebsten „Twilight“ liest, liegt beim 10-jährigen Justus „Gregs Tagebuch“ auf Platz eins.

Anna Flören, Verkäuferin bei Thalia, sagt, dass besonders folgende Kinder- und Jugendbücher gerne gekauft werden:

– „Reckless“ von Cornelia Funke

– die „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer

– „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling

– die „Rubinrot“-Reihe von Kerstin Gier

Lena Nießen und Anna Stepanskaja, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Tiere – Panik erregende Achtbeiner

Schon beim Aufschlagen des Biologiebuches bekommt Nina (12) Panik: Nur der Anblick einer gewöhnlichen Hausspinne, sei es eine echte oder ein Foto, genügt, um sie aufkreischen zu lassen. Moritz (12) bemerkt Ninas Reaktion: „Was ist an denen so eklig? Spinnen sind doch ganz normale Tiere!“

Da hat er Recht. Doch warum verbreiten sie bei so vielen Menschen, ob jung oder alt, panische Angst? Liegt es an ihren acht Beinen? Oder eher an der seltsamen Fortbewegung? Vielleicht aber auch einfach an ihrem Aussehen?

Spinnen sind Spinnentiere. Rund die Hälfte aller Spinnen (wie die hier heimische Kreuzspinne) erbeuten ihre Nahrung mit Hilfe ihrer Spinnennetze, der so genannten Spinnenseide. Es sind wahre Kunstwerke, die von den kleinen Tieren zum Beutefang angefertigt werden.

So wie fast alle Spinnentiere, töten Spinnen ihre Beute (oftmals Insekten) mit Gift. Das Gift wird in das Opfer hinein gespritzt. Dadurch wird das Beutetier gelähmt. Anschließend wird die Beute verzehrt.

Aber die Spinne nutzt ihre Seide nicht nur zum Beutefang. Da die Spinnenseide sogar hundertmal belastbarer ist als Stahlfaden in der gleichen Dicke, wird er von Spinnen oftmals als „Flug- oder Abseilhilfe“ genutzt: Sie heften das eine Ende des Fadens an einen Baum oder ähnliches und seilen sich dann ab. Diese Methode wird auch oft gern von Jagdspinnen (zum Beispiel Wolfsspinne) angewandt, die keine Netze weben. Bei Gefahr können sie sich somit mühelos abseilen.

Dank ihres kleinen Körpers können Spinnen fast überall hingelangen. In einem einzigen Haus leben mindestens 300 Spinnen, egal wie sauber das Haus auch ist.

Oftmals wird die Angst vor Spinnen schon im Kindesalter übertragen. Die Kinder sehen die Reaktion der Eltern oder anderer Bezugspersonen und speichern sie im Gehirn. Instinktiv wird im weiteren Leben Ekel empfunden und Abstand vor Spinnen gehalten.

Ngoc Hue Pham, Mary Pham, Nina Okahara, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Kinderhospiz – Ein Stein für jedes Kind

Rundherum bunte Farben. Bilder von Kindern überall. Im Mittelpunkt des Gebäudes steht ein Brunnen, um diesen liegt Kies und auf dem Brunnen Steine mit Namen verstorbener Kinder.

Trotzdem ist das Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf nicht unbedingt ein Ort der Trauer. Melanie van Dijk und ihre Kollegen versuchen, den kranken Kindern und ihren Familien einen fröhlichen Tag zu ermöglichen. Dies tun sie mit Ausflügen und ähnlichem. Ein Tag richtet sich ausschließlich nach den Wünschen der Kinder.

„Wir versuchen alles, was heute noch möglich ist, auch wirklich heute zu erledigen und es nicht auf morgen zu verschieben, denn morgen könnte es zu spät sein“, erklärt uns Melanie van Dijk. Im Kinderhospiz selbst können sechs bis acht Kinder wohnen, doch insgesamt betreut das Team ca. 200 Familien mit kranken Kindern. Ein Betreuer betreut etwa ein bis zwei Kinder.

So seltsam es klingt, aber man bringt den Kindern bei, dass der Tod nichts Schlimmes ist. Die Begleiter freunden sich mit den Kindern und den Familien an, dadurch ist der Schmerz, wenn ein Kind stirbt, umso größer. Dabei helfen sich die Kollegen untereinander, aber sie haben auch einen Psychologen zur Seite. „Ein Lachen eines dieser Kinder“, erzählt man uns, „ist mehr wert als alles Geld dieser Welt.“

Das Kinderhospiz lebt zu 95 Prozent von Spenden. Nur durch diese können die Wünsche der Kinder erfüllt werden. Egal, ob Spielzeug, Geld oder Ausflüge, auch Sie können helfen. Wie Sie spenden können und weitere Infos finden Sie unter:

http://kinderhospiz-regenbogenland.de/

Jasmin Unger und Armando Marrocco, Düsseldorf, Humboldt-Gymnasium

Natur – Vom Aussterben bedroht: der Wolf

Auch bei uns in Deutschland gibt es Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Der Wolf ist eines davon. Es gibt insgesamt ein Dutzend verschiedene Wolfsunterarten. Hier in Deutschland leben zurzeit sechs Wolfsrudel. Im Sommer 2010 gab es in Sachsen und Brandenburg 26-mal Nachwuchs.

Allerdings gibt es Wölfe auch in Alaska, Kanada, kleinen Gebieten der USA, Indien, Südchina und Teilen der arabischen Halbinsel. Wölfe können überall leben, wenn es genügend Beutetiere gibt. Die Ansprüche des Wolfes an den Lebensraum sind ausgesprochen gering.

Ein Wolf wiegt im Durchschnitt zwischen 20 und 45 Kilogramm, kann aber auch in Extremfällen bis zu 70 Kilogramm wiegen. Wölfe können im lockeren Trab bis zu acht Stundenkilometer schnell laufen. Wenn sie ein Beutetier verfolgen, schaffen sie bis zu 50 Stundenkilometer. Falls sie ihre Beute nach wenigen hundert Metern noch nicht eingeholt haben, geben sie auf.

Die meisten Wölfe sind im Rudel unterwegs, aber es gibt auch Wölfe, die alleine leben. Ein Wolfsrudel umfasst etwa fünf bis zehn Tiere. Das sind in der Regel die Elterntiere mit ihren Welpen und den Welpen vom Vorjahr. Die Paarungszeit liegt zwischen Februar und April. In einem Rudel werden pro Jahr zwischen drei und sechs Welpen geboren. Diese werden nach einer Tragezeit von 62 bis 64 Tagen meistens in einer Höhle zur Welt gebracht. Ein Rudel kann sogar bis zu 20 Wölfe umfassen, wenn in dessen Umgebung entsprechend große und schwere Beutetiere leben.

Würde man die auf tausend Quadratkilometer lebenden Wölfe zählen, wären es zwischen drei und 40 Tiere. Wenn man im Vergleich dazu die Rehe in bayrischen Voralpenrevieren zählen würde, käme man auf etwa 15.000 Rehe.

Wölfe in freier Wildbahn werden bei langem nicht so alt wie Wölfe, die im Zoo leben. Zoowölfe können bis zu zehn Jahre alt werden, während die Wölfe in freier Wildbahn meistens in den ersten beiden Lebensjahren sterben. Nur 5 Prozent der wild lebenden Wölfe werden älter als sechs Jahre.

So wurde Anfang November diesen Jahres ein Wolfsrüde durch einen Zusammenstoß mit einem Auto getötet. Der Verkehrstod ist die häufigste nicht natürliche Todesursache bei Wölfen. Am 23. November 2010 verurteilte das Landgericht Lüneburg einen Jäger, der im Dezember 2007 einen Wolf erschossen hatte. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterstützt mit seinem Wolfprojekt die Verbreitung des Wolfes in Deutschland und bietet Wolfspatenschaften an.

Larissa Biermann, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Race of Champions – Vettel gegen Schumi

Heulende Motoren, begeisterte Fans: Die Esprit-Arena in Düsseldorf zeigte sich einmal in einem ganz anderen Licht. Ende November fand das Einzelturnier beim Race of Champions statt. Die Motorsportfreunde strömten in die Esprit-Arena in Düsseldorf, um ihre Idole zu sehen.

Auf dem Gelände roch es nach Motorenöl, und die Motoren jaulten. Und der Blick ins Stadion war einfach überragend, wie bei einem richtigen Formel-1-Rennen. Doch das Publikum wartete nur auf eins: das Duell zwischen Vettel und Schumacher.

Jedoch erst gab es eine Stuntshow des berühmten Freestyler Travis Pastrama zu sehen, dann erst ging es los. Im ersten Rennen war unter anderem Heikki Kovalainen dabei. Er gewann nur knapp, verlor jedoch in der Zielfahrt die Kontrolle über seinen Wagen und fuhr gegen die Kurvenbande, die erst einmal von 20 fleißigen Helfern neu aufgebaut werden musste.

Vettel und Schumacher gewannen beide ihre ersten Rennen, doch dann verlor Vettel gegen den Portugiesen Albuquerque, während Schumacher sein drittes Rennen locker für sich entschied. Die Fans hielten den Atem an, wobei die Älteren für Schumacher und die Jüngeren für Vettel waren.

Die RTL-Kommentatoren Kai Ebel und Heiko Wasser heizten den Fans noch einmal richtig ein, bevor die beiden Favoriten gegeneinander antraten. Vettel gelang der bessere Start. Trotzdem war Schumacher in den ersten Runden schneller, doch dann holte Vettel auf und gewann knapp gegen Schumacher. Das Publikum tobte, während Vettel mit lautem Motor eine Ehrenrunde drehte. Doch dann musste er ins Halbfinale, wo Vettel auf einen alten Bekannten traf: Albuquerque, der leider wieder gewann und am Ende gegen Sebastian Loeb antrat, und auch dieses Rennen für sich entschied.

Vettel gab sich als guter Verlierer und verabschiedete sich anständig von seinen Fans. Albuquerque hingegen feierte ausgiebig mit Chamapgner und durfte sich „bester Rennfahrer der Welt“ nennen.

Eins ist nach diesem Rennen klar. Von diesem Jungen, der eigentlich nur Ersatzfahrer war, werden wir noch viel hören.

Tilman Henschke, Düsseldorf, Humboldt-Gymnasium

Wintergedanken – Typisch Dezember

Im Winter gibt es ja vieles, worüber man sich wundern kann. Mein Nachbar beispielsweise, hat seinem Chihuahua einen Wintermantel gekauft und fährt, wie so viele Bürger, immer noch mit Sommerreifen. Und alle wundern sich, warum es so viele Unfälle gibt.

Wahrscheinlich passieren die meisten Unfälle aus Hektik. Beispiel:

Herr Schmidt verschläft, macht sich im Eiltempo fertig. Dann bekommt er die Tür seines Wagens nicht auf. Eine Stunde später trifft der ADAC ein. Als Herr Schmidt sich dann endlich in seinen Wagen setzt, merkt er, dass zu allem Überfluss auch noch der Motor streikt. Nach eineinhalb Stunden hat der Pannenhelfer den Motor wieder zum Laufen gebracht. Weil es stark schneit, darf Herr Schmidt auf der Autobahn nur 80 Stundenkilometer fahren, weshalb er mit dreieinhalb Stunden Verspätung im Büro ankommt.

Auch für Lehrer hat der Winter Nachteile. Zum Beispiel herrscht auf allen Schulhöfen „der totale Krieg“. In jeder Pause finden – jeder gegen jeden – extreme Schneeballschlachten statt. Nicht genug damit, dass die Lehrer gerade einmal zehn Prozent der Werfer erwischen, nein, manchmal bekommen sie sogar den einen oder anderen Schneeball ab.

Es ist auch erstaunlich, wie viele Menschen im Dezember in die Kaufhäuser strömen, um noch schnell die ein oder andere Weihnachtsbesorgung zu erledigen. Und wie viel Geld die Spielwarenhersteller in dieser Zeit verdienen, ist ebenfalls beachtlich.

Doch einen Vorteil hat der Dezember: Die Menschen sind viel spendabeler. Wir spenden Geld für Organisationen, die armen Menschen helfen. Denn wir möchten, dass alle Menschen ein fröhliches Weihnachtsfest feiern können. In diesem Sinne:

Ihnen allen eine schöne Adventszeit!

Tobias Klein, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Gesundheit – Lachen geht immer

Ich trete ein und staune. Es sieht aus wie in der Eingangshalle eines Hotels. Links von mir ist die Rezeption und vor mir die Cafeteria, in der ältere Leute mit ihren Besuchern Kaffee trinken. Es riecht nicht alltäglich, aber ich komme nicht drauf, wonach es riecht.

Doch leider ist es kein Hotel, sondern das Altenheim des DRK in Wersten. Regelmäßig gibt es hier Angebote für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Demenz beeinträchtigt die Gedächtnisfähigkeit, Sprache und Motorik. Man kann diese Krankheit nicht heilen, aber wenigstens verlangsamen, was sehr wichtig im Alter ist.

Heute ist sehr viel Verwirrung zu Beginn des Treffens. Es gab einen Raumwechsel, damit die Gruppe mehr Platz hat, doch schon solche Kleinigkeiten verwirren die Demenzkranken. Als nach viel Überredung jeder Platz nimmt, wird erst einmal mit dem Tischnachbarn geredet. Dabei wird sehr viel gelacht.

Als alle von ihrer Woche erzählt haben, wird das Begrüßungslied angestimmt: „Macht auf das Tor, macht auf das Tor, es kommt ein goldener Wagen….“ Es ist ein einfaches Lied, und jeder gibt sein Bestes. Danach gibt es zum Kaffee Weckmänner, da gerade Sankt Martin war. Dabei sind die drei ehrenamtlichen Pfleger sehr hilfsbereit und passen sich den Bedürfnissen der Dementen an: Sie Schneiden die Weckmänner für die Patienten, da diese solche Sachen nicht mehr können.

Ungefähr eine halbe Stunde später wird wieder gesungen. Es sind Lieder mit Aufgaben, wie zum Beispiel, dass man bei der Wiederholung des Refrains immer ein Wort weglassen muss. Dass wird manchmal aber nicht verstanden und so wird gesungen, wenn alle still sind. Doch das ist nicht schlimm, da hier keiner wegen seiner Krankheit ausgelacht wird. Höchstens lachen die Leute über sich selbst, wenn sie etwas falsch machen.

Nach fünf Liedern und vielen Fehlern finden sich alle in einem Sitzkreis ein, wo aus der Vergangenheit erzählt wird. Dabei werden von den Pflegern gezielte Fragen gestellt, welche die Erinnerung anregen. Natürlich hängen diese Fragen aus gegebenem Anlass mit Sankt Martin zusammen.

Jeder erzählt, wie er an das Süße herangekommen ist. Danach werden kleine Rätsel gestellt, die nicht einfach sind. Ich staune und freue mich, dass die Demenzkranken die Rätsel lösen können und dabei sehr viel lachen. Auch für die Beweglichkeit wird etwas getan. Jeder bekommt einen Pappteller, und mit Hilfe des Tellers soll gemeinsam ein Luftballon in der Luft gehalten werden. Es ist ein einfaches Spiel, bei dem nie der Spaß ausgeht.

Nach drei Stunden ist das Treffen zu Ende. Die Leute sind müde, aber glücklich. Sie kommen jede Woche und alle sind der Meinung: „Wir kommen gerne und es ist nie langweilig.“

Ich habe in der Gruppe gesehen, dass unser Alltag für Demenzkranke sehr verwirrend und schwierig sein kann. Doch eins vergisst man im Alter nie: das Lachen.

Jannis Pawlowsky, Düsseldorf, Humboldt-Gymnasium

Szene – Chic im Schnee

Wenn’s draußen friert und schneit, sollten Mann und Frau die richtige Kleidung zur Hand haben. Doch was tragen die Leute jetzt, während der kalten Wintertage, eigentlich?

Lange Mäntel sind sowohl bei Frauen, als auch bei Männern angesagt und werden gern getragen. Sie halten nicht nur warm, sondern sehen auch noch cool aus. Denn ob Cardigan, Parker, der auch mal etwas größer ausfallen darf, Fliegerjacke oder Dufflecoat, sie sind alle „in“. Besonders die Frauen tragen in dieser Zeit des Jahres diese Art von Mänteln oder Jacken. Aber auch Camelcoats, Military Style und Boyfriend-Mäntel können sich auf jeden Fall sehen lassen. Viele Männer jedoch bevorzugen eher Daunenjacken und schlichte Mäntel.

Doch in einem Punkt sind sich Frauen und Männer einig: Kunstfell ist „in“, denn immer mehr Kapuzen haben einen Kunstfellrand oder sind sogar komplett mit Kunstfell gefüttert.

Schlicht ist hip, denn schwarz ist die angesagteste Farbe, was Winterjacken angeht. Aber auch ein helles Rosa, ein Silbergrau oder Cremefarbe lässt sich gut tragen. Wer jedoch etwas Farbe in die grauen Schneetage bringen möchte, ist mit einem knalligen Gelb, Türkis oder Pink oder einem dunklen Blau bis Lila stets dabei.

An Mustern ist fast alles erlaubt. Von Karo über Streifen und Glenchecks bis hin zu schlichtem Uni. Alles ist drin.

Wer für den Winter noch nicht ausgerüstet ist: Ab in die Stadt und ein schönes Exemplar aussuchen!

Anna Flamion, Düsseldorf, Humboldt-Gymnasium

Schule – G8: Wirklich nur ein Jahr weniger Schule?

„Viel zu viel Stress“, so der Kommentar von Zehntklässlerin Anna König während einer Befragung zum G8-System. Viele der befragten Schüler teilten diese Meinung: Das System sei viel zu anspruchsvoll. Doch welche Ziele will man eigentlich damit erreichen? Einen schnelleren Schulabschluss oder vielleicht bessere Noten?

Es gibt viele Gründe für G8, doch der Hauptgrund, weshalb dieses System in NRW eingeführt wurde, ist, dass man ein Jahr früher mit dem Studium oder dem Beruf anfangen kann. Bisherige Ergebnisse konnte man aber in NRW noch nicht feststellen, da der Doppeljahrgang erst dieses Jahr in die Oberstufe ging.

Doch wegen des Fehlens des 13. Schuljahres muss sich der Schulstoff aus dem fehlendem Jahr auf die verbleibenden acht Jahre verteilen. Dadurch erhöht sich der Druck für die Schüler enorm. Die Schüler müssen mehr Unterrichtsstoff lernen. So sind aus den üblichen 30 Stunden in der Oberstufe jetzt zwischen 33 bis 36 Stunden geworden. Für die Schüler bedeutet das, fast täglich eine Stunde länger in der Schule zu bleiben.

Stefan Välker, Alexandros Fitilidis, Henry Shu, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Alle sind müde, frustriert und genervt! – G8, ein Drama für Schüler, Eltern und Lehrer

Das Abitur nach zwölf Jahren (auch achtjähriges Gymnasium/G8 genannt) ist die in Deutschland von 13 auf zwölf Jahre verkürzte Schulzeit bis zum Abitur. Die Schulen können selbst entscheiden, wie sie die 265 Stunden des wegfallenden Schuljahres auf die restlichen Jahrgangsstufen verteilen, damit die allgemeine Hochschulreife erreicht wird. So kann es dazu kommen, dass Achtklässler 36-Stunden-Wochen haben. Dies ist vergleichbar mit der Arbeitszeit mancher Eltern. Trotz des Wegfalls eines Unterrichtsjahres werden weiterhin alle Inhalte der bisher dreizehn Schuljahre vermittelt.

Noch höhere Stundenzahlen entstehen, wenn Schüler die zusätzlichen Kursangebote der Schulen wahrnehmen. Heute haben Schüler des achtstufigen Gymnasiums durchschnittlich 33 Stunden pro Woche. Das bedeutet ein- bis dreimal in der Woche Nachmittagsunterricht, dazu an manchen Schulen Samstagsunterricht. Auslandsaufenthalte und Betriebspraktiken sind so kaum möglich.

Im Unterricht bekommen die Schüler ihre Themen. Zu Hause muss das eigentliche Verstehen und Vertiefen erfolgen – mit Hausaufgaben und zusätzlicher Arbeit aus Eigeninitiative. Wer aber kein Elternhaus hat, das dafür die Voraussetzungen mitbringt, hat Pech. Denn oft müssen Eltern mit ihren Kindern für die nächste Arbeit lernen.

Der Leistungsdruck kann zu Spannungen führen. Kinder und Eltern sind oft überlastet. Freizeit wird zum Luxus. Neue Freundschaften können nur schwer entstehen, alte gehen möglicherweise kaputt.

Weitere Auswirkungen: Viele Kinder, die von einem Bundesland, in dem noch kein G8 eingeführt wurde, in ein Bundesland umziehen, in dem G8 eingeführt ist, müssen oft ein Jahr wiederholen, weil der Stoff noch nicht durchgenommen wurde. 2011 bis 2013 wird es in den großen Ländern doppelte Abiturjahrgänge geben mit entsprechenden Auswirkungen auf die Universitäten und Ausbildungsplätze.

Die Engländer haben 13 Jahre bis zum Abi, die Niederländer teilweise sogar 14, und bei den Franzosen, die die Hochschulreife offiziell nach zwölf Jahren erlangen, wiederholen 70 Prozent der Schüler ein Jahr. Außerdem gibt es in Deutschland weniger Ganztagsschulen mit Mensaversorgung und Förderangeboten. Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird vielfach von Eltern, Schülern und Lehrern, die unter G8 leiden, gefordert.

Nibras Staschik, Düsseldorf, Humboldt-Gymnasium