Archiv der Kategorie: International School of Düsseldorf

Für 70.000 Haustiere enden die Ferien schon am Anfang

Von Mara Oberbeckmann, Klasse 9, International School of Düsseldorf

„An einen Baum gebunden und allein – so haben Mitarbeiter des Tierheims Eilenburg am Sonntagmorgen einen Labrador-Rüden aufgefunden” schreibt die Leipziger Zeitung am 22.07.2019.  Bald fangen die Sommerferien wieder an, für Familien ist das eine schöne Zeit, doch für viele Haustiere leider nicht. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes werden rund 70.000 Tiere in Deutschland vor den Sommerferien ausgesetzt. Viele Familien finden es schwer, Haustiere mit in die Ferien zu nehmen, da es zwischen Koffern und Kindern keinen Platz mehr für sie gibt.

Allerdings ist ein Platz in einer Tierpension immer die bessere Idee, wenn Nachbarn und Familie sich nicht um die Haustiere kümmern können. Leider können sich viele Familien es nicht leisten, ihre Haustiere in einer Pension unterzubringen, darum werden die Tiere einfach ausgesetzt, entweder mit einem Brief oder einem Zettel. Zum Beispiel wurde ein Kaninchen in einer Transportbox auf einem Parkplatz bei Hamburg ausgesetzt. „Ich bin ein Mädchen, Ende Oktober 2016 geboren. Lasse mich im Käfig nicht streicheln, auch sonst ungern. Bitte seid lieb zu mir, meine Besitzer haben Angst vor mir“, stand in einem Brief auf einer Box. Allein im Juni 2018 wurden mehr als 150 Haustiere in Hamburg ausgesetzt. Wird man dabei erwischt, muss man eine Geldstrafe von 25.000 € bezahlen.

Allgemein gibt es keinen Grund, sein Haustier auszusetzen, da man die Verantwortung für dieses Tier trägt. Falls man sich ein Tier schon kauft, sollte man sich auch Gedanken machen, wo das Tier in den Ferien bleibt. Schlimmstenfalls, wenn man sich um ein Tier nicht mehr kümmern kann, sollte man es direkt in ein Tierheim bringen und nicht irgendwo aussetzen.

Das Hype House – Erfolg durch TikTok

TikTok hat die Welt im Sturm erobert, als die App musical.ly 2018 von TikTok übernommen wurde.

Von Louise Schneeberger, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Auf TikTok können Nutzer aus der ganzen Welt Videos mit einer Vielzahl von Inhalten hochladen. TikTok-Benutzer können alles hochladen, von Lippensynchronisationsvideos bis hin zu humoristischen oder Tanzvideos, die alle eine Menge Popularität erlangen.  TikTok hat derzeit über 500 Millionen aktive Benutzer und ist in 27 verschiedenen Sprachen verfügbar, was die Popularität erklärt, die es in 154 Ländern bekommen hat. Während der TikTok-Trend weitergeht, erlangen viele Benutzer Popularität, Follower und Berühmtheit. Die Mitglieder des „Hype House“ sind ein sehr gutes Beispiel dafür – aber ist ihr Erfolg wirklich gerechtfertigt?

Das Hype House besteht aus 19 TikTok-Influencern. Die Mitglieder leben entweder im Hype House oder kommen dorthin, um Videos zu filmen, die später auf ihren individuellen Profilen oder auf dem gemeinsamen Hype-House-Konto veröffentlicht werden. Das Hype House selbst ist eine große Villa in LA, die die Mitglieder zusammen mieten. Das Hype House hat für alle Mitglieder eine Menge Medienaufmerksamkeit und Follower generiert, wobei einige der Mitglieder Millionen von Followern haben, was sie zu einem massiven Einfluss für die anderen Nutzer macht. Viele der Mitglieder des Hype-Hauses sind jünger als 18 Jahre, darunter die 15-jährige Charli D’Amilio, die mit über 25 Millionen Followern den sechstgrößten Account bei TikTok hat. Die Frage ist, ob all diese Aufmerksamkeit gerechtfertigt ist und ob die berühmten TikTok-Influencer ihren Erfolg richtig einsetzen. Die Mitglieder des Hype House geben an, dass das Haus ein Weg ist, Vertrauen und Follower zu gewinnen, während sie Spaß haben, doch sie nutzen ihren Ruhm nicht immer auf positive Weise.

Obwohl sie nichts Schädliches tun oder etwas, das als schlecht angesehen werden könnte, nutzen sie das große Publikum, das sie geschaffen haben, nicht wirklich, um Menschen dazu zu bewegen, gute Dinge zu tun. Abgesehen von der Verbreitung positiver Energie und Glücksgefühle haben die Mitglieder des Hype House nur ein Video veröffentlicht, das Charli in Zusammenarbeit mit UNICEF für den ,,Safe Internet Day” gepostet hat. Das Video fördert die Positivität und Freundlichkeit im Internet.

Trotzdem wurde Tiktok viel kritisiert und musste einen Transparenzbericht vorlegen, um zu beweisen, dass die App nicht dazu verwendet wird, Millionen von Nutzern auszuspionieren. Dies liegt an der Tatsache, dass die App dem chinesischen Technologieunternehmen ByteDance gehört, das viele Menschen als Bedrohung und Möglichkeit für chinesische Beamte betrachten, den Rest der Welt auszuspionieren. US-Beamte sind besonders besorgt darüber, weshalb die USA aufgrund des Schreckens vor chinesischer Spionage erwogen haben, die App für Angehörige des Militärs zu verbieten. Die Menschen beginnen sich auch Sorgen um die Rechte der Nutzer zu machen, wenn es um Zensur geht, da nachgewiesen wurde, dass Inhalte, die die chinesische kommunistische Partei kritisieren, sowie Inhalte im Zusammenhang mit der chinesischen Politik entfernt werden, was der Meinungsfreiheit zuwiderläuft. Das TikTok-Team hat eine Erklärung veröffentlicht, in dem die Vorwürfe zurückgewiesen werden. Die Erklärung besagt, dass die Daten außerhalb Chinas gespeichert werden und dass sich das Team auf angemessene Cybersicherheit konzentriert. Sie gaben auch an, dass sie keine Inhalte entfernen, die auf den politischen Empfindlichkeiten Chinas beruhen, und dass sie keinem Einfluss der chinesischen Regierung unterliegen. Obwohl die vielen Seiten von TikTok aufgedeckt wurden, wie viel können wir glauben? Wem können wir glauben? Und ist TikTok wirklich so, wie wir es sehen?

Südafrika – Land der großen Gegensätze

Von Getty Ernst, Klasse 9, International School of Düsseldorf

Aus dem Cockpit meldet sich der Kapitän unseres Flugzeugs: „Wir haben unsere Reiseflughöhe verlassen und beginnen mit dem Landeanflug auf Cape Town International Airport.”. Kurze Zeit später setzen wir auf der Landebahn auf und rollen auf das Flughafengelände zu.

Mein Blick aus dem Fenster fällt jenseits des Flughafengeländes auf eine schier endlose Zahl von kleinen Hütten, Verschlägen aus Wellblech und Zeltplanen, die schon vor dem Aufsetzen zu sehen sind. Ich bin geschockt: So habe ich mir Südafrika nicht vorgestellt!

Mit einem Mietwagen fahren wir durch den dichten Verkehr ins Zentrum von Kapstadt. Nach und nach verschwinden die Elendsviertel aus unserem Blickfeld und stattdessen bestimmen gepflegte Straßen, moderne Hochhäuser und teure Hotels die Szenerie. Was für ein Gegensatz!

Nach einem kurzen Aufenthalt geht es weiter nach Knysna. Diese Stadt ist für Touristen eines der beliebtesten Reiseziele der Garden Route. Durch ihre Lage an einer riesigen Lagune, nahe gelegen am Indischen Ozean, ist die Stadt bekannt für ihre hervorragenden Wassersportmöglichkeiten sowie für ihre Austern. Sie ist ein Beispiel für das reiche Südafrika und steht mit ihren Ferienhaussiedlungen und Residenzen wohlhabender Südafrikaner und Europäer im krassen Gegensatz zu den Elendsquartieren der schwarzen Bevölkerung am Rand der Großstädte. Da auch hier ein Teil der Bewohner in bitterer Armut lebt, werden wir am Strand durch Schilder gewarnt, dass Überfälle auf Touristen zum Alltag gehören.

Auf unserer Weiterfahrt zu einer Game Lodge (Safari Lodge) zeigt sich immer wieder das gleiche Bild: Entlang der Autobahnen säumen sich die Elendsquartiere aus engstehenden Blech- und Pappbehausungen ohne ausreichende Sanitäranlagen, Strom und Wasser. Über weite Strecken dehnen sich die kleinen Hütten aus, umgeben von Bergen aus Müll und Unrat, um die sich niemand kümmert.

Unser Besuch auf der Garden Route Game Lodge zeigt uns wieder die Schönheit und den Reichtum Südafrikas. Dort trifft man auf alle afrikanischen Tiere, die ich schon immer einmal sehen wollte. Tiere wie Elefanten, weiße und schwarze Nashörner, Löwen, Geparden, Büffel, Leoparden, Zebras, Giraffen, Strauße, Impalas, Springböcke, Kudus, Wasserböcke, Gnus, Elands, Blesboks und Nyalas.

Mich begeistern die vielfältigen Formen von Flora und Fauna, die diesen Kontinent so einzigartig machen. Nach den spannenden Safaris, die wir in der Game Lodge erlebt haben, machen wir uns wieder auf den Weg nach Kapstadt. Je mehr wir uns der Stadt nähern, desto größere Townships sehen wir.

Nach unserer Ankunft in Kapstadt besuchen wir den Botanischen Garten, welcher malerisch am Tafelberg liegt. Die einzigartigen Pflanzen und das hervorragende Klima bieten eine wunderbare, entspannte Atmosphäre. Die viele hundert Jahre alten Bäume haben mir besonders gefallen, da sie nicht nur prächtig aussehen, sondern auch einzigartig sind. Nach den tollen Erlebnissen in Kapstadt geht es weiter per Flugzeug nach Johannesburg.

Ich habe eine moderne Stadt mit Hochhäusern erwartet, stattdessen begegnen mir überall Menschen, die auf der Straße leben. Die Gehwege sind vollgemüllt und die Straßen völlig verschmutzt. Die Hochhäuser sind total veraltet, machen einen verwahrlosten Eindruck und sind größtenteils verlassen.

Wir besuchen in der Stadt das siebthöchste Gebäude Afrikas ,,Marble Towers”, das von innen und außen heruntergekommen aussieht, von dem man aber eine fantastische Aussicht hat.

Da wir in unserem Hotel von der Rezeptionistin nachdrücklich vor Überfällen gewarnt werden, verzichten wir darauf, die Stadt zu Fuß zu besichtigen. Deshalb lassen wir uns von einem Privatfahrer führen, der uns auch nach Soweto begleitet, um uns den berühmtesten Slum Johannesburgs zu zeigen.  Diese Art von „Slum-Tourismus“ hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich glaube, dass nur wenige Bewohner davon profitieren und in erster Linie die Touranbieter daran verdienen.

Trotz der extremen Gegensätze hat mir Südafrika sehr gut gefallen. Ich fand es nur erschreckend, dass das meistentwickelte Land Afrikas immer noch in so einer extremen Armut lebt.

ASMR – Auffallend seltsame Medien-Revolution

Von Gustav Nielsen, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Manche finden es wunderbar, kriegen sogar einen sogenannten “Hirn-Orgasmus”, andere äußerst beunruhigend: Das moderne Geräusche-Phänomen „Autonomous sensory meridian response“ tauchte 2009 zum ersten Mal auf und seitdem toben sich junge Leute im Internet aus. Sie verschlingen laut schmatzend halb lebende Tintenfische, täuschen eine Arztbehandlung vor oder rascheln während des Texthelden-Projekts in der Deutschstunde extrem mit der Rheinischen Post – ein weitaus angenehmeres Geräusch, nicht wahr?

Reiner Spaß ist ASMR aber nicht mehr. Sie haben sich gerade vielleicht ihr erstes ASMR-Video angeguckt oder haben früher schon eins gesehen und sich gedacht, „Was sind das denn für Bekloppte!?” Bekloppt, nicht unbedingt. Sie machen zum Teil sogar richtig viel Geld. Der größte ASMR-Kanal auf der Videoplattform YouTube heißt “SAS-ASMR’s”. Dieser Kanal wird von einer einzelnen Kanadierin betrieben und bringt im Jahr bis zu 2 Millionen Euro! Und dafür braucht man keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, kein Garnichts. Nur ein, ungefähr zwei Hirnzellen, etwas zu futtern und eine Kamera mit Mikrofon. Traurig, oder?

Bis eben haben Sie vielleicht noch gedacht, diese Menschen müssten ja am tiefsten Punkt ihres professionellen Lebens angelangt sein. Tja, falsch gedacht. Vielleicht sollten Sie ja das Verspeisen ihrer nächsten Bratwurst bei einem der vermutlich letzten Erstligaspiele der Fortuna Düsseldorf auf YouTube hochladen.

Generation TikTok

Von Julie Kremmer, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Was ist TikTok? Diese Frage könnte jeder von uns aus der Generation Z im Schlaf beantworten! Denn schließlich hocken wir ja nur stundenlang an unseren Handys und laufen den neuesten Trends hinterher. Wo manch ein Erwachsener die Stirn runzeln würde, singt und tanzt die TikTok Generation energievoll durchs ganze Haus. Damit sind nämlich alle Jugendlichen im Alter von 16-24 Jahren gemeint, die 69% der 800 Millionen aktiven Nutzer der Social Media App ausmachen. TikTok ist eine extrem beliebte App unter Jugendlichen, auf der man sich kurze Videos oder auch so gennante “TikToks” anschaut oder auch selbst hochladen kann.

Die User versuchen, mit ihren Videos viral zu gehen, während sie Tänze, Challenges, Memes, ästhetische Videos oder auch Parodien ins Internet stellen. Viele Themen werden sarkastisch und humorvoll besprochen, wie etwa der Tod von Berühmtheiten, Life Hacks, News, die Musikbranche und so weiter. Die besten Videos gehen dann viral, das heißt, sie erreichen eine enorme Zahl an Benutzern. TikTok-Stars gibt es inzwischen auch schon, zum Beispiel Charlie D’Amelio, die hübsch ihre Hüften zu den aktuellsten Liedern schwingt. Millionen von Zuschauern kopieren sie dann und machen dieselben (hirnlosen) Bewegungen nach. So einfach lässt sich der Hype um TikTok erklären.

 

Links Außen: Fortuna Düsseldorf in Topform

Glosse von Marc Weigand, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Die Fortunen sind total in Form – ganze fünf Punkte in den letzten acht Bundesligaspielen! In dieser Saison ist der Turn- und Sportverein von Düsseldorf in einem Top-Zustand, vor allem mit Torwart Florian Kastenmeier, der Torschütze seines eigenen Kastens. Letztes Jahr schoss Rouwen Hennings noch die Fortuna ins Bundesliga-Mittelfeld, dieses Jahr sind die Champions League-Plätze (fast) in greifbarer Nähe. Nach der souveränen und sehr zufriedenstellenden 0:3 Pleite gegen die Werkself (Bayer Leverkusen) zeigt sich der alte Meistermacher Funkel sehr zufrieden. Mit so einer Leistung bereiten sich die formstarken Spieler auf den Meisterschaftskampf vor. Der Leistungsnachweis der 0:5 und 0:4 starken Niederlagen gegen Borussia Dortmund und Bayern München zeigt die Heim- und Auswärtsstärke der Landeshauptstädter. Selbstbewusstsein gibt das der Mannschaft auf jeden Fall.

Doch dann plötzlich: das Funkel-Aus. Für den dominierenden Bundesligisten bedeutet das viel. Wird es schlecht weitergehen? Ganz und gar nicht. Glatzkopf Uwe Rösler übernimmt den Titelkampf mit der Hoffnung, dass er seine Erfahrung aus Schweden in die Merkur-Verlierer-Arena bringen kann. Der Trainer debütiert mit einem 1:1. Ausgefunkelt hat es sich dann doch nicht, denn das Feuer brennt noch: Fortuna steht im Viertelfinale nach einem 5:2 Pokalsieg gegen einen Drittligisten. Also kann schon mal die Titelfeier geplant werden. Tja, vielleicht in der 2. Bundesliga…

Links Außen: Apple und die AirPods

Von Finn Liesfeldt, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Das Mega-Unternehmen Apple macht im Jahr ungefähr 10 Milliarden Euro Umsatz allein mit Airpods. Selbst der größte Autohersteller der Welt, Volkswagen, kam in einem ganzen Jahr nur auf die Hälfte des Gewinns, den Apple in drei Monaten geschafft hat. Das Ganze für ein paar abgebrochene weiße Stäbchen, die inzwischen generationsübergreifend aus dem Ohr hängen und den Besitzer um rund 180 Euro finanziell zurückwerfen. AirPods sind die neueste Innovation des Tech-Riesen und mit einer genialen Marketingstrategie kann das Unternehmen dafür sorgen, dass Leute das Produkt immer erneut kaufen: Da die Geräte so klein sind, ist die Gefahr des Verlierens extrem hoch; und da sie kaum wieder zu finden sind – das ist wie mit der Nadel im Heuhaufen –, gibt es für die Unglücklichen keine Alternative, als das viele Geld erneut auszugeben. Auch cool: das neue drahtlose Ladegerät, das es dem Benutzer ermöglicht, sein Gerät unterwegs aufzuladen – vorausgesetzt, er hat den Wireless Charger zuvor an der Steckdose gehabt. Geht halt ums Prinzip.

„Ein Tourist hat versucht, mein Zimmer zu fotografieren“

Wie ist es morgens in dem ehemaligen Zimmer von John F. Kennedy aufzuwachen? Einblicke in das Leben eines Harvard Studenten aus Düsseldorf

Von Nikolas Kamps, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

David Paffenholz, ein ehemaliger Schüler der International School of Düsseldorf, studiert seit Herbst 2018 Betriebswirtschaft an der amerikanischen Elite-Universität Harvard, einer der besten Universitäten der Welt. Während seiner Zeit an der International School, wo er seinen Internationalen Baccalaureate Abschluss mit maximaler Punktzahl abschloss, war er bei sehr vielen sozialen Projekten engagiert, insbesondere hat David die Flüchtlinge in Düsseldorf unterstützt. Da David in der 9. Klasse selbst einen Zeitungsartikel für das Texthelden Projekt der Rheinischen Post geschrieben hatte, willigte er gerne ein, dass sein Interview veröffentlicht wird, und ermöglicht uns außerordentliche Einblicke in die Welt eines Harvard Studenten aus Düsseldorf.

David, du bist in dem ehemaligen Zimmer von John F. Kennedy untergebracht, wie ist es, dort morgens aufzuwachen?
Aufregend, wenn auch etwas nervig! In der ersten Woche hat ein Tourist versucht, mein Zimmer durch das Fenster zu fotografieren – während ich im Zimmer am Arbeiten war. Seitdem habe ich meine Vorhänge immer geschlossen.

Was außer guten Noten ist wichtig, um in Harvard aufgenommen zu werden?
Gute Noten sind sicherlich ein wichtiger Teil jeder Bewerbung, allerdings haben viele der Bewerber exzellente Noten. Daher gibt es die anderen Aspekte der Bewerbung, die einzigartige Stärken hervorheben können – viele meiner Freunde in Harvard haben ein Interessengebiet, in dem sie besonders stark sind. Diese sind sehr abwechslungsreich: einige haben Debattier-Wettbewerbe gewonnen, andere sind sportlich begabt.

Bitte nenne drei Adjektive die den Campus beschreiben?
Dynamisch, flexibel und optimistisch.

Bitte nenne zwei Adjektive die die Professoren beschreiben?
Zugänglich, erfahren.

Wie empfindest du die Campus Kultur? Es heißt, die Professoren auf Harvard haben ein engeres Verhältnis zu den Studierenden, inwiefern stimmt das?
Alle Professoren sind extrem zugänglich und offen. Obwohl manche von ihnen extrem beschäftigt sind, kann man es erwarten, von jedem eine Antwort auf eine E-Mail zu erhalten. Meistens sind sie auch dazu bereit, sich mit einem zu treffen und ein Thema individuell zu diskutieren. Eine meiner Klassen ist ein Seminar mit zwölf Studenten und einem Harvard Business School Professor. Da die Klasse ausschließlich aus Diskussionen besteht, haben wir ein sehr enges Verhältnis zueinander und mit dem Professor aufbauen können. Morgen haben wir auch ein abschließendes Mittagessen mit ihm.

Wie viele Personen sind in einem Kurs?
Kommt drauf an – zwei meiner Kurse haben weniger als 12 Studenten, die anderen zwei Kurse haben hingegen mehr als 250 Studenten. Alle Kurse werden von einem Professor unterrichtet, in größeren Kursen gibt es aber auch viele „Teaching Assistants“, die kleineren Gruppen Fragen beantworten.

Was gefällt dir an Harvard am besten?
Die Möglichkeiten und Menschen hier! Jeder hat eine interessante Geschichte zu erzählen und jeder möchte in der Zukunft neue, aufregende Erfahrungen machen. Die meiste Zeit verbringe ich damit, die verschiedenen Möglichkeiten hier zu erkundigen. Unter anderem habe ich eine Rede von Ban Ki-moon (südkoreanischer Politiker und ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, Anm. d. Red.) gesehen und an einer Konferenz mit Sigmar Gabriel (Bundestagsabgeordneter der SPD, Anm. D. Red.) teilgenommen.

Was braucht man unbedingt, um in Harvard zu überleben?
Neugierde. Harvard erlaubt einem viel Flexibilität – man kann unglaublich anspruchsvolle Kurse nehmen, auf hohem Niveau Sport betreiben oder sich extrem in einer der vielen Organisationen involvieren. Allerdings hat man die freie Wahl, wie sehr man sich in welchem Bereich engagieren möchte, und kann sich dementsprechend seine Zeit hier selber gestalten. Nur durch Neugierde kann man diese Möglichkeiten voll ausnutzen.

Hast du ein paar Tipps für Schüler, die auch nach Harvard wollen?
Ja – es gibt keine Formel, um in Harvard angenommen zu werden. Jeder Mensch hat verschiedene Stärken und Interessen, diese sollten in der Bewerbung zur Geltung kommen.

„Das schweigende Klassenzimmer“

Stalinstadt im Jahr 1956: Eine Klasse schweigt und macht sich damit zu Republikfeinden. So ist der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ aus dem Jahr 2018.

Von Clara Krafft, 9. Klasse, International School of Düsseldorf 

Der Film „Das schweigende Klassenzimmer” von Regisseur Lars Kraume spielt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, kurz vor dem Mauerbau Deutschlands, in Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt). Es gibt Sicherheitskontrollen und Polizisten, welche die Grenzen beaufsichtigen, um aufzupassen, wer in den Westen und Osten reist. Als Theo und Kurt, zwei Jugendliche aus der DDR, für einen Kinobesuch in den Westen reisen, sehen sie aufwühlende Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest in der Wochenschau. Sie erzählen ihren Klassenkameraden, was sie in den Nachrichten gesehen haben, und überzeugen diese, eine Schweigeminute während des Unterrichts zu halten.

Der Schulleiter versucht, diese Tat als ein Witz erscheinen zu lassen, aber der Volksbildungsminister sieht es als Zeichen des Protests gegen die DDR, und verlangt, dass die Schüler ihm innerhalb einer Woche den Rädelsführer benennen. Der Volksbildungsminister erpresst die Schüler durch die Veröffentlichung privater Informationen und setzt sie unter Druck, indem er ihnen in Einzelhaft viele Fragen stellt, um sie gegeneinander bringen zu können. Die Klasse hält aber zusammen, was am Ende dazu führt, dass die ganze Klasse nicht mehr ihr Abitur machen darf und zu Staatsfeinden erklärt wird. Viele der Schüler fliehen deswegen schließlich zu Familienmitgliedern in den Westen und machen dort ihr Abitur.

Der Spielfilm konzentriert sich mehr auf die Schweigeminute und wie sich die Schüler nach dieser Tat verhalten und fühlen. Aus dem Nachspann erfährt man, dass die Kinder sicher aus dem Osten geflohen sind und ihr Abitur erfolgreich absolviert haben.

Die Kulisse, in der der Film spielt, ist sehr mühevoll hergerichtet, so dass alle Teile authentisch wirken. Autos, Gebäude und Einrichtung sind echt 50er. Kurts Familie ist die einzige, die einen kleinen Fernseher im Wohnzimmer hatte, da sie Geld hatte, sich diese luxuriösen (in der Zeit modernen) Gegenstände leisten zu können.

Die Beziehung zwischen den Jugendlichen und Erwachsenen sowie Eltern und Lehrern zeigt viel Respekt und höfliches Benehmen. Zum Beispiel sprechen die Jugendlichen immer mit formeller Sprache zu den Lehrern und sogar auch Eltern, was heutzutage nicht mehr so normal ist. Der Dialog zwischen den Jugendlichen wird in Jugendsprache der fünfziger Jahren umgesetzt: Zum Beispiel sagten die Jugendlichen immer „prima“, „spitze“, wo man heutzutage eher „cool“ oder „super“ sagen würde.

In der DDR gab es viele Arbeiter, und die Kleidung der Kinder (einschließlich von Theo)ist schlicht. Kurts Kleidung war von besserer Qualität als die seiner Klassenkameraden, da sein Vater Stadtratsvorsitzender war, und dieser viel Wert auf das Aussehen seiner Familie legte.

Die Filmmusik ist meist klassische Musik; sie stützt die gespannte Atmosphäre des Films. Als die Abiturklasse den Onkel von einem der Schüler besucht, hören sie Rockmusik aus dem Westen in einem Radio. Die Musik passt gut zur dargestellten Zeit, in Westdeutschland der Nachkriegszeit war diese Musik überall beliebt.

“Das schweigende Klassenzimmer” wurde am 1. März 2018 in Deutschland veröffentlicht. Es ist ein historisches Drama, ein Spielfilm. Für viele junge Zuschauer wäre der Film verwirrend, da er viele historische Fakten enthält, die nicht alle Kinder verstehen können. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte: Es hielt wirklich eine Abiturklasse in der DDR eine Schweigeminute, was dazu geführt hat, dass die Mehrheit der Klasse in den Westen fliehen musste, da sie in der DDR nicht mehr sicher waren und manche sogar Gefängnisstrafen bekommen hätten. Insgesamt hat mir der Film gut gefallen, gerade weil ich immer daran denken musste, dass diese Ereignisse in Wirklichkeit passiert sind.

„Love, Simon“ – die etwas andere Liebesgeschichte

Jung und verliebt zu sein, ist eigentlich immer ein schönes Gefühl. Aber nicht für Simon Spier. Er behält schon seit Jahren ein großes Geheimnis für sich: Er ist schwul. So gut ist der Film „Love, Simon“

Von Leah Maria Heussinger, 9. Klasse, International School of Düsseldorf

Der Schauspieler Nick Robinson spielt die Rolle des jungen Mannes mit dem großen Geheimnis. Simon lebt in der perfekten Welt. Er hat nette Eltern, eine junge Schwester und drei beste Freunde, mit denen man alles machen kann. Doch als er herausfindet, dass er homosexuell ist, fühlt es sich für ihn so an, als würde seine Welt auf dem Kopf stehen.

Jedoch stellt sich heraus, dass noch ein anderer Junge an seiner Schule das gleiche große Geheimnis hat. Noch ein weiterer Junge ist homosexuell. Simon hat sich seinen Kopf darüber zerbrochen, ob er ihm eine E-Mail schicken soll und dann ist er zu dem Entschluss gekommen, dass er ihn kontaktieren wird. Die E-Mails gingen hin und her. Als Simon in der Bibliothek einen Computer ausgeliehen hat und sich in seinen E-Mail Account eingeloggt hat, vergisst er, sich wieder auszuloggen und der nächste Schüler findet die E-mMails – ohne dass Simon es weiß.

Simon scheint fröhlich zu sein, doch der Film nimmt eine drastische Wendung. Sein Coming-out wird relativ schwierig für ihn, da die E-Mails von irgendjemandem veröffentlicht worden sind. Simon ist zutiefst verletzt, da er sein Coming-out schon seit er klein ist geplant hat und er sich es schöner vorgestellt hat. Er und seine Freunde versuchen herauszufinden, wer das Leak ist und wer der geheimnisvolle Junge ist, der hinter den ganzen E-Mails steckt.

Dieser Film unterscheidet sich von den typischen Liebesfilmen, da es nicht die typische Mädchen-Jungen-Beziehungen, sondern eine Liebe zwischen zwei Jungen ist. Simon lernt aus seinen Fehlern und lernt, wer seine wahren Freunde sind.

Der Regisseur erklärt die Botschaft gut und der Film ist einfach zu verstehen. Das überraschende Ende bringt viele Emotionen hoch. Auch wenn man vielleicht keinen gleichgeschlechtlich orientierten Freund persönlich kennt, versteht man dann trotzdem, wie schwierig es für ihn ist und wie schön eine solche Beziehung sein kann.