Second-Hand Modenschau von und für Mollige – Mollige als Modemodel – geht das überhaupt?

Aachen. Plötzlich ertönt Applaus. Martina Kaspari, Inhaberin des Second-Hand-Modegeschäfts „GroßFormat“ erscheint auf der Bühne. Darauf haben alle gewartet, Kaspari schnappt sich das Mikrofon und begrüßt die zahlreichen Gäste, die nun einer Modenschau entgegenfiebern, die so wie in den Jahren zuvor auch in diesem Jahr
stattfindet.

Während die Organisatorin in ihrer bekannt charmanten Art die Gäste auf den Nachmittag einstimmt, läuft hinter den Kulissen alles noch auf Hochtouren. Die letzten Feinheiten werden an den Models vorgenommen und dann heißt es: Vorhang auf, die Show beginnt. Dass es sich nicht um eine gewöhnliche Modenschau handelt, erkennt der Besucher sofort, wenn die ersten Models auf dem Laufsteg erscheinen. Wohlproportioniert mit Rundungen an Bauch, Beinen und Po sorgen die fülligen Models direkt für gute Laune und präsentieren chice Mode für Mollige. Wer zum ersten Mal zuschaut, wundert sich bestimmt über die Art der Kleidungsstücke, die hier auf besondere Weise vorgeführt werden, denn es handelt sich hier nicht um Neuware, sondern vielmehr um moderne und geschmackvolle Second-Hand Kleidung ab Größe 44. Nummerierte Etiketten an den Kleidungsstücken lassen diese dem aktuellen Besitzer zuordnen.
Laut Kaspari wurde diese Geschäftsidee 1999 auf einer Einkaufstour geboren. Auf der Suche nach einem chicen Outfit wurde sie nicht fündig, denn die angebotene Mode gab es nicht in ihrer Größe. Mittlerweile hat sich das Geschäft einen Namen gemacht und hat viele Stammkunden gewinnen können, von denen einige sogar als Model am heutigen Tag mitwirken. Inzwischen besteht eine sehr gute Kooperation mit dem benachbarten Alexianer Krankenhaus, welches kostenlos sein Café für diesen Mittag zur Verfügung stellt. Im Gegenzug überlässt die
Geschäftsfrau dem Krankenhaus die nicht verkaufte Ware für wohltätige Zwecke.
Als am Ende der Veranstaltung schon traditionell die ersten Töne des Liedes „Für mich soll es rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef erklingen, hält es keinen mehr auf den Plätzen. Es darf getanzt werden. Die Organisatorin Marina Kaspari lässt es sich nicht nehmen, jedem Anwesenden persönlich eine rote Rose zum Abschied mit auf den Weg zu geben. Die Resonanz auf diesen Tag ist durchweg positiv und die modebewussten Frauen dürfen sich schon heute auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr freuen.

Pauline Gottschlich, 8c, Erasmus-V.-Rotterdam-Gymnasium Viersen