Sportreporter – Immer nah dran

Ende Mai besuchte der Sportreporter der RP und NGZ, Bernd Jolitz, die Klasse 8 c des Marienberg-Gymnasiums in Neuss. Er erzählte von sich, seinem Beruf und Zeitungen im Allgemeinen.

Bernd Jolitz schreibt seit seinem neunten Lebensjahr und arbeitet nun schon seit 13 Jahren als Reporter bei der RP.

Der Arbeitstag eines Sportreporters beginnt zwischen 12 und 13 Uhr und endet in der Regel zwischen 20 und 22 Uhr. Laufen aber wichtige Sportereignisse, muss er auch manchmal bis 24 Uhr arbeiten.

Die RP/NGZ, die auch „Erklärzeitung“ genannt wird, wird von nahezu 90 Prozent aller Leser abonniert. Sie ist nach der WAZ, SZ und FAZ die viertgrößte Abo-Zeitung in ganz Deutschland.

Die NGZ gehört zum Haus der Rheinischen Post, und beide haben somit eine gemeinsame Redaktion und auch Website. Die Rheinische Post war eine der ersten Zeitungen, die ihre Artikel auch im Internet veröffentlichte. RP-Online besteht seit 1996 und hat mittlerweile pro Monat etwa 3,49 Millionen. „Unique User“.

Die RP/NGZ besitzt 29 Redaktionen mit 236 Redakteuren und Volontären, von denen etwa zwei Drittel in den Lokalredaktionen arbeiten. Bernd Jolitz berichtete auch, dass es beim Schreiben von Artikeln wichtig sei, wahrheitsgemäß, aktuell und verständlich zu schreiben und möglichst Fehler zu vermeiden. Außerdem berichtete er auch über das aktuelle Debakel um Fortuna Düsseldorfs Aufstieg in die erste Bundesliga.

Für uns und unsere Klasse war es ein sehr interessanter und lehrreicher Beitrag eines begeisterten und begeisternden Journalisten.

Annalena Schneider, Anna Stattler, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Radio – Vom Studio ins Ohr

Am Montag haben wir uns mit Ulrich Krapp, dem stellvertretenden Programmchef von 1Live getroffen, um uns über den Radiosender 1Live zu informieren.

1Live gibt es inzwischen schon seit 17 Jahren, es hieß ursprünglich WDR1. Doch da der Sender hauptsächlich junge Leute ansprechen wollte, änderten sie das Programm und den Namen auf 1Live. Es hat sich gelohnt, denn heute hat der Radiosender rund 3,5 Millionen Zuhörer zwischen 14 und 39 Jahren. Man kann 1Live in ganz NRW empfangen und die Homepage unter „www.1Live.de“ weltweit abrufen.

Der Tag in der Redaktion beginnt mit der Frühsendung, diese geht von fünf bis zehn Uhr morgens, wobei die ersten Mitarbeiter schon zwischen drei und vier Uhr vor Ort sind. Um zehn Uhr findet die erste große Konferenz statt, an der der stellvertretende Programmchef, die Moderatoren und die Wortchefin teilnehmen. Eine Wortchefin überlegt sich, was die Moderatoren sagen sollen. In dieser Konferenz wird das Programm für den jeweiligen Tag und auch schon für den nächsten Tag bestimmt. Nach der Konferenz arbeitet jeder in seinem Bereich weiter. Im Laufe des Tages finden aber noch kleinere Konferenzen von den verschiedenen Redaktionen statt. Es gibt eine Internet-, Unterhaltungs-, Musik- und Nachrichtenredaktion.

Die Internetredaktion kümmert sich um die Aktualisierung der Homepage. Die Unterhaltungsredaktion sorgt dafür, dass nie Langeweile aufkommt, indem sie zum Beispiel die Hörer über die O-Ton-Charts abstimmen lässt. Dies sind lustige Ausschnitte aus Fernsehsendungen.

In der Musikredaktion wird die Musik für den Tag ausgesucht, wobei darauf geachtet wird, nichts zur selben Uhrzeit wie am Tag zuvor abzuspielen. Außerdem gibt es einen bestimmten Redakteur, der sich darum kümmert, Prominente einzuladen. Meist sind dies nationale Stars wie zum Beispiel „Silbermond“.

Durch das so genannte Korrespondentennetz erhält die Nachrichtenredaktion ihre Informationen aus der ganzen Welt. Ein Korrespondent beim Radio ist jemand, der für fünf Jahre in einem anderen Land als Journalist arbeitet. Weitere Informationen bekommt die Nachrichtenredaktion durch Agenturen, bei denen sie die wichtigsten Meldungen herausfiltern. Es finden jedes Jahr ungefähr 300-400 Events statt, die von kleinen Redaktionen organisiert werden.

Nach den Erzählungen des stellvertretenden Programmchefs könnten wir uns ein Praktikum sehr gut vorstellen, um das alles selber einmal mitzuerleben.

Heute ist das Radio ein großer Bestandteil unseres Alltags, um über das Neueste informiert zu sein und die beste Musik zu hören.

Elisa Buchen, Isabell Schelweski, Nina Guhl, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Bücher – Kirchenthriller

In „Illuminati“, dem Fortsetzungsthriller von „Sakrileg“, erzählt Dan Brown erneut einen packenden und spannenden Mythos rund um Kirche, Glauben und Kunst.

Wenn Dan Brown wieder einmal den Stift zückt und zu Papier greift, ist ein Thriller der ganz besonderen Art im Programm. So konnte mich auch die Fortsetzung des Weltbestsellers „Sakrileg“ überzeugen.

Brown baut auch in diesem Religions- und Wissenschaftsthriller immer wieder Spannung auf. Das ganze Buch ist anschaulich und ausschmückend geschrieben. Man kann sich ein ausgeprägtes Bild vor Augen machen und aufgrund der blumigen Beschreibung kennt man viele Details.

In „Illuminati“ befindet sich Robert Langdon erneut auf einer Jagd, um den Vatikan und die katholische Kirche zu schützen. Diesmal ist er mit Vittoria Vetra auf der Suche nach Antimaterie, welche sich hochexplosiv im 24-Stunden-Countdown versteckt in der Vatikanstadt befindet. Zudem muss er ansehen, wie vier Bischöfe entführt und durch die vier Elemente gefoltert werden. Doch, wie es der Glaube will, geschehen auch Wunder.

Das Buch, welches wie sein Vorgänger mit Tom Hanks als Robert Langdon verfilmt wurde, ist realistisch, da alle Hintergrundinformationen bekannt sind, aber dennoch schwer vorstellbar. So gibt es die Spielorte, den Petersdom und dessen Krypta, das Forschungszentrum Cern und die Freimaurer wirklich. Die Existenz der Illuminaten ist allerdings ein Gerücht, und dadurch bleibt alles verschlüsselt, mysteriös und geheimnisvoll.

Die genau beschriebenen barocken Gebäude und Kirchen Roms verleihen eine eigenartige, gruselige Atmosphäre, wodurch „Illuminati“ über alle Seiten hinweg, Spannung wahrt. Dieser Thriller ist packend, gruselig, vielfältig. Aber Vorsicht! Gewiss nichts für schwache Nerven.

Kathrin Bochnia, Leverkusen, Marienschule

Berufswahl – Zwischen Schockraum und OP

Im so genannten Schockraum werden schwer verletzte Unfallopfer versorgt. Der Tag des Unfallchirurgen Dr. Goert Baumann im Marien-Hospital Düsseldorf fängt schon um sieben Uhr mit der Patientenvisite an. Hier spricht er mit seinen Patienten, die über Nacht im Krankenhaus bleiben mussten, wie es ihnen geht, wie sie behandelt werden und ob neue Beschwerden über Nacht dazu gekommen sind.

Nach dieser ersten Visite geht Baumann zur Röntgen-Besprechung, in der entschieden wird, welcher Patient mit welchen Beschwerden wie behandelt wird. Wenn er sich mit seinen Kollegen besprochen hat, operiert er oder berät Patienten. Um 15 Uhr fängt er an, die medizinischen Befunde zu schreiben. Meist kommt Baumann nicht vor 17 Uhr aus dem Krankenhaus.

Oft hat er auch noch Bereitschaftsdienst. Das heißt, dass ihn das Krankenhaus anruft, wenn ein Patient kommt und ein Arzt benötigt wird. Wenn ein schwer verletzter Patient eingeliefert wird, ist es nicht so hektisch wie in amerikanischen Krankenhausserien aus dem Fernsehen, im Gegenteil, er hat alles so aufgebaut, dass es keine Hektik gibt. Damit sich das Team nicht im Weg steht, wurden auf dem Boden Markierungen aufgebracht, wo jeder seinen Platz hat. Der Ablauf wird immer wieder ohne Patienten trainiert.

Bei einem Notfall soll die Erstversorgung im Schockraum nicht länger als 20 Minuten dauern. An den Schränken kleben die Buchstaben A, B, und C. Das A steht für Airway (Atemweg) in dem Schrank sind Hilfsmittel, die den Atemweg freimachen können. B steht für Breathing (Atmung), also Beatmungszubehör. Und das C steht für Circulation (Kreislauf), hier ist alles untergebracht, um Blutungen zu stoppen.

Baumann ist Unfallchirurg geworden, weil er in diesem Teil der Medizin Patienten sofort helfen kann. Eine große Motivation für ihn ist auch der Dank, den er bekommt, wenn er einen Patienten erfolgreich behandeln konnte. Das einzige, was ihn an seinem Job stört, ist der hohe Verwaltungsaufwand und der Kostendruck. Ansonsten ist er sehr zufrieden mit seinem Beruf. Und hätte er die Wahl, würde er immer wieder Unfallchirurg werden.

Lisa Inger, Erkrath, Gymnasium Am Neandertal

Filmkritik – Auf der Suche nach der großen Liebe

Wenn Miley Cyrus und Demi Moore gemeinsam in einem Film mitspielen, erweckt das hohe Erwartungen. Die aus „Hannah Montana“ bekannte Schauspielerin stellt zusammen mit der Darstellerin aus „Drei Engel für Charlie“ das heutige Jugend- und Familienleben dar, das manchmal gar nicht so einfach ist. Der Film „LOL“, der Ende Mai in die Kinos kam, erweckt besonders das Interesse von weiblichen Jugendlichen, die sich gut in das Leben von Lola (Miley Cyrus) hineinversetzen können.

Der Film spielt in Chicago und handelt von Lola, die sich in ihren besten Freund Kyle (Douglas Booth) verliebt und große Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter Anne (Demi Moore) durchleben muss. Dabei gerät sie in Konflikt mit ihrem treulosen Ex-Freund Chad (George Finn) und ihrer Erzfeindin Ashley (Ashley Greene). Zu allem Überfluss verliebt sich Lolas Mutter Anne wieder in Lolas Vater, wodurch sie sich ziemlich hintergangen fühlt.

Die Handlung wirkt realistisch und spiegelt die heutige Generation der Jugend gut wider, da die Ansichten der Jugendlichen heute die gleichen sind wie in dem Film, denn schließlich denken diese auch nur noch an die große Liebe. Außerdem wird Einblick in ganz familiäre Situationen gegeben, wo sich jeder irgendwie wieder erkennt. Jedoch werden einige Szenen übertrieben dargestellt und passen nicht in die realistische Darstellung des Filmes, wie zum Beispiel, als sich Lolas beste Freundin Emily (Ashley Hinshaw) an ihren Geographielehrer heranmacht und übertrieben sexuelle Andeutungen macht, wodurch die Altersbegrenzung von 12 Jahren verständlich ist.

Besonders auffällig ist, dass die Regisseurin Lisa Azuelos sehr viel Wert darauf gelegt hat, dass sich die heutige Jugend und möglicherweise auch die Erwachsenen an ihr eigenes Leben erinnert fühlen, wie zum Beispiel die Streitereien zwischen Lola und Anne, die durch ein friedliches Gespräch jedoch immer wieder geklärt werden, wie wir es selbst im Alltag kennen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der 98 Minuten andauernde Film sehr unterhaltsam und auch realistisch aufgebaut ist, dennoch verliert er durch die übertriebenen Szenen ein wenig an Glaubwürdigkeit, was jedoch nichts daran ändert, dass „LOL“ ein anschauenswerter Mix aus Liebe und Familienstreit in der heutigen Zeit ist.

Anna Schluter und Jennifer Blench, Leverkusen, Marienschule

Berufswahl – Politiker aus Leidenschaft

Der CDU-Politiker Dr. Jörg Geerlings über Politik, Niederlagen und neue Ziele.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Jörg Geerlings: Erstes Interesse an der Politik entstand bei mir als Schüler im Politik-Unterricht. Erste Kontakte zu einer Partei gab es bei mir mit etwa 25 Jahren, als mich ein guter Freund mit zur Jungen Union nahm. Richtig aktiv wurde ich 1999, als ich während der Kommunalwahl als Wahlkampfleiter im Einsatz war und Ende des Jahres Vorsitzender der JU wurde.

Warum haben Sie sich die CDU als Partei ausgesucht?

J.G.: Die Begeisterung für die CDU entwickelte sich bei mir seit der Wiedervereinigung bzw. der Öffnung des Ostens, die ich stark mit der Partei verbunden habe. Diese Verbundenheit mit der Partei verfestigte sich danach in den Jahren mehr und mehr.

Würden Sie jungen Leuten den Beruf weiter empfehlen?

J.G.: Ich persönlich kann den Beruf schon weiter empfehlen, da man sich dort gut verwirklichen kann und auch viele Menschen kennenlernt, vor allem aber, weil ich mich sehr für die Europa-Politik interessiere und auch schon viel durch Europa gereist bin. Mein eigentlicher Beruf ist jedoch Jurist, und auch diesen Beruf übe ich sehr leidenschaftlich aus.

Bleibt Ihnen viel Freizeit?

J.G.: Freizeit bleibt leider kaum, da ich vieles dem Beruf unterordnen muss und eigentlich sieben Tage die Woche ausgelastet bin. Mein Tag beginnt früh mit dem Lesen von Tageszeitungen und endet manchmal erst nach Mitternacht.

Wie läuft ein typischer Arbeitstag von Ihnen als Politiker ab?

J.G.: Meine Arbeitstage sind meist gefüllt mit diversen Sitzungen, Tagungen und anderen Veranstaltungen inklusive der notwendigen Vorbereitungszeit. Mein fachlicher Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Wirtschaft und Energie.

Wir erklären Sie sich das Wahlergebnis?

J.G.: Wir wissen zum einen, dass der CDU Spitzen-Kandidat nicht gut bei den Wählern ankam, zum anderen werden wir noch lokal prüfen, welche weiteren Ursachen es noch gegeben haben könnte.

Wie wollen Sie die verloren gegangenen Stimmen zurückgewinnen?

J.G.: Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen der Leute wieder nach und nach aufzubauen, indem wir viel mit den Menschen sprechen und Themen besetzen. Wir treten ja Ende Juni zudem mit einem neuen Landesvorsitzenden an.

Wie wollen Sie die Jugend für die Politik begeistern?

J.G.: Durch viele Gespräche mit Schülern habe ich herausgefunden, dass sie insbesondere die Themen Schule, Energie und Atomausstieg interessieren. Wichtig ist, dass sie selber eigene Diskussionen führen und sich vielleicht auch selber engagieren.

Welche politischen Ziele haben Sie für die Zukunft?

J.G.: Ich will mich weiterhin vor allem in die Themen Wirtschaft, Finanzen und Europa mit einbringen und natürlich geht es darum, bei den nächsten Wahlen besser abzuschneiden.

Marie Sophie Erkes, Anna-Sophia Gierich, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Marktforschung – Manipulation mit Köpfchen

Zwischen frischen Erdbeeren, duftenden Zitronen und feuerroten Tomaten fühle ich mich wie im Paradies. Doch plötzlich werde ich aus meinem Traum gerissen. Eine goldene Verpackung zieht mich in ihren Bann. Und obwohl ich eigentlich etwas anderes kaufen wollte, greife ich jetzt zu den Pralinen.

Viele Leute kaufen Produkte, die sie gar nicht brauchen, weil die Packung ansprechend wirkt oder weil es Sonderangebote sind. Eine Konsumentin, die sich manchmal von Sonderangeboten verführen lässt, ist Annegret Zandt. Die Mutter einer Tochter erzählt von den Schwierigkeiten, mit Kindern durch den Kassenbereich zu gelangen, weil sich dort die Süßigkeiten in Griffhöhe befinden. Laut Frau Zandt ist es jedoch ein Lernprozess, ihnen beizubringen, dass man sich nicht einfach alles nehmen kann.

In einem Leverkusener Einkaufszentrum strömt dem Besucher eine Woge von Rosenparfüm entgegen, mit dem er in ein Geschäft gelockt wird. Dort werden möglichst alle seine Sinne angesprochen. So würden in vielen Branchen Düfte verwendet, beispielsweise in der Autoindustrie, erklärt Diplom-Psychologin Claudia Lewandowski von der Firma Afap. Auch im Lebensmittelbereich und im Modebereich duftet es. In Bekleidungsläden riecht es oft wie auf einer Blumenwiese und in Supermärkten nach frisch gebackenem Brot. Diese Stimulierung des Geruchssinns löst bei dem potentiellen Kunden ein Gefühl des Wohlempfindens aus.

„Bitte probieren Sie“, sagt eine freundliche Verkäuferin. Wie aufmerksam es doch ist, wenn der Kunde etwas umsonst probieren darf. Doch genau das ist geplant, damit er sich genötigt fühlt, aus Dankbarkeit etwas zu kaufen. Das ist eine gezielte Manipulation des Kaufverhaltens durch die Lebensmittelindustrie und den Handel.

Kennen Sie auch dieses Gefühl? In der Abteilung für Waschmittel können Sie sich für kein Produkt entscheiden. Es ist so anstrengend, sich nach unten zu bücken. Doch der Verbraucher sollte wissen: Der Standort der Produkte ist nicht zufällig ausgewählt. Denn die Waren, die sich auf der rechten Seite auf Augenhöhe befinden, sind immer die teuersten. Die bewusste Platzierung der billigsten Artikel in Bodennähe ist auch eine gezielte Beeinflussung des Kaufverhaltens.

Stimmt es, dass Marktforschung nur dazu dient, den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen? „Nein“, antworten Sina Rottstegge (28) und Horst Möbius (53) von der Firma Ifuma in Köln. Ihre Arbeit besteht darin, für Unternehmer zu ermitteln, welche Verpackung, welche Form oder welcher Geschmack dem potentiellen Kunden am besten gefällt. Mithilfe eines speziell konzipierten Fragebogens werden Kunden interviewt, um deren Wünsche und Vorlieben zu ermitteln. Horst Möbius hält die These, dass Marktforschung Manipulation sei, für überholt und nicht mehr zeitgemäß. Sie helfe lediglich den Unternehmen dabei, „sich zu behaupten in der heutigen Überflussgesellschaft“.

Gereon Mengers, Arne Reschke, Barbara Burbaum, Leverkusen, Marienschule

Werbung – Youtube als Geldquelle

Heutzutage gibt es immer mehr Menschen, die Videoplattformen wie Youtube benutzen. Dies nutzen manche aus, indem sie aus den vielen Klicks Geld machen, eine so genannte Partnerschaft mit Youtube.

Eine Youtube-Partnerschaft bedeutet, dass ein Benutzer auf dem Portal mit seinen Videos, zum Beispiel mit Musikvideos, Geld verdienen kann, sobald er Werbung vor den Beginn des Videos schaltet. Diese Videos sollten möglichst ansprechend für Youtube-Nutzer gestaltet sein. Denn nur, wenn diese sehr häufig angeklickt werden, kommt es zu einer Anfrage von Youtube, wo dem Nutzer eine Partnerschaft angeboten wird.

Zwei bekannte deutsche Kommentatoren sind CommanderKrieger (32) und Underserial (23), die es in Gamerkreisen zu einiger Bekanntheit geschafft haben. Beide spielen für die Nutzer bestimmte Sequenzen eines Videospiels nach, im Anschluss kommentieren sie ihre Aufnahmen, um das Ganze für die Zuschauer unterhaltsamer zu gestalten. Dieses Kommentieren hat manchmal ganz andere Themen als es das Video vorgibt, so versucht man, die Nutzer dazu zu bewegen, das Video zu Ende zu schauen. Meistens reden sie über Themen, die viele Jugendliche interessieren, zum Beispiel über neue Spiele, die in naher Zukunft auf den Markt kommen, oder über ihr privates Leben.

Partnerschaften werden oft von Leuten eingegangen, die schon lange und erfolgreich auf Youtube agieren. Ihre Bekanntkeit garantiert den Werbefirmen, dass es im Fall einer Partnerschaft genügend „Follower“gibt. Am Ende eines Monats erfolgt dann die Abrechnung. Je nachdem wie viele Klicks, Abonnenten und Kommentare ein Benutzer mit einem Video bekommt, desto höher ist der Verdienst.

Was ist nun die Motivation von Usern wie Commanderkrieger und Underserial? Sie kommentieren oft nicht wegen des Geldes, sondern weil sie daran Spaß haben, andere Leute zu unterhalten. Die meisten Menschen schauen die Videos, weil über Themen geredet wird, die die Allgemeinheit ansprechen. Zudem stellen heutzutage viele Jugendliche Videos zu jedem Thema ins Internet.

Trotz des verlockenden Angebotes ist eine Partnerschaft keine sichere Geldanlage, weil nur die wenigsten Youtube-Partner viel Geld mit ihren Videos verdienen. Die meisten laden Videos hoch, weil es für sie wie ein Hobby ist, mit dem sie nebenbei ein wenig Geld verdienen. Der Sinn in einer Partnerschaft mit Youtube liegt darin, dass ein Benutzer, der sowieso Videos hochlädt, mit ein bisschen Werbung zusätzliches Geld verdienen kann. Youtube ist durch die Partner immer aktuell und im Gespräch, ohne das eigene Mitarbeiter die Arbeit geleistet haben.

Lukas Edleditsch, Erkrath, Gymnasium Am Neandertal

Gefängnisalltag – Knast früher und heute

Willich Georg Maydt, Öffentlichkeitsbeauftragter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich und Museumsleiter des Potthusarenmuseums, berichtet über die Geschichte des Strafvollzugs.

Er erklärt: „Grundsätzlich haben sich viele Dinge hinter den Mauern verändert. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und aus einem reinen Männergefängnis wurden ein Frauenhaus und ein Männerhaus.“ Auch in den Zellen zeigt sich ein gravierender Unterschied von damals zu heute. Eine Einzelzelle bestand früher nur aus einem Bett, einem Eimer, der als Toilette diente, einer Schublade und einem Tisch. Die Größe der Zelle betrug 7,5 Quadratmeter.

Dagegen ist eine Einzelzelle in der heutigen Zeit schon komfortabler ausgestattet: Die Grundausstattung besteht aus einem Bett, einem Tisch, einem Schrank, einer kleinen Kommode, einem Regal und einer abgetrennten Nasszelle mit Toilette und Waschbecken. Jedem Insassen ist es heute möglich, seine Zelle mit einem Fernseher auszustatten. Allerdings galt dieses Recht erst ab dem Jahre 1975, davor durften nur diejenigen einen Fernseher besitzen, die lebenslänglich einsaßen.

Das Geld für einen Fernseher oder andere Annehmlichkeiten können sich die Gefangenen in verschiedenen Betrieben innerhalb der JVA verdienen. Es gibt zum Beispiel eine Schlosserei, eine Bäckerei, eine Druckerei und eine Küche, in denen Arbeitsstellen angeboten werden. Georg Maydt erklärt, dass ein Drittel des verdienten Geldes als Überbrückungsgeld für die ersten zwei Monate nach Abgelten der Strafe angespart werden müsse. Danach stehe den Insassen ein Teil als Eigengeld zur Verfügung, welches sie für den Kauf von Fernsehern verwenden können. Darüber hinaus bekommen sie ein Hausgeld, mit dem sie zweimal im Monat einkaufen gehen können. Damals bekamen die Gefangenen kein Geld für ihre Arbeit ausgezahlt.

Auch die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung haben sich grundlegend verändert, wie Maydt darstellt. War es den Gefangenen früher erlaubt, sich täglich nur eine Stunde im Innenhof zu bewegen, so wird den Häftlingen heutzutage ein breites Freizeitangebot zur Verfügung gestellt. Sie können ihren Hobbys nachgehen, sich ihrer Religion widmen oder Sport betreiben.

Auch wenn viele Gefängnisleiter behaupten in ihrer Anstalt gäbe es kein Alkohol-und Drogenproblem, so belegen einige „Ausstellungsstücke“ des Museums das Gegenteil. Früher wie heute lassen sich viele Insassen die ausgefallensten Dinge einfallen, um Alkohol und Drogen ins Gefängnis zu schmuggeln. Beim Herstellen von Konsumgegenständen sind sie nicht weniger kreativ und so werden Klopapierrollen in Haschpfeifen verwandelt oder Glühbirnen zur Wasserpfeife umpräpariert.

Maydt berichtet: „Durch den offenen Vollzug haben sich die Ausbruchsversuche verringert. Die Gefangenen haben mehr Freizeit und dürfen auch öfter besucht werden.“ Generell haben sich die Umstände deutlich verbessert. Für weitere Informationen lohnt sich ein Besuch im Potthusaren-Museum.

Anna Hess und Sophie Käunicke, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Berufswahl – Harter Job: Krankenschwester

Fragt man Kinder nach ihrem Berufswunsch, so hört man Berufe wie „Pilot“, „Tierärztin“, „Manager“, „Model“, „Schauspieler“. Der Beruf der Krankenschwester fällt nicht. Der Frage „Warum möchte keiner Krankenschwester werden?“ bin ich nachgegangen. Dabei hatte ich Gelegenheit, mit einer Krankenschwester zu sprechen, die seit über acht Jahren im Lukaskrankenhaus beschäftigt ist.

Den Beruf hat sie bewusst gewählt, weil sie gerne mit Menschen arbeitet und von klein auf den Wunsch hatte, Menschen zu helfen. Auf die Frage, ob sie ihre Berufswahl bereue, antwortet sie mir zögernd. Die Tage, an denen sie nach Feierabend glücklich nach Hause kommt, werden immer seltener. Schuld daran sind mitunter die harten Schichtpläne. Die Sparmaßnahmen bezüglich des Personals machen auch beim Gesundheitswesen keinen Halt und vom 24-Stunden-Dienst ist sie oft betroffen.

Unverheiratet und kinderlos wird sie häufig in die Nachtschicht gesetzt, weshalb ihre eigene Beziehung leidet. Sie schläft, wenn ihr Freund arbeitet, und er verbringt die Abende alleine, weil sie arbeiten muss. In letzter Zeit kommen auch noch körperliche Beschwerden hinzu.

Es fällt ihr immer schwerer, den körperlichen Anforderungen gerecht zu werden. Wenn dann noch manche Patienten Extrawünsche äußern, kommen ihr schon Zweifel. Es gibt aber auch die glücklichen Momente, ein fester Händedruck, ein liebevolles Lächeln eines Patienten und die Bestätigung durch Kollegen und Vorgesetzte.

Dann blickt sie wieder nach vorne und ist sicher, Liebe und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Und eines weiß sie: Dieser Beruf ist sicher und wird alle Wirtschaftskrisen überstehen, denn Kranke wird es immer geben.

Anna-Maria Kisic, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg