Archiv der Kategorie: Neuss

Museums-Tipp – Geschichte hautnah erleben

Das Haus der Deutschen Geschichte an der Museumsmeile in Bonn bietet seinen Besuchern neben einer anschaulichen und informativen Dauerausstellung auch eine Wander- sowie eine Wechselausstellung.

Die Idee hatte 1982 der damalige Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl kurz nach seinem Amtsantritt. 1994 kam die erste Dauerausstellung, die bei einem Rundgang auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern mit über 7.000 Ausstellungsstücken, 150 Medienstationen und Zeitzeugeninterviews sowie Film- und Tondokumenten die Geschichte Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute veranschaulicht. Sieben Jahre nach der Eröffnung wurde die Dauerausstellung neu gestaltet, wobei das Museum viel Wert auf eine genaue und ausführliche Thematisierung der Wiedervereinigung Deutschlands legte. Im Jahr 2011 wurde sie zum zweiten Mal überarbeitet und von Christian Wulff wiedereröffnet.

Zusätzlich werden Besichtigungen des Palais Schaumburg, dem ehemaligen Kanzlerbungalow und dem Bundesratssaal angeboten. Von Juli bis September können Besucher Fotografien von Thomas Hoepker unter der Rubrik „Zeitsprung“ anschauen. Interessierte haben die Möglichkeit das Haus der Deutschen Geschichte an allen Tagen außer Montag bei freiem Eintritt zu besuchen, da die Stiftung von der Bundesrepublik Deutschland finanziert und unterstützt wird.

Charlotte Schultz und Elena Platten, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Buchkritik – Gefangen im Mittelalter-Spektakel

In dem Thriller „Saeculum“ von Ursula Poznanski schließt sich eine Gruppe junger Erwachsener zu einer Mittelalter-Convention zusammen, die in der Zeit des 14. Jahrhunderts stattfindet. Erlaubt sind nur die Gegenstände, die auch zu dieser Zeit schon existierten. Das heißt, auf neuzeitige Erfindungen wie Brillen, Medikamente oder Handys muss komplett verzichtet werden. Zu allem Übel soll auch noch ein Fluch auf dem Grundstück lauern und die ganze Aktion ist eigentlich illegal.

Sebastian, ein junger Medizinstudent, wird von seiner Freundin Sandra überredet, fünf Tage an jenem Mittelalter-Rollenspiel teilzunehmen. Es ist das erste Mal für ihn, und er freut sich auf die Tage, die er mit Sandra verbringen kann. Zusammen mit einigen anderen machen sich die beiden auf nach Wiesenburg in Österreich, wo mitten in einem dichten Wald, fernab von jeglichen Kontakten zu der Außenwelt, das Camp stattfinden soll. Doch die Stimmung wird schon auf der Reise getrübt, da von einem schaurigen Fluch gesprochen wird, der auf dem Grundstück des Rollenspiels zu lasten scheint.

Zuerst schenkt keiner der Spieler dem Fluch wirkliche Beachtung, doch es geschehen gruselige Dinge, die die Meinung einiger schnell ändern. Nacheinander verschwinden auf mysteriöse Weise drei Mitspieler, und ein Hund findet den Oberschenkelknochen eines Menschen. Schnell wird aus dem Spiel eine ernste Situation und es gilt nun, die Vermissten zu finden. Doch der Fluch scheint erwacht zu sein und dieser besagt, dass keiner das Grundstück je wieder lebendig verlassen kann, es sei denn, es wird ein Menschenopfer gebracht. Außerdem erscheinen regelmäßig unheimliche Drohungen, von denen keiner weiß, woher sie stammen. Werden es dennoch alle unbeschadet zurück in die Zivilisation schaffen?

Ursula Poznanskis „Saeculum“ zieht einen geradewegs mit sich in das Mittelalter-Camp. Man fiebert regelrecht mit und möchte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Spannung hält das ganze Buch über, bis zum Schluss, an. Die Atmosphäre, die zu Beginn noch locker ist, schlägt ins Düstere und Gruselige um, sobald die Spieler in dem Camp ankommen. Die äußere Gestaltung des Buches stimmt einen schon frühzeitig auf den Inhalt des Buches ein. Der Einband ist komplett in schwarz-weiß gehalten und selbst die Seitenränder sind schwarz gefärbt. Auch die Seitenzahlen und die Anfangsbuchstaben jedes Kapitels sind altertümlich und schaurig gestaltet. Der Preis des Buches ist vollkommen angemessen und es lohnt sich, dieses Buch zu kaufen.

„Saeculum“ ist jedem (Jugend-)Thriller-Liebhaber auf jeden Fall zu empfehlen und die Mindest-Altersgrenze von 14 Jahren ist meiner Meinung nach berechtigt. Gänsehaut ist garantiert, denn die Spannung des Buches erzeugt bis zum Ende einen ordentlichen Nervenkitzel!

Der von Ursula Poznanski verfasste Thriller „Saeculum“ wurde am 2. November 2011 vom Loewe Verlag herausgegeben. Das Buch umfasst rund 496 Seiten und kostet 14,95 Euro.

Emily Reutemann, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Sportreporter – Immer nah dran

Ende Mai besuchte der Sportreporter der RP und NGZ, Bernd Jolitz, die Klasse 8 c des Marienberg-Gymnasiums in Neuss. Er erzählte von sich, seinem Beruf und Zeitungen im Allgemeinen.

Bernd Jolitz schreibt seit seinem neunten Lebensjahr und arbeitet nun schon seit 13 Jahren als Reporter bei der RP.

Der Arbeitstag eines Sportreporters beginnt zwischen 12 und 13 Uhr und endet in der Regel zwischen 20 und 22 Uhr. Laufen aber wichtige Sportereignisse, muss er auch manchmal bis 24 Uhr arbeiten.

Die RP/NGZ, die auch „Erklärzeitung“ genannt wird, wird von nahezu 90 Prozent aller Leser abonniert. Sie ist nach der WAZ, SZ und FAZ die viertgrößte Abo-Zeitung in ganz Deutschland.

Die NGZ gehört zum Haus der Rheinischen Post, und beide haben somit eine gemeinsame Redaktion und auch Website. Die Rheinische Post war eine der ersten Zeitungen, die ihre Artikel auch im Internet veröffentlichte. RP-Online besteht seit 1996 und hat mittlerweile pro Monat etwa 3,49 Millionen. „Unique User“.

Die RP/NGZ besitzt 29 Redaktionen mit 236 Redakteuren und Volontären, von denen etwa zwei Drittel in den Lokalredaktionen arbeiten. Bernd Jolitz berichtete auch, dass es beim Schreiben von Artikeln wichtig sei, wahrheitsgemäß, aktuell und verständlich zu schreiben und möglichst Fehler zu vermeiden. Außerdem berichtete er auch über das aktuelle Debakel um Fortuna Düsseldorfs Aufstieg in die erste Bundesliga.

Für uns und unsere Klasse war es ein sehr interessanter und lehrreicher Beitrag eines begeisterten und begeisternden Journalisten.

Annalena Schneider, Anna Stattler, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Radio – Vom Studio ins Ohr

Am Montag haben wir uns mit Ulrich Krapp, dem stellvertretenden Programmchef von 1Live getroffen, um uns über den Radiosender 1Live zu informieren.

1Live gibt es inzwischen schon seit 17 Jahren, es hieß ursprünglich WDR1. Doch da der Sender hauptsächlich junge Leute ansprechen wollte, änderten sie das Programm und den Namen auf 1Live. Es hat sich gelohnt, denn heute hat der Radiosender rund 3,5 Millionen Zuhörer zwischen 14 und 39 Jahren. Man kann 1Live in ganz NRW empfangen und die Homepage unter „www.1Live.de“ weltweit abrufen.

Der Tag in der Redaktion beginnt mit der Frühsendung, diese geht von fünf bis zehn Uhr morgens, wobei die ersten Mitarbeiter schon zwischen drei und vier Uhr vor Ort sind. Um zehn Uhr findet die erste große Konferenz statt, an der der stellvertretende Programmchef, die Moderatoren und die Wortchefin teilnehmen. Eine Wortchefin überlegt sich, was die Moderatoren sagen sollen. In dieser Konferenz wird das Programm für den jeweiligen Tag und auch schon für den nächsten Tag bestimmt. Nach der Konferenz arbeitet jeder in seinem Bereich weiter. Im Laufe des Tages finden aber noch kleinere Konferenzen von den verschiedenen Redaktionen statt. Es gibt eine Internet-, Unterhaltungs-, Musik- und Nachrichtenredaktion.

Die Internetredaktion kümmert sich um die Aktualisierung der Homepage. Die Unterhaltungsredaktion sorgt dafür, dass nie Langeweile aufkommt, indem sie zum Beispiel die Hörer über die O-Ton-Charts abstimmen lässt. Dies sind lustige Ausschnitte aus Fernsehsendungen.

In der Musikredaktion wird die Musik für den Tag ausgesucht, wobei darauf geachtet wird, nichts zur selben Uhrzeit wie am Tag zuvor abzuspielen. Außerdem gibt es einen bestimmten Redakteur, der sich darum kümmert, Prominente einzuladen. Meist sind dies nationale Stars wie zum Beispiel „Silbermond“.

Durch das so genannte Korrespondentennetz erhält die Nachrichtenredaktion ihre Informationen aus der ganzen Welt. Ein Korrespondent beim Radio ist jemand, der für fünf Jahre in einem anderen Land als Journalist arbeitet. Weitere Informationen bekommt die Nachrichtenredaktion durch Agenturen, bei denen sie die wichtigsten Meldungen herausfiltern. Es finden jedes Jahr ungefähr 300-400 Events statt, die von kleinen Redaktionen organisiert werden.

Nach den Erzählungen des stellvertretenden Programmchefs könnten wir uns ein Praktikum sehr gut vorstellen, um das alles selber einmal mitzuerleben.

Heute ist das Radio ein großer Bestandteil unseres Alltags, um über das Neueste informiert zu sein und die beste Musik zu hören.

Elisa Buchen, Isabell Schelweski, Nina Guhl, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Berufswahl – Politiker aus Leidenschaft

Der CDU-Politiker Dr. Jörg Geerlings über Politik, Niederlagen und neue Ziele.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Jörg Geerlings: Erstes Interesse an der Politik entstand bei mir als Schüler im Politik-Unterricht. Erste Kontakte zu einer Partei gab es bei mir mit etwa 25 Jahren, als mich ein guter Freund mit zur Jungen Union nahm. Richtig aktiv wurde ich 1999, als ich während der Kommunalwahl als Wahlkampfleiter im Einsatz war und Ende des Jahres Vorsitzender der JU wurde.

Warum haben Sie sich die CDU als Partei ausgesucht?

J.G.: Die Begeisterung für die CDU entwickelte sich bei mir seit der Wiedervereinigung bzw. der Öffnung des Ostens, die ich stark mit der Partei verbunden habe. Diese Verbundenheit mit der Partei verfestigte sich danach in den Jahren mehr und mehr.

Würden Sie jungen Leuten den Beruf weiter empfehlen?

J.G.: Ich persönlich kann den Beruf schon weiter empfehlen, da man sich dort gut verwirklichen kann und auch viele Menschen kennenlernt, vor allem aber, weil ich mich sehr für die Europa-Politik interessiere und auch schon viel durch Europa gereist bin. Mein eigentlicher Beruf ist jedoch Jurist, und auch diesen Beruf übe ich sehr leidenschaftlich aus.

Bleibt Ihnen viel Freizeit?

J.G.: Freizeit bleibt leider kaum, da ich vieles dem Beruf unterordnen muss und eigentlich sieben Tage die Woche ausgelastet bin. Mein Tag beginnt früh mit dem Lesen von Tageszeitungen und endet manchmal erst nach Mitternacht.

Wie läuft ein typischer Arbeitstag von Ihnen als Politiker ab?

J.G.: Meine Arbeitstage sind meist gefüllt mit diversen Sitzungen, Tagungen und anderen Veranstaltungen inklusive der notwendigen Vorbereitungszeit. Mein fachlicher Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Wirtschaft und Energie.

Wir erklären Sie sich das Wahlergebnis?

J.G.: Wir wissen zum einen, dass der CDU Spitzen-Kandidat nicht gut bei den Wählern ankam, zum anderen werden wir noch lokal prüfen, welche weiteren Ursachen es noch gegeben haben könnte.

Wie wollen Sie die verloren gegangenen Stimmen zurückgewinnen?

J.G.: Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen der Leute wieder nach und nach aufzubauen, indem wir viel mit den Menschen sprechen und Themen besetzen. Wir treten ja Ende Juni zudem mit einem neuen Landesvorsitzenden an.

Wie wollen Sie die Jugend für die Politik begeistern?

J.G.: Durch viele Gespräche mit Schülern habe ich herausgefunden, dass sie insbesondere die Themen Schule, Energie und Atomausstieg interessieren. Wichtig ist, dass sie selber eigene Diskussionen führen und sich vielleicht auch selber engagieren.

Welche politischen Ziele haben Sie für die Zukunft?

J.G.: Ich will mich weiterhin vor allem in die Themen Wirtschaft, Finanzen und Europa mit einbringen und natürlich geht es darum, bei den nächsten Wahlen besser abzuschneiden.

Marie Sophie Erkes, Anna-Sophia Gierich, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Gefängnisalltag – Knast früher und heute

Willich Georg Maydt, Öffentlichkeitsbeauftragter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich und Museumsleiter des Potthusarenmuseums, berichtet über die Geschichte des Strafvollzugs.

Er erklärt: „Grundsätzlich haben sich viele Dinge hinter den Mauern verändert. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und aus einem reinen Männergefängnis wurden ein Frauenhaus und ein Männerhaus.“ Auch in den Zellen zeigt sich ein gravierender Unterschied von damals zu heute. Eine Einzelzelle bestand früher nur aus einem Bett, einem Eimer, der als Toilette diente, einer Schublade und einem Tisch. Die Größe der Zelle betrug 7,5 Quadratmeter.

Dagegen ist eine Einzelzelle in der heutigen Zeit schon komfortabler ausgestattet: Die Grundausstattung besteht aus einem Bett, einem Tisch, einem Schrank, einer kleinen Kommode, einem Regal und einer abgetrennten Nasszelle mit Toilette und Waschbecken. Jedem Insassen ist es heute möglich, seine Zelle mit einem Fernseher auszustatten. Allerdings galt dieses Recht erst ab dem Jahre 1975, davor durften nur diejenigen einen Fernseher besitzen, die lebenslänglich einsaßen.

Das Geld für einen Fernseher oder andere Annehmlichkeiten können sich die Gefangenen in verschiedenen Betrieben innerhalb der JVA verdienen. Es gibt zum Beispiel eine Schlosserei, eine Bäckerei, eine Druckerei und eine Küche, in denen Arbeitsstellen angeboten werden. Georg Maydt erklärt, dass ein Drittel des verdienten Geldes als Überbrückungsgeld für die ersten zwei Monate nach Abgelten der Strafe angespart werden müsse. Danach stehe den Insassen ein Teil als Eigengeld zur Verfügung, welches sie für den Kauf von Fernsehern verwenden können. Darüber hinaus bekommen sie ein Hausgeld, mit dem sie zweimal im Monat einkaufen gehen können. Damals bekamen die Gefangenen kein Geld für ihre Arbeit ausgezahlt.

Auch die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung haben sich grundlegend verändert, wie Maydt darstellt. War es den Gefangenen früher erlaubt, sich täglich nur eine Stunde im Innenhof zu bewegen, so wird den Häftlingen heutzutage ein breites Freizeitangebot zur Verfügung gestellt. Sie können ihren Hobbys nachgehen, sich ihrer Religion widmen oder Sport betreiben.

Auch wenn viele Gefängnisleiter behaupten in ihrer Anstalt gäbe es kein Alkohol-und Drogenproblem, so belegen einige „Ausstellungsstücke“ des Museums das Gegenteil. Früher wie heute lassen sich viele Insassen die ausgefallensten Dinge einfallen, um Alkohol und Drogen ins Gefängnis zu schmuggeln. Beim Herstellen von Konsumgegenständen sind sie nicht weniger kreativ und so werden Klopapierrollen in Haschpfeifen verwandelt oder Glühbirnen zur Wasserpfeife umpräpariert.

Maydt berichtet: „Durch den offenen Vollzug haben sich die Ausbruchsversuche verringert. Die Gefangenen haben mehr Freizeit und dürfen auch öfter besucht werden.“ Generell haben sich die Umstände deutlich verbessert. Für weitere Informationen lohnt sich ein Besuch im Potthusaren-Museum.

Anna Hess und Sophie Käunicke, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Berufswahl – Harter Job: Krankenschwester

Fragt man Kinder nach ihrem Berufswunsch, so hört man Berufe wie „Pilot“, „Tierärztin“, „Manager“, „Model“, „Schauspieler“. Der Beruf der Krankenschwester fällt nicht. Der Frage „Warum möchte keiner Krankenschwester werden?“ bin ich nachgegangen. Dabei hatte ich Gelegenheit, mit einer Krankenschwester zu sprechen, die seit über acht Jahren im Lukaskrankenhaus beschäftigt ist.

Den Beruf hat sie bewusst gewählt, weil sie gerne mit Menschen arbeitet und von klein auf den Wunsch hatte, Menschen zu helfen. Auf die Frage, ob sie ihre Berufswahl bereue, antwortet sie mir zögernd. Die Tage, an denen sie nach Feierabend glücklich nach Hause kommt, werden immer seltener. Schuld daran sind mitunter die harten Schichtpläne. Die Sparmaßnahmen bezüglich des Personals machen auch beim Gesundheitswesen keinen Halt und vom 24-Stunden-Dienst ist sie oft betroffen.

Unverheiratet und kinderlos wird sie häufig in die Nachtschicht gesetzt, weshalb ihre eigene Beziehung leidet. Sie schläft, wenn ihr Freund arbeitet, und er verbringt die Abende alleine, weil sie arbeiten muss. In letzter Zeit kommen auch noch körperliche Beschwerden hinzu.

Es fällt ihr immer schwerer, den körperlichen Anforderungen gerecht zu werden. Wenn dann noch manche Patienten Extrawünsche äußern, kommen ihr schon Zweifel. Es gibt aber auch die glücklichen Momente, ein fester Händedruck, ein liebevolles Lächeln eines Patienten und die Bestätigung durch Kollegen und Vorgesetzte.

Dann blickt sie wieder nach vorne und ist sicher, Liebe und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Und eines weiß sie: Dieser Beruf ist sicher und wird alle Wirtschaftskrisen überstehen, denn Kranke wird es immer geben.

Anna-Maria Kisic, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Kino – Fantasy mit Johnny Depp

Ende Mai besuchten wir, Schülerinnen des Marienberg Gymnasiums, das UCI Kino in Neuss. Nach einem freundlichen Empfang schauten wir uns die Vorstellung „Dark Shadows“ an.

Als Vampir Barnabas Collins nach 200 Jahren seinen Sarg verlässt, taucht er mitten in der Welt der 1970er auf. Alles ist ihm sehr fremd, doch die Frau, die jetzt den Ton in der Stadt angibt, ist im so vertraut wie verhasst, weil sie eine verführerische, aber auch eifersüchtige Hexe ist, die einst seine große Liebe tötete und ihn zum Untoten machte. Barnabas versucht, sich seinen Nachkommen bekannt zu machen und dabei die von ihm gehasste Hexe auf Distanz zu halten. Doch wird dies Barnabas Collins gelingen?

Die Hauptpersonen sind Johnny Depp, der im Film Barnabas Collins spielt, Michelle Pfeiffer als Elizabeth Collins Stoddard, Chloë Moretz, hier Carolyn Stoddard, und Helena Bonham Carter, die die Rolle von Dr. Julia Hoffmann besetzt. Außerdem ist im Film auch Alice Cooper zu sehen, der bei einem Abendevent die Bühne rockt.

Wir waren sehr begeistert von dem Film, da er sehr „strange“ ist und für Spannung sorgt. Für Fantasy-Fans ist er ein absolutes Muss! Wir empfehlen den Film, da er nicht in der Realität abläuft, sondern in der Welt der so genannten „Dark Shadows“.

Vivien Wildschütz und Madeleine Ritters, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Selbstverteidigung – Ju Jutsu – moderne Kampfkunst auch für Frauen

In der heutigen Zeit wird es insbesondere für Frauen immer wichtiger, sich in Gefahrensituationen angemessen und effektiv verteidigen zu können. Eine gute Möglichkeit hierzu bietet das Erlernen der Kampfkunst Ju Jutsu, einer waffenlosen Selbstverteidigung, deren Wurzeln bis zu den japanischen Samurai zurückreichen.

Das Grundprinzip des Ju Jutsu, „Siegen durch Nachgeben“, bedeutet, möglichst viel von der Kraft des Angreifers gegen ihn selbst zu verwenden. Die geringere Kraft der Frau ist somit kein großer Nachteil mehr.

Ju Jutsu ist ein Selbstverteidigungssystem, das unabhängig von Alter und Geschlecht erlernt werden kann und optimale Wirkung erzielt. Es dient dazu, sich im Ernstfall wirkungsvoll

selbst verteidigen zu können. Dies wird durch steigende Gewaltbereitschaft der Täter immer wichtiger.

Ju Jutsu vereint die effektivsten Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten in sich. Diese werden ständig weiter entwickelt und verfeinert. So stammen beispielsweise aus dem Judo die Wurftechniken, und aus dem Karate wurden die Tritt- und Schlagtechniken übernommen.

Ein Teilaspekt des Ju Jutsu ist die Vermeidung von Gewalt; so wird bei der Ausbildung großer Wert auf die Stärkung des Charakters und des Selbstbewusstseins des Schülers gelegt. Das Ziel ist zunächst die friedliche Lösung von Konflikten durch gezielten Einsatz der Körpersprache. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, ist das nächste Ziel, den Angreifer möglichst schnell und wirkungsvoll unschädlich zu machen, ohne dabei selbst größeren Schaden zu nehmen. Durch Anwendung von Schlag-, Tritt-, Stoß-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken wird der Angreifer unter Kontrolle gebracht und kampfunfähig gemacht.

Beim Ju Jutsu wird nicht Kraft gegen Kraft aufgewendet, sondern durch den effektiven Einsatz der Techniken wird soviel wie möglich von der Kraft des Angreifers gegen ihn selbst verwendet.

Ich betreibe selber aktiv Ju Jutsu beim Polizeisportverein Neuss. Neben den oben genannten vielen Vorteilen macht es auch noch riesig Spaß.

Catrin Schumacher, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg

Fairer Tisch – „Bei uns wird keiner weggeschickt“

Zunehmende Armut ist ein immer größer werdendes Problem in Deutschland. Viele verschiedene Organisationen versuchen, Menschen mit Lebensmittelspenden zu unterstützen. Eine davon ist die gemeinnützige Einrichtung „Fairer Tisch“ in Grevenbroich-Kapellen. Die Idee dafür entstand vor langer Zeit im Wohnzimmer der 1. Vorsitzenden Marlies Holtus.

Um Bedürftigen zu helfen, richtete sie mit den ersten ehrenamtlichen Mitgliedern einen von der Kirche zur Verfügung gestellten Raum, der an einen kleinen Lebensmittelladen erinnert, ein. Nachdem die Organisation zunächst knappe drei Jahre brauchte, um den Verein aufzubauen, öffnete der „Faire Tisch“ am 1. September 2010 zum ersten Mal seine Tür. Neben der zentralen Stelle in Kapellen, wo die Essenskörbe jeden Mittwochmorgen von acht bis neun Frauen gepackt werden, gibt es noch weitere Essensausgaben in den Nachbargemeinden Wevelinghoven, Neukirchen, Hülchrath und Hemmerden. Alle Helfer arbeiten auf rein ehrenamtlicher Basis.

Bei der ersten Essensausgabe des „Fairen Tisches“ wurden nur drei Körbe verteilt. Heute sind es wöchentlich etwa 70 bis 80. Zum „Fairen Tisch“ kommen Menschen aller Generationen und jeglicher Herkunft. Inzwischen gibt es so genannte Stammkunden, zu denen jedoch immer neue Leute hinzukommen.

Die Lebensmittel werden von Bauern, Bäckern und privaten Spendern aus der Umgebung gesponsert. Im Winter müssen Gemüse und andere Lebensmittel zugekauft werden. Die finanziellen Mittel hierfür kommen aus dem Jahresbeitrag der aktuell 65 Mitglieder des Vereins sowie aus Spenden.

Jeder Bedürftige bekommt einen Korb, der jeweils Lebensmittel für eine Person enthält. Hierfür bezahlt er einen Euro. Jeder Korb enthält die nötigen Nahrungsmittel für eine Woche, wie zum Beispiel Kartoffeln, Brot, Gemüse, Käse und Joghurt. „Bei uns wird keiner weggeschickt. Wenn die gepackten Körbe nicht reichen, wird nachgekauft“, erklärt Marlies Holtus. Nicht ausgegebene Lebensmittel werden an Obdachlose in Grevenbroich verteilt.

„Gerade im Zeitalter großer Arbeitslosigkeit, von Hartz IV und steigender Lebenshaltungskosten sind Essensausgaben wie der ‘Faire Tisch‘ sehr wichtig“, fasst Marlies Holtus zusammen und weist auf die Bedeutung des Projekts hin.

Anna-Lena Euler und Gina Rehberg, Neuss, Erzbischäfliches Gymnasium Marienberg