Wie arbeitet es sich unter Corona-Bedingungen in systemrelevanten Berufen?

Von Louisa Steinmann, Juste Drungile und Alexandra Berg, Klasse 8c, Helmholtz-Gymnasium Hilden

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Bea Schaaf ist Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wir haben Bea Schaaf (45 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin in einem Krankenhaus in Düsseldorf) und Lilia Berg (41 Jahre, arbeitet in einem Lebensmittelladen in Hilden) über ihre Berufe zu dieser schwierigen Zeit interviewt und das sind ihre Antworten.

Was hat sich aufgrund von Corona verändert?
Bea Schaaf: Es ist schwieriger für die Patienten geworden, ich denke vor allem für die älteren Patienten, weil sie ja keinen Besuch mehr bekommen dürfen. Es gibt zwar einzelne Sonderregelungen, aber das gilt nicht in jedem Fall. Zum Beispiel bei Geburten dürfen die Väter häufig nicht dabei sein oder ihre Babys nach der Geburt nur etwa eine Stunde sehen. Nach einer OP dürfen Angehörige auch nicht mehr auf den Patienten warten. Die Arbeit hat sich auch sehr verändert. Die Kommunikation ist schwieriger aufgrund der FFP2-Masken, aber die sind nun einmal notwendig. Trotzdem denke ich, ist es für die Patienten sehr unangenehm. Aber immerhin haben wir Pfleger in unserem Krankenhaus das Glück uns regelmäßig testen zu lassen.

Lilia Berg: Die Leute haben ihr Verhalten geändert. Sie haben angefangen zu hamstern. Sie konzentrieren sich nur noch auf sich selbst und darauf ihre Produkte einzukaufen.

Kommen jetzt mehr Patienten (die zum Beispiel vermuten, sie hätten Corona)?
Bea Schaaf: Eigentlich sind eher wir es, die bei den Patienten Corona feststellen, denn jeder, der ins Krankenhaus kommt, muss erstmal einen Abstrich machen. Die meisten Patienten kommen aber mit Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion zu uns.

Müssen Sie jetzt Überstunden machen?
Bea Schaaf: Wir müssen öfter einspringen, weil es coronabedingt viel mehr langzeitkranke Kollegen gibt. Häufig können diese Kollegen nach der Krankheit auch nicht sofort wieder oder so viel arbeiten aufgrund der Spätfolgen. Auf manchen Stationen werden sogar Betten gesperrt, weil das Personal sonst komplett überlastet wäre.

Lilia Berg: Ja, müssen wir. Dadurch, dass die Leute viel mehr einkaufen, gibt es natürlich auch mehr Arbeit. Ich persönlich muss auch öfter einspringen, da zurzeit ein paar Mitarbeiter mehr fehlen als sonst.

Haben Sie Bedenken, zur Arbeit zu gehen?
Bea Schaaf: Natürlich mache ich mir Sorgen um meine eigene Gesundheit, aber noch mehr Angst habe ich davor, einen Patienten anzustecken und dass dieser dann im schlimmsten Fall an der Infektion stirbt. Man merkt ja 5-6 Tage erstmal nichts von der Krankheit und wie gesagt, man weiß nie, wie eine Corona-Infektion verläuft.

Lilia Berg: Auf jeden Fall habe ich Bedenken zur Arbeit zu gehen, da das Risiko besteht krank zu werden, wenn man mit vielen Personen in Kontakt steht. Aber am meisten beunruhigt mich, dass ich meine Familie anstecken könnte.