Archiv der Kategorie: Düsseldorf

Freizeit – Pferdeauktion der Superlative

In der diesjährigen 33. „PSI-Auktion“ in Ankum fiel der Zuschlagshammer wie jedes Jahr bei Preisen, bei denen jeder nur ins Träumen kommt. Uli Kasselmann und Paul Schockemöhle veranstalteten dieses Event in einer Perfektion, die schwer zu toppen ist. Beide verstehen es perfekt, das richtige Pferd für ihre Kunden anzubieten. Nur wenigen Veranstaltern gelingt es, solch eine Vielzahl von hochkarätigen Kunden zu begeistern und eine Auktion zu solch einem kulturellen Ereignis werden zu lassen.

Über Jahrzehnte wird diese Veranstaltung mit Hilfe des Auktionators Uwe Heckmann professionell durchgeführt. Die Exklusivität des Auktionslots der diesjährigen PSI-Auktion spiegelte sich darin wider, dass sowohl der Weltmeister der fünfjährigen Dressurpferde 2012 als auch die Weltmeisterin der siebenjährigen Springpferde zur Versteigerung angeboten wurden. Neben diesen Spitzenpferden wurden weitere, für den Spitzensport geeignete Kandidaten versteigert.

Olympiareiter und deren Sponsoren gehören zu den exklusiven Kunden. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit zieht dieses Event Hunderte von interessierten Pferdeliebhabern in das Sporthotel in Ankum. Mit 45 Pferden wurde die astronomische Summe von insgesamt 15.580.000 Euro erzielt.

Das teuerste Pferd, der Weltmeister der fünfjährigen Dressurpferde 2012, wurde für sage und schreibe 2.310.000 Euro an einen Kunden aus Russland versteigert und wird nun in England weiter ausgebildet.

Am Abend vor der Auktion gab es den alljährlichen PSI-Ball, auf dem 700 geladene Gäste erlebten, wie die PSI Awards für Sporterfolge der Superlative sowie für das Engagement im Bereich Menschenhilfe durch Spenden verliehen wurden; danach wurde bis in die Morgenstunden getanzt.

Philip Houston, Düsseldorf, International School Of Düsseldorf

Kriminalität in Düsseldorf – Plötzlich zog einer der Männer ein Messer

Ein 14-Jähriger berichtet hier von einer gefährlichen Abzocke am Rande der Düsseldorfer Altstadt, die er zusammen mit drei Freunden durchleben musste:

Es war im August an einem Freitag; meine drei Freunde und ich waren auf dem Weg durch den Düsseldorfer Hofgarten, als wir von zwei jungen Männern abgepasst wurden. Beide waren nach unserer Einschätzung arabischer Abstammung und zwischen 18 und 22 Jahre alt. Beobachtet wurde die Situation von mehreren Sonntagsspaziergängern. Die beiden redeten auf uns ein und erzählten, wie gefährlich der Hofgarten sei und dass wir uns in Acht nehmen sollten. Für eine kurze Zeit haben wir ihnen vertraut, obwohl sie uns seltsam vorkamen. Der vermutlich Jüngere drängte uns in einen Busch, während der Ältere uns böse fixierte. Soweit ich das einschätzen konnte, hätten wir am Anfang wegrennen können, aber als wir im Unterholz waren, zückte einer ein Klappmesser und wir waren blockiert.

Die beiden jungen Männer wollten von uns Geld haben, das wir ihnen dann auch gaben. Als ihnen das Geld nicht reichte, hielt der Jüngere das Messer an den Bauch einer meiner drei Freunde, was mich dazu brachte, den beiden Verbrechern auch noch meinen iPod zu übergeben.

All unseres Besitzes beraubt, rannten wir so schnell wie es nur ging in Richtung Rhein und dann auf direktem Weg über die Oberkasseler Brücke. Wir stiegen in die nächste Bahn in Richtung Stadt und gingen auf direktem Weg zur Polizeiwache an der Heinrich-Heine-Allee, um eine Anzeige zu erstatten, die leider wenig erfolgsversprechend schien.

Diese Erfahrung zeigt, dass in einer solch aggressiven Situation die gelernten Verhaltensmuster überfordert sind. Es zeigt auch, wie wenig Zivilcourage zu erwarten ist, und dass nur in der Vermeidung und Prävention derartige Überfälle zu verhindern sind.

Fakten Kriminalitätsstatistik:

-Verbrechen 2011: 14.989 pro 100.000 Opfer

-Verbrechen im Jahr 2005: 14.035 pro 100.000 Opfer

-Somit ist Düsseldorf von Platz 5 auf Platz 2 der 10 größten Städte in der Kriminalitätsrate aufgestiegen

-Auf Platz 1 steht Frankfurt am Main

Die Düsseldorfer Polizei begründet den Anstieg der Kriminalität in der Landeshauptstadt mit vielen aufgeklärten Betrugsfällen aus den Jahren 1999-2003

David Lohrmann, Düsseldorf, Marie-Curie-Gymnasium

Maya-Kalender – Weltuntergang adé

Eigentlich sollte der 21. Dezember 2012 der Tag sein, an dem alle feiern, als gäbe es kein Morgen. Einige behaupteten, dass die Welt untergehen werde. Aber warum?

Eine Umfrage am 13. Dezember 2012 mit 200 Schülern von der 6. bis zur 11. Klasse in der Internationalen Schule Düsseldorf hat ergeben, dass die meisten Schüler (80 Prozent) nicht glaubten, dass die Welt untergehen würde. Einige Gründe dafür waren, dass solche Vorhersagen immer wieder passierten, jedoch ist die Welt noch nie untergegangen. Warum waren dann einige Menschen so richtig nervös vor dem 21. Dezember?

Die ganzen Geschichten und Gerüchte begannen mit Behauptungen, dass Niburu, ein vermeintlicher Planet, in Richtung Erde näher geleitet wird. Das würde angebliche Sonnenstürme und weitere Katastrophen auf der Welt auslösen. Diese Katastrophe wurde eigentlich für 2003 vorausgesagt, aber als nichts passierte, wurde die vorhergesagte Katastrophe mit einem Ende des Maya Kalenders auf das Datum 21. Dezember 2012 fortgesetzt.

Das meist verwendete Argument deutet auf das Ende des Maya-Kalenders. Einige Experten behaupteten, dass der Maya-Kalender nach dem 21. Dezember nicht mehr fortgeführt wird. Konnten die Mayas in die Zukunft sehen? Wahrscheinlich nicht.

Noch ein Argument deutet darauf hin, dass der Weltuntergang in der Vergangenheit schon oft vorausgesagt wurde, jedoch nie eingetroffen ist. Die NASA behauptete, dass es für den vorausgesagten Weltuntergang keinen wissenschaftlichen Beweis gab. Wissenschaftler haben mehrere Teile des Maya-Kalenders gefunden, die ergeben haben, dass der Kalender doch nicht endet, sondern nur ein neuer Zyklus anfängt.

Celina Hartmann, Düsseldorf, International School Of Düsseldorf

Fußball – Fortuna ist wieder da!

Zur Winterpause sieht es für Düsseldorf gut aus. Nach dem verdienten Heimsieg gegen Hannover 96, haben die Fortunen jetzt schon einen Vorsprung von zwölf Punkten auf die direkten Abstiegsplätze.

Matthias Mauritz, die Fortuna-Legende, ist mit den Düsseldorfern schon durch dick und dünn gegangen, mit insgesamt 18 Auf- und Abstiegen als Spieler und Fan ist Matthias ein Teil der Düsseldorfer. Auch er ist begeistert von der Leistung der Düsseldorfer: „Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass die Fortuna zur Halbzeit 21 Punkte hätte, da hätte ich gesagt, das gibt’s gar nicht, dass ist für uns praktisch der Erhalt der Bundesliga und das ist natürlich unglaublich”, sagte er in einem Interview nach dem Spiel gegen Hannover.

Auch in der Abwehr will Düsseldorf einiges ändern, denn die sah in der bisherigen Saison nicht immer gut aus. Zum Beispiel gegen Mannschaften wie Nürnberg, wo es defensive Fehler gab, die nicht passieren sollten. Matthias Mauritz äußerte sich auch dazu, und sagte, dass für Hilfe in der Defensive der Düsseldorfer gesorgt sei; mit einem neuen Abwehrspieler sei Fortuna Düsseldorf für die Erste Bundesliga gewappnet.

Und auch im Sturm wird nochmal was getan, Düsseldorfer kaufen zusätzlich zu dem Abwehrspieler noch einen neuen Stürmer, der bei den Düsseldorfern vorne mitmischen soll.

Aber all das wäre nicht möglich, wenn es da nicht die Fans gäb, die immer wieder Stimmung machen und die Fortunen mit ihren Gesängen unterstützten.

Egal ob Düsseldorf gewinnt oder verliert, die Fans hören nie auf, ihren Verein anzufeuern und dass würdigen die Spieler auch, indem sie immer wieder alles geben. Das ist der Grund, warum die Düsseldorfer es immer wieder schaffen, alle zu überraschen wie mit dem unerwarteten Unentschieden gegen Dortmund.

Außerdem sieht es auch finanziell gut aus. Fortuna Düsseldorf ist schuldenfrei und muss sich jetzt keine Sorgen mehr machen, wenn es um Neueinkäufe geht, die ja notwendig waren. Damit hat sich Fortuna Düsseldorf jetzt schon zu einer vollständigen Erstliga-Mannschaft entwickelt und kann sich zuversichtlich auf die zweite Halbzeit der Bundesliga vorbereiten.

Und auch Matthias Mauritz freut sich, nächstes Jahr wieder dabei zu sein und die Fortuna anzufeuern. Sein erstes Spiel hat er 1945 mit der Fortuna gehabt, stolzes Mitglied ist er seit 68 Jahren.

Anton Kleine, Düsseldorf, International School Of Düsseldorf

Menschen – Manny, der legendäre “Greenkeeper“

Manfred, der beliebte Platzwart von den „ISD Fields”, wurde vor kurzem 70 Jahre alt und ist noch fit wie der Löwe auf dem Wappen seines Vereins. Zu seinem siebzigsten Geburtstag haben viele Familien eine große 70 aus Menschen auf dem Fußballplatz für ihn geformt.

Wie schafft dieser Mann es bloß so jung zu bleiben? Manfred, genannt Manny sagt: „Ich halte mich fit, indem ich angeln gehe, mit den vielen jungen Leuten im Sportverein ein bisschen Ball spiele und am Wochenende fahre ich gerne Fahrrad. Das Wichtigste ist, dass ich immer an der frischen Luft bin.“

Viel frische Luft macht hungrig. Und viel Hunger bringen auch die jungen Sportler nach ihrem Training auf den ISD Fields mit. Manny ist bekannt für seine leckeren Würstchen und Frikadellen, die er in seinem Häuschen auf den ISD Fields anbietet. Man könnte denken, er sei ein gelernter Koch, so beliebt sind seine Gerichte. Aber ursprünglich war er als Metallfräser bei Rheinmetall tätig. „Danach arbeitete ich als Gürtler und habe Lampenfüße gebaut in Arnsberg im Sauerland. Meine Fußballkarriere fing bei Lösberg an. „Wir haben die Fußballtrikots selbst gekauft, selbst angemalt“. Aber die Karriere ging immer weiter.

Beim ISD Sportverein war Manny selber ein Jugendtrainer. Er war immer sehr beliebt bei den Kindern, die mit ihm Training hatten, und war für seine seltsamen Tricks bekannt. Einer seiner bekannten Tricks war der Zinedine Zidane Trick, bei dem der Spieler den Gegner durch eine plötzliche Drehung mit dem Ball überrascht. Heute dreht der „Greenkeeper” selbst seine Runden auf dem großen Rasenmäher, mit dem er die ISD Fields regelmäßig in Form hält.

Fußballfelder brauchen viel Liebe und Pflege. Manny bietet den Sportlern das ganze Jahr einen Rasen wie aus dem Bilderbuch. Der Rasen ist so schön und saftig geschnitten, am liebsten würde man ihn fürs sonntägliche Picknick mit der Familie nutzen. Man hört regelmäßig von den Eltern: „Manny, der Platz sieht ja unfassbar gut aus“ oder „Manny, der Platz sieht ja besser aus als der von vielen Fußballbundesliga-Teams“. Eines Tages wird er den Platz noch mit der Nagelschere schneiden.

Natürlich muss es mal ein Ende dieser langen Karriere geben. „Ich würde gerne noch ein paar Jahre mit dem Sportverein zu tun haben, aber danach möchte ich meine Freizeit genießen, mehr Angeln gehen“, sagt er. Es wird ein sehr schwerer Moment für den Sportverein, solch einen Platzwart in ein paar Jahren zu verabschieden. Natürlich wird es genauso schwer für ihn sein. Manny wird ISD immer als seinen Verein ansehen und wird auch selber zu einer Legende für den Verein.

Christopher Scherer, Düsseldorf, International School Of Düsseldorf

Freizeit – Erst Car2go, dann Coffee2go

Car2go, der kleine Smart, der viele Straßen in Deutschland und Amerika unsicher macht. Im Prinzip ganz leicht, dachte ich mir – und habe es selbst mal versucht.

Klein, kompakt und fahrbereit steht er vor uns, der kleine Smart in den Farben weiß, blau und mit der Aufschrift „Car2go”. Über unsere App haben wir ihn gefunden und sind bereit, ein Stückchen zu fahren. Doch wie auch sonst, der Vorführeffekt! Das erste Auto beziehungsweise Kartenlesegerät funktioniert nicht. Also auf zum nächsten kleinen Chauffeur. Schon 300 Meter weiter steht der nächste Wagen, diesmal fahrbereit.

Lang war die Strecke nicht, doch muss man morgens eilig zur Arbeit und das Auto springt nicht an, ist das wenig erfreulich. Kaum sitzen wir im Auto, ertönt eine Stimme aus den Lautsprechern und begrüßt meinen Patenonkel Bernd W. mit einem netten „Hallo“.

Bevor wir uns auf eine kleine Reise begeben, müssen wir zuerst gucken, ob das Auto Kratzer hat und das wird dann auch direkt auf dem Bildschirm im Auto dokumentiert. Dann kann es losgehen. „Fährt sich eigentlich ganz gut”, sagt mein Patenonkel, als ich ihn frage. „“Ist aber etwas gewöhnungsbedürftig, denn den Wagen gibt es nur als Halb-Automatik.“ Außerdem muss man auch bedenken, dass man mit dem Auto ziemlich nah am Boden sitzt und somit auch kleine Hubbel sich anfühlen wie Berge. Allerdings nicht weiter schlimm.

Im Großen und Ganzen gibt es mehr Positives zu berichten. Für diejenigen, die es sich nicht leisten können, ein Auto zu unterhalten oder es auch einfach nicht so häufig brauchen, ist der Car2go eine optimale Lösung. Das Prinzip des Car2go ist sehr einfach zu befolgen und zu erlernen. Außerdem ist es eine weitaus günstigere Lösung als ein Auto. Wer zum Beispiel bei schlechtem Wetter keine Lust hat, in die Bahn zu steigen, kauft sich für neun Euro neunzig eine Mitgliedskarte und bezahlt pro Minute neunundzwanzig Cent, was auch günstiger ist als ein Taxi vom Flughafen nach Hause, denn auch den Flughafen haben die Smarts erobert.

Nach unserer kleinen Reise schnell noch einen Coffee2go auf die Hand und ab in die mollige Wärme nach Hause.

Lea Spix, Düsseldorf, International School Of Düsseldorf

Die neue Wehrhahn-Linie – Eine Stadt verändert ihr Gesicht

Die Wehrhahn-Linie ist ein Großprojekt der Stadt Düsseldorf. Quer durch die Düsseldorfer Innenstadt wird sich die U-Bahnstrecke ziehen. Sie startet an der Haltestelle Bilk S-Bahnhof und endet am S-Bahnhof Am Wehrhahn.

Der symbolische Start war am 28. November 2007, die ersten Bauarbeiten begannen im Februar 2008. Im Jahr 2015 soll die Strecke in Betrieb genommen werden, jedoch sollen die Testphasen schon im Jahr 2014 beginnen. Die Strecke wird von modernen Niederflur-Straßenbahnen befahren werden und die bestehende Infrastruktur der Innenstadt verbessern. Dadurch gibt es der Stadt ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Umwandlung der Schadowstraße in eine Fußgängerzone. Sie bekommt kurzum ein ganz neues Gesicht.

Negativ muss man jedoch anmerken, dass es die Idee der Stadt war, viele Bäume für das Mammutprojekt zu fällen, um von den Liebeskind-Bauten, die von dem New Yorker Stararchitekt Daniel Liebeskind entworfen wurden, einen freien Blick auf den See zu gewähren. Außerdem muss der denkmalgeschützte „Tausendfüßler“ an der Berliner Allee weichen. Der Verkehr wird dann in einen Tunnel umgeleitet, dessen Bau dazu führt, dass sich Staus in der ganzen Umgebung bilden, auch Anwohner und Händler leiden unter dem U-Bahnbau, aber angeblich soll man mit der Wehrhahn-Linie später viel Zeit sparen.

Am 8. und 9. Dezember 2012 gab es die Möglichkeit den Tunnel vom Graf-Adolf-Platz bis zum Bilk-S Bahnhof zu besichtigen. Diese Gelegenheit ließen sich viele Düsseldorfer nicht entgehen. Das Schlange-Stehen lohnte sich. Der Rohbau der Röhre mit dem Durchmesser von 8,30 Meter, der mit der 65 Meter langen Tunnelbohrmaschine „Turborine“ ausgefräst wurde, ist fertig. Zu Fuß konnten die Besucher in gut 25 Minuten das imposante Bauwerk begehen. Alle waren begeistert und erwarten nun mit Spannung die Fertigstellung.

Nahku Saidy, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Schule – Humanistische Tradition

Das humanistische Görres-Gymnasium besteht seit 467 Jahren, gegründet 1545. Namenspatron ist der Publizist und Hochschullehrer Joseph v. Görres (1776 – 1848). Der aus Heidelberg stammende Görres gibt aber erst seit 1947 der Schule ihren Namen.

Gegründet als „Herzogliche Landesschule“ im Jahr 1545 durch Wilhelm V., den Herzog von Jülich-Kleve-Berg, nahm das heutige Görres-Gymnasium als Latein – und Gelehrtenschule den schulischen Betrieb am Stiftsplatz auf. Unterrichtet wurden von Anfang an die Fächer Latein, Griechisch und Hebräisch. 1620 wurde die Schule an den Jesuitenorden übergeben.

Fünf Jahre später wurde ein neues Schulgebäude an der Andreaskirche bezogen. Von nun an wurde der Unterricht von den strengen Regeln der Jesuiten bestimmt, was täglich bis zu 12 Stunden Unterricht, einschließlich Beten, bedeutete. Das zuvor als eines der Hauptfächer unterrichtete Fach Griechisch wurde nur noch in Grundzügen unterrichtet und von neuartigeren Fächern wie Rhetorik, Arithmetik und Geographie in den Hintergrund gedrängt. 1695 wurde in den Räumlichkeiten des Klosters auf Geheiß des Kurfürsten Jan Wellem eine Laienschule (Schule für das einfache Volk) eröffnet. Nach der Schließung des Jesuitenordens 1773 erfolgte die Umbenennung des Gymnasiums in „Kurfürstliches Gymnasium“. Doch die Jesuiten stellten weiterhin das Lehrkollegium zur Verfügung, obwohl das Fach Latein durch das Fach Deutsch als Standard ersetzt wurde. Als Fremdsprache kam Französisch hinzu.

1803, im Zuge der Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen, wurde das „Kurfürstliche Gymnasium“ aufgelöst und als „Lyzeum“ weitergeführt. Als Schulgebäude diente das ehemalige Franziskanerkloster in der Citadellstraße. Einer der berühmtesten Schüler war der Dichter Heinrich Heine (1797 – 1856), der die Schule nach sieben Jahren (1814) wieder verließ.

1815 – Düsseldorf und das Großherzogtum Berg gehörten jetzt zu Preußen – wurde die Schule in „Königlich Katholisches Gymnasium“ umbenannt. Als Schulgebäude diente die ehemalige Franziskaner-Schule. Bei einer Schülerzahl von gerade einmal 140 Jungen (erst 1973 wurden erstmals auch Mädchen aufgenommen) waren es 14 Lehrer, die 15 Fächer unterrichteten. 1830 erfolgten ein erneuter Umzug und eine Namensänderung. Das „Königliche Gymnasium Düsseldorf“ bezog Räume am Standort des heutigen Kaufhof-Gebäudes am Ende der Königsallee. Unter wiederum neuem Namen „Königliches Hohenzollern- Gymnasium“ zog die Schule in das heutige Gebäude an der Königsallee 57 ein. Während des 2. Weltkrieges wurde die Schule in „Staatliches von-Reichenau-Gymnasium“ (von Reichenau war hoher Offizier und überzeugter Hitler-Anhänger) umbenannt. Erst 1947 erhielt die Schule ihren heutigen Namen „Görres-Gymnasium“.

2004 wurde der Neubau mit separatem Treppenhaus an das restaurierte Gebäude angeschlossen. Das Görres-Gymnasium ist heute eines der ältesten humanistischen Gymnasien Deutschlands.

Philipp Moehren, Düsseldorf, Gärres-Gymnasium

Nebenjob – Drei auf einen Streich

Freunde meiner Eltern haben drei süße Mädchen im Alter von drei und neun Jahren. Bei einem gemeinsamen Treffen haben ich Jens und Caterina dann auch gleich angeboten, auf die drei aufzupassen, wenn sie einmal einen Babysitter bräuchten.

Und dann, an einem Samstagvormittag, klingelt unser Telefon. Jens, der Vater der drei, ist dran und fragt: „Hast Du heute Abend Zeit und Lust auf Elisa, Mati und Amalia aufzupassen? Wir sind eingeladen und würden gern zusagen.“

„Tja, Linn“, denke ich, „jetzt wird es ernst.“ Wir verabreden, dass ich um 18 bei ihnen bin. Ich bin aufgeregt, als ich schelle. Oben an der Tür stehen schon alle drei vor mir und rufen aufgeregt durcheinander und zerren mich in die Wohnung. Jeder will mit mir spielen oder mir etwas zeigen.

Die Eltern sind abgemeldet und können sich unbemerkt aus der Tür schleichen. Zuerst kommt Amalia, die Kleinste und Ungeduldigste, und führt mich zu ihrem Zimmer. Sie will mir ihre neue Barbie-Puppe zeigen. Jetzt muss ich natürlich erst mal mit ihr spielen. Ich bin der Prinz und rette sie (die neue Barbie) vor dem bösen Drachen.

Nach 15 Minuten wird Matilda, die zweitjüngste, ungeduldig, denn sie will mir ihre Harfe zeigen und mir etwas vorspielen. Ich lasse Amalia allein weiterspielen und gehe zu Matildas Zimmer. Sie spielt mir drei Lieder vor und ich darf sogar auch auf der kleinen Kinderharfe spielen. Das macht wirklich Spaß! Aber jetzt stellt Amalia fest, dass Jens und Caterina nicht mehr da sind und fängt an zu weinen. Ich gehe zu ihr, um sie zu trösten. Jetzt ist Mati auch traurig, aber ich sage zu ihr, sie solle sich den Schlafanzug anziehen, damit ich ihr etwas vorlesen kann. Ich schaffe es, Amalia mit einem Kuscheltier abzulenken und merke, dass sie schon sehr müde ist.

Also mache ich ihr eine Flasche mit warmer Milch. Vorher muss ich sie aber noch überzeugen, ihren Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen. Aber ich schaffe es, dass Amalia im Bett landet und streichele ihr über das blonde Haar, während sie selig ihre Flasche nuckelt.

Glücklicherweise schläft sie tatsächlich ein.

Es ist 19 Uhr und ich bin schon ganz schön fertig. Jetzt verlangt Matilda ihre Geschichte. Elisa merkt, dass ich noch keine Zeit für sie habe und spielt mit ihren iPod. Matilda springt im Bett herum und sieht nicht besonders müde aus. Auch meine Geschichte, macht sie nicht müde.

Also, ich könnte jetzt gut etwas Ruhe gebrauchen. Es ist 20 Uhr. Zwei Stunden harte Arbeit liegen hinter mir. Um halb neun mache ich das Licht in Matis Zimmer aus. Matilda singt und redet noch. Ich sage gute Nacht und lasse sie allein im Zimmer. Ich begleite Elisa in ihr Zimmer und wir sprechen noch über ihre Schleichfiguren. Als sie im Bett liegt, sage ich: „Gute Nacht“ und verspreche, noch ein wenig in ihrem Zimmer zu bleiben. Aber bald fallen ihre Augen zu. Endlich kann ich mich entspannen.

Um 22 Uhr kommen Jens und Caterina zurück und können es nicht fassen, dass alle in ihren Betten liegen.

Linn Welbers, Düsseldorf, Goethe-Gymnasium

Lokales – Soziale Mission

Schülerinnen und Schüler der Stufe 8 des Goethe-Gymnasiums berichten von ihrem Projekt „Social activity inside Düsseldorf“

Im November 2012 machten die Schüler der Klasse 8a ein Sozialpraktikum. Alle Kinder suchten sich einen bestimmten Ort aus, an dem sie umsonst arbeiten würden, egal ob im Kindergarten, im Altersheim oder als Babysitterin in der Nachbarschaft. Die Zeiten des Praktikums war den Schülern selbst überlassen, jedoch war das Ziel, zwölf Stunden beim Sozialpraktikum gearbeitet zu haben. Die 13-jährige Kaya Ullrich berichtet von ihrem Praktikum:

„Wo hast du dein Sozialpraktikum gemacht ?“

Kaya: „Ich war mit meinen zwei Klassenkameradinnen Barbara Kling (14) und Sina Hübsch (14) in unserer ehemaligen Grundschule im Düsseldorfer Zoo. Sie heißt „Brehm-Schule“. Dort beteiligten wir uns am Unterricht der zweiten Klasse und unterstützten die Lehrer bei ihrer Arbeit. Nachmittags beschäftigten wir uns mit den Kindern in der OGS (Nachmittagsbetreuung). Insgesamt waren wir ein- bis zweimal wöchentlich für zwei bis drei Stunden dort.“

„Und hat euch die Arbeit mit den Kindern denn Spaß gemacht?“

Kaya: „Ja, total. Am Anfang war alles relativ still und die Kinder waren sehr schüchtern uns gegenüber, aber nach ein bis zwei Malen kannten uns die Kinder bereits gut und wir haben uns alle super verstanden. Die Kinder waren plötzlich viel offener und anhänglicher uns gegenüber.“

„Konntest du irgendwelche Folgen daraus ziehen?“

Kaya: „Für mich hat sich meine große Liebe zu Kindern auf jeden Fall noch weiter gesteigert und ich glaube, ich hab angefangen die Kinder auch zu verstehen. Sie wollen Abenteuer erleben und Spaß haben. Mir hat es eine riesige Freude gemacht, Zeit mit den Kleinen zu verbringen. Sie haben so viel Freude ausgestrahlt, dass ich mich selber manchmal wie ein kleines Kind fühlte.“

„Das klingt ja, als hättest du Spaß gehabt. Gab es denn auch Konflikte zwischen euch und den Kindern? Erzähl doch mal ein paar witzige oder anstrengende Situationen.“

Kaya: „Natürlich gab es auch anstrengende Situationen. Zum Beispiel haben die Kinder beim Basteln immer viel zu viel verschwendet, da sie dies aber noch nicht richtig verstehen, war es schwer, sie davon abzuhalten, soviel Papier und farbigen Sand zu benutzen. Es gab aber auch sehr witzige Situationen. Einmal hat mir ein Junge bei einem Kickerspiel den Ball direkt in den Ausschnitt geworfen und darauf meinte ein anderer Junge direkt, jetzt sei er dran mit schießen. Alle mussten lachen. Ich natürlich auch. Das Praktikum war wirklich sehr schön.“

Kaya Ulrich, Düsseldorf, Goethe-Gymnasium