von Safia Somaya Butt, 8c, Quirinus Gymnasium, Neuss
Auf Social Media spielt das Aussehen von Nutzerinnen und Nutzer oft eine größere Rolle als vielen bewusst ist. Inhalte werden nicht nur nach Qualität und Kreativität bewertet, sondern auch, wie attraktiv die Person darauf wirkt. Dieses Phänomen nennt man „Pretty Privilege“.
Der Begriff „Pretty Privilege“ bedeutet so viel wie „Schönheitsvorteil“. Damit ist gemeint, dass Menschen, die von anderen als attraktiv angesehen werden, im Internet oft bevorzugt werden. Sie bekommen mehr Aufmerksamkeit, werden schneller positiv bewertet und haben es oft leichter, beliebt zu werden. Auf Social Media zeigt sich das zum Beispiel daran, dass ihre Beiträge mehr Likes, Kommentare oder dass sie mehr Follower bekommen, selbst wenn der Inhalt ähnlich ist wie bei anderen.
Es gibt dabei bestimmte Schönheitsvorstellungen in der Gesellschaft, die oft unbewusst beeinflussen, wer als attraktiv gilt. Studien zeigen, dass bestimmte Merkmale als schön angesehen werden. Dazu gehören zum Beispiel symmetrische Gesichtszüge, klare Haut, ein gepflegtes Aussehen oder auch Körperbilder, die gerade im Trend sind. Doch diese Vorstellungen können sich durch Social Media und auch anderen Medien ständig verändern.
Ein Grund für Pretty Privilege ist der sogenannte „Halo-Effekt“. Das ist ein psychologisches Phänomen, bei dem eine positive Eigenschaft, wie das gute Aussehen, dazu führt, dass man auch andere Eigenschaften dieser Person besser einschätzt. Eine attraktive Person wird dann zum Beispiel automatisch als sympathisch, freundlich, erfolgreich oder sogar auch intelligenter wahrgenommen, obwohl man sie eigentlich nicht kennt.
Das Gegenstück vom Halo-Effekt ist der sogenannte „Horn-Effekt“. Dabei passiert genau das Gegenteil: Ein negatives Merkmal, wie zum Beispiel ein mürrischer Gesichtsausdruck oder unpassende Kleidung führt dazu, dass wir der Person automatisch negative Eigenschaften unterstellen. Wir halten sie dann möglicherweise als unfreundlich oder weniger kompetent, obwohl es dafür keine richtigen Anhaltspunkte.
Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram sind diese Effekte besonders stark, weil Entscheidungen dort sehr schnell passieren. Man scrollt durch viele Videos und entscheidet in wenigen Sekunden, ob man etwas anschaut oder weiter scrollt. Dabei spielt das Aussehen eine große Rolle. Deshalb bekommen manche Personen eine größere Reichweite und können sich leicht eine große Community aufbauen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pretty Privilege eine große Rolle auf Social Media spielt. Außerdem sollte man bedenken, dass viele Bilder und Videos bearbeitet sein können und somit nicht der Realität entsprechen.